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Sonntag, 11. Mai 2014

Sex and the City


„Wie heißt noch mal die Serie mit den drei Nutten und deren Mutter? 
Ach ja, Sex and the City.” Brian aus Family Guy

Ich sage gleich, ich habe es nicht geschafft auch nur eine Folge am Stück zu sehen. Und damit meine ich nicht, dass mir bisher die Zeit fehlte, sondern dass ich es nicht ausgehalten habe. Jeglicher Versuch, die 60 Minuten durchzuhalten, endete mit Magenkrämpfen, zusammengerollt vor dem Sofa. Als die Serie noch zur Prime Time auf Pro7 lief, habe ich mal ein paar Folgen geschaut, proportioniert mit Werbeunterbrechungen oder gelegentlichem hin und her zappen. Ich habe mich nie darauf konzentriert, was da eigentlich gerade Thema war. Dafür war es mir zu peinlich.

Nichts desto trotz macht die Serie eines von Anfang an richtig. Die Hauptcharaktere sind keine Cheerleader Beauties, wie sie uns vom amerikanischen Fernsehen als amerikanischer Durchschnitt verkauft werden. Bis auf die Brünette sehen alle recht authentisch aus. Ich kenne Frauen, die sehen weiß Gott besser aus und diese Frauen kennen auch mich. Kann ich nur leider jetzt nicht beweisen.
Die Serie spielt in New York, damit das funktioniert, haben die vier halt hoch dotierte Jobs und unabhängig müssen sie sein, gehört alles zum Serienkonzept, ist Okay und wird auch nicht weiter drüber nachgedacht.

Die Serie ist für Frauen gemacht, die gerne gackernd mit Freundinnen, Sekt und Weingummi zwischen den Zehen vor dem Fernseher hocken. Dabei rufen Sie ständig: genau so sieht das aus! Es ist, als ob die mein Leben abfilmen!
Mag sein, das Leben sähe dann so aus:

Die Carry, deren Stimme man auch aus dem Off hört, ist Kolumnistin und zwar eine, die durch das Schreiben bekannt geworden ist und nicht erst bekannt war und dann gefragt wurde, ob sie was schreiben möchte. Ich glaube, diese Sorte Kolumnistin gibt es nicht so häufig. Carry hat es schwer, nimmt es aber leicht oder geht Schuhe kaufen.
Richtig Pech hat sie mit ihren Typen. Da wäre zum einen der Millionär, wahnsinnig aufdringlich der Typ, zum anderen ein russischer Musiker und Ballett- oder Theaterirgendwas, ebenfalls scheißreich und berühmt. Als Kontrastprogramm muss ein kräftiger, großer, langhaariger Pornodarsteller - Tischler - Schönling herhalten, der natürlich total liebevoll ist, weil er schließlich einen Hund hat und verschenken tut er seine Designermöbel auch nicht. Ziemliche Loser also, weshalb Carry ständig die Betten wechselt, sie muss schließlich vergleichen. Das bringt es eigentlich auf den Punkt. Die gesamte Serie besteht darin, dass die vier Frauen vergleichen und zu keiner Entscheidung kommen.
Sie vergleichen die Männer, Lebensstile, Konten und sich untereinander.

Einer der erwähnten Kreischmomente ist, wenn einer der ständig wechselnden Partner im Bett was „falsch“ gemacht hat. Vielleicht hat er gelächelt oder was weiß ich, jedenfalls muss das was den Frauen beim Vergleichen aufgefallen ist kurz darauf in einem Szenerestaurante lautstark für alle unbeteiligten Gäste ausdiskutiert werden. Es folgt ein Gag nach den anderen!
„Ich glaube mein Freund ist tot. Der Sex ist wie immer, aber in der Küche sieht es aus…!“ So hoch hängt in etwa die Messlatte. Hihi… Latte. An der Performance der Mädels zweifelt natürlich niemand, sie sind schließlich Profis und falls es nicht untermiteinander funktioniert, dann reicht es ja, wenn nur einer Schuld daran hat. Sonst wäre es auch nicht mehr so lustig und locker.

Immerhin widmen sich die Frauen nebenbei anderen Dingen: Mode, Events, Karriere, Marken, alles sehr tiefsinnig. Hätte ich nicht bereits zu Beginn zugegeben, dass ich beim schauen Bauchschmerzen bekomme, hätte ich es bei einem „anstrengend und uncool“ als Fazit belassen. Was mich gehindert hat weiterzugucken sind nicht die vorhersehbaren Gags oder die klischeehaften Charaktere oder das vollkommene Ausblenden von Menschen außerhalb des SatC Kosmoses, das sind alles Dinge, die dem Serienprinzip geschuldet sind. Alles okay, aber auch alles auf Augenhöhe mit Two and a half Men.

Was es für mich unerträglich macht, sind die peinlichen Momente. Das ständige Emanzipationsgelaber basiert ausschließlich auf Seitenhiebe gegenüber dem anderen Geschlecht. Nichts Eigenes, nichts Innovatives, stattdessen fucking Ironic. Kann einem egal sein, einfach nicht gucken, leider glauben tausende Teenies, so würde es tatsächlich funktionieren. Dann das Mode Ding… Da gibt es soviel zu zusagen und noch mehr zu ertragen. Ist halt ein Frauending. Ich hoffe, das versöhnt alle.

Funfact. Ich habe mal gelesen, Schwule würden sich darüber beschweren, dass seit Sex and the City alle Frauen plötzlich meinen ihnen ihre langweiligen Probleme erzählen zu müssen

Samstag, 4. Januar 2014

Knight Rider

Montag, 30.12.2013, 17:40, RTL Nitro – Ein mysteriöser Saboteur

„Das hier ist besser als French Connection.“ Kameramann

Die Intros 80er Jahre Serien sind der Wahnsinn. Ein Mann und sein Autowagen kämpfen gegen das Unrecht. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, wenn es sich bei dem Mann nicht um David Hasselhoff, der nicht ganz unschuldig am Mauerfall ist und bei dem Autowagen um K.I.T.T. einem schwarzen Trans Am mit rotem LED Licht an der Motorhaube handeln würde. Ausgerechnet diese Folge ist der zweite Teil eines Zweiteilers. Michael Knight nimmt mit K.I.T.T. an einem Rennen teil, in dem alternative Antriebsstoffe im Vordergrund stehen. Solar, Alkohol, Strombenzin. K.I.T.T. tritt mit flüssigem Stickstoff im Tank an.
Es besteht der Verdacht, dass das Rennen Sabotiert werden soll. Sagt bereits der Titel, dazu gibt es eine kleine Einleitung, was bisher geschah.
Bevor das Dreitagesrennen beginnt, lernen wir die Fahrer und die Beteiligten drum herum kennen. Ein Spartenkanal überträgt die Veranstaltung und immerhin gibt es eine einzige Reporterin, die sich für das Rennen interessiert.

Die Serie ist bekannt für ihre Logiklücken, gerade was die Physik angeht. Neben den Dialogen, das unterhaltene Element. Michael fährt mit K.I.T.T. in die mobile Einsatzzentrale der Foundation für Recht und Verfassung. Ein zwei Meter breiter LKW mit Auflieger. In einer Einstellung passt das Auto von der Breite her gerade so in den Anhänger, unmöglich für den Fahrer auszusteigen. In der nächsten Einstellung ist reichlich Platz, es stehen sogar zusätzlich völlig überdimensionierte Rechner rum. Aber wenn Michael Knight es akzeptiert, tue ich es auch. Gerne.
Dass Reifen auf Sandigem Boden quietschen, für die einfachste Funktion, wie das Öffnen des Schiebedaches, drei knöpfe gedrückt werden müssen und Scanner die unmöglichsten Dinge erfassen, ist nicht zu hinterfragen. Auch ist es auffällig, dass der nächste Einsatzort immer in der entgegengesetzten Richtung zur fahrenden Kommandozentrale liegt, was einen coolen U-Turn unabdingbar macht.

Weiter in der verzwickten Story. Wer hätte Interesse das Rennen zu Sabotieren? Im Grunde ist jeder Verdächtig. Die beiden saufenden Texaner, deren Rolle eindeutig an die Duke Brüder, aus der Serie ein Duke kommt selten allein, angelehnt ist, sie fahren sogar einen orangefarbenen Dogde Charger, sie saufen und langen Mädels an den Hintern, sehr verdächtig! der arabische Fahrer, dessen Heimatland als größter Ölexponat weltweit gegen alternative Energien vorgeht! der Deutsche Helmut Glas, weil er Deutscher ist!
Es könnte sich auch um einen Verrückten handeln, wie Michael Knights Chef Devon Miles feststellt, was mit einem „völlig richtig“ seitens Michaels bestätigt wird. Es bleibt spannend.

Die Rennstrecke besteht aus einer uneinsichtigen Felslandschaft, Regeln gibt es scheinbar keine. Nachdem das erste Auto von einem Hügel aus beschossen wird und direkt explodiert, finden die Organisatoren ein Schießgewehr unter dem Bett des Arabers. Ich habe es gleich gewusst! K.I.T.T. meint, die Kugel und das Gewehr passen zusammen, wie Michael und schwarze Lederjacken. Anschließender Dialog:

DM: „Es war der Araber.“
MK: „Es hätte auch der Chinese sein können.“
DM: „Einfach jedoch sehr komplex.“

Der Fall scheint gelöst. Doof nur, dass am nächsten Renntag der Dogde der Duke Brüder explodiert. Zum Glück konnte die Reporterin, die hautnah beim Rennen dabei sein wollte und bei den Saufbolden mitfuhr, von Michael gerettet werden.
Ein weiterer Runnning Gag der Serie: ein Passant trifft auf K.I.T.T. und will ihn aufbrechen oder gegen pinkeln oder den Innenraum fotografieren oder abschleppen… und bleibt verblüfft zurück, weil K.I.T.T. für jede erdenkliche Situation eine coole Funktion eingebaut hat. Das durfte die Reporterin auch schon feststellen. Natürlich greift Michael Knight die Dame ab, unnötig zu erwähnen. So ist es heute und so war es damals, wer nichts im Laden hat, sollte sich ein teures Auto ins Schaufenster stellen.

In der zweiten Nacht im Fahrerhotel belauscht die Reporterin wie der Chef des Spartensenders mit seinem Saboteur schimpft. Das Morden ginge zu weit, obwohl die Quoten schon geil sind. Die Reporterin wird von ihnen ertappt, gefesselt und am dritten Renntag zwischen zwei Pappmascheefelsen gelegt, wo sie darauf wartet, dass eine meterlange Zündschnur runter brennt und sie mitsamt der Kulisse weggesprengt wird. Es hat was von Coyote und Roadrunner. Der Plan: Die Sabotage soll der Reporterin in die Schuhe geschoben werden. Das Motiv: Sie würde von der Berichtserstattung profitieren. Dummerweise jagte sie sich bei ihrem letzten Akt selbst mit in die Luft. Hähähäh [manische Lache].
Jedoch haben die Bösewichte, wie so oft, die Rechnung nicht mit dem Superauto K.I.T.T. gemacht. Wer rechnet schon mit einem sprechenden Auto?
In wirklich allerletzter Sekunde kann das Dynamit entschärft und das Leben der Reporterin gerettet werden. Sie petzt alles und im nächsten Moment sind der Saboteur und der Senderchef in Handschellen.

Natürlich kamen in der Folge der Turbo Boost, die zeitlos schöne Bonnie und David Hasselhoffs dreckige Lache zum Einsatz. Michael Knight gewann das Rennen übrigens, welches leider aufgrund der unberechtigten Verhaftung des arabischen Fahrers keine Gültigkeit hat. So komplex ist die Story, da hängt alles zusammen. Dazu hat man was über Vorurteile gelernt und es wurde die Quotengier der TV Sender kritisch hinterfragt. Letzter Abschluss Gag und man kann zufrieden den Fernseher ausschalten, was soll danach schon kommen? Vielleicht ja Baywatch!

Sonntag, 15. Dezember 2013

In Serie

"Du musst das im Original sehen" Allgemeine Meinung

Ich hatte 2008 eine Kategorie im Blog, in der ich Serien schaute und mir ein sehr differenziertes Bild davon machte. Eine Folge reicht dafür vollkommen aus. Und weil es allen soviel Spaß bereitete und es in letzter Zeit soviel Serien gibt, die mir unbedingt empfohlen werden oder früher mal ein Hit waren, schaue ich sie mir halt an. Auf Arte, RTL Nitro, Sixx, ZDF Kultur und Neo laufen ununterbrochen Serien. Der Programmdirektor von Pro7(Maxx) setzt ebenfalls voll auf Serien. Das Material ist also vorhanden. Nächste Woche geht es los.
Ich werde in einer Umfrage ein kleines Angebot von Serien zum Abstimmen vorlegen, nachdem feststeht, welche Serie ich mir anschauen werde, liefere ich den Text entsprechend einen Tag später oder so ab. Das klingt doch super, wer sich darauf nicht freut, kann sein Internet auch gleich auslassen. Ehrlich.

Rechts in der Sidebar findet ihr die erste Umfrage.
Zum nachlesen der Serien, die ich 2008 geschaut habe, folgt dem Link.