Montag, 12. Oktober 2009

Lazy Days - Freitag

"Lying on the couch, bag of chips on my belly
Focus on one thing: only on the telly
Juice and bonbons and finishing my jelly
Should take a shower but won't
Even though I'm smelly" Pete Philly & Perquisite

Alle Besorgungen wurden gemacht. Vier Filme, eine Serie und zwei Zeichentrickserien, Schokolade, Obst (alles entkernt) und Säfte. Ein bügelfreies Hemd, also ein Unterhemd, besitze ich leider nicht. Eigentlich eine Investition wert. So ein Unterhemd ist mittlerweile zu einem etablierten Party Accessoire avanciert. Stattdessen kleidet mich mein Enyce Jogginganzug in XXXL. Falls es brennen sollte, könnte man sich damit auch auf der Straße blicken lassen.
Wenn es so was wie Verhaltensregeln gibt, dann dass ich nur zum Pinkeln aufstehen werde, oder um eine DVD zu wechseln oder wenn ich zum Herd / Kühlschrank gehen muss. Als besonderen Bonus, für außerplanmäßige Dinge, zum Beispiel Nachbarn, die an der Tür klingeln, wegen des unangenehmen Geruchs aus meiner Wohnung, habe ich mir eine Sonderregelung einfallen lassen, die allen, also mir, gerecht werden sollte. Ich darf das Sofa außerplanmäßig verlassen, wenn ich zuvor zehnmal gepupst habe. So sind alle zufrieden. Ich habe mir auch schon einen tollen Dialog für den Nachbarn ausgedacht.

Nachbar: „Es riecht so komisch in ihrer Wohnung“
Ich: „Komisch? wieso komisch? etwa nach Lachgas?“

Was soll man darauf antworten?

Freitag

15 Uhr. Mit einem letzten Einkauf (Aufbackbrötchen, Lachs, Thunfisch, Zahnpasta) komme ich von der Arbeit zu Hause an. Im Hausflur ist viel Bewegung. Die Leute aus der Wohnung unter mir, die ich nur einmal gesehen habe, die Frau klingelte an meiner Tür und überreichte mir Filzkleber für die Unterseite der Stuhlbeine, ziehen aus. Das ist der dritte Umzug innerhalb drei Wochen in diesem Haus. Das kann jawohl nicht nur an mir und meinen quietschenden Stuhlbeinen liegen.
Ich sortiere den Kühlschrank nach Notwendigkeit ein. Frühstück nach hinten, nach vorne kommen die Fressalien. Während ich laut Musik höre, die Wohnung unter mir ist ja jetzt leer, zerschnippele ich schon mal das Gemüse für die Bratnudeln.

16 Uhr. Ich liege auf dem Sofa. Es läuft Two and a half Men auf Kabel 1.

17 Uhr. Charlie Harper hat ebenfalls ein schönes Sofa. Es läuft wieder Musik. Ich stehe vor dem Herd und frage mich warum Frauen immer hinter dem Herd stehen möchten. Es gibt eine riesige Portion Bratnudeln. Mir wurde mal erzählt, den individuellen Bedarf an Spaghetti soll man feststellen können, indem man das dritte Fingerglied des Zeigefingers, das mit dem Fingernagel, an das untere Ende des ersten Fingergliedes des Daumens hält. Der Durchmesser des dabei geformten Loches ist der Indikator für die geeignete Portion Spaghetti. Aber Vorsicht, man sollte darauf achten, dass keine dummen Menschen in der Nähe sind, die versuchen werden in den Fingerkreis ihren Zeigefinger durchzustecken, um einem danach mit der Faust auf die Schulter zu hauen.
Wer jetzt Angst bekommen oder gar nichts verstanden hat, dem sei gesagt: es geht auch einfacher die richtige Portionierung herauszubekommen. Man nimmt einfach so viele Spaghetti in beide Hände wie man meint mit angemessener Anstrengung durchbrechen zu können und testet vorsichtig an. Das macht man ein, zwei mal, bis man mit einem überschaubaren Kraftaufwand die Nudeln durchbrechen kann. Die simple Logik dahinter lautet: Bist du stark, kannste auch mehr Nudeln essen... Es gibt also Bradnudeln.

18 Uhr. Ich bewege mich zwischen Sofa und Herd hin und her, bis die Simpsons kommen.
Wenn man bei den neuen Simpsons Folgen erst einmal auf das Vogelgezwitscher im Hintergrund geachtet hat, bekommt man es nicht mehr aus dem Kopf. Wessen Idee war das eigentlich? Da steckt doch irgendein psychologischer Firlefanz dahinter.
Weil ich Angst habe zu ersticken, esse ich im Sitzen. Es schmeckt automatisch besser, wenn man sich keine Gedanken um die Menge machen muss. Das Erreichen des Tellerbodens stimmt mich sonst normalerweise melancholischer.

19 Uhr. Pups. Ich arbeite meine wenigen Feeds ab. Sagt man das so? Also ich schaue im Internet nach, was die anderen so machen und erfahre dabei, dass morgen die Katrin und der Thilo in der Stadt sind. Parallel schaue ich eine Simpsons DVD.

20 Uhr. Anstatt Wer wird Millionär schaue ich doch lieber Star Wars Episode VI. Mitsprechen. Auf Pro7 kommt die digital überarbeitete Lispelversion. Spätestens da hätte man merken müssen, dass George Lucas vor hatte, Star Wars ins Unheil zustürzen. Der musikalische Auftritt in Jabbas Palast ist der Gipfel der Unverschämtheit.

23 Uhr. Die Oliver Pocher Show läuft auf Sat 1. Ich bekomme Lust auf etwas Witziges und schmeiße die Pastewka DVD rein. Dritte Staffel. Ich schmeiße die DVD tatsächlich vom Sofa aus, ich möchte dafür nicht extra aufstehen müssen.

1 Uhr. Ich schlafe kurz auf dem Sofa ein. Die Pastewka DVD fängt auf den letzten Folgen an zu springen. Da kann ich auch gleich ins Bett gehen. Ich nehme das Buch von Rocko Schamoni, das ich aufgrund meiner ausschweifenden Toilettengänge bereits zur Hälfte durch habe, mit.

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