Donnerstag, 2. Februar 2017

Geht ein Einarmiger in den Second-Hand Shop

"Doch wer A sagt, muss auch B zahlen
Wir warten alle auf dein' Einsatz
Drei, Zwo, Eins, Tschüß, nix geht mehr
Für krumme Spiele ist hier kein Platz"
Dendemann

Ganz aktuelles Thema: Das Internet!

Letztens sah ich im Fernsehen eine Reportage über den Onlinehandel und dessen Tücken. Dort hieß es, die Händlerseiten erkennen mit welchem Gerät du online gehst und passen die Preise entsprechend an. Soll heißen, gehst du mit dem iPhone 7 auf Amazon, gehen die Preise mit.
In der Reportage wurden übrigens als günstigste Variante das Internetcafé und als teuerste Variante sämtliche Apple Produkte genannt.

Man möchte ja immer derjenige mit dem Durchblick sein und nicht hinter die Fichte geführt werden. Das Gelernte konnte ich kurz darauf anwenden. Zufällig zwar, oder sagen wir: instinktiv alles richtig gemacht.

Ich hatte von einer Bestellung aus dem Netz einen 10€ Gutschein für einen Onlinehändler, der gebrauchte Medien verkauft und ankauft, mitgeliefert bekommen. Der Gutschein war an einen Mindestbestellwert von 50€ gebunden. Für 50€ bekommt man richtig viel an gebrauchten Büchern, CDs, Konsolenspiele oder DVDs. Eine Wunschliste halte ich bei dem Händler eh immer auf dem Laufenden. Nicht dass ich etwas vergesse, das ich sonst in meinem Regal vermissen würde.

Zu Hause am Laptop stellte ich mir ein Paket zusammen. Bücher, Filme, CDs, Hörbücher… zwei Stunden später kam ich genau auf die 50€ Mindestbestellwert. Punktlandung, gut gelaunt speicherte ich die Liste und klappte den Laptop zu. Direkt bestellen konnte ich leider nicht. Der Gutschein mit dem Gutscheincode lag bei mir am Arbeitsplatz. In der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitspause öffnete ich die Händlerseite, rief die Wunschliste auf und was musste ich feststellen? Gesamtkosten von 48,50€! Die ganze nächtliche Arbeit war zwar für`n Arsch, aber so ging noch ein Buch mehr in den Warenkorb.
Drei Prozent günstiger als vom heimischen Laptop. Was sagt das über den PC am Arbeitsplatz oder dem sozialen Umfeld aus?

Aber es wird noch merkwürdiger! Beim Zusammenstellen meiner Bestellung gab ich altbewährte Autoren und Musiker in die Suchfunktion ein und war bei so manchen Angeboten aufgrund des hohen Wiederverkaufswertes erschrocken. Zum Beispiel wurde dort eine Maxi CD einer deutschen HipHop Band, die gerade mit ihrem neuen Album durch die Charts tingelt, angeboten. Die Single war damals limitiert und ist sicherlich selten, insofern man mehrere zehntausend Exemplare als selten bezeichnen möchte. Ob selten oder nicht, was rechtfertigt einen Preis von 3500€ für digitale Medien? Zumal ich die Single in einem guten Zustand bei mir im Regal stehen habe! Das gleiche Phänomen wiederholte sich bei den Büchern. Drittauflagen kosteten 300€.

Ein Grund mehr da mal anzurufen. Mein Vorschlag war, die geben mir für meine limitierte Maxi CD 2000€ und machen somit eine Marge von über 1500€. Für das Geld müssten die normalerweise eintausend Bücher weiterverkaufen. Ein sogenannter Quick Win. Eine Quick Win Win Situation. Gedanklich hatte ich das Geld bereits ausgegeben eingeplant. Der junge Mann am Telefon sagte mir, der Einkaufspreis der CD liege aktuell bei 59 Cent. Frustriert fragte ich ihn, ob ihm bewusst sei, dass Niemand für eine deutschsprachige CD über 3500€ zahlen würde. Vielleicht in Dubai, meinte er. Deutsche leben überall. Mit anderen Worten, es besteht überhaupt gar keine Nachfrage, wo kommt also der Preis her?

Mir wurde erklärt, ein Algorithmus sucht das Internet nach weiteren Pressungen dieser CD ab. Falls bei Amazon, eBay, Shpock, rebuy oder oder oder die CD ebenfalls zum Verkauf steht, fließt die Anzahl und der angebotene Preis in den Algorithmus ein. Die besagte Maxi CD gab es offensichtlich nirgends sonst zu kaufen. Meine Recherchen bestätigten die Aussage. Obwohl auf Vinyl mit Bonus Tracks und weiteren Instrumentals wurde die Single für 17€ angeboten. Verstand oder ein Kontrollsystem steckt demnach nicht dahinter. Den Algorithmus für den Einkauf, der geschieht über eine App und den Scan des Barcodes, konnte er mir nicht nennen. Bei meinen Büchern, egal wie selten, kam jedes Mal der Hinweis: behalt deinen Scheiß! Die Angebote für CDs lagen im Cent-Bereich und Videospiele gehen für circa zwei bis drei Euro weg. Keine Konkurrenz zum Flohmarkt, dem echten, draußen.

Jetzt wo ich das weiß… Für gewisse DVD Boxen werden auf der gleichen Händlerseite ebenfalls horrende, aber leider marktübliche Preise angesetzt. Wenn ich nun bei eBay Kleinanzeigen eine Anzeige für genau diese DVD Box reinstelle und die Stückzahl auf 5 setze, was macht der Algorithmus daraus? Ein Bild des Covers der DVD Box nehme ich aus dem Netz, das Einstellen einer Anzeige kostet auch nichts. Den Interessenten kann ich einfach schreiben, dass die letzte DVD gerade verkauft wurde und ich die Anzeige zeitnah rausnehmen werde. Eigentlich müsste sich der Preis für das von mir angestrebte Produkt doch senken? 
Möchte das mal jemand ausprobieren und berichten?

Übrigens ist der Preis für die Maxi CD mittlerweile auf 50,79€ runtergerechnet.

Montag, 30. Januar 2017

Losing my Religion

And here I lay“ Mark Hollis
 
Als Bewegungsbruder der zweiten deutschen HipHop Stunde Ende der 90er Jahre, muss ich mit Entsetzen, also enttäuscht, feststellen, dass genau dieser Eckpfeiler meines Lebens einzustürzen droht. Statisch unbestimmt, sagt der Ingenieur im weitesten Sinne.

Wenn ich bei Saturn die Deutschrap-Ecke durchstöbere, kenne ich die meisten Interpreten zwar vom Namen, aber nicht deren Musik. Den Inhalt kann ich mir denken bei Albumtiteln wie Asphalt Massaker oder High & Hungrig. Den Moment, in dem die deutsche Hip Hop Kultur für mich zu einer lediglich deutschen Hip Hop Szene verkümmerte, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Phillie MC habe ich problemlos ignoriert, der ging ja spurlos an allem vorbei. Bis heute feilt er womöglich an den sieben Sätzen, die seinen Wikipedia Eintrag ausmachen.
Vielleicht war es die Aggro Berlin Ansage Nr. 3 im Jahr 2003? Irgendwann dann kamen die ersten Idioten auf den Plan. Insgesamt ein schleichender Prozess.

An eine wesentliche Änderung im Hip Hop kann ich mich dagegen gut erinnern. Die Konzerte von Samy Deluxe und Dendemann wurden seit 2010 von einer Live Band begleitet. Der DJ durfte zwar ein paar Cuts beisteuern, was aber weit vom klassischen "zwei Plattenspieler und ein Mikrofon" Standard entfernt war. Keine schlechte Entwicklung, im Grunde. Ein Konzept, das zumindest eine nachvollziehbare Richtung vorweist und durch die Roots, Beste Live Band ever, erprobt war.

Peinlich wurde es allerdings, als plötzlich viele Rapper meinten, sie beherrschen ebenfalls das Singer Songwriter Genre. Was mich früher mit Clueso oder Jazzkantine nur peripher erreichte, scheint heute eine nicht zu unterschätzende Quote bei den Radiosendern zu haben. 
Man kann sicherlich nicht jedem vorwerfen auf den Zug der Singer Songwriter aufgesprungen zu sein, bei Chima und Max Herre zum Beispiel funktioniert das, aber mal ernsthaft, kann Dennis Lisk von den ABs Gitarre spielen? Vielleicht, aber sollte er? Sam Sorge experimentiere ebenfalls in dieser Sparte, heraus kamen Verschwörungstheorien mit schönen Melodien.
Der bürgerliche Name auf den Alben sollte wohl Seriosität vermitteln und gleichzeitig die street credibility nicht gefährden. Hatte Curse nicht auch solche Nummern verzapft…? Aber sind ja Künstler, lasse machen.

Die Rap Musik hat sich also verändert, besonders inhaltlich. Okay, akzeptiert. Zwanzig Jahre später. Wenn es damit mal abgehakt wäre. Mit der Musik wandelt sich natürlich auch das Lebensgefühl, die Werte und die Sprache. Ich jedenfalls kann mich damit nicht mehr identifizieren. Die Hip Hop Kultur hockt im Früherbunker und verharrt der Dinge, die da kommen.

Gibt es überhaupt noch Jams? Hip Hop Tanz wird in der Provinz für 28 Euro im Monat angeboten, erinnert an Bollywoodgehampel und Jochen Distelmeyer singt dazu. Graffiti Künstler studieren Design und haben eine eigene Homepage mit ausführlichem Impressum. 
Die Jugendbewegung Hip Hop ist durch. Ich behaupte an mir erkennen zu können, was damals bewegt wurde, umso trauriger, dass sich eine gute Idee nicht fortsetzt.

Mein Kleiderschrank ist voll mit Klamotten von Marc Ecko und Enyce. Beides Marken, die heute nicht mehr produzieren. Pleite. Letztens lachte mich ein auf jugendlich machender, etwa vierzigjähriger Verkäufer bei Backslash aus, weil ich mich nach den beiden Marken erkundigte und echte Jugendliche fragten mich, wo ich denn die coolen Vintage Sachen her hätte. 15 Jahre Waschmaschine, Bro. 
Irgendwo bei meinen Eltern liegen meine Baggy Pants rum. Herrlich ungeeignet für das Büro. Die ziehe ich mal wieder an. Sie werden nicht mehr passen, weiß ich jetzt schon, in der Weite nämlich! Mein Cap habe ich im Zug liegen gelassen, ich komme eh nicht mehr dazu es zu tragen… Wieso habe ich es im Zug überhaupt abgenommen? Achja, Ich saß im Bord Bistro des ICEs auf dem Weg nach München zum Oktoberfest. Man selbst ist womöglich auch nicht mehr ganz der Alte. Halb der Alte, maximal.

Dendemann hat beim Neon Magazin Royal aufgehört, Hip Hop is dead von NAS ist über zehn Jahre her, das Beste am neuen Beginner Album sind die Vocal Cuts, Dein Lieblingsmensch bloggt nicht mehr und keiner sagt: so, das war es!

Samstag, 3. Oktober 2015

Last Man Standing

Liefer' Euch einfach nur die derbsten Schnacks und leicht zu merken: Heiss wie Kerzenwachs.“ Digger Dance

Ihr seid auf einer WG-Party, steht in der Küche und wart die letzten Monate nicht im Ausland und habt auch nicht vor in den nächsten Wochen ins Ausland zu „gehen“? Bevor man sich über gar nichts unterhalten kann und es womöglich langweilig wird, spielt doch etwas, wo jeder mitreden kann. Das Spiel nennt sich Last Man Standing. Ich erfuhr erst vor kurzem, dass es für die Art von Spiel einen Begriff gibt. Das Spiel kann durch den ganzen Abend gezogen werden. Bedenkzeit bis zum Rausschmiss oder Verlust der Muttersprache, quasi. Bei Last Man Standing geht es darum abwechselnd Unterpunkte zu einem Themenfeld aufzulisten, bis einer keinen Unterpunkt mehr beisteuern kann und kapituliert. Der Verlierer muss sich dann die restlichen Begriffe oder Namen etc. des Gewinners gefallen lassen, falls dieser noch nachlegen kann. Sehr komplex.

Ich hatte bereits im Blog die Kategorie „Sänger/in, dessen Solokarriere erfolgreicher verlief, als die Bandkarriere“.

Weitere Kategorien:
- Hübsche R`n´B Sängerinnen, die im Grunde austauschbar und entsprechend bereits wieder vergessen sind. Da gibt es dutzende. Obergrenze sind Alicia Keys und Beyonce, nach unten ist alles erlaubt. Soul Sängerinnen machen übrigens kein R`n´B.

- Soundtracks, die komplett von einem einzigen Künstler oder einer einzigen Band/Gruppe zum Film beigesteuert wurden. Komponisten wie Elton John oder auch Vangelis zählen nicht.

Wer schummeln möchte: ich haue mal aus dem Kopf(!) folgende Sängerinnen und Soundtracks raus:

R`n´B Damen: Ciara, Tweet, Mia, Amerie, Aaliyah, Cassandra Steen, Keyshia Cole, Kelly Rowland, Rihanna, Ashanti, Faith Evans, Claudette Ortiz, Jennifer Lopez (würde ich gelten lassen), Bintia, Vanessa Mason, Valeszka…

Soundtracks: Eurythmis – 1984, Air – The virgin suicide – A Trip to the Moon, Björk - Dancer in the Dark, Phil Collins – Tarzan, Queen – Flash Gordon – Highlander, Led Zeppelin – The Song remains the Same, The Who – Tommy, The Beatles – Sgt. Pepper´s lonely Hearts Club, Isaac Hayes – Shaft, Bushido – Zeiten ändern disch, Daft Punk – Tron Legacy...

Lasst die Spiele beginnen!

Hashtag Saufpause

Sonntag, 23. August 2015

Sonntag, den 02. August 2015

Verena - Sonntag, den 02. August 2015



Nach nur drei Stunden Schlaf wachen wir genauso auf, wie wir uns kurz zuvor ins Bett gelegt hatten. Noch total betrunken treffen wir uns zerzaust beim Frühstück, holen uns Essen und Kaffee vom Buffet und erzählen den Schwestern, wie es letzte Nacht noch weiter ging. Ich frag mich, ob man uns ansieht, wie voll wir noch sind. Aber kennt uns ja keiner. Um uns herum toben zwei Jungs, scheinbar ohne Aufsicht. Sie schreien und rennen und nerven extrem. Nach dem Frühstück flüchten wir auf die Dachterrasse des Hotels, es wird geraucht und müde geschwiegen. Kurz nach unserer Ankunft folgen die zwei nervigen Kinder mit ihrem Vater. Während er mit seinem Smartphone in der Sonne sitzt, klettern die Kinder lautstark die Feuerleiter hoch und beugen sich erschreckend weit über die niedrige Brüstung des Daches. Niemanden interessierts. Der  fehlende Schlaf lässt mich leicht reizbar werden, ich bin genervt und gehe aufs Zimmer zurück, leg mich noch mal kurz hin. Bis S kommt. Abfahrt! Ich packe schnell meine paar Sachen zusammen und wir checken aus, laufen zur Tiefgarage und weg sind wir. Ich schreibe C, ob er mich abholen könne. Zum Autofahren war ich wirklich nicht in der Lage. Zum Glück holt er mich ab. Und zum Glück versteht er, dass es mir schlecht geht und lässt mich in Ruhe leiden. Zuhause geh ich sofort schlafen. Erst spät am Abend geht es mir langsam besser. C bringt mir Currywurst Pommes mit, das hilft ein bisschen, auch wenn er sich ein Grinsen doch nicht verkneifen kann. Kommt nicht oft vor, dass ich so verkatert bin. Wir bleiben wach bis Mitternacht, weil C auf den Start des Kartenverkaufs für Wacken wartet. Eine ganze Gruppe war abgestellt, dafür Karten zu bestellen, damit auch bloß jeder eine bekommt. Nach den zu erwartenden Serverproblemen und einigen Telefongesprächen hier und WhatsApp Chats da hat dann aber alles geklappt wie geplant. Und nein, zu Wacken fahr ich nicht mit. 

Und zum Glück hatte ich am nächsten Tag auch noch frei.

Jochen - Sonntag, den 02. August 2015



Mein Kumpel pflegt immer zu sagen, nach einer durchzechten Nacht  „Morgen ist er nach dem Schlafen“ 

Deshalb fängt der Sonntag bei mir erst um 16 Uhr an… 

Ich stehe also auf, frühstücke und trinke einen Kaffee…  ich brauche ein bisschen damit ich wieder richtig in Gang komme und vertrödle noch einige Stunden. 

Ines bringt mich so gegen 20.30 Uhr nach Hause und ich kann erstmal duschen und die erste Waschmaschine anstellen. 

Ganz wichtig, meine Mutter hat heute Geburtstag und ist mehr oder weniger spontan mit meinem Vater in den Urlaub, also rufe ich an. Sie sitzen in irgendeiner Bar am Meer und genießen offenbar das Leben. Mein kann an ihrer Stimme hören, dass sie glücklich sind und den Tag genossen haben und das sicherlich auch noch weiterhin tun. 

Um 21 Uhr kommt Kai um mich nach Schweringen zu meinem Auto zu fahren. Während ich in Wacken war, hatten das mein Bruder und ab und an wohl auch mein Vater. Kein Problem, wir nennen das „Meindeinunser“. 

Kai habe ich lange nicht gesehen, er ist mein bester und ältester Freund, wir kennen uns seit ich denken kann. Die Fahrt nutzen wir um uns wieder Gegenseitig auf den neusten Stand zu bringen. Wir beide haben schon immer ein turbulentes und bewegtes Leben gehabt und deshalb gibt es mal wieder viel zu erzählen. Es ist schön, mit Kai kann man lachen, viel lachen. Aber ebenso gut auch über Ernsthaftes und drückende Schuhe reden. 

Wir beschließen uns wieder mehr Zeit füreinander zu nehmen und ich verabschiede mich  dankend von ihm. Man muss dazu sagen, bei uns klappt das, wenn wir sagen wir nehmen uns mehr Zeit. 

Als ich so in mein Auto steige ringe ich mich durch, auch wenn ich immer noch sehr müde bin, zu meinem Kumpel Jannik zu fahren, er wohnt in Schweringen und hat ebenfalls Geburtstag. Im Kopf stelle ich mich schon drauf ein, bei meinen Eltern auf dem Sofa zu schlafen. 

Bei Jannik ist die Stimmung heiter und die Gäste sind mir weit voraus. Ích bin nüchtern, es ist 22 Uhr und die meisten sind seit Mittag in der Sonne. 8 leere Kisten Bier und einige Schnapsflaschen sind das Resultat. 

Ich entscheide mich ein Bier zu trinken und dann höflich Abschied zunehmen. Bei der Gelegenheit nehme ich noch 2 Kumpels mit, um sie zu Hause abzusetzen.
Um 23 Uhr liege ich dann im Bett… Gute Nacht!

Imke - Sonntag, den 02. August 2015

Heute ist es so weit und ich werde die Heimreise nach 1,5 Jahren antreten. Kommt mir immer noch total unreal vor! Ich habe dann noch schnell die restlichen Sachen in meinem Koffer verstaut bevor ich mich von Freunden, Bekannten und natürlich dem Hund verabschiedet habe und Dan und Daniel mich zum Flughafen nach Cairns gebracht haben.

Die Beiden sind noch mit in die Abflughalle gekommen; ein Abschieds-Cidre getrunken, was gegessen, letzte Zigarette geraucht und dann wurde auch schon zum zweiten Mal aufgerufen (dachte dort ist noch eine lange Schlange aber war das Gate daneben – ups).

Von Cairns aus ging es mit einem inländischen Flug nach Brisbane; ich hatte alles etwas eng geplant – hatte 2 Stunden nach Landung um zum Internationalen Flughafen zu kommen…das Gepäck hat 45 Minuten gebraucht um raus zu kommen…dann Taxi zum Internationalen genommen und gerade so eben -bevor die Gepäckangabe zu macht- angekommen – puh. Dann schnell durch die Kontrollen und schon ging es in den Flieger. Der Flug war komplett ausgebucht (daher hat der Herr am Schalter auch 20 Minuten gebraucht meine Fahrscheine auszudrucken…er sagte er müsste was hin und her buchen…Blödsinn! – die anderen hatten ja schon alle ihre ausgedruckten Sitzplätze).

Nun ging es mit Etihad weiter…wieder super Service und Essen und Trinken waren top (war mir neu, dass man auch für Wein und Bier nichts bezahlen muss?!?) – 13 Stunden Flug nach Abu Dhabi. Hab 2 Filme geschaut und probiert etwas zu schlafen was trotz Fensterplatz nicht wirklich machbar war (mein dämlicher Fuß und Arm ist andauernd eingeschlafen) – aber im nächsten Flieger von Abu Dhabi nach Frankfurt wird es hoffentlich besser klappen! Freue mich schon wahnsinnig auf meine Freunde und Familie daheim…bin jedoch auch etwas traurig darüber Australien zu verlassen…

Kirsten - Sonntag, den 02. August 2015



Kein Bock mehr zu schreiben, Stichpunkte vom Tag: SF nach LA auf der 5, Windhosen, trockenes Valley, drought, burger und pommes, Bergsee baden gehen mit Reaggeton mucke, LA, Palmen und grün. Auto auspacken, 3 Maschinenwäsche. Bett! Mittwoch geht’s ab nach Bremen, freu mich drauf! Genug erstmal!

Thomas - Sonntag, den 02. August 2015

Nach dem Frühstück gehe ich den Heimweg von heute morgen ab. Die Celler Straße runter und dann ein ganzes Stück weiter Weddingufer. Irgendwo habe ich gestern mein Handy verloren. Oder es wurde mir genommen! Das glaube ich aber weniger, das will ich eigentlich gar nicht glauben. Ich bin mit meinen Schlüssel-Portemonnaie-Handy-Kontrollgriff bereits paranoide genug. Ich saß am Wall und auf einer Bank, da könnte mir das riesige HTC One aus der zu kleinen Hosentasche gehüpft sein. Oder auf den Dixi Toiletten, wird gemutmaßt. Das hätte ich doch mitbekommen, oder auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich wollte gestern nicht auf das Handy schauen, weil ich Angst hatte, das Super Cup Ergebnis mitzubekommen, bevor ich das Spiel gesehen habe. Jetzt weiß ich, warum jeder alle fünf Minuten auf sein Handy starrt. Ist es noch da? ja? gut! Das Fährmannsfest hat eine Fundstelle, dort hinterlasse ich eine Beschreibung des Handys und eine Telefonnummer. Die Hoffnung ist gering. Bei dem HTC One handelte es sich um mein Firmen-Handy, ein privates Handy mit separater Nummer bekomme ich ironischerweise erst am Montag von einer Kollegin geschenkt. Falls ich nicht die alte Nummer, die auf meiner Visitenkarte steht, behalten kann, habe ich ein richtiges Problem. Zu viele Menschen, beruflich wie privat, haben sich an die Nummer gewöhnt oder halt abgespeichert und das ändert man ja nicht gerne. Zudem muss ich mich bestimmt rechtfertigen. Vielleicht ist der Gedanke, dass es geklaut wurde, gar nicht so schlecht.  

Ich schaue mir das Super Cup Spiel an. Bayern geht in Führung, vergisst aber gegen eher mittelmäßige Wolfsburger auf 0:2 zu erhöhen. Das rächt sich in der 80. Minute oder so. 1:1 und Elfmeterschießen. Alonso, der adrette Spanienspinner, verschießt erneut einen Elfmeter. Über den gesamten Platz eine Flanke aus dem Fußgelenk direkt in den Lauf schlagen, kein Problem, aber unbeschadet aus elf lächerlichen Metern den Ball über die Linie zu drücken, scheint zu viel verlangt. Thiago, Vidal, Martinez, Lahm… lange macht der nicht mehr.

Sunday Blues.

Auf AXN kommt der Film Gattaca. Guter, recht unbekannter Film mit Ethan Hawk, Uma Thurman und Jude Law. Ein Science Fiction Krimi im Noir Gewand. Der Film basiert auf einer gelungenen, realistischen Zukunftsvision. Das Buch würde mich interessieren, falls es eine Buchvorlage dazu gibt.
Der Tatort hingegen interessiert mich nach wie vor nicht. Sorry, aber ich finde Tatort schlecht und versuche erst gar nicht mich darauf einzulassen. Im Bett lese ich wieder am dunklen Turm. Zum Glück sind Olli und Jan in der Sommerpause, sonst wäre der Abend für Sanft und Sorgfältig reserviert gewesen oder Dittsche gucken. Das Vorhaben dieses Jahr mit der Buchreihe fertig zu werden, könnte scheitern. Früher habe ich um einiges mehr gelesen, aber seitdem ich ein Smartphone habe mit Youtube und Podcasts, konsumiere ich lieber einfach und schnelllebig.  

Sandra - Sonntag, den 02. August 2015

Sonntagmorgen, wir gehen in den Gottesdienst in der Elisabethkirche. Ich traue mich nie so etwas vorzuschlagen, da ich befürchte, dass mein Ansinnen abgelehnt wird.
Aber mein Verlobter weiß, was mir gefällt und hat es deswegen selbst vorgeschlagen. Die anderen beiden schlafen länger und treffen uns später.
Ich gehe in die Kirche, weil ich gern singe. Heute ist allerdings auch die Predigt gut, das ist leider häufig nicht der Fall. In dieser Kirche hatte ich außerdem Orgelunterricht während des Studiums und ich nutze die Gelegenheit, meinem Orgellehrer von damals Hallo zu sagen.
Er erkennt mich auch gleich wieder und bietet mir an mal wieder zu spielen. Leider ist im Anschluss an den Gottesdienst Kirchenführung, da geht es nicht.
Nach der Kirche treffen wir die anderen beiden, essen noch einen Eisbecher und fahren anschließend an den nahe gelegenen Badesee nach Niederweimar.
Hier wurde seit meiner Studentenzeit richtig aufgerüstet und der Eintritt ist doppelt so teuer.
Ich komme mir wieder alt vor.
Um halb vier verabschieden wir uns aus Marburg und halten, weil es auf dem Weg liegt, in der nächsten Zwischenstation meines Lebens an, nämlich in Detmold.
Hier haben spontan vier ehemalige Kolleginnen aus der Kinderklinik Zeit und wir treffen uns zum Abend essen. Diesmal geht es nicht nur um die Arbeit. Ich falle um halb zwölf nach weiteren eineinhalb Stunden Rückfahrt ins Bett.
Morgen geht es um halt acht weiter mit Frühdienst.