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Sonntag, 23. August 2015

Sandra - Sonntag, den 02. August 2015

Sonntagmorgen, wir gehen in den Gottesdienst in der Elisabethkirche. Ich traue mich nie so etwas vorzuschlagen, da ich befürchte, dass mein Ansinnen abgelehnt wird.
Aber mein Verlobter weiß, was mir gefällt und hat es deswegen selbst vorgeschlagen. Die anderen beiden schlafen länger und treffen uns später.
Ich gehe in die Kirche, weil ich gern singe. Heute ist allerdings auch die Predigt gut, das ist leider häufig nicht der Fall. In dieser Kirche hatte ich außerdem Orgelunterricht während des Studiums und ich nutze die Gelegenheit, meinem Orgellehrer von damals Hallo zu sagen.
Er erkennt mich auch gleich wieder und bietet mir an mal wieder zu spielen. Leider ist im Anschluss an den Gottesdienst Kirchenführung, da geht es nicht.
Nach der Kirche treffen wir die anderen beiden, essen noch einen Eisbecher und fahren anschließend an den nahe gelegenen Badesee nach Niederweimar.
Hier wurde seit meiner Studentenzeit richtig aufgerüstet und der Eintritt ist doppelt so teuer.
Ich komme mir wieder alt vor.
Um halb vier verabschieden wir uns aus Marburg und halten, weil es auf dem Weg liegt, in der nächsten Zwischenstation meines Lebens an, nämlich in Detmold.
Hier haben spontan vier ehemalige Kolleginnen aus der Kinderklinik Zeit und wir treffen uns zum Abend essen. Diesmal geht es nicht nur um die Arbeit. Ich falle um halb zwölf nach weiteren eineinhalb Stunden Rückfahrt ins Bett.
Morgen geht es um halt acht weiter mit Frühdienst.

Samstag, 22. August 2015

Sandra - Samstag, den 01. August 2015



Halb zehn Frühstück im Hotel, ein netter junger Herr bedient uns und bringt gekochte Eier und Aufschnitt an den Tisch. Dann Sightseeing-Programm: Meine 1., 2. und dritte alte Wohnung, das Uniklinikum, Aussichtspunkt Spiegelslust. Kurzes Nickerchen am Mittag, am Nachmittag Stadtführung mit Ziel am Schloss. Leider haben wir nicht als Einzige diese Idee und die zweite Stadtführerin ist aus ungeklärten Gründen nicht erschienen. Also wird die Gruppe von ca. 70 Personen tapfer von einer Dame über die Geschichte der Elisabethkirche und der Stadt informiert. Selbst der Herr, der bereits vor Beginn sein Geld zurück wollte, ist dabei geblieben.
Wir folgen unserer Führerin durch die Stadt, jederzeit bereit plötzlich zu stoppen, da die übrigen Teilnehmer dazu neigen extrem langsam zu gehen, oder auch einfach mal unvermittelt stehen zu bleiben.
Im Anschluss gehen wir endlich was Richtiges essen. Das bedeutet für mich etwas Warmes.
Eis und Salat zählen nicht als vollwertige Mahlzeit, Fleisch ist kein Muss, aber definitiv ein Plus.
Ich entscheide mich für Schweinemedaillons mit Pfifferlingen.
Die zahlreichen Wespen halten meine Entscheidung ebenfalls für hervorragend und ich beäuge jeden einzelnen Bissen genau, bevor ich ihn in den Mund stecke.
Für Party sind wir alle zu müde, außerdem sind Semesterferien und die Stadt ist verlassen.
Ich war seit 2009 nicht mehr in dieser Stadt, viele Gebäude sind neu gebaut und ich komme mir alt vor.
Wir beschließen auf den Lahnwiesen mit dem nächsten Flens (diesmal eher sehr warm als mittelwarm) den Abend ruhig ausklingen zu lassen, obwohl Samstag ist. Wir gucken Fotos von Der Hochzeit und Hochzeitsreise unserer Freunde. So ca. 2000 Stück.

Freitag, 21. August 2015

Sandra - Freitag, den 31. Juli 2015



Wieder gemeinsames Frühstück, heute mit gekochtem Ei. Wir haben klare Aufgabenverteilung: Er macht immer das Frühstück und ich putze immer das Bad. Meinem Frühaufsteher fällt es allerdings auch wesentlich schwerer liegen zu bleiben, als morgens um halb sieben Brötchen zu holen, daher halte ich ihn nicht auf.
Dann werden die Koffer ins Auto geladen, belegte Brötchen, Bananen und eine Kiste Flensburger edles Helles sowie eine Flasche Wasser als Proviant eingeladen und los geht es ins Überraschungswochenende.
70 km vor dem Ziel bei Anblick des Straßenschildes löse ich das Rätsel um den Zielort auf.
Es geht nicht wie vermutet nach Hamburg, an die Nordsee oder Zürich, sondern nach Marburg in meine alte Studienstadt. Pünktlich zum Start scheint strahlend die Sonne.
Als wir ankommen muss ich noch ein bisschen Zeit schinden um noch nicht im Hotel einzuchecken. Als wir vor der Kirche die anderen beiden treffen und ich das Gesicht sehe, weiß ich, dass die Überraschung gelungen ist. Das sollte ich wirklich öfter machen, es hat mir richtig Spaß gemacht, falsche Fährten zu legen. Dabei kam ich mir bei dem Fake-Telefonat schon selbst seeehr verdächtig vor…
Während wir das erste Flens öffnen, das erfreulicherweise im Auto nur mittelwarm geworden ist, und von dem Hausdesaster berichten, ziehe ich mir schon mal einen Sonnenbrand zu.
Hätte ich mich mal eingecremt.
Die ganze Zeit halte ich unauffällig meine linke Hand mit dem Verlobungsring verborgen, um den richtigen Moment für die Neuigkeiten abzupassen. Sowas sollte man persönlich sagen, vor allem der zukünftigen Trauzeugin. Das anschließende Tretbootfahren auf der Lahn ist dann auch dementsprechend etwas verkrampft. Der richtige Moment ist dann später mit einem Überraschungssekt beim Abendessen. Den Abschluß des Tages bildet „Django unchained“ im Open air Kino, bei bestem Sommerwetter, aber leider unbequemen Sitzbänken.

Donnerstag, 20. August 2015

Sandra - Donnerstag, den 30. Juli 2015

Ab heute hat mein Verlobter drei Wochen Betriebsurlaub und wir frühstücken gemeinsam. Er macht uns Kaffee und Müsli mit Obst. Dann gucken wir im Internet nach anderen Häusern. Sind sogar einige annehmbare dabei.
Zum Mittag treffen wir uns mit einem befreundeten Pärchen in der Stadt. Sie bringt ihr 4 Monate altes Baby mit, welches viel schreit und noch mehr spuckt. Er hetzt aus seiner Firma und ist noch völlig unter Strom. Wir essen beim Fastfood-Chinesen, eine halbe Stunde später sprintet er schon wieder ins Büro. Wir sind tiefenentspannt und wagen uns noch in den TK-Max zum shoppen. Da wir den lockeren Plan hegen, im Herbst vielleicht zum Oktoberfest zu fahren, werden Lederhose und Karohemd probiert. Aber heute ist meine Kauflaune nicht vorhanden und die Klamotten bleiben im Laden. Um 14 Uhr treffe ich mich mit meinen Spätdienstkolleginnen zum Kaffeetrinken. Unter uns Kinderärzten ist die Frauenquote extrem hoch. Wenn wir uns treffen, sprechen wir fast immer über die Arbeit, als gäbe es keine anderen Themen, so auch heute. Der Fall war aber wirklich spannend! Dann müssen wir auch schon wieder los. Zum Glück konnte ich für morgen frei nehmen.

Mittwoch, 19. August 2015

Sandra - Mittwoch, den 29. Juli 2015

Wieder Spätdienst. Heute bleibe ich liegen und lese in meinem E-Reader. Den hatte ich mir vor zwei Jahren zum Geburtstag gewünscht. Ich habe lange gebraucht um mich an das Lesegefühl zu gewöhnen. Ein Papierbuch gefällt mir noch immer besser. Aber praktisch ist es schon. Ich lese „After passion“, aktuell auf der Spiegelbestsellerliste. Der Inhalt erinnert mich sehr an 50 shades of Grey. Aber das hat ja auch schon super funktioniert. Ich lese und lese und lese… Zwischendurch unterdrücke ich mein schlechtes Gewissen immer noch nicht aufgestanden zu sein. Viele halten einen im Bett verbrachten Tag für einen verlorenen Tag, ich sehe das definitiv nicht so. Auf einmal ist es bereits 14 Uhr und ich komme endlich aus dem Bett um mir vor der Arbeit noch etwas zu Essen zu machen. Heute gibt es Fischstäbchen mit Brokkoli auf Brot.
Ich kann meinen inneren Schweinehund überwinden und nehme das Fahrrad. Unterwegs werde ich tatsächlich etwas nass, aber es ist ein gutes Gefühl mich bewegt zu haben.

Dienstag, 18. August 2015

Sandra - Dienstag, den 28. Juli 2015

06:00 Uhr. Heute stehe ich extra mit auf, damit wir uns wenigstens morgens etwas unterhalten können. Wie jedes Mal, wenn ich unausgeschlafen bin, kommt es aber eher zum anmaulen, als zu einem ordentlichen Gespräch und in mir keimt schnell der Wunsch auf wieder ins Bett zu gehen, was ich dann auch tue. Später fische ich einen Brief  vom Notar aus dem Briefkasten, der mich informiert, dass der geplante Hauskauf nichts wird, weil die Verkäufer es sich anders überlegt haben. Na super, hätten ja auch uns mal anrufen können, anstatt nur den Notar. Der Tag wird immer besser.
Ich mache mir Nudeln mit Tomatensauce zum Mittag. Kochen ist nicht meine Stärke, aber Nudeln gehen immer und vor allem schnell.
Bei der Arbeit ist wieder tote Hose, drei Erstuntersuchungen bei Neugeborenen, sonst keine Ereignisse. Ich telefoniere mit meiner Freundin aus Erfurt um die letzten Details fürs Wochenende zu besprechen. Wir wollen unsere Männer mit einem Ausflug in unsere Studienstadt Marburg überraschen. Um 23 Uhr bin ich endlich zu Hause.

Montag, 17. August 2015

Sandra - Montag, den 27. Juli 2015

Diese Woche ist Spätdienstwoche, da fange ich um 15:30 Uhr an zu arbeiten.
Der Vorteil ist: Ich kann ausschlafen. Mein Verlobter geht um halb sieben aus dem Haus und lässt mich schlafen, weil er weiß, dass ich morgens ungenießbar bin. Ich stehe erst um zehn auf und erledige Haushaltskram, der liegen geblieben ist. 2 Maschinen Wäsche, dann ab in den Trockner, dann noch zum Einkaufen. Der Netto, 100 Meter weiter, baut um und hat geschlossen, also muss ich zum weiter entfernten Lidl. Der Aldi, der dort nebenan war, wird auch abgerissen. Dabei sah der beim letzten Mal doch noch ziemlich neu aus.
Weil es regnet, fahre ich um 15:10 Uhr mit dem Auto zur Arbeit und nicht wie sonst das Fahrrad. Ich bin wie immer spät dran und muss noch vom Auto zum Krankenhaus fünf Minuten laufen, weil ich in einer Seitenstraße geparkt habe. Auf der Neugeborenenintensivstation ist heute wenig los und ich kann mit den Schwestern quatschen. Auf dieser Station bin ich seit zwei Wochen, da muss ich erst mal alle noch kennen lernen. Um 22:30 Uhr kommt der Nachtdienst und löst mich ab. Ich bin um 23:10 zu Hause. Mein Verlobter liegt schon schlafend im Bett.
Das ist der große Nachteil am Spätdienst: Für soziale Kontakte absolut ungeeignet.