Mittwoch, 7. Mai 2008

Sonnenbrand

„sun is shining, the weather is sweet,
make you want to move your dancing feet” Bob Marley

“the sunshowers that fall on my troubles
are you over my baby
and some showers I'll be aiming at you
'cos i'm watching you my baby” M.I.A.

Die Sonne scheint und ich schlendere so durch die Innenstadt. Ich nutze die Gelegenheit und trage meine schneeweißen Sneaker. Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses muss ich außerdem noch eine Hose und ein weißes Longsleeve tragen. Alles von Ecko. Das kommt richtig gut. Meine Gedanken kreisen um Astrologie, Esoterik, Innere Schönheit und Tierpsychologie und darum, dass man sich über solche Dinge eigentlich nur lustig machen kann. Das geht solange gut, bis ich ein Rudel Hunde sehe und gleich danach ein Rudel Punks. Die armen Punks, denke ich. Die müssen, aufgrund ihrer Angst sich einzugestehen 20 Jahre lang mit der falschen Attitüde rum gelaufen zu sein, Schwarz tragen und schwitzen. Dazu noch das viele Metal im Gesicht, erhitzt sich das nicht? Und der ganze giftige Scheiß läuft in bunten Tropfen aus den gefärbten und gegelten Haaren direkt in die Augen. Die meisten haben außerdem noch Stiefel und Westen an, übersäht mit Aufnähern aus dem EMP Katalog. „Gegen Rechts“ steht da. Richtig so. Scheiß Nazis, die haben uns die Antifa eingebrockt.
Ich habe gelesen, dass die Anzahl der Raucher und Kiffer zurückgegangen ist! Dafür ist die Zahl der Säufer gestiegen. Ich glaube ja, dass die Kiffer alle in der Umfrage gelogen haben um den „Gras Preis“ zu drücken.
Apropos drückend, bei der Hitze tragen die Punks zu allem Überfluss schwarze Röhrenjeans, wie man sie sonst nur von Heroin Junkies kennt. Heißer Scheiß. Der bloße Anblick lässt mich automatisch Richtung Softeis Laden schlendern. Softeis findet man ja gar nicht in Mülltonnen, das schmilzt viel zu schnell. Deshalb lungern Punks auch nicht vor Softeis Läden rum! Softeis funktioniert ausschließlich nur mit Vanille. Aber dafür ist es dann auch genial.
Die Sonne ballert wohl noch ein paar Stunden. Genug Zeit um seine Gedanken um Softeis, Körperschmuck, Feng Shui und Indigo Kinder kreisen zulassen.

Dienstag, 29. April 2008

EUReKA

Montag, 28. April 2008, 21.15 Uhr, EUReKA - Urinstinkte

Heureka, ist das abgefahren. Die Serie könnte eher etwas für kleine Jungs sein, wenn nicht mindestens eine Leiche drin vorkommen würde. Ein Cop arbeitet als Gesetzeshüter in einer futuristischen Stadt voller Genies. Selbst die Haustiere sind schlauer als der durchschnittliche Großstädter. Es dreht sich um eine Firma, die alles mögliche, oder eben unmögliche, erfindet. Warum ausgerechnet dieser Dummbatz den Polizisten spielen darf, weiß ich nicht. Seine durchschnittliche Intelligenz ist ein Running Gag, der schnell nervt. Durch seine Nachfragerei wird dem Zuschauer die haarsträubende Story und die ganzen Begriffe erklärt und soll gleichzeitig noch zum Schmunzeln anregen. Einer der Wissenschaftler, der stark an Dr. Brown aus Zurück in die Zukunft erinnert, hat Nanoiden erfunden, die auch gleich ausbüchsen und Kohlenstoffquellen suchen. Sie töten zuerst einen Mitarbeiter vom Wartungspersonal, der kurz vorher noch eine Sprechrolle hatte. Danach werden die Opfer nachgeahmt. Das Ziel: die Weltherrschaft. Zum Glück können die Nanoidenklone in vorletzter Sekunde gestoppt werden. Mittendrin ist noch genügend Zeit um Beziehungen zu vertiefen oder zu beenden. Serien, in denen die Hauptrolle die Specialeffects spielen, sind meist vom Inhalt her sehr mau. So ist es auch hier. Selbst ich habe den Fall schnell durchschaut und nur noch selten hingesehen. 

Unterm Strich ist EUReKA eine ausgefallene Krimiserie, die ich mir nie wieder anzuschauen brauche. Wem das Thema trotzdem noch interessiert, soll sich Zurück in die Zukunft 2 und gleich danach Blade Runner ansehen. Das reicht für alle Staffeln von EUReKA.

Mittwoch, 23. April 2008

Law & Order

Dienstag, 22. April 2008, 23,15 Uhr, Law & Order – Wanderwege einer Schuld

Das amerikanische Rechtssystem ist mir ein Rätsel. Vieles dreht sich ums Geld, das habe ich verstanden. Außer bei Michael Jackson natürlich. Die Geschworenen haben das Schicksal der Angeklagten in ihrer Hand. Da kann vorher bewiesen werden was will.
In der heutigen Folge von Law & Order liegt eine Frau seit elf Jahren im Wachkoma. Ihr Mann wird in seinem Auto vor dem Krankenhaus in die Luft gejagt. Der Ehemann hat sich aufgrund der Behandlungsfehler an seiner Frau 3,2 Millionen Dollar (ca. 20.000 €) erstritten, die mit seinem Tod an die Eltern der Komapatientin (seinen Schwiegereltern) gehen. Ein zu offensichtliches Motiv! Von Barbara Salesch weiß ich, dass der erste Verdacht nie der richtige ist.

In den ersten fünf Minuten hat der Zuschauer schon so viele Informationen mitbekommen, dass es schwer fällt zufolgen. Dazu kommen noch Zeitsprünge, die mit einem kurzen, aber coolen Jingle angekündigt werden. Ich dachte, die Serie würde nur in einem Gericht spielen, knallharte Verhöre bis einer zusammenbricht. Es wird bisher nur langweilige Polizeiarbeit gezeigt. Auf einem Plakat bei einer Demo steht irgendetwas mit Hitler, was genau da steht konnte ich nicht erkennen. Vor einer Woche habe ich bereits in die Serie reingeschaut, da wurde am Ende ein zum Islam konvertierter Junge verurteilt, weil er eine Frau killte. Nebenbei wurde erwähnt, dass alle Islamiten Angst vor Frauen haben! Die Serie versucht auch in der heutigen Folge Kritik an alles und jedem zu nehmen und zu provozieren. Selten blicke ich da durch, ich kenne die kleinen Organisationen in Amerika nicht. Es geht um Sticheleien gegenüber Sterbehilfe und Gott, Nordstaaten gegen Südstaaten, das Rechtssystem und Abtreibung. Nach 20 Minuten sieht man zum ersten Mal ein Gerichtssaal. Der Richter haut mit seinem Hämmerchen öfters auf den Tisch als der Schreiner vor ihm. Boom, ich zeige sie an, Boom und sie auch, Boom und alle hier im Gericht! Alle schuldig wie die Hölle, Boom, Boom, Boom. 

Dank den Zeitsprüngen geht alles sehr schnell voran. Die Kläger, Angeklagten und Zeugen sind schnell gefunden und nach der zweiten Werbepause beginnt der eigentliche Prozess. „Es war kein Mord, es war der Wille Gottes und ich war nur sein Soldat“. So sollte mal einer in Deutschland argumentieren. In Amerika ist dieser Fall wohl wirklich diskutabel.
Verdammt, es war tatsächlich die Familie der Patientin mit Beihilfe eines Reverends. Der Reverend wurde allerdings freigesprochen. Das Schlusswort des Anwalts der Klägerseite ist irgendein Geschwafel über die Macht des Reverends mit diesem Urteil über Leben oder Tod entscheiden zu können. Verstehe ich nicht. Und dann war plötzlich Schluss. Das Ende kam so unfreiwillig komisch rüber, dass es mich an Leslie Nielsons Serie "die nackte Pistole" erinnerte.

Mittwoch, 16. April 2008

Gilmore Girls

Dienstag, 15. April 2008, 11.00 Uhr, Gilmore Girls – Das perfekte Paar

Gilmore Girls kommt ja jeden Tag um hausfrauenfreundliche 11.00 Uhr. Mutter und Tochter bewältigen das Leben, das ziemlich gut zu ihnen ist. Die Mutter leitet ein Hotel und die Tochter studiert Journalismus. Aber es ist nur Yale…

Da es sich wieder um eine Frauenserie handelt, dreht sich fast alles um Beziehungskisten. Ein weiterer Hinweis dafür ist, wie viel in der Serie telefoniert wird.
Die Mutter Lorelai sieht gar nicht aus wie eine Mutter, eher wie eine Schwester und wie die drauf ist! So was Cooles gibt es nicht. Cool ist ihr zweiter Vorname. Cool ist sogar in ihre Handtücher gestickt. Dieser Satz kommt von ihrer Tochter Rory. Die steht der Mutter in nichts nach. Wo gibt es denn so hübsche, intelligente, schlagfertige, charmante, elegante, schlagfertige, adrette, humorvolle, witzige und schlagfertige Frauen? Das ist ja ein Traum. Die Dialoge werden bestimmt von Männern geschrieben, obwohl die Serie von einer Frau stammt. Klar, dass in Serien immer das richtige im richtigen Moment gesagt wird, schließlich haben die nur eine dreiviertel Stunde Zeit, aber den beiden kaufe ich das ab.

Jeder Dialog beinhaltet eine Pointe und ist wahnsinnig originell. Ein Beispiel: Zwei Männer gehen auf der Straße mit einer weiblichen Schaufensterpuppe unterm Arm an Lorelai vorbei und sie sagt verblüfft: „oh, sind die Männer in unserer Stadt so einsam?“ Jede Sprechrolle bekommt hier mindestens einen Gag zugeschrieben. Ich kann schon verstehen warum man sich das gerne anschauen will. Die Gilmore Girls kennen das „hätte ich mal besser etwas anderes gesagt“ oder das „warum ist mir das nicht eben schon eingefallen“ oder das „warum ist keiner da, wenn ich etwas Kluges sage?“ Gefühl bestimmt gar nicht.

Rory`s reicher Yale Freund wird von ihren reichen Großeltern zum Essen eingeladen. Es gibt anscheinend Spannungen zwischen Lorelai und ihrer Mutter. Es wird gestritten und ignoriert, aber auf höchstem Niveau. Rory macht ein Praktikum in der Redaktion ihres Schwiegervaters in spe. Sie benimmt sich dabei so unfassbar ehrlich ungeschickt und… ja süß, dass man ihr am liebsten sagen will: alles wird gut. Das macht dann aber im nächsten Moment schon ihr Freund, natürlich übers Handy. Ich frage mich, auf wie viele Schicksalsschläge eine Staffel kommt. Jawohl nicht mehr als ein oder zwei Stück, was das ganze sympathisch macht. Es wird nicht geweint. 

Übrigens, achtet mal auf das Tafelbild wenn im Fernsehen Klassenzimmer gezeigt werden. Gemalt, künstlerisch. Jeder der mal in einem Vorlesungssaal gesessen hat, weiß wie die Realität aussieht. Da wird einfach mit farbiger Kreide über das bereits bestehende Tafelbild drüber geschrieben. Eventuell schalte ich am Freitag die aktuelle Staffel ein und schaue mir an was aus den beiden geworden ist.
Es darf wieder abgestimmt werden: Dieses Mal stehen nur Krimiserien zur Auswahl.

Donnerstag, 10. April 2008

Grey´s Anatomie

Mittwoch, 9. April 2008, 21.15 Uhr, Grey´s Anatomie – Ewige Jugend
Grey´s Anatomie gehört zu den Serien, dessen Inhalt und Staffelende ich mir einmal kurz von einem Fan erklären lasse, mehr muss ich nicht wissen. Wenn man weiß wie es ausgeht langt das völlig. Wie bei den Pet Shop Boys, da reicht auch ein Best of Album.
Es geht los. Die Erzählstimme gehört bestimmt Grey. Schon wieder hübsche Ärztinnen, das kenne ich so gar nicht aus den deutschen Krankenhäusern. Da sieht man den Ukrainerinnen an woher sie kommen. Noch passiert nichts, die Asiatin sieht aus wie ein Alien aus Akte-X, ist da ein Zusammenhang? Denke nicht!
Ah, endlich! Action, Schulbusunfall.
Ein Bleistift steckt im Auge eines beeindruckend cool bleibenden Schülers. Ekelhaft.
Sex spielt auch eine Rolle, schließlich ist Grey´s Anatomie im Schatten von Sex and the City entstanden. Aber heute wird nur drüber geredet. Ich hab mal gehört es soll wirklich in amerikanischen Krankenhäusern so abgehen wie in Emergency Room. Hektik pur. Der Stift-Junge fällt ins Koma… für immer. Natürlich scheiße für die Fans von dem Footballstar der High School. Einwenig wird hier versucht das Campusleben zu verarschen. Sowieso versuchen alle sich möglichst normal zu verhalten. Nicht so aufgesetzt wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre.
Emotionen kommen auch drin vor, die Hintergrundmusik steigt langsam an, bis einer weint oder geknutscht wird. Jeder ist mit jedem zusammen oder war es oder würde gerne. Wen das interessiert, sollte die Serie öfters schauen. Mich interessiert es nicht so sehr.
Nach 40 Minuten stellt sich mir die Frage, ob keiner normal krank sein kann. Eben wurde noch geflirtet und im nächsten Moment: Kammerflimmern oder so.
Grey´s Alkoholikervater ist auch ein Patient und stolz wie Oscar, aber in erster Linie ein Alkoholiker. Leicht hat es da anscheinend Niemand.
Nebenbei, warum heißt der Chefarzt, Dr. Shepard, genau so wie der Arzt in LOST? Nämlich auch Dr. Shepard, Kalkül?
Kurz vor Schluss kommt eine Durchhalteparole an alle Teenies dieser Welt. Irgendwann wird alles besser. Schön, vorausgesetzt man wird Arzt. Am Schluss sitzen alle Ärzte in ein und derselben Bar. Ich meine auch J.D. aus Scrubs dort gesehen zu haben. Lustig war die Serie nicht, will sie womöglich auch gar nicht sein. Wenigstens sind die Ärzte nicht so unbeholfen wie die Schalke Spieler parallel auf Sat 1. Trotzdem mag ich Krankenhäuser immer noch nicht, was wohl verständlich ist.
Links oben darf abgestimmt werden, welche Serie ich mir als nächstes anschauen darf. Alternative Vorschläge sind ebenfalls willkommen.

Mittwoch, 2. April 2008

Dr. House

Dienstag, 1. April 2008, 21.15 Uhr. Dr. House – dem Alter entsprechend?

Mein erster Eindruck war gleich ein positiver: Dr. House ist eine Serie, die man mit Ton schauen muss. Das ist nicht bei jeder Serie so, Stichwort Badeanzüge.
Ein Kind erleidet einen Schlaganfall und House rettet ihr Leben. Nebenher verlaufen kleine Beziehungskisten, nicht so spannend. Es dreht sich im Grunde um den Zynismus des Herrn Doktors. Dass er alles weiß und spätestens am Ende jeder Folge Recht behält, ist mal klar. Die Diagnosefindung erinnert mich stark an die Detektivarbeit von Batman und Robin aus der gleichnamigen 70er Jahre Serie. 

Zynisch und sarkastisch war ich bereits in der 10. Klasse, nur mit dem Unterschied, dass bei mir weniger dreckig gelacht wurde. Statler und Waldorf waren da wohl meine Vorbilder. Ich kann ja jetzt aufgrund des Erfolges von Dr. House ein Comeback starten und bei jedem „oh man, das ging jetzt aber zu weit“ schnell auf Dr. House hinweisen. Besser nicht, es gibt ja einen Grund weshalb ich damit aufgehört habe. Es langweilt schnell. Und das ist auch in dieser Serie so. Die exotischen Fälle mögen gut recherchiert sein, das ist aber egal, weil man kein Wort versteht. Die Ärztin ist ein Wunderkind und super sexy, wie in jeder amerikanischen Sendung. Ich meine, Jodie Banks aus „ein Colt für alle Fälle“ war auch heiß, aber die konnte wenigstens nichts. Ich habe keine Angst vor starken Frauen, ich finde die Vorstellung nur unrealistisch… ein echter House.
Nächste Woche schaue ich mir zur Wiedergutmachung Grey´s Anatomie an.

Dienstag, 18. März 2008

Scar Tissue

"Scar tissue that I wish you saw
Sarcastic mister know it all" Red Hot Chili Peppers

"Move on to my own
Here comes Battle Scars
It`s the final charge
Here comes Battle Scars" Chemical Brothers

Narben machen sexy. Im laufe der Zeit haben sich an meinem Körper zahlreiche Narben angesammelt. Wenn man Fußball spielt bleibt das nicht aus. Ich wünschte nur, die Narben kämen alle ausschließlich vom Sport. Dieser hat höchstens am Rande was mit meiner widerstandsfähigeren Haut zutun. Das ist es nämlich was Narben sind, einfach nur widerstandfähigere Haut. Passt leider nicht zum Weicheirest.

Von den Füßen angefangen, findet man die erste Narbe an meiner rechten Wade. Bei meinem früheren Fußballverein musste man noch die Müllsäcke selber an die Straße stellen. Nur doof, dass ich einen erwischt habe aus dem eine groteskgroße Scherbe ragte, die mir auf den letzten Metern das Wadenbein aufschlitzte. Ich hatte keine Zeit das nähen zulassen, ich musste noch Fußballspielen.

An meinen Knien sind gleich zwei Narben. Als kleiner Junge habe ich zusammen mit Freunden gerne Fußball in meinem Zimmer gespielt. Für das eine Tor musste der Heizungskörper herhalten. Nach einer rettenden Grätsche auf der gedachten Torlinie haben die Lüftungsschlitze der Heizung mein Knie aufgeschlitzt. Auch hier wurde nicht genäht. Meine Eltern dachten, dass hätte irgendeine pädagogische Wirkung auf mich. Die Zweite Narbe kommt vom Bäumefällen. Wie jedes Jahr Pfingsten werden im Wald Birken gefällt und wie jedes Jahr wird dabei ordentlich was weggeschluckt. Aber nur dieses eine Jahr habe ich mir die stumpfe Axt ganz unglücklich ins Knie gerammt. Gemerkt haben es andere für mich. Dieses Mal wurde genäht. Nach einem lauten „Moin Moin“ meinerseits, meinte der Arzt, eine Betäubung sei wohl nicht mehr vonnöten. Recht hatte er.

Knapp über der Hüfte habe ich auf der linken wie auf der rechten Seite jeweils kleine, dezente Narben. Die sind mit abstand am dämlichsten zustande gekommen. Jägerzaun ist das Stichwort. Das erste Mal drübergeklettert und einen stechenden Schmerz unterhalb der Rippen verspürt und auf dem Rückweg war der Schmerz dann auch auf der anderen Seite. Es war dunkel und ich habe nicht gesehen, dass sich mein weißes Shirt an den Seiten algengrün und blutrot gefärbt hatte. Das passierte bei einem Ausflug mit der Mannschaft, klar. Trotzdem stellt sich die AOK quer...

Irgendwo knapp oberhalb des Steißbeines habe ich eine kleine Narbe von einer Glasscherbe. Aquariumsglasscherbe um genau zu sein. Ich bin betrunken in das Aquarium eines Freundes gefallen. Dieser Freund ist Jahre später durch einen Glastisch gedonnert. Der hat jetzt eine Narbe knapp unterhalb des Steißbeines. Kann passieren.

Noch weniger Schuld trifft mich bei meiner Blinddarmnarbe. Das Ding musste sein. Zumindest nach dem medizinischen Standpunkt von vor vier Jahren. Die Narbe ist überdurchschnittlich lang geworden. Passt ja. Der Arzt sagte bei der Chefvisite, dass ich mir doch einfach eine Tätowierung drüber machen lassen könnte, das sei total im Trend. Arschloch, was sollte ich mir denn da draufmachen lassen? Ein Bierglas? Oder das chinesische Zeichen für Ärztepfusch? Kurz darauf hat sich die Narbe noch mal entzündet. In Zukunft mache ich das lieber wieder selber...
Hmm? war das wirklich mit „Narben machen Sexy“ gemeint?

Montag, 10. März 2008

Songzitate Zitierer

“Tonight I am a Rock ´n` Roll Star” Oasis

“It`s the Music that we choose” Damon Alban

“singen ist die niedrigste Form der Kommunikation” Homer Simpson

“Don´t start a Revolution from my Bed”. Dieser Satz sollte eigentlich jegliche rebellisch veranlagte Aktivität der Frau auf der Gästeseite des Bettes sofort im Keim ersticken. Was für ein cooler, stilvoller und vor allen: was für ein nützlicher Satz. Ich bin einer von den wenigen Menschen, die sich Songtexte zu Herzen nehmen und sie gerne in ihrer bestechenden Coolness auch weiterverbreiten. Das Beatles Zitat „Whatever gets you through the night, it´s alright” rechtfertigt zumindest in meinen Augen den naiven Umgang mit Zigaretten, Alkohol, Drogen und Frauen. Sowieso gibt es für alles ein passendes Zitat. Man hat immer die Gelegenheit sich und seinem Umfeld einen Beigeschmack von Rock ´n` Roll zu verleihen.
Mein Englisch beschränkt sich auf Songfetzen, aus denen ich wiederum neue Sätze bilde und diese dann rhythmisch, fast singend wiedergebe.

„Well there's a light in your eye that keeps shining, like a star that can't wait for the night.
I hate to think I've been blinded baby, why can't I see you tonight.”
Noch Fragen?

Was Komplimente angeht, entnimmt man die besten nicht dem Pöbel vom Ballermann, sondern die stecken in den Texten der Soul- und Bluessänger. Leiht man sich diese, kann es ja trotzdem vom Herzen kommen, nur hören sie sich dazu auch noch gut an.

“It`s better to burn out then to fade out!“ Wieder ein echter Beatle. So was darf man nicht hinterfragen. Mir ist egal was für ein guter Songwriter ein Michael Stipe oder eine Joni Mitchell oder ein Nick Cave oder ein Richard Ashcroft oder ein psychisch gestörter Syd Barrett ist. Ein Lied kann aus einer einzigen Punchline bestehen, wenn diese gut ist. Inhalt ist wichtig, klar, eignet sich aber gänzlich schlecht zum zitieren. Ich weiß bis heute nicht, wie die Strophen von Elton Johns und George Michaels „Don`t let the sun go down on me“ lauten.
Wenn ich ausgebrannt bin, achte ich mal drauf…

Montag, 18. Februar 2008

Leicht zu begeistern

"Wir haben euch etwas mitgebracht: HASS HASS HASS" Hooligangesang

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Sarah Kuttner unsympathisch finde? Pure Ironie auf zwei Beinen wie Schornsteine. Was stört an der so dermaßen, dass ich sie noch nie in voller Länge habe ertragen können. Weder in ihrer Sendung, als Gast oder in ihrer Kolumne. Das erste Mal sah ich sie in ihrer pubertären Viva Sendung zusammen mit 50 Cent. Fifty promotete gerade seine erste Single „In da Club“, die ich heute noch für ein Brett halte. Natürlich blieb er seinem Image treu und trat mitsamt fünf Kollegen (G-Unit) und einer Masse Goldketten auf. Sarah war so froh, dass 50 Cent das HipHop Klischee bediente. Ihr Redeschwall hatte eine Zielscheibe. Sie ironisierte und ritt auf den Klischees rum, bis Fifty keinen Bock mehr hatte mit ihr zu reden! Er hielt einfach konsequent die Schnauze. In der nächsten Sendung dann hat die Sarah sein baldiges Ende herbei beschworen und den HipHop Trend für tot erklärt. Sie!

Dass Trends nicht ewig anhalten sagt der Name bereits. Kein mutiges Understatement. Was aus Fifty und seiner G-Unit geworden ist wissen wir ja heute. Ich glaube, sie ist noch nie auf die Idee gekommen, wie sehr sie nervt. Das kommt aber nicht gut an, so ganz ohne Selbsteinschätzung, also sagt sie, natürlich mit ironischem Unterton: ich bin wohl doof. Meint aber eigentlich: ich bin wohl supi dupi. Keine Menschenkenntnis und gleichzeitg warnsinnig selbstverliebt. Passt doch.

Sie trägt ihre Indie Scheiße wie ein Schutzschild vor sich her, holt sich jeden Gitarre spielenden Penner von der Straße in die Sendung und gibt ihnen einen kuriosen Namen wie: The derben Verben. Die spielen eine Musik, die keinen Zweifel offen lässt warum die keiner kennt und dürfen danach wieder zurück in die Garage.

Für viele junge Mädchen ist Sarah Kuttner die einzige Frau im Fernsehen, denen sie nacheifern können wenn es um Humor geht. Es braucht nichts dazu, außer viel Ironie. An Helen Hunt aus "Mad about you" trauen sie sich nicht ran. Oder wie wäre es mit Nicole Kidman oder Heike Makatsch als Vorbild? Mehr Lady als Girlie, bitte. Wer Muriel Baumeister kennt, möchte nie wieder Sarah Kuttner im TV sehen.

Sarah Kuttner würde jetzt diesen Text nehmen und ihn vorlesen, damit man sieht wie toll sie mit Kritik umgehen kann. Danach würde sie die Rechtschreibfehler zählen und dann einen Sido Witz machen. So berechenbar ist sie. Oder sie verklagt mich sofort.

Meine Theorie ist, dass Sarah durch ihren dicken Hintern Luft holt und so 24 Stunden durchquatschen kann und aus dem selben Grund kommt oben auch nur Scheiße raus! Kann sein, sage ich. Campino hat sich mal in ihrer Sendung vorgenommen sie ernst zu nehmen und wirkte etwas gereizt und deplatziert. Der Schlussgag von ihr ist gut und von Kurt Krömer. Heute hat Frau Kuttner einen neuen Job auf dem PayTV Sender Sat1 Comedy, bei dem auch ihr Kollege Nils Ruf gesignt ist. Sie moderiert eine Poetry Slam Sendung. Viel Erfolg dafür.



Top Five der witzigsten Fernsehfrauen:

Freitag, 15. Februar 2008

Funny Valentine

„Elvira, ich liebe Dich, aber du bist es nicht wert“ Max Goldt

Der Amerikaner kommt! Die letzten Wochen waren geprägt von amerikanischen Großereignissen. Den Super Bowl schaue ich mir seit drei Jahren an und ich glaube auch mittlerweile die Regeln verstanden zu haben. Spannend ist es auf jeden Fall. So müssen sich Frauen beim Fußball während der WM gefühlt haben. Man jubelt immer zwei Sekunden versetzt zu dem Rest der Nation. Die hochwertige Werbung zwischen der Super Bowl Ausstrahlung wird in Deutschland ja leider nicht gezeigt. Dafür die Halbzeit Show. Eine Woche Danach kam die Grammy Verleihung. Zwar geschnitten und von Werbung nur so zersetzt, aber die Showacts sind der Hammer. Aretha Franklin, Kanye West mit Daft Punk, Alicia Keys mit Frank Sinatra, Beyonce zusammen auf der Bühne mit Tina Turner und was Beyonce anhatte, das war viel schärfer als der Nippel Gate. John Legend mit Fergie auf der Bühne, es war schon eine gute Show. Ringo Starr hat eine der coolsten Dankesreden gehalten, die ich je gesehen habe. Er geht an das Podium und sagt: „Hello, my name is Ringo“, danach macht er mit beiden Händen das Victory Zeichen und geht einen Schritt zurück. Das Publikum rast. Nächste Woche sind die bestreikten Oscars, und ja, auch dieses Schmierentheater werde ich mir ebenfalls anschauen. And the Oscar goes to...
Gestern war der Valentine´s Day. Stichwort: Blumenindustrie. Wenn man den vergessen hat reagieren die meisten Frauen genau so empfindlich darauf, wie sie immer reagieren wenn etwas vergessen wird. Nur weil Mann sich hin und wieder wie ein Elefant benimmt, heißt es noch lange nicht, dass Mann auch ein Gedächtnis hat wie der älteste Elefant in der tiefsten Serengeti. Wenn Mann aber cool ist, dann kann er auch beruhigt drauf scheißen. Den Kitsch dahinter kann Frau nicht wegargumentieren.
Für jede die vergessen wurde oder jedem, der es vergessen hat oder jedem, dem es egal ist, singt jetzt Funny van Dannen. Geh weg mit deiner Herzscheiße…

Dienstag, 12. Februar 2008

Map of my Head

"i'm sick of feeling my soul
two people who'll never know
just how purposely and empty they grow
because their language confuses
like computers refuse to understand
how i'm feeling today" Muse

Wenn ich Mails beantworten muss, lese ich alles dreimal. Spiele dabei mit Doppeldeutigkeiten, erwähne nur beiläufig in Nebensätzen worum es mir eigentlich geht. Manchmal behandle ich versehentlich Menschen wie Mails. Früher fand ich das viel interessanter als den gängigen Talk Show Slang. Live and indirect in your Face. Heute ziehe es durch, weil sich die meisten dran gewöhnt zu haben scheinen und gerne darüber reden wie was wohl gemeint gewesen sein könnte. Wenn ich telefoniere läuft Musik im Hintergrund. Keine zufällige „immer da“ Musik, sondern bewusst gewählt. Die passende Melodie fürs passende Girl. Wenn da Prince läuft mit „How come you don`t call me anymore“, dann hättest du dich mal wieder melden können und wenn da Norah Jones „I don`t know why I didn`t call“ singt, dann war es mal wieder höchste Zeit für mich.

Ich bekomme nichts unbegründet hin. Für fast alles könnte ich mich sofort rechtfertigen, wenn ich müsste. In Gedanken spiele ich Dialoge und Gegebenheiten durch, um, falls es dazu kommt, ohne eine Pause richtig reagieren zu können. Da steckt dann meist ein langer Gedankengang hinter. Oder ich besinne mich auf etwas, das ich mal gelesen habe. Erlesenes Wissen, aufbereitet und sofort abrufbereit. Mr. Schlagfertig wie Sprühsahne und so. Aus diesem Grunde merke ich mir auch alles was zu mir gesagt wird. Es könnte ja mal etwas Wiederverwertbares dabei sein. Man wundert sich wirklich, wie oft man immer dasselbe hört. Schnell denkt man in Kategorien. Das liegt aber natürlich auch an der Unsicherheit, dass man alles kategorisieren muss. Klar. Ich brauche für alles Gründe, das Bauchgefühl ist mir völlig abhanden gekommen. Ich tröste mich damit, dass es jedem so ergeht. Unbewusst, ein Segen. Wenn mir Leute als Antwort ein selbstverständliches „das ist halt so“ oder ein kindisches „darum“ liefern, dann erkläre ich sie heimlich für unzurechnungsfähig. Wenn ich trinke hört das auf. Früher dachte ich, ich würde unachtsam werden. Heute weiß ich die Scheißegal Haltung zu schätzen.

Selbstverständlich kann ich auch Dinge geschehen lassen, einfach so und dabei trotzdem gewaltig entspannt aus der Wäsche gucken. Es ist nicht so, dass ich jetzt jede Matheformel herleiten müsste, bevor ich sie anwende. Es ist ja kein Zwang, halt nur ein zwischenmenschliches Ding. Tja, so bin ich. Total verunsichert.