Posts mit dem Label Draußen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Draußen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 3. Oktober 2015

Last Man Standing

„Liefer' Euch einfach nur die derbsten Schnacks und leicht zu merken: Heiss wie Kerzenwachs.“ Digger Dance

Ihr seid auf einer WG-Party, steht in der Küche und wart die letzten Monate nicht im Ausland und habt auch nicht vor in den nächsten Wochen ins Ausland zu „gehen“? Bevor man sich über gar nichts unterhalten kann und es womöglich langweilig wird, spielt doch etwas, wo jeder mitreden kann. Das Spiel nennt sich Last Man Standing. Ich erfuhr erst vor kurzem, dass es für die Art von Spiel einen Begriff gibt. Das Spiel kann durch den ganzen Abend gezogen werden. Bedenkzeit bis zum Rausschmiss oder Verlust der Muttersprache, quasi. Bei Last Man Standing geht es darum abwechselnd Unterpunkte zu einem Themenfeld aufzulisten, bis einer keinen Unterpunkt mehr beisteuern kann und kapituliert. Der Verlierer muss sich dann die restlichen Begriffe oder Namen etc. des Gewinners gefallen lassen, falls dieser noch nachlegen kann. Sehr komplex.

Ich hatte bereits im Blog die Kategorie „Sänger/in, dessen Solokarriere erfolgreicher verlief, als die Bandkarriere“.

Weitere Kategorien:
- Hübsche R`n´B Sängerinnen, die im Grunde austauschbar und entsprechend bereits wieder vergessen sind. Da gibt es dutzende. Obergrenze sind Alicia Keys und Beyonce, nach unten ist alles erlaubt. Soul Sängerinnen machen übrigens kein R`n´B.

- Soundtracks, die komplett von einem einzigen Künstler oder einer einzigen Band/Gruppe zum Film beigesteuert wurden. Komponisten wie Elton John oder auch Vangelis zählen nicht.

Wer schummeln möchte: ich haue mal aus dem Kopf(!) folgende Sängerinnen und Soundtracks raus:

R`n´B Damen: Ciara, Tweet, Mia, Amerie, Aaliyah, Cassandra Steen, Keyshia Cole, Kelly Rowland, Rihanna, Ashanti, Faith Evans, Claudette Ortiz, Jennifer Lopez (würde ich gelten lassen), Bintia, Vanessa Mason, Valeszka…

Soundtracks: Eurythmis – 1984, Air – The virgin suicide – A Trip to the Moon, Björk - Dancer in the Dark, Phil Collins – Tarzan, Queen – Flash Gordon – Highlander, Led Zeppelin – The Song remains the Same, The Who – Tommy, The Beatles – Sgt. Pepper´s lonely Hearts Club, Isaac Hayes – Shaft, Bushido – Zeiten ändern disch, Daft Punk – Tron Legacy...

Lasst die Spiele beginnen!

Hashtag Saufpause

Samstag, 25. April 2015

Partnerbörsen

"Ich brauche nur eines auf der Welt, eine schöne Frau mit Geld." Ideal

Ich muss zugeben, wenn die Werbung von diversen Partnerbörsen im Fernsehen läuft, bin ich schon neugierig. Die Frauen, die da einem vom Plakat oder über ihren Laptop hinweg anlächeln, sehen natürlich alle fantastisch aus und scheinen solvent und unabhängig zu sein. Das wird nicht der Realität entsprechen, ist mir klar, dennoch, wie groß kann das Gefälle schon sein?
Parship wirbt damit, dass sich bei denen alle elf Minuten ein Single verliebt. Ich verliebe mich alle elf Sekunden, wenn es das Ambiente hergibt. Was das angeht, kann das Internet nicht mit einem sonnigen Tag in der Innenstadt mithalten.

Eine Freundin hatte mal die tolle Idee einen Blog ins Leben zu rufen, in dem es genau darum geht. Verabredungen, Flirts und anderer zwischenmenschlicher Kram, rangeschafft über Singlebörsen. Das Erlebte wäre dann von uns verwurstet worden. Sie hätte den weiblichen Part und ich den ganzen Rest übernommen.
Ist Elite wirklich Elite, wenn man bei Schulabschluss Hauptschule angeben kann? Wie realistisch ist mein Wunsch nach einer schönen Frau mit Geld, die mich aushält? Trifft man wirklich auf Menschen, die man sonst nicht getroffen hätte? Ist es eigentlich okay, wenn man dem Nachwuchs erzählt, man hätte sich über eine Singlebörse kennengelernt oder zitiert man besser aus einem Nicholas Sparks Buch?
Spannend, leider ist das „Projekt“ gescheitert. So neugierig war ich dann doch nicht, als dass ich pro Account ungefähr 50 Euro im Monat gezahlt hätte. Frauen zahlen übrigens nichts. Das hat wenigstens den Vorteil, dass man dort auch auf Frauen trifft, die es eigentlich nicht nötig hätten sich auf Verabredungen aus dem Internet einzulassen. Aber wenn es kostenlos ist, egal!

Die Erfolgsquote der marktführenden Singlebörsen schien zwei Mädchen aus Berlin nicht hoch genug gewesen zu sein. Sie gründeten, bestimmt in einem Café, die Internetseite im Gegenteil. Dort werden mittels gestellten Hochglanzfotos und einem pubertären Mädchen-Text Hipster an den Mann und die Frau gebracht. Die Profiltexte sind so schwachsinnig und triefen vor Ironie, dass ich keinen der dort vorgestellten Menschen ernst nehmen kann. Zudem scheinen alle in der selben, spartanisch eingerichteten Wohnung zu residieren. Die Texte eignen sich allerdings super, um im Freundeskreis laut vorgelesen zu werden. Alle Anwesenden fühlen sich sofort viel besser und im Vergleich zu ihren Altersgenossen super platziert.

Was ich den Machern zugutehalten muss, sie wissen wer ihre Zielgruppe ist.
Also, wer sich fragt: Karriere oder nach Berlin ziehen? Sich als Nike-Mensch bezeichnen kann, Klampfe spielt, Hihi sagt anstatt zu lachen und auch sonst der total nachdenkliche Typ ist, hier bist du richtig.

Montag, 5. Januar 2015

Back in the days

Die erwähnten Monate Januar und Februar gehören zu dem Jahr 2010, genauer zu einem Jahresrückblick, der nie veröffentlicht wurde. Wie so vieles. Fünf Jahre später ist eine gute Reifezeit. Alleine schon um zu sehen was sich geändert hat, bzw. noch besser geworden ist. Vorsicht: privater Content!

Januar 2010

Geschlafen hatte ich kaum, als ich die spartanisch dekorierte Doppelgarage verließ. Irgendwo unter einem Spannbezug lagen noch Reste von Martin und Mo, die anderen Verbliebenen erkannte ich nicht in ihren Verkleidungen. Zum Tschüß sagen reichte es aber noch. Ich aß die Reste vom Buffet, das iPhone hing am Ladegerät. Die Silvester Party mit dem Motto 70er, zu der ich spontan mitgenommen wurde, war eher überschaubar und so gar nicht groovy. Das Gute, es fand in Eystrup statt. Eystrup hat nicht viel zu bieten, außer einem Bahnhof, der schnellste Weg hier raus. Das iPhone zeigte mir den Weg durch die weiße Landschaft, die Straßenverläufe nur erahnen ließ. Selten war ich kaputter in ein Jahr gestartet. Wenigstens fuhren die Züge am Neujahr regelmäßig.

Die Abmachung Lüder in Barcelona zu besuchen, bevor dieser seine Reise in die USA antrat, wurde mit der Buchung der Flugtickets besiegelt. Ein guter Anlass sich endlich einen sogenannten Weekender zu kaufen. Eine lederne Tragetasche mit Handgepäckmaße und viel Stil. Die Reise war ebenfalls ein guter Anlass meine ersteigerte Canon Eos 500d auszuprobieren. Ach ja, und Lüder natürlich.
Es sollte mein erster Flug werden, obwohl Fliegen so günstig geworden ist, dass ich Models, die mit ihren Rollköfferchen am Bahngleis auf den Zug warten, nicht ernst nehmen kann.Vor kurzem erst gesehen.
Fliegen löst in mir Unbehagen aus. Ich möchte nicht von einer massiven Flugangst sprechen, es ist eher der Gedanke die Kontrolle, sein Leben und den neu erworbenen Weekender in die Hände eines vermutlich übermüdeten Piloten zu legen. Wo sollte denn auch so plötzlich das Vertrauen in den Menschen herkommen?

Mit mir flog Linus. Christoph war bei unserer Ankunft bereits Vorort. Wir hausten zu viert in Lüders Junggesellenbude. Zum Glück kam während der Zeit keine angestrengte Touristenhaltung auf. Ich interessierte mich nur nebensächlich für die Geschichte und gar nicht für die Menschen dieser Stadt. Wenn Lüder etwas zu den Auffälligkeiten der Stadt erwähnen wollte, dann tat er das und wenn nicht, dann konnte man sich gut selbst ein Bild machen. Im Grunde tranken wir die ganze Zeit und spielten Karten oder Fifa auf der Xbox 360. Mehr aus einer Geste heraus aßen wir am angrenzenden Meer einen fragilen Borito, ärgerten uns etwas über die ausbleibenden Senioritas, trotz 19°C, streiften durch die Touristen Bars, gingen zum Spar Markt, tranken wieder und spielten Karten. Alles easy und entspannt. Nicht deutsche Städte haben ja grundsätzlich einen Sympathievorsprung, so auch Barcelona. Aber hier leben, nein danke. Der Einblick hat mir gut gefallen und ich denke auch das richtig eingeschätzt zu haben.

Zum zweiten Mal in meinem Leben habe ich den großen FC Bayern live im Stadion gesehen. Das erste Mal zählt nicht, da war ich zehn Jahre oder so alt. Hardcore "Fans" werden mir vehement widersprechen, aber ich weiß wirklich nichts mehr vom Spiel, was soll ich da behaupten? ich hätte bereits mit zehn Jahren die Bayern spielen sehen? Ribery und Robben kamen nach Bremen. Das Spiel endete 2:3 für die Bayern und mit ein paar blauen Flecken für mich.

Ich meldete mich bei Twitter und im Fitnessstudio an. Ersteres habe ich direkt wieder aufgegeben, bei der Fitness bin ich geblieben. Das Ziel lautete abnehmen und Kondition pumpen. Mein geschundener Rücken sollte den Belastungen Bürojob und dritte Kreisklasse standhalten. Der Wechsel zu einem neuen Fußballverein und der damit verbundene Versuch auf dem Rasen wieder eine gute Figur abzugeben, war die Triebfeder.

Februar 2010

Ein Abnehmcontest unter Bloggern animierte mich zusätzlich. Ständige Rücksprache mit erfahrenen, sportlichen Menschen, ließ mich mein Abnehmmanifest formulieren. Ich hatte mir sprichwörtlich die Butter vom Brot nehmen lassen. Es sollte eine dauerhafte Lösung her, ein Umdenken.

Die Nachrichten vermeldeten einen Rekordwinter. Seit dreißig Jahren war es nicht mehr so anhaltend kalt. Matsch auf den Straßen, Sand als Streusalzersatz, weißer Winter war in meinen Erinnerungen etwas anderes. Das ist doch kein Winter. Winter ist in Russland, kommentierte Sönke das Wetter. Hin und wieder ertappte ich mich dabei, wie ich ein Gespräch auf Barcelona lenkte, dabei die Tappas oder den Thunfisch erwähnte. Selbst wenn wir uns über etwas wichtiges wie resignierte Jugendliche lustig machten, setzte ich mit meinen Auslandserfahrungen noch einen drauf. Ganz schlechte Eigenschaft. Es störte zum Glück niemanden.

Die ersten Partys und Geburtstage standen an. Würde ich jede Einladung zum "in Gesellschaft betrunken sein" annehmen, wäre ich jedes Wochenende in Gesellschaft. Und betrunken. Wir versuchten es mit einem Spieleabend in der alten Jägerhütte am Strand. So richtig bekamen wir es nicht hin. Das Regelwerk wurde in Laufe des Abends zu kompliziert, gerade das vermeidlich simple Spiel Jenga und selbstgebrannter Schnaps vertragen sich nicht gut. Wir schossen Silvesterraketen in die Luft, freuten uns kurz und gingen nach Hause. Es war sehr kalt.

Element of Crime spielten in Bremen. Bereits letztes Jahr habe ich damit begonnen alleine auf Konzerte zu gehen. Das ständige Anfragen, ob jemand, der denselben Musikgeschmack teilt, es mit mir ein paar Stunden aushält, dazu in der Woche nach Bremen kommen möchte und das alles unter Zeitdruck, hat schnell etwas von Verzweiflung. Das Konzert war großartig. Zwischen den ganzen pathetischen Liedern, schrieb ich eine SMS. Ich hatte irgendwann mal ihre Nummer bekommen, für den Notfall, falls ich ihrer Wegbeschreibung nicht hätte folgen können. Ironischerweise lag sie damals schon mit ihrer Einschätzung meines Orientierungssinnes richtig. Ich bin immer da, wo du nie bist. Ungefähr so lautete der Inhalt meiner, mit wenig Rückrad versendeten, SMS.

Thilo lud mich nach Hamburg ein. Das am Weihnachtsabend geplante Treffen mit Thomas und ihm war am Klausurenstress gescheitert. Studentenausrede Nummer zwei. Studentenausrede Nummer eins ist das Konto. Stellvertretend schauten Katrin, Thilo und ich uns das Theaterstück zu Sven Regeners Herr Lehmann an. Eine sehr gelungene Umsetzung. Das Stück entwickelt gegenüber dem Buch seine ganz eigene Dynamik. Das kann man zwar immer behaupten, aber in diesem Fall stimmte es.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Persönlicher Jahresrückblick 2014... in Stichworten

Arbeit
Nach einem ziemlichen Reinfall, Karrierebedingt, bin ich mittlerweile in Hannover angekommen.

Buch
Sven Regener – Magic Mystical Tour
Linus Volkmann – Lies die Biber
Charles Bukowski – Das Liebesleben der Hyäne
Christoph Schlingensief - Ich weiß, ich war´s
Rocko Schamoni - Fünf Löcher im Himmel
Heinz Strunk - Das Strunk Prinzip

Empfehlungen
Rocket Beans TV – Kino+
Attack on Titan

Frohe Kunde
Vereinswechsel
Brügge gesehen und überlebt
SKY Kunde
Gesund
Weltmeister

Gescheitert
SVSB
Wandern
DRL
CL Halbfinale
Bandscheibe

Kino
Guardians of the Galaxy

Interstellar

zählbare Erfolge
Dark Souls durchgespielt
Weltmeister
Einen Monat Vegan

Konzerte
Olli Banjo - Dynamit
Torfrock
Blumfeld - L´Etat et moi
Helge Schneider - Pretty Joe & die Dorfschönheiten
Symfonieorkest Vlaanderen - Star Wars
Jens Friebe - Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus
Funny van Dannen - Geile Welt

Lesungen
Sven Regener – Magic Mystery Tour
Martin Sonneborn - Krawall und Satire
Katrin Bauerfeind - Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag
Frank Goosen - Heimat, Fußball, Rockmusik
Rocko Schamoni - Fünf Löcher im Himmel
Create.FM - Zombies in Linden

Liebe
In der Schwebe des Lebendigen

Musik
Lia Ices - Ices (2014)
Jurassic 5 - The way we do it (2014)
Jack White - Lazaretto (2014)
Philip Selway - Weatherhouse (2014)
Lorde - Pure Heroin (2013)
Django Django - Django Django (2012)

Städte
Brügge
Hamburg

Theater
Fenster zur Stadt - Im Schatten des Mondes
Theater an der Gloscksee - Neuland
Pavillion - Alfons - Wiedersehen macht Freunde 

Tore
Einen Elfmeter verwandelt

Urlaub
Vier Tage Brügge

Verluste
Adidas Trainingsjacke

Wohnung
Die dritte Wohnungsbesichtigung wurde erfolgreich abgeschlossen. Keine Provision, Einbauküche vorhanden. Top Lage, Lage, Lage

Montag, 13. Oktober 2014

Abstinenz und Veganer Tagebuch

"Meine Definition von Glück?
Keine Termine und leicht einen sitzen." Harald Juhnke

Ab heute beginnen die zwei alkoholfreien Monate für mich. Das Datum ist, wie jedes Jahr, strategisch geschickt gelegt. Wenig los, keine „magic moments“ wie eine Weltmeisterschaft und die meisten Geburtstage fanden bereits im August und September statt. Bedeutet, ich bin ab sofort für „Spieleabende“ zu haben. Aber nichts mit Risiko, Siedler, Monopoly, Hotel oder sonstigen Spielen, bei denen man schon vor eigentlichem Spielbeginn weiß wer gewinnen wird. Ich bin eher der Doppelkopf oder Poker und Gewinner Typ.

Ich hoffe ja, dass sich wenigstens ein paar wenige an die letzten beiden Jahre erinnern können und ihr Unverständnis für sich behalten, mich einfach in die Freak-Ecke stellen und gut ist. Einmal Kommentarlos nüchtern bleiben dürfen, das wäre doch mal was. Zum Fahrer werde ich trotzdem nicht! Das sage ich gleich. Vermutlich vermeide ich den Besuch von Partys und Feten von vornherein und endlich mal konsequent. Ich kann mich jedenfalls noch gut an die letzten beiden Jahre erinnern. Ein Graus. Soviel zu 2012 und 2013.

Da Einschränkungen sich als guten Ansatz zum Abnehmen herausgestellt haben, lege ich auch gleich meinen veganen Monat in diese Zeit. Ab heute beginnt in einem extra Blog, und parallel in meinem Leben, das Veganer Tagebuch. Hier der Link. Tjoa, ansonsten kann es eigentlich nur ein riesiger Spaß werden.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Brügge Teil 1 - Anreise

"Noch scheisse lang, fast zwei Stunden! 
und wenn ich irgendwas hier liegen lass', 
ist das verschwunden." Dendemann

Mit dem ICE dauert es brutto sechseinhalb Stunden von Hannover bis nach Brügge. Zweimal muss ich umsteigen. Das Reisen mit dem Zug hat für mich nur Vorteile. Preislich komme ich laut Fahrkostenrechner APP gut weg. Die ganzen Umstände, die mit dem Autofahren verbunden sind, wurden von dem Programm nicht mit einkalkuliert. Parkplatzsuche, Pinkelpausen, Stau, etc. Bei der Bahn ist der große Faktor X die Pünktlichkeit, obwohl man sich eigentlich darauf verlassen kann, dass es zu Verspätungen kommen wird. Bei meinem ICE hat sich direkt die Abfahrt um 50 Minuten verzögert. Der Anschluss in Köln wird nicht mehr erreicht. Allgemeines Entsetzen.

Im ICE ist es sehr bequem. Ich habe einen Fensterplatz ganz für mich, also ohne Nachbarn, dafür mit ordentlicher Beinfreiheit. Die Steckdose muss ich mir demzufolge mit niemand teilen. Das ist ein wichtiger Punkt, da der Akku meines rückstandigen iPhone 4 bei voller Auslastung ungefähr drei Stunden hält. Während alle anderen im Abteil Anzug tragen und den Laptop rausholen, höre ich mir einen Podcast über den Sport in den 80er Jahren an. Zumindest bis der Schaffner oder „Kundenbetreuer im Nahverkehr“ kommt. Ich sitze in der ersten Klasse, meine Reservierung sei aber für die zweite Klasse. Soso. Wagen 36, Sitz 32… stimmt doch, entgegne ich dem Zugbegleiter. Stimmte auch soweit, nur steht auf meiner Reservierung Wagen 32, Sitz 36. Ich trotte also zurück in die hinteren Abteile zu den einfachen Leuten, mir eine Steckdose teilen. Den Blicken der Laptop Manager zufolge, hätte man mich am liebsten gleich aus dem Zug entfernt.

Erfreulicherweise blieb mir eine weitere Sitzplatzdebatte erspart. Normalerweise drängelt sich irgendein linksliberaler Freund auf den ersten freien Platz und besetzt ihn solange, bis er unter Androhung von Schlägen weggejagt wird. Das Problem dabei ist, wir Sitzplatzreservierer sind alles Feiglinge.
Als ich mir am Informationsschalter der DB die Zugkarten kaufte, war mir das Versprechen von freizugänglichen WLAN bereits suspekt. Niemals wird das auf Anhieb klappen. Und so kommt es dann auch. Das beteuerte WLAN wird mir zwar angezeigt, aber die Verbindung will nicht aufgebaut werden. Die Startseite der Telekom ist schön übersichtlich, viel kann ich da nicht falsch machen. Der bereitgestellte Button mit der Aufschrift: „Ins Internet starten“, verweist auf einen undefinierbaren Fehler. Das überrascht mich nicht, aber ich könnte schwören, in der ersten Klasse hat es noch funktioniert.

Dank der Verspätung musste ich in Köln mein Ticket auf den Thalys umschreiben lassen. Bis auf die Tatsache, dass ich eine Nummer hätte ziehen müssen, läuft alles reibungslos ab. Die bei Thalys sind die Verspätungen der Deutschen Bahn gewohnt. Ich setze mich einfach an den ersten freien Schalter. Auf die Frage welche Nummer ich hätte, lese ich die Zahl vor, die gerade auf dem Display steht. Funktioniert. Im Thalys war es schon unbequemer, vor allem, weil niemand der Reisenden den Belgiern vertraute. Ständig musste ich deutschen Passagieren bestätigen, dass der Zug unteranderem in Aachen halten wird. Zum Glück kam es dann auch so.
Brüssel ist, vom Zug aus betrachtet, ziemlich hässlich. Und hier wird also darüber abgestimmt, worüber in Zukunft abgestimmt wird?! Falls ich Martin Sonneborn richtig verstanden habe, passiert in der europäischen Union nichts bedeutsameres und was macht eigentlich die NATO? Von Brüssel aus dauert es mit dem IC keine Stunde bis man in Brügge ist. Es stehen vielleicht eine Handvoll Menschen am Bahnsteig. Ich habe mit einem größeren Ansturm gerechnet. Eine junge Dame im Hosenanzug steigt vor mir ein, setzt sich ans Fenster und klappt sofort die Armlehne ihres leeren Nachbarplatzes hinunter. Verstehe. Auf dem Weg nach Brügge geschieht nicht viel. Ein paar Häuschen, zu wenige für eine Siedlung, Wiesen, Strommasten, Wald, Schafe und plötzlich heißt es Welkom bij Brugge, Bienvenue à Bruges, Welcome to Bruges.

Sonntag, 28. September 2014

Brügge sehen... und sterben?


"Brügge is n scheiß Kaff."
"Brügge is kein scheiß Kaff."
"Brügge is n scheiß Kaff."
"Wir sind gerade erst aus dem scheiß Zug gestiegen! Könnten wir die Beurteilung von Brügge zurückstellen, bis wir den beschissenen Ort gesehen haben?" 
aus dem Film: Brügge sehen... und sterben?

Morgen geht es nach Brügge. Überraschung! Den Besuch der Kulturhauptstadt Europas erwäge ich schon seit Jahren. Die Ernennung des Stadtkerns zum Weltkulturerbe im Jahr 2000 ließ mich damals aufhorchen. Die Stadt ist mittelalterlichen Ursprungs, was viel Atmosphäre verspricht. Man soll dort von Geschichte umgeben sein und die frühere Mitgliedschaft der Hanse wird nicht nur durch das schlechte Wetter bestätigt. Mich erreicht ein historisch gewachsenes Städtebild eher als die grotesken Skylines moderner Metropolen. Erstmal egal was Filme und Serien für Eindrücke hinterließen.
„Der Einsturz zweier hässlicher und sehr verzichtbarer Türme hat nur nationalfolkloristische Bedeutung. Für mich wird der 11. September 2001 bleiben als die Geburtsstunde der bemannten fliegenden Architekturkritik. Das Ingenieurbüro bin Laden & Erben könnte weiterhin viel zur Verschönerung der Welt beitragen. Gegen blind und taube Hirne/ hilft recht gut die Abrißbirne. Um es präsidial zu sagen: auch und gerade in Deutschland." Um endlich mal wieder Wiglaf Droste zu zitieren.

Die Reise beginnt in Hannover, von hier geht es mit dem ICE über Köln, Brüssel und von dort aus mit der Regionalbahn nach Brügge. Vorort steige ich für drei Nächte in ein kleines Hotel ab, in Nähe des Marktplatzes. Von dort aus wird umher strawanzt. Ich habe mich in Blogs über mein Reiseziel informiert gelesen. Mehr zur Einstimmung als aus Interesse an deren Meinung. Leider haben in den Blogs ausschließlich junge Modemädels über Brügge berichtet. Ihre Eindrücke kamen unweigerlich sehr geschminkt rüber. Entweder schreiben sie aus Prinzip nur die positiven Aspekte in ihren „Reisebericht“ oder es ist wirklich ALLES überall anders total schön und nett und schön. Einzig das Wetter, für das niemand etwas kann, muss Kritik einstecken.

Ich werde ebenfalls etwas über Brügge zum Besten geben. Überraschung! Irgendwann. Soviel vorweg, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! AMAZING. Der Picture my Day #16 fällt auf den 1. Oktober, was natürlich sehr praktisch ist. Hoffentlich denke ich dran.

Die Lösung des Bilderrätsels lautete übrigens: Brügge (Brücke, Bild 1) sehen (Bild 2) und (Bild 3) sterben? (Bild 4) 
Wie der gleichnamige Film von Martin McDonagh. Gaffbefehl!

Freitag, 26. September 2014

Bilderrätsel

"Tipp: Die Lösung des Rätsels wird viel einfacher, wenn Sie das, was Sie sehen, möglichst undeutlich aussprechen. Versuchen Sie es zunächst einmal allein für sich. Wenn Sie an Sicherheit gewonnen haben, können Sie Ihre Freunde damit beeindrucken." Harald Schmidt 





Es ist schwierig, zugegeben. Die Auflösung gibt es Sonntag! 

Großer Tipp: Filmtitel

Samstag, 25. Januar 2014

Rentnerglück

"When I step up in the place
ay yo I step correct
Woo-Hah
got you all in check"
Busta Rhymes

Unsere Generation, also meine Generation, ich weiß ja nicht wer sich hier angesprochen fühlt, also sagen wir, oder ich sage das einfach mal selber, diejenigen, die in den 80ern geboren wurden, die kriegen ja keine Rente mehr! Das liegt zum einen daran, dass die Kinder mit minderwertigen Zeichentrick Serien aufwachsen, zum anderen liegt es an der Wirtschaft und daran, dass sich niemand mehr mit seinem Schicksal abfinden will und einfach immer weitermacht. Da kann man die Grünphasen der Fußgängerampeln noch so kurz halten, die Rentner werden immer mehr. Viele Grundschullehrer schulen bereits auf Altenpfleger um. Dahin wandert der Markt. Ihr merkt, mit der Wirtschaft kenne ich mich nicht aus, aber wenn man den Ossi bereits 25 Jahre mit durchziehen muss, dann wird auch in Zukunft nichts für die Rente übrig bleiben.Oder wie oder was oder was ist?

Mir ist das eh alles scheiß egal. Diese Sorge um die Rente, du musst gut verdienen, denk doch mal an später und weißte noch früher? Da war alles besser, selbst die Zukunft und so weiter. Davon lasse ich mir doch nicht die Freude auf das gehobene Alter versauen. 
Die Rentner, mit denen ich in Kontakt komme, sind so sehr von ihrer jahrelangen Knechte beansprucht worden, die wissen gar nichts mit ihrer vielen Freizeit anzufangen. Menschen um die 60 sind tickende Zeitbomben. Die können sich zum langen Feierabend des Lebens hin in einem gewaltigen Anfall von Aktionismus entladen. Denen fällt plötzlich auf, dass das Haus eine leichte Schräglage aufweist oder dass sich ein Helikopterlandeplatz im Garten ganz gut machen würde, alleine schon für den Notfall.

Das Rentnerehepaar, das bei mir unten im Haus wohnt, lebt stattdessen ihr Pflichtbewußtsein gegenüber Recht und Ordnung aus. Das ist wohl gemeint, wenn die Polizei von "aufmerksamen Nachbarn" spricht. Falls bei uns einer in das Haus einbricht, bekommt die Polizei mit Sicherheit ein sehr detailliertes Bild des Ablaufes beschrieben, mit Uhrzeit und einer Begründung weshalb man ausgerechnet zu dieser Uhrzeit am Fenster „vorbeikam“. Die Täterbeschreibung würde weniger detailiert ausfallen - Ein jungendlicher Lausejunge war das, mit einem unmöglichem Haarschnitt, nicht gegrüßt, ach, gar nichts hat der!

Wenn ich auf den Hof einrolle, schauen die Rentner zu erst auf die Uhr! An der Haustür werde ich dann abgefangen und nach der sozialen Lage befragt, woraufhin natürlich direkt ein TäterCharakterprofil erstellt wird.

„Wissen Sie, wem das Auto gehört?“
„Nein.“
„Da ist seit gestern der TÜV abgelaufen, das darf gar nicht mehr an der Straße stehen, wenn da was passiert! Sie kommen in Deubels Köke.“
„Ich weiß wirklich nicht wem das Auto gehört. Zudem glaube ich, dass es egal ist, ob das Auto TÜV hat oder nicht.“
„Aber Sie waren das doch, der letztens hier so auf dem Hof geparkt hat?!“
„Nee, aber ich habe das Auto auch gesehen. Falls Sie das beruhigt.“
„Ich kam da gerade so durch mit meiner Gehhilfe.“
„Ja, das stand wirklich etwas ungünstig, da muss man dann etwas langsamer dran vorbei, dann geht das schon.“
„Unmöglich ist so was.“
Usw.

"So was" kommt dabei raus, wenn man vor dem Ruhestand wichtige Dinge vernachlässigt hat. Hobbys und Interessen zum Beispiel. Und damit meine ich keine generierten Modeerscheinungen, sondern etwas, das vorwiegend nach innen funktioniert, auf das man zurückgreifen kann, falls die Rente letztendlich das ganz große Angeber-Facebook-Profil nun tatsächlich nicht hergeben sollte. Mit sich selbst gut auszukommen ist nicht so schwierig und dem Frieden kann man ruhig mal trauen. Außerdem wird es doch möglich sein, die eine oder andere Leidenschaft bis ins hohe Alter aufrecht zu erhalten. Und einige Freunde sind hoffentlich ebenfalls noch da. Auch mal an später denken. Jetzt schon. Liebe Sparkasse.

Natürlich gibt es unter den Rentnern welche, die es richtig machen. Oder gemacht haben. Vor dem Ruhestand. Ich saß letztens im Zug, im richtigen nebenbei bemerkt, auf diese logistische Meisterleistung komme ich irgendwann mal zurück, jedenfalls setzte ich mich auf den ersten freien Sitzplatz, neben einer alten Dame. Ich bin allgemein versucht nicht zu fragen, ob dieser Platz noch frei ist, sieht man ja, aber viele fühlen sich bestohlen und/oder bedrängt, wenn man nicht korrekt nachfragt, deshalb frage ich halt trotzdem. Die Bahn ist schließlich für viele alterslose Menschen, die es sich vorgenommen haben irgendwann in ihrem wohlverdienten Ruhestand ein überdimensioniertes, rotes Leinentuch von ihrem abbezahlten Boot runterzuzerren, ein „Arbeitsplatz“. 
Bei der alten Dame brauchte ich nicht zu fragen ob der Platz noch frei sei, die hatte sofort geschnallt, dass jemand, der gerade eingestiegen ist, am liebsten sitzen möchte, besonders dann, wenn derjenige 15 Minuten auf den verspäteten Zug warten musste. Ich setzte mir Kopfhörer auf und holte das Buch aus dem Rucksack. Möglichst so, dass die Dame auf dem Fensterplatz nicht den Titel erkennen oder mir ins Buch luschern konnte. So interessant sind das Buch oder ich nicht, dass irgendwer eine Diskussion diesbezüglich anstrengen würde, dennoch habe ich eine Heidenangst mich irgendwann mal für die Zeilen von Charles Bukowskis rechtfertigen zu müssen. Ich verließ mich darauf, dass die Omi davon ausging, ich sei ein Techno hörender, in der Woche latentaggressiver Nichtsnutz, der sich durch die fünf Seiten einer Paul Kalkbrenner Biografie quält. Der Zug Stand und ich hatte meine Ruhe.

Nach drei Liedern stupste mich die Omi an. Ich schaute hoch, schob die rechte Muschel des Kopfhörers beiseite und musste direkt grinsen. Die alte Dame klatschte in die Hände und meinte: „Es geht endlich los. Wir fahren! Was die Bahn immer für Anstalten macht!?“
Ich versuchte einen Witz: „Ich verstehe nicht, wieso die Bahn überhaupt noch Minutenzeiger auf ihren Uhren hat, der Stundenzeiger würde doch völlig ausreichen.“
Die Dame stimmte mir zu und freute sich in mir einen Verbündeten gefunden zu haben.
„Warum musste ich nur an so einen Blödmann wie dich geraten? Weil du nicht wählerisch bist.“, las ich gerade bei Bukowski, da stupste mich die Dame wieder an.
 „Der junge Mann von schräg gegenüber redet seit Hannover in einer Tour durch und ich dachte,  Mädchen würden viel tratschen.“ Schräg gegenüber saßen drei Jugendliche und tranken Jever und Pepsi Cola. Drei sind eine Party, dachte ich. Der eine mit dem Hurricane 2011 Pullover tratschte tatsächlich in eins durch. Wir lauschten etwas dem Monolog, dann wurde es mir zu peinlich, also zu persönlich, ich grinste rüber und schüttelte den Kopf, die Dame lachte und schüttelte ebenfalls den Kopf. In Neustadt verabschiedete sie sich, wünschte mir eine gute Weiterfahrt und verließ trotz Verspätung gut gelaunt den Zug. Die konnte dem Ganzen und vermutlich auch dem großen Ganzen mehr abgewinnen als ich, genau das meinte ich weiter oben.
Zudem ist es schön zu wissen, dass wirklich was rüberkommen kann, nachdem man angestupst wurde.

Montag, 30. Dezember 2013

Arm aber vegan

„Und was ist mit Kohlrouladen, so als Kompromiss?“ Rüdiger Hoffmann

Da alles weitermacht, stehen für 2014 einige Dinge auf meiner Agenda. Mitte Januar, wenn die Reste von Weihnachten weggemampft sind, will ich einen Monat vegan leben. Mir geht es dabei nicht um den ökologischen Gedanken, wobei ich gar nicht weiß, wie der genau ausschaut. Repräsentativ dahinter zu stehen, bedeutet häufig Nichtveganern seinen Protestgedanken vorzuhalten, ohne erhobenen Zeigefinger geht es scheinbar nicht.
In erster Linie geht es mir dabei um mich. Wenn jemand auf der Straße einem Reh ausweicht und gegen einen Baum fährt, dann mache ich mir weiterhin mehr Sorgen um den Fahrer als um das Reh, den Baum oder das Auto. Sorry.

Wie die Welt funktioniert, ist kein Geheimnis, nur unheimlich kompliziert.
Um durch das Labyrinth der Lebensmittelindustrie, bestehend aus nationalen, wie internationalen Gesetzen und Abkommen und dessen Missachtung, Umwelteinflüssen, gesteuerten Konsumverhalten, Verschwörungstheorien und hetzerischen Dokumentationen, durchzusteigen, hilft der gesunde Menschenverstand nicht viel. Tierische Produkte landen bekanntlich nicht nur im Essen. Selbst ein unbedenkliches Produkt wird von Leuten hergestellt, die Fleisch essen. Besser mal nicht drüber nachdenken. Die Grenze muss man für sich selbst auspegeln und eine weitere Perspektive ist der Verzicht auf tierische Produkte in Lebensmitteln. Das soll für einen Monat die Intention sein. Also die Seife bleibt weiterhin die gleiche und meine Sammlung von seltenen Kleidungsstücken, bestehend aus vom Aussterben bedrohter Tierarten, behalte ich ebenfalls bei.

Viel halte ich nicht vom Veganertum. Dass die Essgewohnheiten der westlichen Welt nichts mehr mit einem natürlichen Kreislauf zu tun haben, ist klar. Aber sich vollkommen aus dem System auszuklinken, halte ich ebenfalls für Quatsch und mit jener Konsequenz für unmöglich. Dazu kommt dieser militante Unterton der Veganer. In ihren Geschichten geht es ständig darum sich für das hilflose Tier aufzuopfern, selten geht es in der Sache um die eigene Gesundheit und auf gar keinen Fall um das eigene Ego. Dabei wissen wir doch alle, geht es dem Veganer nur um das eigene Ego. Ob der Verzicht den Veganer zu einem besseren, im Sinne von überlegenden, Menschen macht, lasse ich mal dahin gestellt. Auf jeden Fall sollte der Verzicht auf tierische Produkte dich nicht aggressiv und intolerant werden lassen. Falls mich mein Eindruck dermaßen täuschen sollte, entschuldige ich mich und empfehle dem Veganer ein Schweigegelübde gleich noch obendrauf zu setzen.

Damit ich mich nicht wie ein schlechter Ladendieb minutenlang vor den Regalen aufhalte oder grundsätzlich alles ablehne, will ich mich informieren.
Ich habe keine Ahnung von den neuen Möglichkeiten. Das Gewissen warnt einen ja leider nicht vor dem Verzerr: „Kekse, igitt! Wie kann man nur Kekse essen? da ist Ei drin! Ei! Wie das schon aussieht und dieser Gestank.“
So läuft das nun mal nicht. Deshalb halte ich mich schon an die Regeln.
Das wird schwierig. Noch nicht einmal Hack ist erlaubt! Und teuer wird es werden. Die Preise rechtfertigt die naiv romantische Vorstellung von weiten Feldern, in denen mittendrin der Bilderbuchbiobauernhof (geschenkt, Inka Bause) uns an seinem autarken Leben teilhaben lässt, auch nicht.

Freitag, 22. November 2013

Der Bierbaron von Münchhausen




"Auf den Alkohol, dem Ursprung und der Lösung sämtlicher Lebensprobleme" Homer Simpsons


Die Zeit der Enthaltsamkeit ist vorüber. Fast zwei Monate habe ich auf Alkohol verzichtet. Was das sollte? Hier! Das klingt wie eine enorme Anstrengung, aber im Grunde sagt man einfach nur „nein Danke“, erklärt sich darauf hin mehrmals und verabschiedet sich wenige Minuten später. Ich habe nüchtern zwei Partys mitgemacht. Wenn neben dem Suff auch noch die Musik wegfällt, weil der DJ meint an alle denken zu müssen, also gar nicht denken zu müssen, dann wird es sehr hart bis unerträglich. Die Besoffenen sprachen mich aufgrund meiner leeren Hände an, entweder voller Verständnis oder voller Verachtung, jedenfalls immer viel zu nahe an meinem Ohr. Ich mache deshalb niemand einen Vorwurf, außer dem DJ vielleicht. Im laufe so eines abends, manövrierte ich mich eigenständig ins Abseits. Am Rande des Tresens, der Tanzfläche, der Gesellschaft.
Trank ich alkoholfreies Weizen, kam grundsätzlich jemand an und rief: AHA! Nach einer kurzen Erklärung wollte der Ungläubige natürlich probieren, nippte und sagte daraufhin: na gut! Alkholfreies Weizen mittels „mal dran nippen“ von Weizenbier zu unterscheiden, so was kann nur ein waschechter Fachmann. Lange hielt ich es auf beiden Veranstaltungen nicht aus und mich erinnern, wann ich das letzte Mal so viel eher als alle anderen gefahren bin, konnte ich mich ebenfalls nicht. Nüchtern bekommt man viel zu sehr mit, dass niemand aus der Menge wirklich heraus sticht. Partymatsch. Irgendwie traurig.

Mehrmals wurde ich auf mein körperliches Befinden angesprochen, mindestens doppelt so oft auf mein geistiges. Besonders kluge Leute fragten mich, was das denn bringen solle. Gar nichts bringt das nämlich, lieferten sie die Antwort gleich mit. Halt besonders kluge Leute. Der kleinste Aufstand gegenüber des dörflichen Bierkults wird direkt im Keim erstickt. Dabei wollte ich die Trinkgewohnheiten nie in Frage stellen, das hätte mir sowieso keiner geglaubt. Dennoch waren viele misstrauisch. Da ich keine Wette verloren hatte, verdichtete sich der Grund für meine Saufpause auf eine Manie oder reinen Spott.
Meine Argumente taugten leider überhaupt nicht als Gegenargumente. Gesundheit, Disziplin, mehr Zeit und Geld hatten allesamt keine Chance gegen: aber der Spaß! Der Spaß!!

Abgenommen habe ich leider nur wenig, etwas mehr als drei Kilo. Hauptgrund ist, dass der Körper im Schlaf anstatt Alkohol abzubauen, sich um das Fett kümmern kann. Das Ergebnis wäre besser ausgefallen, wenn ich nicht mit Alternativgetränken experimentiert hätte. Vitamalz (+), isotonisches Apfelbier (-), literweise Cola und fast wäre ich auf Ananassaft hängen geblieben.
Außerdem war das Timing etwas unglücklich. Verletzungsbedingt konnte ich während der Saufpause kein Fußball spielen. Die Samstage hätte ich ohne ein schlechtes Gewissen am nächsten Tag besser nutzen können und zuschauen ohne Pils in der Hand zeugt nicht gerade von fußballerischer Kompetenz. Prost.

Samstag, 5. Oktober 2013

Picture my Day #14

Gestern am 4. Oktober war wieder PmD. Muskelkater Edition. Eine Teilnehmerliste findet ihr hier. Durch eine raffinierte Verwackeltechnik habe ich Eigennamen und Gesichter unkenntlich gemacht. UND keine Untertitelung der Bilder, also... Viel Spaß.

 

























 




 


Dienstag, 1. Oktober 2013

Alkoholen

"Wer 'n Riecher für die Kacke hat, der rümpft ihn jetzt
Wem ich's auch erzähl, jeder schimpft entsetzt" Dendemann

Ab dem 1. Oktober ist es wieder soweit. Eine Entlassungswelle wird durch die Brauereien des Landes gehen. Trotz Oktoberfest? Genau! Denn der Martin und der Ich starten mit der alljährlichen Saufpause. Vorläufiger Arbeitstitel. Das ganze dauert dann bis zum 1. Dezember, offiziell. Inoffiziell kann die Pause aufgrund fehlender Ereignisse, obwohl, einen Grund gibt es ja immer, verlängert werden. Eigentlich müsste ich schreiben, ich trete für zwei Monate in den Streik. So fühlt es sich nämlich an, wenn man auf geselligen Abenden ausgefragt wird, weshalb man heute nichts trinkt.
Wenn ich den gesamten Zeitraum von zwei Monaten erwähne, bringen Dritte sofort schlimm klingende Krankheiten ins Spiel. Das habe ich aus dem letzten Jahr gelernt. Laufen wird das eh, es kommt darauf an wie bequem ich es mir gestalte. Überwinden muss ich nur den äußeren Schweinehund oder mich vor ihm verstecken oder ihn zur Sau machen.

Gute Vorraussetzungen sind:

-         Auf Partys nie den vollen Zeitraum des Verzichtes erwähnen, am besten eine einmalige Sache draus machen. Es sei denn, ich bin auf runden Geburtstagen oder Sonstigem. Dann gerne den Zeitraum verlängern, nicht dass der Gastgeber noch denkt, ich trinke aus Antipathiegründen nichts. Frauen haben damit übrigens weniger ein Problem.
-         Bei geselligen Fußballspielen vor dem Fernseher alkoholfreie Weizen trinken. Das Weizenglas demonstrativ auf den Tisch, die Flasche mit dem Alkoholfrei-Etikett unter den Tisch stellen.
-         Das gesparte Geld in Wandertouren und Konzerte investieren. Es kann doch kein Zufall sein, dass im Herbst die großen Feten vorbei sind und die Wandersaison beginnt.
-         Den Nudelholzcharakter so lange zelebrieren, bis auch die letzte, anwesende Dame sich fragt: höre ich mich wirklich so an?
-         Sonntags nach dem Kreisklassespiel schnell durch die Mitte verschwinden.

Letztes Jahr habe ich nebenbei sieben Kilo abgenommen. Fünf würden mir dieses Jahr reichen. Prost!


Dienstag, 13. August 2013

Meh Dräck

„Die Dreifelderwirtschaft war die seit dem Mittelalter um etwa 1100 n. Chr. in Europa weit verbreitete Bewirtschaftungsform in der Landwirtschaft. Die Römer kannten schon die Zweifelderwirtschaft („Landwechsel“) und wandten diese auch nördlich der Alpen an. Im Hochmittelalter wurde dann, ausgehend von karolingischen Klöstern, nach der Einführung der neuen Gerätschaften des 11. Jahrhunderts flächendeckend das Dreifeldsystem eingeführt. Durch diese Neuerungen wurde in Europa die Grundlage für ein starkes Bevölkerungswachstum geschaffen, das erst durch die Pestwelle in der Mitte des 14. Jahrhunderts beendet wurde.“ Quelle Wikipedia

Deichbrand 2013, was soll ich euch erzählen, was ihr nicht selber wisst? Wenn man zum Festival fährt und vor allem wenn man mit denen zum Festival fährt, muss man los lassen können. Schuhe, T-Shirt, Matratze, Zelt, Campingstühle und diverse Kleinigkeiten, die mit Sicherheit einen Widerverwendungszweck in meinem Alltag gefunden hätten, sind in Cuxhaven verblieben und von Plündererfamilien aus der Region einkassiert worden. Frei nach Chris von Rohr zelebrierten wir das Credo Meh Dräck. Zum Glück fiel uns das bereits am zweiten Tag ein, Überzeugungen lassen einen alles überstehen. Was gibt es zu erzählen?
Blumentopf sind die alleraller derbsten, Toten Hosen und Sportfreunde Stiller setzen voll und ganz auf den Mitgröhlfaktor, sehr langweilig und Should I stay or should I go von the Clash hielten insgesamt vier Bands für einen gelungenen Bühnenabgang. Gelungen ist es aber nur Anti Flag. Soviel zur Musik. Viel mehr kann ich auch gar nicht dazu sagen.

Wir haben uns mehr Freunde als Feinde gemacht, was ich daran festmache, dass die Zeltnachbarn unseren Lebensstil schnell adaptierten. Ansonsten ist es entsprechend eskaliert: Lazarettaufenthalt, Piercings in die Fresse, Henna Tattoo auf dem Unterarm, Sonnenbrand, Biernot, Überlauferbrechen, Drogenrausch, Genitalien. Meinen Bart konnte ich leider nicht retten. Nach der zweiten Dusche, zurück in der Wohnung, war das Wasser nach der Rasur braun. Rasurbraun hat daraufhin einen Platz in meiner persönlichen Farbtabelle bekommen. Ansonsten gilt: was auf dem Deichbrand passiert, bleibt auch dort. Das war es wohl, was sich unsere Mitstreiter gedacht haben, als sie uns samt Gepäck zurückließen…Vier Arschtritte stehen noch aus.

Es war schwierig Bilder rauszusuchen, die keinen zu angeberischen oder eben kaputten Zustand beschreiben. Nun, von der Sittenpolizei abgesegnet: Bilder!


 Kraftklub

 Tag 1 - Beim Pavillionaufbau auf den Herrn Ingenieur gehört


 Megafon, falls wir nicht genug Aufmerksamkeit erregen sollten

 Tag 2 - typisches WG Problem, wer ist dran mit dem Abwasch?

Tag 4 - was war eigentlich mit dem 3. Tag?

 Anmache und Lebenseinstellung in einem Tattoo

 Sonnenschutz hatte absolute Priorität, noch vor... Waschen!

Die Zeltnachbarn, die Luden, uns auf einen Umtrunk ein. Schön wars, nach 15 Minuten.

Bei Bildunterschriften immer Wortwitze! Ganz schön geschlaucht, der junge Mann.