Dreimal wurde ich gestern aufgrund meines Konversations-Hemdes, ein bestechendes Hemd in den Farben Braun, Mintgrün und hauptsächlich Weiß, kombiniert im Streifenmuster, und dem seltenen Tragen von Kontaktlinsen als gepflegt angesprochen. Was wollten die denn damit andeuten?
Ich war auf dem Osterfeuer in Holzbalge. Lunchmann dazu: Was macht das Osterfeuer in Holzbalge aus? In Holzbalge ist das Gedrängel in der Pommesbude größer als davor. Insider.
Ich bin erschreckend früh wach. Uns wurde heute ein Spiel gegen den ausgedienten TSV Hassel reingedrückt. Um 13 Uhr ist Treffen. Da ist es besser vor dem Spiel nur zu Frühstücken und gänzlich auf das Mittagessen zu verzichten. Möchte nicht wissen wie viele am Treffpunkt ihr fettiges Mittagessen zum Thema machen. Naja, besser als der Suff von voriger Nacht. Kurz vor 11 Uhr radele ich mit dem geliehenen Zeitungsrad meiner Eltern zum einzigen Laden in unserem Dorf. Der Fahrradhandel Karger & Koch in Balge. Gerechtfertigte Schleichwerbung an dieser Stelle. Gestern hat der Rainer mich aufgrund meines Bittens um ein 50 Euro Oma-Rad zu sich bestellt. Ich bin pünktlich und allein Vorort.
Zurück im Sessel schaue ich auf Sport1 die Sendung Doppelpass. Es geht um Bayern und Manuel Neuer. Paul Breitner antwortet auf die Frage, ob man Louis van Gaal hätte früher abschießen müssen, genau das Richtige. Es haben sich alle letzte Saison von vier, fünf Robben Toren blenden lassen.
Kurz vor zwölf klingelt das Telefon. Es ist Rainer.
- Mensch Rainer
- Bist ja doch schon wach.
- Ja, ich war auch schon bei Dir, es war aber niemand da.
- Punkt zwölf haben wir gesagt.
Er sagt das in einem scharfen Ton, als ob er vorhin womöglich doch zu Hause war und nur aus pädagogischen Gründen mir die Tür nicht öffnete. Ich fühle mich ertappt.
- Dann bin ich gleich bei dir.
Auf dem iPhone piept eine Erinnerung: 11:55 Rainer Rad
Peinlich, peinlich.
Das Oma-Rad entpuppt sich als super Damen-Rad und übertrifft meine Erwartungen - Licht und Bremse oder Klingel - bei weitem. Mein altes Rad, das ich für die Kurzstrecken in Bremen nutzte, wurde von professionellen Fahrraddieben demontiert und in langwidriger Kleinstarbeit von seinem angestandenen Platz geschaffen. Nachdem ich erstmal einen Kindersitz an das Fahrrad montiert habe, wird es hoffentlich keiner mehr über das Herz bringen hier noch Teile abzuschrauben. Die 50 Euro bringe ich nächste Woche vorbei, habe gestern alles auf den Tresen gehauen.
13 Uhr, Treffen am TUS Heim. Alle haben Wehwehchen. Ich nehme mir möglichst unauffällig die Sportsalbe aus dem Arztkoffer und schmiere mir die Innenseite des rechten Oberschenkels damit ein. Eigendiagnose: Zerrung. Ich verreibe das Zeug so großflächig, dass sich nicht alles im Schritt befindliche völlig aus dem Gefahrenbereich halten lässt. Als ich mich an den Besprechungstisch setze, kündigt sich das Unheil bereits an. Das Zeug wird unglaublich heiß. Was redet der Trainer da? Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Es brennt so dermaßen... Ich rate jedem die Salbe erst NACH dem Pinkeln aufzutragen und Hände waschen nicht vergessen. In Hassel angekommen, ist zum Glück das tränenreichste vorbei.
Ich schieße ein Tor, eines nicht. Das nicht geschossene Tor wird auf alle Zeit in Erinnerung bleiben, dafür habe ich gesorgt. Am Ende steht es 2:2. Über den Schiedsrichter muss ich hier nichts schreiben, ich bin froh, wenn die kommen, an- und abpfeifen und das hat er mit Bravour getan.
Nach zwei Weizen im TUS Heim fahre ich mit meinem Mannschaftskameraden Tobi zurück nach Bremen. Die Sonne steht bereits verdammt tief. Ich telefoniere mit Julia. Es geht darum eine Lösung zu finden für ein Problem, das in der Theorie mal eine Formalität war und auch noch ist, nur wissen das nicht alle Beteiligten.
Alles fühlt sich an wie ein Sonntag. Das fehlende Gute-Nacht-Programm vom WDR ist heute das einzige was mich an den Ostermontag erinnert. Kein Zimmer Frei und kein Dittsche.
Montag, 16. Mai 2011
Ostermontag, den 25. April 2011 - Tanja
Es ist Montag – Mist! – und morgendlich grüßt der falsche Fuß, mit dem man aufsteht. Wenn man arbeitet, dann weiß man insbesondere das Wochenende zu schätzen und den Montag zu hassen.
Zu dem kam hinzu, dass es sich bei dem besagten Montag um einen Ostermontag handelte und meine Ostereier ausblieben. Ich bin, lebe und arbeite in China – christliche und deutsche Feiertage interessieren hier nicht wirklich. Die meisten Chinesen sind Buddhisten oder nicht religiös. Einige westliche Feiertage wurden zwar „eingebürgert“, aber was Ostern in China angeht, so sollte man die im Sojasud eingelegten und schwarz gefärbten Eier im Supermarkt nicht mit Ostereiern verwechseln.
Auf dem Weg zur Arbeit machte ich einen kurzen Stopp am Zeitungsstand. Für umgerechnet 30 Cent stattete ich mich mit Zeitungen aus, mit denen ich meine Zeit im Büro irgendwie nützlich absitzen wollte. Ich wusste, es würde kein spektakulärer Arbeitstag werden, denn schließlich hatten alle deutschen Büros geschlossen und neue Aufträge blieben dementsprechend aus. Es ist keine Seltenheit, dass ich mir chinesische Zeitungen kaufe. Warum kaufe ich mir bloß “so einen zensierten Müll“, werde ich oft gefragt. Jeder hört und liest von Chinas Zensuren, aber wer, wenn nicht der mit dem direkten Vergleich vor Ort, kann einem wirklich sagen wie viel Zensur nun wirklich dahinter steckt?
Am Zeitungsstand wurde ich gleich wieder auf meine Nationalität angesprochen.
“你是哪里人?“
“您猜猜!“
“法国人!“
Wieso denn immer Frankreich? Macht es mein blau-weiß gestreiftes Oberteil aus? Ist es das Stückchen Baguettebrot, das mir noch vom Frühstück zwischen den Zähnen hängt? Jedenfalls ging mir die Sache den ganzen Tag lang nicht aus dem Kopf. Seitdem ich in Shanghai lebe, wird mir Frankreich nachgesagt. In Peking war es Russland, was schon offensichtlicher ist. Aber aus Deutschland?! Niemals. Die Begründung dafür wird zum Schutz von Volk und Staat zensiert.
Jedenfalls fällt es den Chinesen ebenso schwer einen Deutschen von einem Engländer wie es für viele Europäer schwer ist einen Koreaner von einem Japaner oder Chinesen zu unterscheiden.
Auf der Arbeit angekommen, klappte ich auch schon die erste Zeitung auf. Die Japan-Katastrophe scheint in Vergessenheit zu geraten. Selbst in den Zeitungen kräht kein Hahn mehr nach. Ein kleiner Artikel mal hier und dort. Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen die Zeitungen über Panikkäufe von Salz in China berichteten und dazu führten, dass ganze Salzsortimente innerhalb eines Tages in Shanghai ausverkauft waren. Nun konzentriert man sich wieder auf Inlandsthemen. Schlagzeilen des Tages waren Befunde von toxischen Inhaltsstoffen in Nudeln, die in einigen Provinzen zu Massenvergiftungen geführt hatten und die Debatte um den Verzehr von Hundefleisch in China. Hier gehen Meinungen auseinander. Ich habe noch nie Hundefleisch gegessen und werde es auch nicht tun. Wir sind in einem Land groß geworden, in dem der Hund als ein intelligentes Wesen die Rolle des besten Freundes eines Menschen eingenommen hat. Aber die Chinesen dafür zu kritisieren halte ich ebenfalls für falsch. In einigen Regionen Chinas wird Hundefleisch schon seit Jahrhunderten gegessen. Chinesen sind nicht gleich schlechtere Menschen, weil sie andere und für uns fremde Essgewohnheiten haben. Chinesen essen kein Pandafleisch. Australier hingegen essen ihr stolzes Nationalsymbol. In Frankreich essen sie Froschbeine, in Thailand Insekten und in Deutschland isst man rohes Fleisch in Form von Mett. Alles Dinge, die bei Chinesen ebenfalls für Stirnrunzeln sorgen.
Mein Arbeitstag beginnt um Punkt 9:00 Uhr, früher gerne aber nicht später. Gearbeitet wird auf die letzte Sekunde, bis der kleine und große Zeiger auf 18:00 Uhr stehen. Überstunden sind jederzeit willkommen. Zwischen 12:00 und 13:00 Uhr hat man Mittagspause. Ich las 3 Stunden an der ersten Zeitung bis der Sekundenzeiger auf 12:00 Uhr stand. Wie immer treffe ich mich zum Mittag mit A. beim Türken um die Ecke. Kervan Türk heißt das gute Restaurant, welches man nicht mit dem Dönermann an der nächsten Seitenstraße verwechseln sollte. Ich bestellte mir wie so oft mein Hühnchensteak mit türkischem Reis und Salat. Das extra Fladenbrot und den Tzaziki bekommen wir bereits kostenlos dazu.
Heute sah man ungewöhnlich viele Chinesen im Restaurant. Normalerweise gehen hier Ausländer ein und aus. Ein Mittagstisch kostet hier 35 RMB (ca.4 Euro).
Meine Arbeitskollegen sagen mir immer, dass man mit 35 RMB etwa 3-4 Tage über die Runde kommen würde, wenn man mittags in den kleineren chinesischen Restaurants nebenan essen würde. Außerdem sagten zwei meiner Arbeitskollegen, die aus Neugier einmal mit mir mitgegangen sind, es sei eine viel zu große Umstellung für sie hier zu essen. Es sei ruhig, geordnet, sauber und modern eingerichtet – das absolute Gegenteil zu dem, was sie gewohnt waren. Vor dem Besteck fürchteten sie sich am meisten. L. kullerten bereits bei dem bloßen Anblick des Bestecks und der verzweifelten Suche nach zwei Holzstäbchen die ersten Schweißtropfen die Stirn herunter. In der Tat sah ich auch an diesem Tag einen Chinesen mit dem Suppenlöffel ins Brot stechen. Mit der Gabel könnte man noch umgehen, aber welchen Zweck das Messer haben soll und wie man es zu halten hat, das bleibt ein großes Rätsel für jemanden, der nicht oft westlich essen geht. Ich musste schmunzeln. Meine ersten Essstäbchenversuche sahen mit Sicherheit nicht anders aus. Die Stäbchen wollten nicht miteinander harmonieren, man griff ins Leere und der Reis blieb entweder in der Schale oder verlor sich zu 60 Prozent auf dem Boden. Ich stellte mir die Szene mit Uma Thurman aus Kill Bill vor, in der sie verzweifelt versuchte aus einer Reisschale mit Stäbchen zu essen.
Gegen 12:45 Uhr ging es wieder zurück ins Büro, wo ich noch bis 18:00 Uhr absaß.
Dann ging es mit der Metro in Richtung Apartment, in der mich A. schon abfing.
A. hatte noch Besuch aus Deutschland. Er hatte sich die letzte Woche komplett frei genommen, um seinen vier Schirikollegen eine unvergessliche Zeit in Shanghai zu bieten. Ein Plan, der auf ganzer Linie aufging.
Heute aber war der 8. Tag. Der 8. von insgesamt 10 und somit auch der letzte Abend, an dem noch hochmotiviert die Gläser gestemmt wurden. Ich hatte nur selten solche Spriteulen erlebt. Gespannt wartete ich auf den Tag, an dem die Jungs an die Grenzen ihrer Trinkfestigkeit stoßen. Ich hätte es ahnen können, dass es der heutige Tag werden müsste.
Auf ihren Wunsch hin, gingen wir zum gemeinsamen Abendessen ins Teppanyakihaus. Wer die völlige Völlerei und den darauffolgenden Knock-Out sucht, ist hier an der richtigen Adresse (15 Dongping Lu,东平路15号). Japanischer Pflaumenwein wird im Laufe des Abends zum Wasser und Durstlöscher zugleich. Wir hatten einen eigenen Raum mit Chefkoch bekommen. Auch V. und E., dass etwas versnobte Pärchen aus München saßen bei uns am Tisch. Norddeutschland traf auf Süddeutschland – die Klischees hätten nicht besser passen können.
E. fiel uns allen von Anfang an auf. “Ist das etwa Gemüse? Ich mag aber kein Gemüse!“, wie ein kleines Kind, das von seinen Eltern gezwungen wird Grünzeug zu essen. Ich hatte mich durchweg von einem Moment zum anderen fremdgeschämt. Ob es das Gespräch war, in dem es darum ging, wer denn nun das meiste Geld aus dem Freundeskreis hat oder die Sektflasche, die sich Madame E. für sich bestellt hatte und alles andere als in das Gesamtbild passte. V. nannte sie auch seine “Stewardess, die Internationale Kommunikationswissenschaften studiert“. Die Betonung lag auf INTERNATIONAL – klingt besser. Außerdem studiert er Jura in München. In MÜNCHEN. JURA.
Auf jeden Fall war ein Gespräch mit den beiden nicht zu vermeiden. Beide waren der chinesischen Sprache nicht fähig und die Bedienung konnte ein nur zu schlechtes Englisch.
So mussten A. und ich den beiden bei ihrer exklusiven Bestellung weiterhelfen.
Y. machte den ersten Schritt und lockerte die Gespräche auf: „Ihr nennt uns also Fischköpfe da unten, was?“ (Zustimmung und Gelächter ihrerseits) „Wir nennen euch Brezelfresser!“ (Gelächter unsererseits). So nahmen die Gespräche ihren Lauf und der Pflaumenwein wurde immer großzügiger nachgegossen. Das gefällte E. gar nicht, denn V. versuchte selbstverständlich die Münchner Trinkfestigkeit unter Beweis zu stellen. Und E.? Sie sah mit jedem weiteren Pflaumenwein auf Ex ihren glamourösen Abend in der Nobeldisco schwinden. Der Japaner hatte offiziell schon geschlossen und gegen 23:00 Uhr waren wir Acht die noch einzig verbliebenen Gäste im Restaurant. Wir bedienten uns selber und der Kellner machte währenddessen ein Nickerchen im Nebenraum. Schließlich gab V. auf und wir konnten das Teppanyakihaus gegen Mitternacht verlassen.
An dieser Stelle trennten sich auch die Wege. Die Jungs fuhren weiter in den Club und A. und ich stiegen ins nächste Taxi in Richtung Apartment. Um 7 Uhr morgens würde für uns der Wecker zur Arbeit klingeln.
Ob sich die Jungs mit dem Pflaumenwein schon ins Abseits geschossen haben?!
Ostermontag, den 25. April 2011 - Diana
Treffpunkt war „unterm Schwanz“ in Hannover!
Als meine Freundin auf mich zu kam waren wir beide erst mal derselben Meinung! Kaum ist der Tag an dem Jesus auferstanden ist, kriechen auch all die anderen aus ihren Löchern! Menschenmassen drängen schwitzend mit ihren Koffern und Schokohasenfressend an dir vorbei. Zur Hölle mit Ostern und all den restlichen Feiertagen! Was suggeriert man Kindern denn eigentlich wenn man beim Lidl eine Packung Eier für 3 Euro kauft um sie zu bemalen und im nächsten Moment lehrt „mit Essen spielt man nicht?“ Oder sagen das die Eltern von heute gar nicht mehr? Ja gut Eier anmalen zählt nicht. Und das diese Legehühner aus einem Knast stammen zählt auch nicht. Und das es Menschen gibt, die nichts zu essen haben zählt sowieso nicht. Tankt man lieber für 9€ den Liter. Hauptsache du hast eine abgeschlossene Ausbildung und findest einen sicheren Arbeitsplatz Kind.
Als meine Freundin auf mich zu kam waren wir beide erst mal derselben Meinung! Kaum ist der Tag an dem Jesus auferstanden ist, kriechen auch all die anderen aus ihren Löchern! Menschenmassen drängen schwitzend mit ihren Koffern und Schokohasenfressend an dir vorbei. Zur Hölle mit Ostern und all den restlichen Feiertagen! Was suggeriert man Kindern denn eigentlich wenn man beim Lidl eine Packung Eier für 3 Euro kauft um sie zu bemalen und im nächsten Moment lehrt „mit Essen spielt man nicht?“ Oder sagen das die Eltern von heute gar nicht mehr? Ja gut Eier anmalen zählt nicht. Und das diese Legehühner aus einem Knast stammen zählt auch nicht. Und das es Menschen gibt, die nichts zu essen haben zählt sowieso nicht. Tankt man lieber für 9€ den Liter. Hauptsache du hast eine abgeschlossene Ausbildung und findest einen sicheren Arbeitsplatz Kind.
Ostermontag, den 25. April 2011 - Maria
Living a life is like constructing a building: if you start wrong, you'll end wrong
Diesen Tag beginne ich spät. In weiser Voraussicht am Vorabend mit Wasser versorgt, zieht der räudige Kater am Morgen an mir vorüber. Wieso schaffe ich das denn sonst nie?
Es ist Ostermontag. Und als ob das nicht schon genug Feiertag wäre, haben wir in Portugal auch den Jahrestag der Nelkenrevolution vom 25. April 1974, einem volksgestützten Militärputsch gegen die 40jährige Salazar Diktatur. Die roten Nelken, deren Namen die Revolution trägt, wurden den Putschisten als Solidaritätsbeweis von der Bevölkerung Lissabons in die Gewehrläufe gesteckt.
Nach einer verregneten vergangenen Woche brennt nun wieder die Sonne. Was macht man mit solch einem geschenkten Tag? Ich verbringe ihn, wie schon viele meines "Erasmus Urlaubs" zuvor, draußen, am besten Wassernähe. Die in Marokko (dazu würde man dann wohl "Urlaub vom Urlaub" sagen) erworbene Bräune hält sich schließlich nicht von alleine frisch.
Passenderweise wähle ich mir für mein Nickerplätzchen eine der (in Lissabon leider spärlichen - Erholen tut man sich hier glaube ich im Fußballstadion oder so) Wiesen am Tejo Ufer, direkt neben der Brücke des 25.April, ehemals Salazar-Brücke. Beim allerersten Anblick des Bauwerkes vor bald einem Jahr war ich ja zugegebenermaßen enttäuscht. Zu eindeutig, dass dort Diebe geistigen Eigentums am Werke gewesen sein müssen- klar abgeguckt von der berühmte Golden Gate in SanFran. Gleich daneben, auf der anderen Flussseite, ein Christo mit ausgebreiteten Armen, soll dann wohl die Eins zu Eins -Kopie aus Rio sein?
Die roten Nelken sind aus meinem Kopf verschwunden, sobald ich auf die Straße trete. Für heute soll der sich nur noch mit Wolkenformationen und Auswahl von Schlafpositionen beschäftigen.
Und statt Schäfchen werde ich eben die heute reihenweise auslaufenden Kreuzfahrtschiffe zählen.
Ostermontag, den 25. April 2011 - Jan-Hinnerk
Nach dreiwöchiger Urlaubsreise durch Thailand steht heute der erste Arbeitstag der neuen Zeitrechnung an. Ich bin zurück im Büroturm. An Ostermontag. Beim Aufstehen muss ich an die meisten meiner Freunde in Deutschland denken, die jetzt gerade ihren Kater vom Osterfeuer ausschlafen. Im buddhistisch dominierten Bangkok gibt es so was wie Ostern natürlich nicht. Zumindest nicht in Erscheinung eines Feiertags. Aber in Anbetracht der ganzen buddhistischen Feiertage ist der vorübergehende Tausch mehr als fair.
Als ich im Büro ankomme, fahre ich den alten Computer an meinem Arbeitsplatz hoch und frage mich wie viele unbeantwortete Mails wohl auf mich warten. Immerhin war ich drei Wochen lang weg und die moderne Arbeitswelt fordert auch in Abwesenheit ihren Tribut. Ich bin ja wirklich ein vergleichsweise kleines Licht hier, aber selbst die bekommen zum Nachurlaubsauftakt ja meistens gleich eine saftige E-Mail-Flut in den Posteingang gespült. Überwiegend unwichtiges Zeug, aber das vermittelt zumindest den Eindruck, es habe in der Abwesenheit jemand an einen gedacht. Was wohl Leute machen, die tatsächlich wichtiger sind als ich? Wie bewältigen die ihre Mails? Eventuell fahren sie nicht drei Wochen am Stück in den Urlaub? Vielleicht. Oder sie lesen einfach kaum E-Mails. So wie mein Chef. Eigentlich ist das ja auch der richtige Ansatz, denn wenn was Wichtiges wäre, würde man ja angerufen werden. Vermutlich funktioniert das jedoch erst ab einer bestimmten Hierarchiestufe.
Ich öffne also mein E-Mail-Programm und wette mit mir selbst, dass mich mindestens 75 Nachrichten erwarten. Also so ungefähr 25 pro Woche und 5 pro Tag. Das erscheint mir realistisch. Der Posteingang bleibt bei 32 stehen. Klar verschätzt. Irgendwie bin ich jetzt doch enttäuscht und gieße erst mal meine Orchidee, die das Wasser nach dem wochenlangen Entzug knisternd aufnimmt. Ja, die Blume braucht mich! Launig klicke ich mich anschließend durch die Mails und sehe, dass drei Termineinladung schon in der Vergangenheit liegen. Zwei Mails sind von der Betriebssportgruppe Fußball aus Schwieberdingen und in sagenhaften elf Nachrichten geht es um Entschädigungszahlungen für Mitarbeiter, deren Autos auf dem Parkplatz versehentlich mit Farbe bekleckert wurden, als nebenan Bauarbeiten waren. Oh Mann. Mein Posteingang dokumentiert nüchtern, dass ich offenbar doch nicht ernsthaft vermisst wurde. Oder hat etwa jemand versucht, mich anzurufen?
Den Rest des Arbeitstages verbringe ich mit den verbliebenen 16 Nachrichten, etwas Papierkram und Smalltalk mit den Kollegen. Mein Chef führt mir sein neues Geschäftshandy vor: Natürlich ein iPhone. Wir flachsen darüber, dass so was normalerweise nicht bewilligt wird. Chef müsste man sein - nicht nur wegen der E-Mails. Mehr passiert heute nicht. Vermutlich auch, weil aus Deutschland keine Anfragen kommen, auf die man reagieren müsste. Und auf eine Weise ist das total okay so. Ein gemütlicher erster Bürotag, ganz so wie er sein sollte. Ein Tag zum Ankommen. Ich könnte mich daran gewöhnen, an Ostermontag aus dem Urlaub zurück zu sein. Man wäre nie genervt.
Ostermontag, den 25. April 2011 - Marc
Liebes Tagebuch. So wollte ich schon immer mal einen Text anfangen. Da dies jedoch der erste Eintrag meinerseits in ein Tagebuch ist, bin ich ueberrascht wie uncool dieser Anfang ist. Wie dem auch sei. Heute ist der 25ste April des Jahres 2011 und ich befinde mich auf dem nordamerikanischen Kontinent im "Lone-Star State" Texas. Die Außentemperatur betraegt ungefähr 100 Grad F. Das sind etwa 38 Grad Celsius. Hört sich super an, ist aber nicht so, weil eine Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent immer fies ist. Aber genug des Meckerns, ich habe mir die schoene und sehr mexikanisch angehauchte Stadt San Antonio angeschaut, bin einen sehr langen walk am Fluss entlang. Das ist die Touristen-Attraktion und es gibt super Kneipen und Lokale (auch das kann ich von gestern Nacht her nur Bestätigen). Auch hier kann ich nur sagen, wer noch nicht in den USA war, sollte sich das mal antun, der Service ist hier der Hammer, das fällt mir auch jetzt nach fast 2 Jahren hier in den Staaten immer wieder auf. Die Kellner und Innen überschlagen sich fast vor Freundlichkeit. (das koennte natuerlich daran liegen, dass der gesetzliche Mindestlohn bei irgendwas um die 3 Dollar pro Stunde liegt, und die Leute auf ein gutes Trinkgeld einfach angewiesen sind). Nachdem ich nun schon mit meinem neuen Trackingrucksack behaengt doppelt durchgeschwitzt bin... Das ist eigentlich auch eine dumme Sache. Ich laufe mit einem Rucksack voll Wasser rum, damit ich falls ich schwitze und durstig werde auch genug zu trinken habe. Da ich aber mit einem Rucksack voll Wasser ins schwitzen komme und durstig werde ist das ein Teufelskreis... ziehe ich weiter zum Alamo. Dieses alte Mexikanische Fort, das in jedem zweiten Western glaube ich eine Rolle gespielt hat. Mexikaner gegen Texaner, Texaner gegen Mexikaner und zum Schluss gewinnen so oder so Bud Spencer und Terence Hill. Naja, heutzutage wimmelt es dort von Leuten, die alle an der Geschichte interessiert sind und sich alles anschauen und hundert Mal durchlesen. Ich mach ein paar Bilder und frage den Marshall ob er seine Waffe eben kurz aus der Hand legen kann, um ein Foto von mir und meiner Begleitung zu machen. Geht leider nicht, die Pflicht und Regeln... Schade. Nach einer Umrundung des Gartens daneben kommt er dann doch auf mich zu und macht das Foto. Ich weiß diese Geste zu schaetzen und bedanke mich wie immer recht herzlich mit dem Besten was man hier von sich geben kann: "I appreciate" das mit einem fetten Grinsen macht die Leute gluecklich. Nach einer weiteren Meile laufen, kühle ich mich in der Einkaufsmall ab. Das ist sehr angenehm aus der prallen Sonne und Hitze in die auf 20 Grad runter gekuehlte riesige Halle. Da merke ich doch sofort wieder Halsschmerzen und Schnupfen näher kommen. Nach einem kleinen Bummel geht es wieder ins Parkhaus zum Auto, denn die Reise soll nach Houston weitergehen. Und dann die Überraschung, fuer 2 Stunden, doch nur läppische 18 Dollar bezahlen. Und ich dachte schon, dass der Mediamarkt Parkplatz in Nienburg immer teuer war. Also erzaehlt denen bloß nicht, dass die dort günstig sind. Naja, ich habe ja Urlaub und deshalb nicht weiter drüber nachdenken und ab nach Houston. Wie es weitergeht weiß ich noch nicht, aber für heute, liebes Tagebuch, wünsche ich dann angenehme Nachtruhe und bis morgen denne...
Samstag, 14. Mai 2011
Liebes (B)Logbuch
Zehn Menschen, zehn Stile, zehn Lebensmodelle, ein Vergleich, eine Ansage, eine gemeinsame Gegenwart.
Montag, am 16. Mai ist es soweit. Zehn Autoren aus verschiedenen Wahlländern haben eine Woche lang ihr Leben aufgeschrieben.
Die Autoren.
Dienstag, 3. Mai 2011
Picture my Day #5
"Deine Pläne stehen, du solltest mal meine sehen" Die Sterne
Bei Picture my Day geht es darum seinen Tag in Bildern festzuhalten. Sporadisch. Die Idee dazu hatte irgendwann Mal Basti vom Magdeblog, der übrigens heute 30! geworden ist. Morgen bin ich in Barcelona und melde mich gleichzeitig mit diesem Post bis zum 16. Mai ab. Gemeinsame Gegenwart steht dann an, Leute. Ich bin jetzt schon so gespannt.
Donnerstag, 21. April 2011
Gemeinsame Gegenwart
"Es drängt dich zu schreiben
Als ob du mit dem Leben im Rückstand wärst
wenn es so ist dann geh Deinen Quellen nach
Eile dich
Eile dich weiterzugeben
Was dein ist an Wunder Wohltun und Rebellion" René Char
Gemeinsame Gegenwart ist ein Projekt, das mit Absicht an die in Vergessenheit geratenen JETZT Tagebücher erinnert. Zehn Autoren schreiben vom 25. April bis 1. Mai 2011 an einem gemeinsamen Tagebuch, das drei Wochen später, am 16. Mai, unter anderem auf DeinLieblingsmensch.de veröffentlicht wird. Die Autoren sind international vertreten und allesamt Kinder der Achtziger.
Als mir die Idee kam, Kunststück, die Grundidee gab es ja bereits, wollte ich ausschließlich Blogger mit in die Autoren-Runde nehmen. Somit wäre eine achtbare Leserschaft garantiert gewesen, zudem sind einige Blogger es gewohnt regelmäßig zu schreiben.
Der Gedanke stellte sich als sehr naiv heraus. A-Blogger, klar, müssen ständig strugglen. Wohin platziere ich den neuen Werbebanner, wo finde ich den nächsten Link, der mir das Schreiben abnimmt usw. Bloggen im erweiterten Sinne eben.
Bloggen im eigentlichen Sinne, also wirklich etwas abliefern, dessen einzige Eigenleistung nicht darin besteht den Aufwand und Geschmack anderer zu kreditieren, ist zwar nicht selten, dafür selten gut.
Natürlich gibt es viele schreibende Blogger im Netz. Nur hatten diejenigen, bei denen ich quer las einen am ungedruckten Wort gescheiterten, unauthentischen, humorlosen Eindruck bei mir hinterlassen. Davon abgesehen, dass diese, falls sie mein Interesse geweckt hatten, ja noch hätten zusagen müssen.
Oft kam es mir vor wie eine simulierte GSZS Realität, in der man ständig auf unbeantwortete Fragen stößt, wie: Was soll das? Wo kommt das Geld dafür her? Wieso gibt es immer noch Menschen, die nicht fähig sind sich in die Gefühlslage anderer hineinzuversetzen? Weshalb ist es denen egal ob sie einen dummen Eindruck hinterlassen? Warum sehen die alle gleich aus?
Von manchen Bloggern hätte ich mir gerne das Profil von einem kleinen Kind, mit süßer Lispelstimme nachsprechen lassen. Es käme authentischer rüber.
Ich reise gerne, brauche meinen täglichen Kaffee und gute Musik, mag meine Freunde, schöne Orte, bin immer mein sonniges Selbst. Ihr könnt euch den Rest denken. Es klang wie eine abschreckend verzweifelte Kontaktanzeige an sich selbst gerichtet. Chiffre: Hornbrille. Ich würde gerne ein paar Zeilen aus den besagten Profilen zitieren, nur habe ich keine Ahnung wie das rechtlich von statten geht, dafür habe ich eine leise Ahnung wie der Schlachtruf solcher Menschen lauten könnte.
Nun habe ich zum Glück einen Bekanntenkreis, der größer ist als von jemanden, der sich öffentlich im Fernsehen zum Millionär rätselt.
Interessante, kernige, blitzgescheite, in der weiten Welt verstreute Menschen, von denen ich weiß wie emphatisch und klar ihr Blick auf sich und ihr Umfeld gerichtet ist. Von denen fängt keiner an zu weinen, wenn mal das Licht aus ist, also, warum nicht die fragen, oder zumindest neun von denen? Genau!
EDIT: Die Liste der Autoren, auch oben bei den Seiten zu finden.
Als ob du mit dem Leben im Rückstand wärst
wenn es so ist dann geh Deinen Quellen nach
Eile dich
Eile dich weiterzugeben
Was dein ist an Wunder Wohltun und Rebellion" René Char
Gemeinsame Gegenwart ist ein Projekt, das mit Absicht an die in Vergessenheit geratenen JETZT Tagebücher erinnert. Zehn Autoren schreiben vom 25. April bis 1. Mai 2011 an einem gemeinsamen Tagebuch, das drei Wochen später, am 16. Mai, unter anderem auf DeinLieblingsmensch.de veröffentlicht wird. Die Autoren sind international vertreten und allesamt Kinder der Achtziger.
Als mir die Idee kam, Kunststück, die Grundidee gab es ja bereits, wollte ich ausschließlich Blogger mit in die Autoren-Runde nehmen. Somit wäre eine achtbare Leserschaft garantiert gewesen, zudem sind einige Blogger es gewohnt regelmäßig zu schreiben.
Der Gedanke stellte sich als sehr naiv heraus. A-Blogger, klar, müssen ständig strugglen. Wohin platziere ich den neuen Werbebanner, wo finde ich den nächsten Link, der mir das Schreiben abnimmt usw. Bloggen im erweiterten Sinne eben.
Bloggen im eigentlichen Sinne, also wirklich etwas abliefern, dessen einzige Eigenleistung nicht darin besteht den Aufwand und Geschmack anderer zu kreditieren, ist zwar nicht selten, dafür selten gut.
Natürlich gibt es viele schreibende Blogger im Netz. Nur hatten diejenigen, bei denen ich quer las einen am ungedruckten Wort gescheiterten, unauthentischen, humorlosen Eindruck bei mir hinterlassen. Davon abgesehen, dass diese, falls sie mein Interesse geweckt hatten, ja noch hätten zusagen müssen.
Oft kam es mir vor wie eine simulierte GSZS Realität, in der man ständig auf unbeantwortete Fragen stößt, wie: Was soll das? Wo kommt das Geld dafür her? Wieso gibt es immer noch Menschen, die nicht fähig sind sich in die Gefühlslage anderer hineinzuversetzen? Weshalb ist es denen egal ob sie einen dummen Eindruck hinterlassen? Warum sehen die alle gleich aus?
Von manchen Bloggern hätte ich mir gerne das Profil von einem kleinen Kind, mit süßer Lispelstimme nachsprechen lassen. Es käme authentischer rüber.
Ich reise gerne, brauche meinen täglichen Kaffee und gute Musik, mag meine Freunde, schöne Orte, bin immer mein sonniges Selbst. Ihr könnt euch den Rest denken. Es klang wie eine abschreckend verzweifelte Kontaktanzeige an sich selbst gerichtet. Chiffre: Hornbrille. Ich würde gerne ein paar Zeilen aus den besagten Profilen zitieren, nur habe ich keine Ahnung wie das rechtlich von statten geht, dafür habe ich eine leise Ahnung wie der Schlachtruf solcher Menschen lauten könnte.
Nun habe ich zum Glück einen Bekanntenkreis, der größer ist als von jemanden, der sich öffentlich im Fernsehen zum Millionär rätselt.
Interessante, kernige, blitzgescheite, in der weiten Welt verstreute Menschen, von denen ich weiß wie emphatisch und klar ihr Blick auf sich und ihr Umfeld gerichtet ist. Von denen fängt keiner an zu weinen, wenn mal das Licht aus ist, also, warum nicht die fragen, oder zumindest neun von denen? Genau!
EDIT: Die Liste der Autoren, auch oben bei den Seiten zu finden.
Donnerstag, 14. April 2011
Taschengeld
"Es müffelt zwar etwas, doch weil es eben nicht stinkt ist Geld genau das, was im Leben bestimmt!" Dendemann
Falls sich die Eltern ihres, sagen wir… 28 jährigen Sohnes dazu entscheiden sollten ihmrückwirkend ein Taschengeld zu gewähren, dann müsste das um die hundert Euro die Woche betragen. Das ist zumindest der Betrag, den ich am Wochenende ausgebe. Ich schreibe absichtlich nicht „durch den Schornstein jage“ oder eine ähnliche Phrase. Das Geld ist nämlich nicht nur dafür da, um mit den Altersgenossen mithalten zu können, sondern beinhaltet alle möglichen Wochenendausgaben. Die letzten Wochenenden verhielt es sich ungefähr so:
Entweder kaufte ich Geschenke für die Geburtstageskinder dessen Partys ich besuchte, der restliche Abend war demnach kostenfrei, oder ich ging auf ein Konzert, wo ich am Tresen den Kartenpreis verdoppelte. Die teuersten Abende waren jedoch die, an denen man gezwungen war mit dem Taxi in die nächste Lokalität zu fahren. Dort angelangt ist es meist gleichermaßen mies wie teuer.
Es kam vor, dass ich vergaß mir für die Zugfahrten ein Buch mitzunehmen, welches ich dann im Nachhinein am Bahnhofsbuchhandel genau für diesen Zweck erwarb. Über den Fahrkartenpreis brauchen wir erst gar nicht zu reden. Die obligatorischen Biere und Bratwürstchenvor nach dem Fußballspiel sind Pflicht und ersetzen nicht selten die Kür. Ohne ein Bier in der Hand brauchst du erst gar nicht versuchen dich mit jemand über Fußball zu unterhalten. Die „Wenn ich gewollt hätte, wäre mehr drin gewesen“ Haltung muss nach Abpfiff so schnell wie möglich hergestellt werden. Das kostet natürlich.
Sonntags habe ich keine Zeit und Lust großartig zu kochen, weshalb ich beim Dönerladen einkehre. Für bereits vier Euro wird dir ein eingängiges Gericht gebaut.
Fünf Euro gehen für die DVDs drauf, die ich mir am Vortag, für den Restsonntag auf dem Sofa, ausleihe. Die Kosten für die Zigaretten heben sich mit den Geldgewinnen beim Knubbeln auf. Dennoch sollte ich langsam damit anfangen sie in die Rechnung mit einzubeziehen. Iacta alea est - nicht immer läuft es so glatt.
Es ist nicht so, dass ich mir meine Freizeit herbeisehne, unbedingt auf das Schlachtfeld ziehen muss, auf dem das Geld wie Munition verballert wird, aber los ist ja immer etwas. Und alles fordert seinen Tribut, egal was man unternimmt.
Ich frage euch: Hundert Euro am Wochenende, ist das normal?
Falls sich die Eltern ihres, sagen wir… 28 jährigen Sohnes dazu entscheiden sollten ihm
Entweder kaufte ich Geschenke für die Geburtstageskinder dessen Partys ich besuchte, der restliche Abend war demnach kostenfrei, oder ich ging auf ein Konzert, wo ich am Tresen den Kartenpreis verdoppelte. Die teuersten Abende waren jedoch die, an denen man gezwungen war mit dem Taxi in die nächste Lokalität zu fahren. Dort angelangt ist es meist gleichermaßen mies wie teuer.
Es kam vor, dass ich vergaß mir für die Zugfahrten ein Buch mitzunehmen, welches ich dann im Nachhinein am Bahnhofsbuchhandel genau für diesen Zweck erwarb. Über den Fahrkartenpreis brauchen wir erst gar nicht zu reden. Die obligatorischen Biere und Bratwürstchen
Sonntags habe ich keine Zeit und Lust großartig zu kochen, weshalb ich beim Dönerladen einkehre. Für bereits vier Euro wird dir ein eingängiges Gericht gebaut.
Fünf Euro gehen für die DVDs drauf, die ich mir am Vortag, für den Restsonntag auf dem Sofa, ausleihe. Die Kosten für die Zigaretten heben sich mit den Geldgewinnen beim Knubbeln auf. Dennoch sollte ich langsam damit anfangen sie in die Rechnung mit einzubeziehen. Iacta alea est - nicht immer läuft es so glatt.
Es ist nicht so, dass ich mir meine Freizeit herbeisehne, unbedingt auf das Schlachtfeld ziehen muss, auf dem das Geld wie Munition verballert wird, aber los ist ja immer etwas. Und alles fordert seinen Tribut, egal was man unternimmt.
Ich frage euch: Hundert Euro am Wochenende, ist das normal?
Donnerstag, 7. April 2011
Christoph Schlingensief - Ausländer raus
"Leb` und tu was für Dich. Das Wunder geschieht, weil es Dich gibt.
Leb`, so wie Du Dich fühlst, leb Dein Leben so, wie Du´s selber nur willst.
Lieb`und Du wirst geliebt. Das Wunder geschieht, weil es Dich gibt." Big Brother
Das Buch zum Film habe ich mal gelesen. So wie es aussieht, abgegriffen und vergilbt, ist das schon länger her. Es waren die ersten Berührungspunkte mit Christoph Schlingensief. Talk 2000 und U 3000 verpasste ich regelmäßig im Fernsehen. Er war mir halt immer einen Schritt voraus, genau wie seinen Klägern. Das Buch konnte ja nicht weglaufen und heute kann Christoph sowieso niemanden mehr davoneilen. Er wartet bis wir ihn eingeholt haben.
Ich kann verstehen, dass die von Christoph behandelten Themen heute die Jugend nicht mehr interessieren, aber Ausländer raus, das sollte doch jeden etwas angehen. Ich denke jeder Leser dieses Blogs versteht worum es bei der Aktion ging und geht. Schlingensief war einer, von dem konnte ich die Meinung 1:1 übernehmen, da lag ich immer richtig mit. Zumindest vom Gefühl her, anderen gegenüber eher selten. Was gleichzeitig meine Überzeugung an die Richtigkeit seiner Worte erklären könnte. Heute hängt sein Konterfei bei mir im Flur, neben dem Wandspiegel. Manchmal schüttelt er den Kopf.
Der Film zum Buch ist komplett auf YouTupe zu bestaunen. Schaut ihn auch an. Worum es geht? Der Trailer erklärt es ganz gut. Big Brothers mit Immigrationshintergrund.
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