Dienstag, 17. März 2009

Don´t start a revolution from my bed

"Was? du willst Respekt, dann gib ihn auch anderen" Luke & Swift

Die Knigge Boys haben mal wieder getagt und über Benimmregeln diskutiert. Das einzig erwähnenswerte was dabei herausgekommen ist, ist der Teil mit den Smilies in eMails. Endlich sagt es mal jemand. Genau haben die Knigge Boys folgendes gesagt: lasst diese bescheuerten Smilies weg, man wird jawohl so schreiben können, dass die Ironie zwischen den Zeilen erkennbar ist!
Setzt natürlich auch voraus, dass die Ironie auf der anderen Seite ankommt. Am besten die Ironie gleich ganz weglassen. Ernst gemeint.
Leider fehlten auch dieses Jahr wieder wichtige Benimmregeln, die das Miteinander viel angenehmer gestalten.

Ein junger Mann und eine junge Frau schlendern durch die Innenstadt von… sagen wir Bremen.
Ein Paar kommt den beiden entgegen, oder besser gesagt ein Pärchen. Es sind Liliputaner.

Junger Mann: „Oh wie süß, da haben sich aber zwei gefunden.“

Was danach folgt hat überhaupt nichts mit gutem Benehmen zu tun...

Junge Frau: „Was bist du denn für ein Arsch!“

Der junge Mann ist selbstverständlich überhaupt kein Arsch. Wäre den beiden ein Modelpärchen, das sich beim Dreh der neuesten Lätta Werbung kennengelernt hat, entgegengekommen und der Satz wäre gefallen, dann wäre er ein toller, gönnerhafter Romantiker gewesen. Aber Liliputaner haben anscheinend nicht dieselben Rechte. Dieses der jungen Frau zu erklären, hätte genau so von schlechtem Benehmen gezeugt, wie die von ihr begangene Todsünde: eine Szene in der Öffentlichkeit machen.
Alle Beteiligten schämen sich. Die unfreiwilligen Zuhörer schämen sich über das Gekeife; der arme, junge Mann schämt sich, dass seine Begleitung kein Benehmen hat und noch nicht einmal weiß, dass man in der Öffentlichkeit niemanden, egal was dieser verbrochen hat, eine Szene macht und die junge Frau schämt sich, weil sie denkt, ihr Begleiter sei ein Arsch.
Eine Lose / Lose Situation.

Es gibt noch mehr solcher pikanten, aber einfachen Benimmregeln, die das Zusammenleben für alle erleichtert. Zum Beispiel sollte an Orten wie Kassenschlangen, Bushaltestellen, Fahrstühlen und Wartezimmern die Fresse gehalten werden.

Freitag, 13. März 2009

The Watchmen – die Wächter

Auf zum Atem“ Radioaktiv Man

Dienstag, 10. März 2009

Dieses Jahr verspricht wieder so einige Kinokracher. Das Beste daran, es sind keine Sequels dabei. Zumindest keine richtigen. Terminator: Salvation (spekulativer deutscher Untertitel: Roboter übernehmen die Macht) und X-Men origins: Wolverine (spekulativer deutscher Untertitel: das Raubtier) sind eher vielversprechende Ableger einer Trilogie und Transformers 2 ist kein guter Film.
Ein weiterer Film, der mir bisher auch als Comicfan nichts sagte, ist „The Watchman“. Plötzlich wusste jeder, dass The Watchman der einzige Comic ist, der es in die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat. Soso. Also eine weitere Comic Verfilmung. Ich habe nichts dagegen, viele gelingen ja auch sogar und als ich lass, dass der Macher von „300“ Zack Snyder Regie führt, wurde ich neugierig. Die Trailer versprachen viel Action in einem Gewand aus düsteren Bildern.
Dienstag ist in Bremen Kinotag, eine hervorragende Gelegenheit mir den Film anzuschauen.

Aus 12 Bändern der Comicreihe wurden 160 Minuten Film. Nicht wenig.
Das erste Mal erschrak ich, als das DC Logo auf der Leinwand erschien. Die müssen sich die Rechte im Nachhinein gekauft haben, dachte ich. Von DC kennt man doch eigentlich alles dagewesene.
Der Film ist düster und Action gibt es auch viel, in dieser Hinsicht schon mal kein Trailer Fake ala Transformers. Die Handlung spielt in einem Los Angeles, das von Moral und Anstand nicht mehr viel hält. Kinderpornos laufen im Kino, Gangs regieren die Straßen und die Welt steht fünf vor zwölf vor einem Atomkrieg. Mitten in diesem Moloch kämpfen die „Watchman“ in der zweiten Generation. Oder besser, sie kämpften. Präsident Nixon hat in seiner fünften Amtsperiode den Helden (bewusst ohne super) das Heldsein verboten. Die „Watchmen“ sind eher Helden aus der Riege Batman. Keine Superkräfte, dafür ungewöhnlich stark, schnell und clever. Coole Auftritte und Abgänge gehören auch zu ihren Merkmalen. Der Film schafft es perfekt die für Comic typischen Elemente in eine denkbar realistische Umwelt zu setzen. Wenn man bereit ist, gewisse Dinge einfach hinzunehmen, erschließt sich einem der Film von ganz alleine. Ähnlich wie bei Sin City.
In wenigen Szenen wurde mein guter Geschmack auf die Probe gestellt. Nämlich immer dann, wenn es zu brutal wurde oder bei billig wirkenden Softporno Einlagen. Zum Glück wird die Schockerschiene nicht andauernd gefahren, sondern wechselt sich ab mit lediglich einer Andeutung einer Verstümmelung. Die Lacher kommen, wenn man über einen etwas makaberen Humor verfügt, auch nicht zu kurz.

Die Story wird aus der Sicht von Rorschach, einer der „Watchmen“, dennoch ein totaler Antiheld, erzählt. Seine Tagebucheinträge sind der rote Faden, der die mysteriösen Ereignisse zusammenfasst. Jedes Mitglied hat einen völlig unterschiedlichen Charakter, die dementsprechend häufig aneinander geraten. Zudem bekommt jeder seine kleine Nebenhandlung, was bei der Komplexität der Charaktere auch dringend notwendig ist. Und wenn schon ein Mitglied Superkräfte haben muss, dann richtig. Mr. Manhatten ist ein gottgleiches Wesen, das im Grunde alles Vorstellbare verrichten kann. Er erinnert stark an den Silversurfer. Wer hätte gedacht, dass die Blue Man Group solche abgedrehten Dinge draufhat? Dennoch macht dieser nicht mal eben alles gut, sondern handelt nach moralischen Motiven, die im Laufe des Films immer mehr in die Emotionslosigkeit abdriften.
Zum Ende hin kommt es zu einem moralischen Zwiespalt der besseren Sorte.
Rundum ein gelungener Film, der es schafft, die verschiedenen Charaktere perfekt ins Licht zu rücken. Wem 300 oder Sin City gefallen hat, wird „The Watchmen“ auch mehr als nur mögen. In diesem Stil könnten meinetwegen alle Comic Verfilmungen sein. Es fehlen ja noch „Captain America“, „The Flash“ und „Lobo“.

Eben noch schnell hinterher geworfen… Hollywood kauft zurzeit die Rechte an diversen Mangaverfilmungen. Ich sage nur Akira, Ghost in the Shell, Masters of the Universe… Kann es sein, dass meine gesamte Kindheit bald verfilmt ist?

Donnerstag, 5. März 2009

Tagebuchcharakter

„Ein Fleck im Badetuch, sagt mehr als ein Eintrag ins Tagebuch!“ Harald Schmidt

Donnerstag 05. März 2009

7 Uhr 10 Schon wieder verschlafen. Komisch, vor fünf Minuten war es noch 6 Uhr 40. Wie wenig Zeitgefühl man morgens hat. Dabei bin ich gestern ab der 70. Minute ins Bett gegangen.
Scheiß James Morrison Konzert hat mich bis 0 Uhr 30 wach gehalten.
Dann auch noch kein Wasser mehr. Nur noch Leitung. Jetzt fällt mir auch wieder ein, warum ich früher aufstehen wollte.

8 Uhr Im Büro telefoniere ich ein bisschen rum. Keiner nimmt so früh das Telefon ab. Wenigstens schaffe ich es den Arzttermin auf Montag zu verschieben. Heute geht es von der Arbeit aus in ein Viertel, in dem ich noch nie war. Ist ja immer wieder spannend sich zu fragen: wäre ich hier auch hingezogen?

10 Uhr 45 Wir begehen ein soziales Auffangbecken für Exknackis. Ziemlich herunter gekommen alle und alles. Die Bewohner liegen in ihren 16 qm Zimmern im Bett und gaffen alle den selben Sender oder sind damit beschäftigt hastig ihre Bongs auf den Balkon zu verstecken.

12 Uhr Ich kann mich kaum konzentrieren, weil gerade bei Punkt 12 ein interessantes Thema läuft. Vergessen welches.

13 Uhr Ich glaube meine Arbeitskollegin ist ernsthaft sauer auf mich, weil ich mich mit den mitteilungsbedürftigen Exknackis unterhalte.

Er so: „Acht Jahre so eine Kacke ey!“
Ich so: „Wofür bekommt man denn acht Jahre?“
Er so: „Scheiße man, dabei war ich unschuldig!“
Ich so: „Sicher!“
Er so: „Acht Jahre auf acht Quadratmeter, kannste Dir das vorstellen?“
Ich so: „Nee, obwohl doch. Jetzt sind es 40 Jahre auf 16 Quadratmeter!“

Er findet das lustig. Ich auch.

14 Uhr 30 Der Kriechkeller zerschrotet meinen Rücken endgültig.

15 Uhr Die Pfleger oder Sozialarbeiter oder wie man die hier bezeichnet, machen Feierabend. Ohne die hat das keinen Zweck. Meine Klamotten riechen wie ein HipHop Konzert. Jams, für Insider.

15 Uhr 10 Vier Stunden reichen dann auch. Auf dem Rückweg entdecke ich den Schnorrer vom Vortag, der auf dem Domshof das Schubsen anfing. Eine Dreiste Ratte. Ich würde hier nicht herziehen. Das steht fest.

15 Uhr 15 Ich finde einen 5 Euro Schein in meiner linken Hosentasche. Ich wollte erst sagen - was für ein Glück, dass ich die Hose noch nicht gewaschen habe - habe aber rechtzeitig gemerkt, dass die 5 Euro den Zustand meiner Hose auch nicht aufwerten.

15 Uhr 30 Zurück auf der Arbeit erfahre ich, dass die scharfe Mitarbeiterin, die seit kurzem das Büro nebenan bezogen hat, 29 Jahre alt ist (gut), ein Kind hat (nicht so gut) und verheiratet ist (warum muss ausgerechnet die nebenan sitzen?).

17 Uhr Ich bin auf dem Weg zum Aldi, Wasser und Pizza kaufen. Die letzten kalten Tage bringe ich mit Pizza rum und dann heißt es Badeseesaison. Da wird nichts mehr gegessen. So der Plan.

18 Uhr Simpsons + Pizza + Multivitaminsaft = heile Welt.

19 Uhr Die ganze Woche schon quäle ich mich durch die Hausarbeit. Musik macht es erträglich, aber wenn es ums Bügeln geht… Die mit Abstand stumpfste und gleichzeitig anspruchvollste Hausarbeit überhaupt. Ich überlege, ob ich die Arbeit nicht abgebe. Professionell oder einfach einen Zettel ans schwarze Brett von der Hochschule heften.

20 Uhr 15 Wenigsten kann man beim Bügeln gut TV gaffen. Topmodels. Ich nehme die Herausforderung an und schalte den Ton an und die Musik aus. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, Harpe Kerkeling sei Heidi Klum! Diese Frau parodiert sich selbst so gut.

21 Uhr Ich muss laut lachen bei Heidis Kommentar: „Hallo Emotionen! Schließlich fliegt das Auto hinter euch gerade in die Luft!“. Oder so ähnlich. Ich könnte nie Topmodel werden, es würde immer an den Emotionen scheitern. Dann muss ich den Ton doch wieder ausmachen. Viel zuviel Gekreische.

21 Uhr 15 Bügeln ist wie Scheißen, denke ich. Irgendwie lästig, aber wenn man den fertigen Haufen sieht, ist man doch stolz auf seine Leistung.

21 Uhr 30 Ich gehe eben noch zu Björn rüber und tausche mein Flaschenpfand gegen Hackfleisch und irgendwas von Knorr, auf dem irgendwas mit Hackfleisch steht, ein. Soviel zur Pizza.

22 Uhr JLa sagt „Hey ho“. Eigentlich das Beste am Internet.

22 Uhr 30 Mir fällt auf, Blondinen in grauen Kapuzenpullis wirken immer etwas versoffen. Hat was. Kaputt too.

22 Uhr 35 Schaue ich jetzt noch die neue Lost Folge? Nee, das wühlt mich zu sehr auf. Das ist nicht gut, so kurz vor dem schlafen gehen. Außerdem freue ich mich dann morgen den ganzen Tag drauf

22 Uhr 40 RED! eine bescheute Sendung. Da schreibe ich lieber einen Blogeintrag.


23 Uhr Übungen, Zähneputzen und dann ins Bett. Morgen versuche ich mal ernsthaft früher aufzustehen!

Zum ersten Mal seit dem digitalen Suizid meines Tagebuches, überlege ich doch ernsthaft wieder damit anzufangen....

Mittwoch, 4. März 2009

Versicherungen

"Ich muss Versicherungen checken sonst gibt es noch weniger Rente
wenn ich so weiter mache, brauche ich jede Mark für Medikamente" Dendemann

"Das ist von unserer Seite so minimal kalkuliert, da würde selbst der geizigste Schotte feucht werden unterm Rock." Stromberg

Eigentlich wollte ich über meine inkompetente Maklerin schreiben, der Text war sogar fertig. Dann dachte ich mir: wer will was über fremde Menschen lesen, die ihren Job nicht beherrschen und unsympathisch sind? Dafür gibt es doch die Tageszeitung.
Also jetzt mal etwas positiveres. Dem Klischee zum Trotz, habe ich in meinem Versicherungsvertreter einen fähigen Mann. Was heißt fähig? Er macht keinen besonders fähigen Eindruck, ist aber sympathisch, weil durchschaubar.
Bisher hatte ich drei Termine bei ihm. Beim ersten Termin bin ich noch von Versicherer zu Versicherer gelaufen und habe mir Preislisten ausdrucken lassen und halt verglichen.

Sein Büro ist in derselben Straße wie mein Arbeitsplatz. Ein altes, maritimes Gebäude, das noch von wirtschaftlich besseren Zeiten erzählt. Marmor, breite Treppenläufe und sein Büroschild ist nicht wie üblich neben der Tür angeschraubt, sondern direkt auf die Wand gepinselt. Ich stolzierte ohne Termin in sein Büro, es sollte ja nicht lange dauern. Ich wurde höfflich, fast überschwänglich empfangen. Mir wurde die Jacke entgegengenommen und sofort ein Stuhl angeboten. Alles wurde mir fein säuferlich erklärt und meine dümmlichen, nicht immer ganz ernst gemeinten Zwischenfragen störten auch nicht. Der Herr machte einen lässigen Eindruck auf mich. Hin und wieder gelang es auch mir einen Gag einzubauen. Nach unserem einstündigem Gespräch, wusste ich nicht nur bescheid, sondern hatte mich heimlich bereits entschieden. Beim verlassen des Büros bedankte ich mich für die freundliche Beratung und er meinte, ich solle das mal alles schön in meinem Testbericht erwähnen. Testbericht? Der Honk hat mich für einen Testkäufer gehalten, deshalb auch diese Ausführliche Beratung.
Beim nächsten ausgemachten Termin war er besser vorbereitet.
Er stellte mir eine Fangfrage, auf die ich nicht antworten konnte. Daraufhin rollte er von seinem Schreibtisch weg und schrie:

„HA! Dann kannste auch kein Testkäufer sein. Die wissen so was nämlich!“
„Clever!“

Ich fand zwar, das bewies gar nichts, aber ich hatte mich ja eh schon entschieden. Er meinte, Testkäufer kämen immer ohne einen festen Termin, deshalb sein anfänglicher Verdacht. Meinen Einwand, dass sich dann ja jeder Testkäufer von vornherein verraten würde, wenn das immer so sei, schließlich ist eine terminliche Vereinbarung doch die Regel, winkte er ab.

Ich unterschrieb eine Haftpflichtversicherung, sowie eine Hausratversicherung bei ihm. Im Preisvergleich bin ich absolut zufrieden, dazu kommt noch die gute Beratung natürlich.

Gestern unterhielten wir uns über eine Unfallversicherung.
Wir haben das ganze sehr genau auf den Punkt gebracht. Umso jünger du bist, desto mehr ist die Unfallversicherung nur eine Einstiegshilfe in eine qualitativ beschissenere Zukunft. Man fällt, nur man schlägt nicht mehr so hart auf. Wenn man alt ist, kommt einem das Modell schon eher entgegen. Als ich nachfragte, ob es bei der Police überhaupt einen Break-Even-Point gäbe, musste er den Begriff im Wirtschaftslexikon nachschlagen.

„Wenn sie das eben gegooglet hätten, wäre es mir gar nicht so sehr aufgefallen!“
„Das wichtigste Buch im Studium, neben dem Duden, war das Wirtschaftslexikon! Damals gab es nämlich noch kein Google, das einem die Hausarbeiten schrieb.“

Touché, dennoch irgendwie arm. Seine Rechtfertigungen waren aber insgesamt sehr amüsant. Außerdem gab es keinen BEP, es sei denn man bleibt gesund. Aber da habe ich dann auch nichts gegen.
50 Prozent Invaliditätsrate bei Verlust eines Auges! Eins von vieren, damit kommt man noch gut durchs Leben, sagte ich. Wieder ein Brüller. Dafür waren seine Worse-Case-Scenarios genial.
„Nehmen wir mal an, ein Schwarzer NEIN NEIN NEIN, so wollte ich das nicht sagen… ein Ausländer fährt dir mit seiner gestohlenen Moffa ins Fahrrad. Der ist natürlich illegal im Land. Den kannst du nicht verklagen. Der hat nichts. Dann ist nichts mit Schmerzensgeld…“
This is not America baby, fügte ich in Gedanken hinzu. Noch habe ich mich nicht entschieden. Ich wurde übrigens während der ganzen Gespräche nicht einmal an Stromberg erinnert.

Dinge, die ich mir für das Berufsleben merken möchte:
Zwei Minuten nachdem ich das Büro betrat klingelte das Handy (alter Knochen) des Versicherungsvertreters.

„Ja, Mensch Klaus alter Kumpel, schön von Dir zu hören. Du, passt gerade ganz schlecht, aber erzähl mir doch bitte kurz in drei Sätzen wie es gelaufen ist […] Prima, siehst du! Wie ich es dir gesagt habe. Freut mich, dass ich dir in der Angelegenheit weiterhelfen konnte. Tschüüüüß.“

Ganz schön gerissen was?

Außerdem sollte man einen bescheidenen aber wirkungsvollen Ehering tragen. Es ist mir vorher nie aufgefallen, aber so ein Ding ist ein echter Sympathieträger. Besonders in dieser Branche.

Dienstag, 3. März 2009

Scharfes Essen

"Burn, baby, burn" Ash

"I don't ever want to feel
Like I did that day" Red Hot Chili Peppers

Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, dennoch frage ich mich seit meinem ersten Döner mit scharfer Sauce, wie die denn bitteschön richtig heißt!
Tzaziki heißt ja auch nicht „Stink“.
„Mit Stink?“, unvorstellbar.

Es war in Hannover am helllichten Tag bei einem Dönerladen auf der Lister Meile. Ich bestellte einen Döner und bekam zum ersten Mal die Frage gestellt, ob ich den Döner mit Schaf haben möchte. Eigentlich wurde ich gefragt: „Mit Scharf?“ Dass es sich dabei um eine Frage handelte, habe ich nur daran festgemacht, dass sich die Stimme des Budenbesitzers mit der letzten Silbe hob.

„Wie bitte? Mit Schaf? Ist mir egal, meinetwegen auch mit Lamm.“
„Mit Scharf?“
„Ja, mit Schaf!“

Alles sah erstmal recht appetitlich aus. Die rote Sauce, die ich nicht zuordnen konnte auch.
Wenn ich einen Döner esse, dann pieke ich nicht erstmal debil mit einer Plastikgabel in den Salat rum oder esse die erste, rutschgefährdete Schicht Fleisch runter. Nein, ich beiße beherzt rein und freue mich jedes Mal, wenn ich daran gedacht habe, vorher das Papier, auf dem immer derselbe Musterdönermann mit seinem Schnauzer abgebildet ist, beiseite zu schieben. Übrigens, wenn das Papier durchsichtig wird, ist es ein guter Döner.
Ich esse nur im gehen und dann so exaltiert, dass mir ständig ein ganzes Schwadron Tauben folgt und sich um die Reste balgt, die es den Weg, vorbei an meiner Kleidung, auf den Asphalt schaffen.
Bei diesem Döner an der Lister Meile, der mit dem angepriesenen Schaffleisch, wie ich dachte, war es jedoch anders. Mir brannte die Fresse. Wer macht so was? Was habe ich dem Mann getan? Wie kann man so etwas leckeres nur so dermaßen ruinieren? Warum sagt er nicht, dass er mir Tabasco extrascharf unters Essen gemischt hat?

So etwas Scharfes habe ich das letzte Mal gegessen, als ich mit der Familie eines Freundes, anlässlich seiner ersten 5 in seiner Schullaufbahn, Essen gewesen bin. Als ich pinkeln war, wurde mir das Essen mit einer Teufelssoße verfeinert. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle. Das erste Mal kam ich in Berührung mit dieser Gewürzirritation, als ich eine Mutprobe bei einem Familienessen (sogar dieses Mal mit der eigenen Verwandtschaft), vermutlich angestichelt von irgendeinem eingeheirateten Onkel, zum essen einer extra roten Peperoni überredet wurde. Ich habe die Wette gewonnen, fühlte mich aber nicht so. Wer beim Fußball schon mal einen Ball ins Zentralmassiv bekommen hat, der kann ahnen, wie sehr ich die darauf folgenden Ratschläge, zu schätzen wusste.

„Arme hoch!“
„Iss Weißbrot!“
„Iss noch eine!“
„Nein, trink Milch!“
„Doppelt oder nichts!“
„Der ist kaputt!“
„Auf gar keinen Fall Wasser trinken!“

Ein junges Date wurde schlagartig lebendiger, als mich die Angebetete fragte, ob ich nicht mal ihre Pizza probieren möchte. Bei Ihrer Bestellung habe ich natürlich nicht zugehört, Pizza geht man allerhöchstens eh nur einmal essen, und so geschah es, dass mir nach dem ersten Bissen die Tränen in den Augen standen. Eine Pfefferspray Attacke spricht wenigstens eine deutlich Sprache, aber was hatte die Aktion zu bedeuten? – Hand da weg oder du bekommst die ganze Pizza?

Napalm wurde von der Uno verboten, aber was hindert die Amis eigentlich daran Tabasco abzuwerfen?
Heute bin ich etwas toleranter gegenüber scharfem Gewürz. Ich habe eingesehen, dass es sein muss, wenn das Essen nach sonst nichts schmeckt. Auch bei Erkältungen kann es helfen, rede ich mir ein. Dennoch ist das Maximum meines Verständnisses die Mexican Southwest Sauce von Subway.
Um nochmals zurück auf meine anfängliche Frage zu kommen… wie heißt die Sauce „Scharf“ wirklich? Die muss doch einen (Internationalen) Namen haben.

Samstag, 28. Februar 2009

Paper Planes Contest

"We fly like Paper, get high like Planes“ M.I.A.

„When I push a button, we´ll be doing Mach 1 in six seconds!” Huckelberry Hawk

General Sunnyboy Pupseis ist von unserem aller Lieblingsmenschen dazu beauftragt worden, die Leitung des Projektes „Paper Planes Contest“ in seinem Namen weiter zuführen, da er selbst so unfassbar viel um die Ohren hat.
Hier ist der Stand der Dinge…

30. Januar 2009

General Pupseis übernimmt offiziell das Kommando über die zweiundfünfzigköpfige Crew des Lieblingsmenschen Paper Planes Corps. Kurz: LPPC.

31. Januar 2009

Der General nimmt erste Einschnitte vor und entlässt 50 Mitglieder der jungen Crew. Die ausgesetzten Crewmitglieder kamen nie zu Hause bei ihren Familien an. Um seine Visionen durchsetzen zu können, heuert er stattdessen Dr. Charles Moffet an, der zum Leiter des Entwicklungsteams ernannt wird. Außerdem werden erfahrene Kräfte aus der Wissenschaft, sowie der Politik sich dem Team anschließen. Eine Kurze Ansage vor versammelter Mannschaft macht das Ziel mehr als deutlich: „Die rasche Entwicklung eines Prototyps hat absolute Priorität, alles andere ist primär.“

1-4. Februar 2009

Dank guter Beziehungen der LPPC zu allen weltweit wichtigen Verbrecherorganisationen stehen quasi unbegrenzte Mittel zur Verfügung. Erste Blaupausen finden schnell Gefallen in den Augen des Generals und in die Entwicklungsabteilung. Die Umsetzung der Pläne findet aufgrund einer alten Wette zwischen Fidel und Sunnyboy in Kuba statt. Kuba ist zwar eher ein Rückschritt was die progressive Paper Planes Technologie angeht, aber Wettschulden sind nun mal Ehrenschulden.

6. Februar 2009

Die Operation „From Kuba to Luna“ ist ein einziger Reinfall. Anstatt einen voll funktionsfähigen Prototypen zu liefern, steigt Kuba nun in die Formel 1 ein. Zudem wurde das Entwicklungsteam, aufgrund unüberwindbarer Differenzen zwischen den kommunistischen Leiharbeitern und den LPPC Ingenieuren, von der kubanischen Staatspolizei, der Polizia, dezimiert.

8. Februar 2009

Das Wetter spielt verrückt. Dr. Charles Moffet stellt die albern nostalgische Verbundenheit des Generals zu Europa in Frage. Ist das noch der Sache dienlich? Sir Pupseis selbst kommen langsam Zweifel an der Ausführbarkeit der Mission. Allein und isoliert resigniert er bei einem Fass Wein und der Musik von Frank Sinatra über die Zukunft. Fly me to the Moon! Mehr wollte er doch nicht.

10. Februar 2009

In der Wut findet General Pupseis neue Kraft sein Team zu lenken und dem ihn anvertrauten Auftrag zu erfüllen. Er führt Wahnsinns Tag-Nacht / Tag-Nacht / Tag-Nacht Sonderschichten ein. „Klaut doch bei der scheiß Air Force wenn euch Pupsnasen nichts einfällt!“ brüllt er durch die riesigen Hallen und erschießt dabei eine Putzfrau, die er kurz darauf beschuldigt für die Gegenseite zu Arbeiten. OE (Ole und Elli), eigentlich keine Konkurrenz aber ein wirkungsvolles Druckmittel seiner Untergebenden gegenüber.

12. Februar 2009

Ein erster Lichtblick. Der Prototyp „Elly Beinhorn“ konnte unbeschädigt geborgen werden. Dem General wird klar, wenn er sein Team nicht aufstockt und nicht zeitgleich an den einzelnen Projekten gearbeitet wird, wird die Zeit knapp. Die Zeit, nachdem er die Natur in die Knie gezwungen hat, sein einziger noch lebender Erzfeind.

14. Februar 2009

Neben der Zeit gesellt sich noch die Schwerkraft mit auf die Liste der Erzfeinde des Generals. Die Elly Beinhorn ist im Amazonas völlig durchgeweicht von ein paar Eingeborenen gefunden worden. Die Eingeborenen kamen nie zu Hause bei ihrem Stamm an.

16. Februar 2009

Die Regierung mischt sich ein. Diesbezüglich macht sich Niemand wirklich Sorgen. Im Grunde genommen rechnete man mit einer Schmiergeldzahlung schon bevor das Projekt überhaupt anlief. Aber Merkels Finanzkrise Wischi Waschi Verein lässt sich leichter schmieren als streichzarte Butter in der Sonne. Mit Sahne.

18. Februar 2009

Gerade kehrte der Frieden wieder in die Kriegsmaschinerie ein, als die Testpiloten ausgingen. Viele erlitten einen Schulterbruch, nur wenige kamen mit einem Tennisarm noch glimpflich davon.
„Diese verweichlichte World of Warcraft Generation, fallen wie die Fliegen“ fluchte Pupseis. Der General schickt hunderte Scouts raus zu den Bundesjugendspielen. Irgendwo da draußen muss sich doch ein Junge finden, der Manns genug ist, einen High End Papierflieger unter Kontrolle zu bringen. Ein erfahrener Mann muss her, einer der mit der Gefahr umgehen kann. Oder ein junger Mann, der die Gefahr nicht erkennt. Egal.

20 Februar 2009

Die Sichtungen der Scouts fällt dürftig aus. Zur Auswahl stehen:
Stefan Raab, erprobter Mehrkampf Spezialist
Bob Williger, Ehrenurkunden Inhaber mit Unterschrift von Andreas Herzog
Sunshine Superman, Querkopf und Rebell
Sunshine, der als einziger bei den Bundesjugendspielen über 60 Meter geworfen hatte, bekam aus einer Bierlaune heraus den Zuschlag. Aller Warnungen, für Herrn Superman sei das Wort „Teamwork“ ein Fremdwort und außerdem sei er Linksausleger und was ist das überhaupt für ein Name? zum trotz. Namen muss man sich in der LPPC erst verdienen. Die Zeit sitzt allen spürbar im Nacken.

22.Februar 2009

Sunshine Superman integriert sich fantastisch. Er scheint verstanden zu haben, worum es bei der Sache geht. Die ersten Testwürfe laufen gut. Zu gut. Niemand traut dem Frieden.

25. Februar 2009

Ein weiterer Rückschlag erregt dieses Mal größeres Aufsehen. Die super Legierung HL (HL = hydrophobiertes Löschpapier), Codename Higher Level versagt über Holland. Ein Einschalten der Medien konnte nicht verhindert werden. Einer Spezialeinheit gelang es, den Vorfall so gut wie möglich zu vertuschen. „Erst Roswell und jetzt das“ stöhnte Pupseis. Es lagen große Hoffnungen in dem Vogel.

27. Februar 2009

Unser aller Lieblingsmensch schmeißt eine Runde Mettbrötchen, Die Stimmung steigt wieder.
Der amerikanische Luftraum wird aufgekauft. Es wird noch mal das Vertrauen in General Pupseis bekräftigt und ein Witz gemacht: „Wir gehen an die Börse!“. Alles lacht.

29. Februar 2009

Die Deadline wird auf unbestimmte Zeit nach hinten verlegt. Keine Frage, da sind Gelder geflossen. Die Konkurrenz argumentiert am runden Tisch mit der Gesundheit der Crew. So eine AOK Sprache kommt leider immer gut bei den Verantwortlichen an.
Die Forschungen an der Wettermaschine werden eingestellt. Wettbewerbsverzerrungen heißt es. Blödsinn.

01. März 2009

29. Februar?

03. März 2009

Die ersten Designvorschläge graduierter Sprayer Legenden aus New York werden eingesehen. Die Geheimhaltungsstufe wird nochmals erhöht. Die Künstler verschwinden aus dem öffentlichen Leben. Hochhäuser werden gesprengt. Zudem werden Überlebende von Flugzeugabstürzen angeheuert und Erfahrungsberichte protokolliert. Außerdem sollen sie Glück bringen.


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Mittwoch, 25. Februar 2009

Elektriker

„Da wird dir schlecht Digga, sagt sogar die Putze zum Elektriker und es kommt noch heftiger“ Das BO

Heute war der Elektriker, mit dem Auftrag eine Steckdose in die Wand zu installieren, bei mir zu Hause. Da bereits unter dem Lichtschalter ein freier Platz für eine Steckdose vorhanden war, musste nichts an der Wand getan werden. Kein Schlitzen oder Tapetenentfernen oder Schlimmeres. Die Kabel lagen also theoretisch bereit. Der Elektriker kam pünktlich um 7 Uhr 15. Die Zeit habe ich mir selber ausgesucht. Kann ja nicht lange dauern so eine Steckdose einzubauen.
Das erste Problem war, die Kabel, die sich hinter der Verblendung befanden, gehörten zur Gegensprechanlage. Separate Stromkabel waren nicht vorhanden. Okey, man könnte ja auch den Lichtschalter darüber anzapfen. Das hat mir nämlich der Chef der Firma bei der telefonischen Terminvereinbarung bereits erklärt. Das ginge. Ging auch. Leider passte nun die Fassung für Steckdose und Lichtschalter nicht mehr. Egal, hatte der Elektriker alles am Mann. Auf Tasch sozusagen. Auch wenn die Träger seines Blaumanns seitlich und total verknotet an den Schultern herunter hingen, gut vorbereitet war er.

Dumm nur, dass der Stromkreis getaktet war und die Steckdose nur dann funktionierte, wenn man das Licht anmachte. Ich war schon kurz davor mich damit abzufinden, bzw. einen Kabelkanal um die Türzarge herum, hin zum Sicherungskasten, um dieses Problem zu beheben, zu akzeptieren, als ich dem Elektriker gegenüber erwähnte, dass sich am anderen Ende des Flures ein Lichtschalter mit Steckdose befinde und dort der Strom auch dauerhaft fließe. „Phase“ heißt das dann, glaube ich. Da steckte nämlich bisher mein Router in der Steckdose. Ich hatte, sehr unelegant, ein Mehrfachstecker als Verlängerung des Router Netzkabels quer über den Flur verlegt, der auch gleichzeitig als Türstopper diente.

Ich fragte höfflich, ob man die Stromkreise nicht aneinander schließen könne. Dass so was geht, wusste ich noch aus der Grundschule, von einem Besuch bei der Hastra. Hm, das könnte man versuchen, meinte der Elektriker und fing an rumzuschrauben. Ich ging derweil Frühstücken.
Irgendwann hörte ich ein verzweifeltes Jaulen aus dem Flur kommen. Nanu, nicht dass der mir hier noch hops geht, dachte ich. Da hatte ich ja überhaupt keine Lust zu, vor der Arbeit noch in den Park zu fahren und ihn dort verbuddeln zu dürfen…
Zum Glück war kein Stromschlag für das Gejammer verantwortlich, sondern seine einstündige Friemelei an den Drähten brachte nichts außer Dunkelheit in die Sache. Er kommentierte dies mit Gejaule und dem Wort „Denkfehler“.
Ich fragte wieder höfflich nach, ob das nicht daran liegen könnte, dass ein wichtig aussehendes Kabel aus der Wand ragte, anstatt an der dafür vorgesehenen Steckdose zu klemmen. Achja, das könnte angehen, fachsimpelte derjenige, der es wissen musste. Es ging. Und ich dachte, Elektriker können nur einen finalen Fehler machen!

Niemand mag es, wenn einem bei der Arbeit über die Schulter geschaut wird, aber meine Wohnung ist klein und wohin sonst mit mir? Also versuchte mich der Elektriker zu beschäftigen:

E: „Haben sie ein Kehrblech?“
DL: „ja, aber lassen sie mal alles liegen. Ich mache das später!“

E: „Könnten sie mal eine Lampe in den Flur stellen?“
DL: „Wie denn ohne Strom? dann könnten sie ja auch gleich das Deckenlicht anmachen!“
E: „Achja.“

E: „Könnten sie mal eben bitte den Lichtschalter dort betätigen? aber vorsichtig!“
DL: „Was heißt denn vorsichtig?“
E: „Ich mache es schon selber.“

Er rechtfertigte die Situation damit, dass alles sehr komplex sei und man sich da erst hineindenken müsse. Soso, ich glaubte ihm, blieb mir ja auch nichts anderes übrig.
Im Flur lagen nach der Operation eine Menge Kabel- und Tapetenreste. Ich jovialte, dass mich eh nur das Ergebnis interessiere und kein persönlicher Zeitrekord und das Ergebnis sei ja nun eindeutig genau das, was ich mir von vornherein vorgestellt hatte. Eine zweite Steckdose im Flur nämlich. Die Rechnung geht an den Vermieter. Hoffentlich hinterfragt er nicht die Arbeitszeit oder den Vorgang.

Montag, 23. Februar 2009

Wok this Way

„Four chicken wings with shrimp fried rice, that's good” Biz Markie

Chinesisch und Thailändisch ist meine neue Leidenschaft. Frisch, aus der Tüte oder aus dem Katalog. Es geht ums Essen! Selbst die Fast Food Version der Bratnudeln schmeckt fantastisch und ist mengenmäßig ungeschlagen. Der Preis von 2,50 € lässt auch jeden Döner so alt aussehen, wie er es geschmacklich bereits vermuten lässt. Bei dem Überangebot an Chinaläden in der Stadt, kann ich zu den Knorpeltaschen ruhigen Gewissens das sagen, was Jessica Simpson erst kürzlich zu ihrem Schneider gesagt hat: „Aus der Nummer bin ich raus!“
Es ist gar nicht solange her, da kannten die Chinesen den Begriff „Fast Food“ nur aus der Windhundzucht. Heute bekommt man auch hier diese coolen weißen Schachteln, die man in amerikanischen Serien so oft sieht, wenn sich der lustige Dicke mal wieder vor dem Fernseher vollgefressen hat.
Die Atmosphere in den Chinarestaurants gefällt mir auch besser als in jedem Sandwichsladen um die nächste Ecke. Auch falls die Chinesen hinterm Tresen gar kein Kung Fu können oder sich nicht der Yakuza verschrieben haben, ich kaufe es ihnen trotzdem ab. Alles besser als ein Türke im Italien Trikot.
Früher dachte ich, asiatisches Essen sei automatisch auch immer scharf gewürzt. Stichwort Wasabi. Wer scharf isst, der merkt auch sonst nichts mehr. Wenn man keinen Geschmack hat, dann eben scharf! Aber es gibt ja noch süß sauer für mich. Bei der nächsten Gelegenheit, wird sich ein Wok gekauft! (ja, mit den Dingern kann man auch kochen) und dann wird Danny Konkurrenz gemacht. Die Königsdisziplin wird es sein, mit Stäbchen zu Essen. Ich finde das gehört dazu und einsauen tue ich mich sowieso jedes Mal beim Essen. Alles schön mundgerecht.

Freitag, 20. Februar 2009

Ein Kompromiss - Draußen ist nicht Drinnen

„Man muss sich seine Koordinaten selbst stecken, sonst verläuft man sich im Informationsdschungel.“ Sinngemäß von Heinz Strunk

Dass das Fernsehen wie verrückt mit unseren Reizen spielt ist jedem begannt. Auch die Tatsache, dass Werbung unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte wecken soll, langweilt mittlerweile jeden. Nur Lätta schafft es dem Hormon überladenen Treiben noch einen drauf zu setzen. Die Werbung von denen war ja früher schon völlig übersext. Man erinnere sich nur an das Model, das, von zwei männlichen Kollegen flankiert, aus dem Bett steigt und zum Kühlschrank geht, zum Butter naschen! Die neue Werbung haut dem Fass aber den Boden weg. Die Verantwortlichen müssen ihre Inspiration aus diversen Sodomie Pornos gewinnen. Perfekte Menschen, Strand, Meer, Sonnenuntergang und eine Schaufelladung Magarine zum frühen Glück (oder Frühstück, wie es früher mal hieß). Die Stelle an der sich Jesus Himself vor diesen Menschen niederkniet musste wohl oder übel, unter heftigsten Protesten der Werber, herausgenommen werden. Wegen der militanten Christenverbände. Ansonsten ist es schwer nachzuvollziehen warum Lätta diesen Schritt noch nicht gewagt hat.


Eine abgeschwächte Version davon präsentiert uns Pro 7 mittlerweile in der vierten Staffel. War ja klar, dass das Thema jetzt kommt. „Germanys next Topmodel“ ist wie „Wer wird Millionär“, man kann auch ohne Ton gut mit raten. Wie Max Goldt schon richtig sagte, das Problem an der Sendung ist nicht das neue Frauenbild, sondern das Problem ist, dass die kaum einen vernünftigen Satz rausbekommen. Die Girls sind eben richtig was für draußen. Nur die allerwenigsten Mädchen sehen wirklich so aus wie die Kandidatinnen. So bemitleidenswert dünn. Da ist im Grunde kein Trend auf den Straßen zu erkennen. Selbst in Bremen nicht. Aber wenn mal eine vorbeiwalkt, dann sieht die auch fantastisch aus (vorausgesetzt man steht nicht unbedingt auf Brüste).

Jeder der sich für intelligent hält, wird jetzt meinen: „Wie kann man diese „Topmodels“ nur toll finden? Assi! Schlimm ist so was, schlimm, schlimm, schlimm.“

Natürlich ist das gewollt und manipulativ und geil, aber ich kaufe ja auch keine Lätta!


„Und ich setze noch einen drauf, wie der Vater seinen Sohn, wenn der beim Kacken Hilfe braucht.“ Das BO


Was den Frauen ihr „Topmodel“ ist, ist den Männern ihr „Moderner Mann“.

Eigentlich könnte ich hier schon wieder aufhören, wenn ich da nicht letztens in einem Laden einen Brusthaarentferner (teurer Rasierer) für den modernen Mann gesehen hätte. Da stand wirklich groß drauf „für den modernen Mann“. Ich bekam sofort Gewissensbisse. Leider scheint es nicht zu reichen ein iPhone zu besitzen. Das wird nicht gemeint sein, wenn da steht „modern“. Mein schlechtes Gewissen wuchs, als mein gebraucht gekauftes Samsung Handy die Melodie eines recht sexistischen Soulsängers spielte. Selbst der Kauf einer unverschämt teueren Dose Nivea Creme änderte nichts daran. Ich bin ja schon an so einer Kleinigkeit wie einem Waschbrettbauch völlig gescheitert. Trotz lieb gemeinter Tipps diverser --Herrenmagazine. Men`s Health, Maxim oder FHM habe ich bei Artikeln wie:


- 10 Tipps wie man einen Hai auf offener See mit bloßen Händen tötet!

- Was tun, wenn man plötzlich von 20 Ninjas umstellt wird!

- Miss Rolltreppe, auch Deine Stimme zählt!

- Die 10 besten Flirttaktiken unter Wasser!


immer in Richtung MAD Magazin abgetan.

So einen Scheiß traue ich mir noch nicht einmal ungelesen ins Bad zu legen. Früher hieß das noch Coupé und jeder wusste, dass das nicht ernst gemeint sein konnte. Nachdenklich und vor allem betrübt bin ich durch die Stadt geschlichen, auf der Suche nach einem Kompromiss mit mir selbst. Die Stadt hilft wenig dabei. Die grauen Schaufensterpuppen bei diversen Herrenausstattern sehen fantastisch aus und haben dabei noch nicht einmal einen Kopf! Wozu auch noch? Die Gesellschaft der grauen Herren, denke ich. Ein kleines Mädchen mit schwarzen Locken und schwarzen Augen, im Schlepptau ihrer Mutter, taucht plötzlich auf und zeigt mit dem Finger auf mich und sagt: „Ieeh, Mama, Mama, der Mann da sieht ja aus wie das scheiß echte Leben!“ Als die Mutter ihr Kind tadelt, es solle da nicht so hin starren, bin ich schon um die Ecke verschwunden. Verflucht. Erst am Abend finde ich Trost in dem Gedanken, dass es genug Frauen gibt, die intelligent sind und jetzt meinen: „Wie kann man diese Metrosexuellen nur toll finden? Assis! Schlimm ist so was, schlimm, schlimm, schlimm.“

Lätta haben die bestimmt trotzdem alle im Kühlschrank.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Lunchparade

"Jetzt brauchst du nur noch Geld für gutes Essen und Platten ausgeben“ Thilo

„Ich bin so satt, dass ich noch nicht einmal mehr Papp sagen kann.“ Grissemann und Stermann

Essen muss ein Jeder. Das hat das Fernsehen schon lange verstanden. Richtig Kochen kann dagegen kaum Jemand. Koch sein ist eine echte Berufung. Ein guter Koch muss kugelrund sein. Genau wie einem guten Tischler ein Finger fehlen muss. Ich komme meinem Ziel ein guter Koch zu sein jeden Tag einen Schritt näher. Frei nach dem Klinsmann Prinzip: Jeden Spieler, jeden Tag ein bisschen besser machen, koche ich für mich jeden Tag. Skillztechnisch stehe ich noch in den Startlöchern. Ich unterschätze die Portionen und überschätze die Würzung. Außerdem koche ich immer nur auf dem höchsten Niveau. Heißt: Ofen auf 250 Grad und die Kochplatte auf 12. Es ist wie bei Tetris, umso höher der Level, desto schneller fallen die Zutaten.
Zum Glück macht es mir Spaß. Das muss es auch bei dieser Konkurrenz. Ein Kilo Lasagne nur 2,85 Euro. Salamipizza nur 1,79 Euro. Preis / Leistung top. Ohne Motivation wäre das Angebot billig und schnell zu essen, zu verlockend.

Mein größtes Problem ist der Einkauf. Es ist alles so teuer und man kauft ja auch die Zutaten nicht nur für eine Mahlzeit. Leider denke ich nie darüber hinaus und lege mir keinen Vorrat an.
Die Masse macht das Essen sehr teuer. Werden Gewürze eigentlich mit dem Karren über die Seidenstraße nach Europa gebracht oder wie rechtfertigt sich der Preis? Falls jemand noch ein Geschenk sucht… Gewürze! Sparen darf man an dieser Stelle nicht.
Fleisch, ob gammlig oder nicht, kostet ebenfalls mehr als ich das je gedacht hätte. Ich kannte die Preise nur aus der Grillsaison und da war es mir egal. Reis, Kartoffeln und Nudeln sind meine Grundlagen, die restlichen Beilagen hole ich mir aus der Erinnerung oder von Verpackungsrückseiten oder eben aus virtuellen Rezepten.
Das Nächste Thema ist die Frage: ist das Essen gesund? Was eigentlich gar kein Thema für mich ist. Schmeckt es, ist es meist ungesund. Umkehrschluss: Wenn es mal nicht schmeckt, dann war es wenigstens gesund.

Unterm Strich schmeckt es, was man mir auch ansehen kann. Kochen lernen und Diät halten ist so widersprüchlich wie der Humor von Pocher und Schmidt. Was würde Epikur heute sagen? Womöglich: Sich tot zu fressen ist das lebensbejahenste was man machen kann. Prost.
Kleiner Fauxpas, im direkten Vergleich Klopapier- zu Spülmittelverbrauch steht es nicht gut.


Abenteuer Alltag Reloaded

„Es heißt, bis 40 muss man durchhalten.“ Heinz Strunk

Natürlich bringt das Leben in Bremen auch einen neuen Tagesrhythmus mit sich. Schon allein der Arbeitgeber verlangt sehr viel Aufmerksamkeit. Manchmal bis zu 9 Stunden am Tag!

Um 6 Uhr fängt mein CD-Wecker damit an, das instrumental von Torch´s Kapitel 29 zu spielen. Bedeutet, dass ich so gegen 7 Uhr aufstehe. Technisch bewandert wie ich bin, habe ich die Heizung darauf programmiert, um 5 Uhr 30 schön warm zu machen. Vielleicht könnte auch 6 Uhr reichen, das spielt sich alles noch ein.

7 Uhr 10, Ich tapse ins Bad. An schlechten Tagen kommt es vor, dass ich länger brauche die richtige Wassertemperatur zu finden, als für das Duschen selbst. Es kann aber erfahrungsgemäß trotzdem ein guter Tag werden.

Ab 7 Uhr 20 Frühstücken. Ich frühstücke neuerdings regelmäßig. Umso früher ich
Frühstücke, desto mehr kann ich von „Two and a half Man“ sehen. Die Sitcom mit Charlie Sheen. Die ist wirklich gut und wird durch die nachfolgende Sitcom „What´s up Dad“ gleich noch viel besser. Die Heizung schaltet sich um 7 Uhr 30 wieder aus. Restwärme nutzen und so. Nach dem Frühstück geht es noch mal ins Bad.

Ab 8 Uhr kann man sich überlegen loszuradeln. Es gibt einen Perfekten Zeitpunkt aus dem Haus zu kommen. Nämlich genau dann, wenn die letzten Schulkinder bereits von der Straße sind und die ersten Kindergartenkinder losgehen. Außerdem scheint es mir, dass zu diesem Zeitpunkt die Ampeln alle auf grün stehen.

8 Uhr 15. Arbeit, Arbeit, Arbeit.

17 Uhr. In der Regel kaufe ich nach der arbeit ein. Ich fahre auf dem Rückweg zum Aldi, was wirklich nur ein kleiner Abstecher ist und ich von da aus den besseren, weil gemütlicheren, Heimweg habe. Ich kaufe immer nur Kleinigkeiten ein, die ich aktuell benötige, weil sie leer sind oder mir bisher fehlten. Das spielt sich hoffentlich ebenfalls irgendwann ein, sodass ich nur noch zweimal im Monat einen Großeinkauf planen muss. Zu Hause bin ich dann so gegen 18 Uhr.

Simpsons Time! Würde MC Hammer sagen. Die Heizung hat klugerweise schon die Butze vorgeheizt. Ich liege auf dem Sofa und denke darüber nach, was ich essen könnte. Uh, schwer. Nudeln, Reis oder Bratkartoffeln? Nach den Simpsons mache ich Essen und lasse dabei Musik laufen. Die Internetradiosender von DJ Numark oder DJ Format eignen sich prima hierfür. Die Wörter „Essen machen“, werden übrigens im laufe der Zeit noch durch das Wort „Kochen“ ersetzt werden. Abwarten.

Nach dem Essen kommt es auf den Wochentag an, wie es weiter geht. Ich kenne mich noch nicht genügend in Bremen aus, um zu wissen wo man in der Woche hingehen kann, ohne sich betrinken zu müssen. Ich habe mich jetzt endlich in der Stadtbibliothek eingeschrieben. Das wäre eine sichere Adresse für die Zukunft. Hausarbeit geht immer. Ansonsten schaue ich fern und kümmere mich um Papierkram, Termine oder Sonstiges was aus der neuen Welt so zu mir durchdringt. Das klingt erstmal langweilig, aber jeden Tag erledige ich andere, hoch kompliziert erscheinende Dinge. Heute zum Beispiel lautet das Thema: Versicherungen. Ab 22 Uhr schaltet sich die Heizung wieder ab. Wenn ich das letzte Mal ins Bad gehe, lege ich schon immer die Wäsche für den nächsten Tag auf die Heizung. Auch nicht dumm wie ich finde. Schön muckelig das ganze.