Donnerstag, 17. Dezember 2009

Avatar - Aufbruch nach Pandora

„Mein Blatt hat 3D Format, mein Stift ist Zauberstab“ Dendemann

Wenn mich mal meine Kinder fragen: „Wie war das denn damals für Sie, als der 3D Film in die hiesigen Lichtspielhäuser Einzug hielt?“, dann kann ich antworten: „yoah, schlecht nicht, schlecht nicht.“

Ich war gestern in dem ersten ernstzunehmenden 3D Film mit realen Schauspielern. Avatar - Aufbruch nach Pandora. Der Film ist ein edel verpacktes Der mit dem Wolf tanzt oder Pocahontas, wie ich gestern lernen durfte. Ein fremder Planet soll von seinen Rohstoffen befreit werden. Doof nur, dass die drei Meter großen, blauen Ureinwohner breitärschig auf den größten Rohstoffvorkommnissen des Planeten hocken. Die Aliens sehen aus, als ob Snoop Dogg der Blue Man Group beigetreten wäre. Um die Ureinwohner zu infiltrieren wird das Bewusstsein eines Menschen in gezüchtete Alienklone transferiert. Wie in Second Life. Bisher waren Wissenschaftler die Auserwählten für die Außenmissionen auf dem Planten mit der für Menschen giftigen Atmosphäre. Bis einer der Nachwuchswissenschaftler stirbt, weshalb dessen Zwillingsbruder den auf die DNA abgestimmten Avatar lenken darf. Ein verkrüppelter Exmarine. Er schafft es in den inneren Kreis der Ureinwohner aufgenommen zu werden und interpretiert die ganze Situation mit der Kolonisierung plötzlich anders. Überraschend kämpft er mit seinen neuen Brüdern und Schwestern gegen die Armee der Eindringlinge, die aus hirnlosen Söldnern besteht. Alles sehr vorhersehbar.
Erst die anfängliche Skepsis, dann die Verbrüderung mit dem Clan, dann der Verstoß aus Selbigen, erneutes Vertrauen gewinnen, Gemetzel, Happy End.

Aber wegen dem Storyboard war ich nicht im Kino. Nachdem sich die Augen an die neue Sichtweise gewöhnt haben, fallen die Effekte gar nicht mehr so sehr auf. Anfangs sieht man richtig wie Szenen nur gedreht wurden, weil man da so schön einen 3D Effekt einbauen konnte. Zehn Minuten hält das an, danach achtet man nicht mehr darauf und lässt es einfach auf sich wirken. Umso kleiner die Details, desto besser kommt die dritte Dimension rüber. Es ist nicht so, wie sich das viele vorstellen. Wenn ein Ball ins Bild geworfen wird, dann möchte man den nicht auffangen und man hält sich auch nicht schützend die Arme vor das Gesicht wenn ein Auto durch das Kino rollt. Wie gesagt, am besten kommen die kleinen Details, wie fliegender Dreck oder langsame Kamerafahrten. Es bringt den Film nicht voran, es stört aber auch nicht.

Letztendlich braucht 3D kein Mensch. Vermutlich ist das der Reiz dahinter, es ist so schön unnütze. In Filmen, die mehr auf das Drehbuch setzen, wird 3D nicht so gut ankommen. Die Gefahr ist natürlich groß, dass um die Effekte herum geschrieben wird. Ich lasse mich aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen. Ins Actionkino gehe ich eh selten und Rambo funktionierte bisher auch prima in 2D.

Gedanke: Woody Allen könnte noch mal einen 3D Film drehen. Nicht weil er die neue Technik gut in seine Filme integrieren könnte, sondern weil alle im Kino Woody Allen Brillen auf hätten. Wäre ein tolles Bild. Das muss ihm doch die Tränen in die Augen schießen lassen.

Die Brille kauft man übrigens mit, bei jedem Besuch wieder. Vielleicht ändert sich das, wenn sich das Konzept durchgesetzt und jeder zweite so eine Brille zu Hause rum liegen hat.

Insidergag: Geht Gringo ins 3D Kino…

Keine Kommentare:

Kommentar posten