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Sonntag, 23. August 2015

Thomas - Sonntag, den 02. August 2015

Nach dem Frühstück gehe ich den Heimweg von heute morgen ab. Die Celler Straße runter und dann ein ganzes Stück weiter Weddingufer. Irgendwo habe ich gestern mein Handy verloren. Oder es wurde mir genommen! Das glaube ich aber weniger, das will ich eigentlich gar nicht glauben. Ich bin mit meinen Schlüssel-Portemonnaie-Handy-Kontrollgriff bereits paranoide genug. Ich saß am Wall und auf einer Bank, da könnte mir das riesige HTC One aus der zu kleinen Hosentasche gehüpft sein. Oder auf den Dixi Toiletten, wird gemutmaßt. Das hätte ich doch mitbekommen, oder auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich wollte gestern nicht auf das Handy schauen, weil ich Angst hatte, das Super Cup Ergebnis mitzubekommen, bevor ich das Spiel gesehen habe. Jetzt weiß ich, warum jeder alle fünf Minuten auf sein Handy starrt. Ist es noch da? ja? gut! Das Fährmannsfest hat eine Fundstelle, dort hinterlasse ich eine Beschreibung des Handys und eine Telefonnummer. Die Hoffnung ist gering. Bei dem HTC One handelte es sich um mein Firmen-Handy, ein privates Handy mit separater Nummer bekomme ich ironischerweise erst am Montag von einer Kollegin geschenkt. Falls ich nicht die alte Nummer, die auf meiner Visitenkarte steht, behalten kann, habe ich ein richtiges Problem. Zu viele Menschen, beruflich wie privat, haben sich an die Nummer gewöhnt oder halt abgespeichert und das ändert man ja nicht gerne. Zudem muss ich mich bestimmt rechtfertigen. Vielleicht ist der Gedanke, dass es geklaut wurde, gar nicht so schlecht.  

Ich schaue mir das Super Cup Spiel an. Bayern geht in Führung, vergisst aber gegen eher mittelmäßige Wolfsburger auf 0:2 zu erhöhen. Das rächt sich in der 80. Minute oder so. 1:1 und Elfmeterschießen. Alonso, der adrette Spanienspinner, verschießt erneut einen Elfmeter. Über den gesamten Platz eine Flanke aus dem Fußgelenk direkt in den Lauf schlagen, kein Problem, aber unbeschadet aus elf lächerlichen Metern den Ball über die Linie zu drücken, scheint zu viel verlangt. Thiago, Vidal, Martinez, Lahm… lange macht der nicht mehr.

Sunday Blues.

Auf AXN kommt der Film Gattaca. Guter, recht unbekannter Film mit Ethan Hawk, Uma Thurman und Jude Law. Ein Science Fiction Krimi im Noir Gewand. Der Film basiert auf einer gelungenen, realistischen Zukunftsvision. Das Buch würde mich interessieren, falls es eine Buchvorlage dazu gibt.
Der Tatort hingegen interessiert mich nach wie vor nicht. Sorry, aber ich finde Tatort schlecht und versuche erst gar nicht mich darauf einzulassen. Im Bett lese ich wieder am dunklen Turm. Zum Glück sind Olli und Jan in der Sommerpause, sonst wäre der Abend für Sanft und Sorgfältig reserviert gewesen oder Dittsche gucken. Das Vorhaben dieses Jahr mit der Buchreihe fertig zu werden, könnte scheitern. Früher habe ich um einiges mehr gelesen, aber seitdem ich ein Smartphone habe mit Youtube und Podcasts, konsumiere ich lieber einfach und schnelllebig.  

Samstag, 22. August 2015

Thomas - Samstag, den 01. August 2015

Wenn ich samstags früh aufstehe… aufstehen kann, fühlt sich der Tag direkt genutzt an. Viel Lob an den Tag, bereits jetzt. Ich will um 10 Uhr bei der DHL Filiale Schrägstrich Reisebüro sein, um meine beiden Pakete abzuholen. Endlich wieder einen funktionierenden Plattenspieler. Der Paketbote bringt meine Zustellungen in die Nordstadt zum Klagesmarkt, das bedeutet für mich einmal die komplette Celler Straße runterlatschen. 20 Minuten. Angeblich soll man bei der Post beantragen können, welche DHL Station man präferiere, „sogar ganz einfach“ über das Internet. Mal sehen, vielleicht mache ich das mal. Demnächst.

Am Klagesmarkt ist Wochenmarkt. Das war mir nicht bewusst. Da muss ich erst aus der Nordstadt ziehen, um herauszufinden, wo und wann hier der Wochenmarkt stattfindet. Ich hole meine Pakete ab, sie passen sogar beide bequem in meinen Rucksack. Was soll ich sagen, heute läuft es einfach. Zumindest für mich. Eine Dame mit einem Beutel voll Äpfel hat da weniger Glück. Sie stolpert über einen spitzen Stein, wie der Hanseat sagt. Direkt rennen ein paar Leute zu ihr. Ich nicht. Ich wäre eh nur einer der nachkommenden Idioten gewesen, die mit Händen in den Hüften neben den Ersthelfern stehen, in der Hoffnung einen der herumrollenden Äpfel aufheben zu dürfen, um ihr Gewissen zu beruhigen. Werden eigentlich auch Zweithelferkurse angeboten? 

Auf dem Rückweg kaufe ich einen Sechserträger und Tiefkühlpizza. Heute spielt Bayern gegen Wolfsburg den Super Cup aus. Wieso hat Wolfsburg eigentlich Heimrecht bei dem Spiel? Darf der DFB-Pokal Gewinner als vermeintlich schwächeres Team immer zu Hause spielen?
Ich schraube die neue Nadel an den Tonabnehmer und schließe das kleine Mischpult an. Es ging mir hierbei nur um die Erdung und den Vorverstärker, mehr muss das Teil nicht können.
Es kann leider gar nichts. Weder höre ich etwas, noch sehe ich einen Ausschlag auf der Dezibel-Anzeige. Damit hätte ich rechnen können. Um sicher zu gehen, schließe ich das alte Mischpult an, nicht dass es an den Kabeln liegt. War da heute nicht etwas mit einer Glücksträhne? Das alte Mischpult hat die Phase mit den Störgeräuschen offensichtlich überwunden. Alles funktioniert perfekt. Der Klang ist gut, so gut, dass ich mir den Kauf von Designer Boxen nochmals überlege. Never change a winning Soundsystem. 

Ich lege ein paar Platten auf und werde euphorisch. Meine eigene Plattensammlung überrascht mich.
S. schreibt mehrere SMS, ich soll zum Fährmannsfest kommen. Der drohende Anpfiff des Bayern Spiels interessiert sie nicht. Duschen und die Pizza aus dem Ofen nehmen darf ich aber vorher noch. Das Super Cup Spiel nehme ich auf, dann habe ich wenigstens morgen vom Sofa aus was zum Gucken. Ich ziehe die neue Hose an und los gehts, ungefähr Richtung Fährmannsfest. Mich wundert es immer wieder, wie die einzelnen Stadteile zusammenhängen, ich habe überhaupt keinen Gesamtüberblick von Hannover. Schlimm wird es, wenn ich improvisiere. Dreimal nach Rechts ist wie Links usw. Irgendwann lande ich am Küchengarten und lasse mich in einer Bar nieder. Eigentlich wollte ich nur die Toilette nutzen, aber das geht ja nicht ohne eine Bestellung oder Rechtfertigung abzugeben. Trinke ich halt ein Bier. Limmerstraße rechts ab und dann am Weddingufer rein. Um auf die andere Uferseite zu kommen, wo die Bands spielen, muss man Eintritt bezahlen. Ich stelle mich in die Schlange und halte den Fünfer bereit. 12 EURO will der Hipster an der Kasse von mir haben. Auf die Frage, wer denn hingerichtet wird, was den Eintrittspreis zweifellos rechtfertigen würde, kommt keine Antwort. Seine Gedanken waren womöglich bei dem Motiv seines nächsten Tattoos. 

Auf der anderen Uferseite werde ich bereits erwartet. Wir gehen zu den anderen und hören uns die Bands an. Es gibt in Deutschland keine unentdeckten Talente, aber diese Bands kommen aus Great Britain, also ist vielleicht doch etwas dabei. Die Headliner The Adicts haben als Bühnendekoration das Konterfei eines geschminkten Mannes mit einer Melone auf dem Kopf. Es erinnert mich direkt an Alexander DeLarge aus dem Kubrick Film Clockwork Orange. Als die Band die Bühne betritt, läuft das Intro aus Clockwork Orange, alles klar. In der Nähe unseres Stehtisches hält sich ein Typ mit einem Clockwork Orange T-Shirt auf. Nun ist wirklich alles klar. Ich frage ihn, was das mit dem Film und der Band auf sich hat, schließlich sieht der Sänger eher aus wie Bootsy Collins, das passt so gar nicht. Der Typ im T-Shirt hat keine Ahnung, es sei Zufall, dass er das Shirt heute angezogen hat und er kennt auch nicht die Titelmusik von Clockwork Orange oder wusste wer Wendy Carlos ist. Den Film findet er aber ganz cool und ein interessanter Zufall wäre das. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit dem richtigen T-Shirt, ohne einen Schimmer zu haben wieso. Pure Leidenschaft...

Ich versacke an einem Weinstand.

Freitag, 21. August 2015

Thomas - Freitag, den 31. Juli 2015

Ab nächster Woche gehen viele Leute mit denen ich zusammenarbeite in den Urlaub und ich versuche vorher die wichtigsten Dinge zu klären. 
"Und, hast du den Haustürschlüssel nachmachen lassen?"
"Nein, der Laden hatte bereits geschlossen."
"Und wie hast du das dann gelöst?"
"Die Vermieterin hatte das Protokoll nicht mit und ich habe gesagt: stimmt so."
"Hahaha... du Drecksau."

Heute arbeite ich wieder länger. Freitage sind gut um Büroarbeit zu erledigen. Jedes andere Büro oder Firma, mit der ich in Zusammenarbeit stehe, hat freitags bereits um 13 Uhr Feierabend, weshalb sich eh keine großen planerischen Sachen lohnen.
Da ich mich mittags zufällig in der Innenstadt befinde, verbringe ich meine Pause bei Kaufhof. Hosen sind im Angebot. Ich besaß mal eine perfekt sitzende Hose von Brax. Jeder besitzt diese eine, perfekt sitzende Hose in seinem Schrank oder sollte es zumindest. Jogginghosen ausgenommen. Meine ist bei einem Fahrradunfall hoffnungslos zerschellt. Wie der Zufall will, gibt es bei Kaufhof eine Brax Hose in meiner Größe auf 40 Euro reduziert und sogar aus diesem Stoff, der sich so gut anfühlt. Komme nicht drauf wie der heißt. Sie sitzt super, nur die Taschen sind etwas klein. Gekauft. Zum Feierabend hin beginne ich den Grill von der Bürofete am Mittwoch zu putzen. Was für ein Scheiß! Die Marinade des Fleisches ist wirklich in jede Ecke getropft und hat sich dort eingebrannt. Es wird nie wieder mariniertes Fleisch geben, dann müssen es halt in Zukunft die Saucen geschmacklich rausreißen. Nach einer Stunde bekomme ich Hilfe. Man soll den Grill vor dem Säubern zehn Minuten vorglühen. Trotzdem oder gerade deswegen benötigten wir insgesamt eineinhalb Stunden… Merkwürdig, am Spülbecken gab es mehr gute Tipps für mich als am Grill. Obwohl, so merkwürdig ist das nicht.

Nach der Arbeit gehe ich zum Sport, die zweite Einheit in dieser Woche. Ich war bisher nie im Bereich wo die Kurse stattfinden. Die Frauen, die aussehen, als müssten sie nicht zwingend zum Fitness gehen, verschwinden nach dem Warm up dorthin. Ich habe da mit meinen ständigen Muskelfaserrissen nichts zu suchen, aber vielleicht kann ich mal zum anfeuern vorbeischauen? Lieber nicht.

Zu Hause hängt ein Zettel von DHL an meiner Wohnungstür. Zwei Pakete wurden in die DHL Filiale am Klagesmarkt abgeliefert. Das müssen das neue Mischpult und die neue Nadel für den Tonabnehmer meines Plattenspielers sein. Beides zusammen kostete nur 40 Euro, damit hat sich der Gedanke, einen neuen Design-Plattenspieler zu kaufen, erledigt. Die Dinger haben eh selten einen eingebauten Vorverstärker und da mein altes Mischpult zu Störgeräuschen neigt, hätte ich zusätzlich einen Phonovorverstärker benötigt. Komplizierte Sache. Die Überlegung basierte darauf, dass mir beim Umzug die Nadel des Tonabnehmers abgebrochen ist. Der gesamte Umzug stand unter keinem guten Stern.

Ich mache mir eine Lasagne. Lasagne kann ich. Weil ich es mir sehr leicht damit mache. Never change a winning recipe. Heute beginnt das Fährmannsfest in Linden, parallel ist das Maschsee Fest in der Oststadt. Keiner hat Bock zu feiern.
- Einspruch.
- Abgelehnt.

Entsprechend bleibe ich zu Hause, baue an der Anlage rum, esse Lasagne, schaue Planet der Affen Evolution, Phineas und Ferbs letzter Ferientag und Good Will Hunting, wenngleich der nur im Hintergrund läuft, während ich endlich den Abwasch mache. Fünf Tage später.

Donnerstag, 20. August 2015

Thomas - Donnerstag, den 30. Juli 2015

Heute ist die Abnahme meiner alten Wohnung. Um 19 Uhr treffe ich mich mit der Vermieterin und ihrer Tochter. Da es sich eh nicht lohnt vorher nach Hause zu gehen, arbeite ich wieder länger. Mir ist vermutlich ein Schlüssel für die Haustür abhanden gekommen. Ich habe zwei Haustürschlüssel und drei Wohnungsschlüssel. Im Grunde nichts ungewöhnliches, ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob es nicht jeweils drei Stück waren. Der Plan: den Haustürschlüssel rechtzeitig vor dem Termin nachmachen lassen. Der Schlüsseldienst, der natürlich nebenher Schuhe repariert, bis heute habe ich nicht verstanden, wieso die beiden Gewerke so gut zusammen passen, hat bereits um 18 Uhr geschlossen. Zum Glück, wie sich später herausstellen sollte.

Ich habe mir vorgenommen um 18:30 Uhr in der alten Wohnung zu sein und ein paar Verbliebenheiten in den Rucksack zu stopfen und zu lüften. Vielleicht bringt es etwas. Zweimal musste ich zum putzen antreten, weil die Vermieterin den Zustand nicht aktzeptieren wollte. Da kann sich jemand nicht mit 99% Lösungen zufrieden geben. Die Vermieterin hatte von mir für Besichtigungstermine den Schlüssel unter die Fußmatte gelegt bekommen. Sie nutzte das aus und putzte die gesamte Bude, bevor ich es tun konnte. Ich habe mir schon überlegt wie frech ich werden darf, falls sie deswegen die Kaution, immerhin 820 EURO, einbehalten möchte. Schließlich habe ich sie nicht beauftragt und so weiter. Typisches VOB Gerede.

An der Haustür probiere ich alle Schlüssel an meinem riesigen Schlüsselbund durch, dessen Zugehörigkeit sich mir nicht [Achtung] erschließt. Kein Glück. Schade, so muss ich auch in diesem Fall improvisieren, beschwichtigen oder eben lügen. Das Schlüsselprotokoll hatte ich nicht mit. Gab es das überhaupt?

Ich höre die Vermieterin die Treppe hochächtzen. Nun ist es eh zu spät. Ihre Tochter kommt nach, aber wir könnten mit der Abnahme schon einmal anfangen. Bevor ich mit meiner Rechtfertigung für den fehlenden Schlüssel anfangen kann, gesteht sie mir, dass sie das Schlüsselprotokoll nicht mit hätte.
„Schon okay, da will ich nicht so sein, es waren fünf Schlüssel, zwei für die Haustür, drei für die Wohnung.“ Ich komme damit durch.
Wir lesen den Stromzähler ab, also ich lese die schwer zu erkennenden Zahlen vor, selbst mache ich ein Foto mit dem Handy. Sie erzählt mir, ich hätte eine Miete zuviel überwiesen… wie soll das denn passiert sein? Sie überweist mir das Geld diese Woche zurück. Pff, 580 EURO, einfach so. Direkt auf Los. Damit habe ich nicht gerechnet. Genauso wenig rechnete ich damit, dass die Nebenkostenabrechnung für dieses Jahr noch bevorsteht. Letzten Monat habe ich bereits 240 EURO bekommen. Das war soviel, das musste auf die gesamte Mietzeit gerechnet sein, dachte ich jedenfalls. Die Kaution gibt es dann später mit der Nebenkostenabrechnung zurück. Falls das hinhaut, also falls ich die gesamte Kaution wiederbekomme, gebe ich einen aus. Reiner Hohn.

Ihre Tochter kommt dazu, der Ton wird nicht unbedingt schärfer, dafür etwas professioneller.
Geputzt haben sie auch nicht gerne, was? Ecken sind eckig und nicht rund, vermutete ihre Mutter.
Meine dummdreiste Antwort, ich putze eigentlich total gerne, habe leider nur zu große Hände, rang ihrer Tochter ein Lachen ab. Angemessen, wie ich finde. Endlich bringe ich in Erfahrung, wem das Haus gegenüber gehört, inklusive Riesenterrasse. Die Terrasse ist doppelt so groß wie meine Wohnung. Zur WM stand da auf der einen Seite ein Partyzelt, auf der anderen wurde gegrillt. Die Universität ist der Eigentümer. Luxusbuden für Arztsöhne.

Mir fällt auf, dass ich nichts unterschreiben muss. Eigentlich dumm, weil ich weiterhin in der Beweispflicht bin, falls in der Wohnung Mängel auftreten sollten, aber wir sind uns alle drei dem wirklichen Zustand unter der Farbe bewusst und was soll denn der ganze „wir bescheißen dich, du bescheißt jemand anderen“ Blödsinn? Ich verabschiede mich von der Wohnung und gehe in den Garten.

Irgendeins der Fahrräder müsste mir gehören. Benutzt habe ich es nur sehr selten. Ich erkenne es am Schloss. Der hintere Reifen ist platt, was mich dazu zwingt das Rad die Strecke bis zur neuen Wohnung zu schieben. Wenigstens scheint die Abendsonne.
Meine Güte, die gesamte Kaution zurück... So richtig glauben kann ich es nicht.

Jeden Donnerstag kommt auf Twitch - Rocketbeanstv die Sendung Kino+. Eins der wenigen und gleichzeitig das Beste Kino Magazin. Der Tag war sehr lang und ich sehr müde.

Mittwoch, 19. August 2015

Thomas - Mittwoch, den 29. Juli 2015

Heute ist die Abnahme des ersten Bausabschnittes der Baustelle, die ich zurzeit leite. Es gibt die eine oder andere Kleinigkeit zu beanstanden, aber grundsätzlich sind wir gut dabei und es lief fast alles glatt. Es ist eine sehr dynamische Baustelle, da der Tagesbetrieb möglichst ungestört weiter laufen soll, schließlich befindet sich das Objekt direkt in der Innenstadt.

Ab 15 Uhr werfe ich den neuen Gasgrill auf der Büroterrasse an. Klingt spektakulär, besteht aber im Grunde nur darin, den Gashahn aufzudrehen. Heute ist das zweite Mal, dass ich mit Gas grille. Das erste Mal war eine Woche zuvor, beim Testgrillen. Die „neuen“ in der Firma geben ihren Einstand, meine Kollegin und ich feiern gleichzeitig unser einjähriges Jubiläum. Insgesamt sind wir sechs Gastgeber, dabei fehlen noch zwei urlaubsbedingt. Unser Büro ist schnell gewachsen.

Der Anspruch beim Grillen ist hoch. Das Schweinefleisch darf nicht in Kontakt mit dem Hähnchenfleisch kommen, das Tofu dürfte überhaupt nicht auf dem Grill sein, ist es aber, was es nicht leichter macht und das Gemüse muss nach mehreren Minuten noch als solches zu erkennen sein.
Am Grill kommt es zu keinerlei Klugscheißereien, was ungewohnt ist. Das mag an den hohen Frauenanteil im Büro liegen, da herrscht Ruhe, sobald ausreichend Gemüse auf dem Grill ist oder es liegt daran, dass ein Gasgrill keine große Angriffsfläche bezüglich des richtigen Handlings bietet oder am durchwachsenen Wetter. Hin und wieder tropft die Marinade in die Gasflamme, was eine bedrohlich wirkende Stichflamme nach sich zieht. Ich sehe es als kleine Entschädigung für die ganze Alufolie auf dem Grill und als Aufflammen meiner Männlichkeit.

Mein Chef hält eine Rede, daraufhin sitzen wir noch bis 21 Uhr im Besprechungszimmer mit dem enorm großen Fernseher und der enorm großen Sonos Anlage. Jeder Angestellte hat eine Sonos App auf dem Handy und kann beliebig Musik beisteuern, das ist viel besser als miteinander zu reden. Mein Chef legt auf, Achtziger, Duran Duran usw. Ich trinke Wein und schwadroniere über Musik. So richtig folgen will mir Niemand.

Später fahre ich mit auf das Maschsee Fest. Heute ist Eröffnung. Wir hören die letzten Songs des Lotto King Karl Auftritts an der Löwen Bastion. Natürlich Hamburg meine Perle. Lotto hat sich die Mühe gemacht, die Hannover Strophe abzuändern. Wir gehen das gesamte Ostufer zurück, ich verabschiede mich von den Kolleginnen und entfliehe Richtung U-Bahnstation. Am Hauptbahnhof steige ich in die Bahn, die ich immer von der Innenstadt Richtung List nehme. Leider scheine ich der einzige zu sein, der nicht weiß, dass die Bahn um diese Uhrzeit nur ein paar Meter aus der Haltestelle, über die Weiche fährt und dann die Richtung wechselt. Der Lokführer kommt mir im Waggon entgegen und fragt, was ich in der Bahn wolle, dabei hat er mir doch die Tür aufgemacht…
Also abwarten, wieder aussteigen, Seite wechseln und an derselben Haltestation wie zuvor in die nächste Bahn einsteigen. Es gibt Menschen, die hätten mir aus diesem Fauxpas einen Vorwurf gemacht.

Mein Ergebnistipp hat übrigens nichts eingebracht. Nicht annährend. 

Dienstag, 18. August 2015

Thomas - Dienstag, den 28. Juli 2015

Auf der Arbeit ist wieder allerhand zu erledigen, kaum zu beschreiben, deshalb lasse ich es auch. Mein Kollege überredet mich auf die Champions League Qualifikationsspiele zu tippen. Ich kenne kaum die teilnehmenden Mannschaften, die sich durch die dritte Qualifikationsrunde quälen müssen. Aber das tut ja nichts zur Sache. Mein Tipp:

Fenerbahce Instanbul gewinnt gegen Shakhtar Donetsk
Young Boys verlieren gegen Monaco mit zwei Toren Abstand
CSKA Moskva gewinnt gegen Sparta Praha
Midtjylland (hä?) verliert gegen APOEL

Zwei Euro Einsatz, 132 Euro Gewinn... Eventuell.

Zweimal in der Woche versuche ich zum Sport zu gehen. Das Fitnessstudio, übrigens ist die Mitgliedschaft bereits gekündigt, leider die Kündigung nie bestätigt worden, ist nicht weit von der Arbeit entfernt. Einmal die Lister Meile runter. Der Laden zieht nur Proleten an. Erstmal nicht weiter schlimm, die nerven im Grunde kaum, sind einfach nur da und halten die Fresse. Zudem kann ich mir abschauen, wie die trainieren, also was augenscheinlich wirklich etwas bringt. Ganz offensichtlich etwas bringt. Die packen sich die Gesamtzahl der Gewichte drauf, überwinden acht Mal die Schwerkraft und gehen dann nicht duschen. Ähnlich trainiere ich mittlerweile auch. Ich steigere die Gewichtszahl mit jeder Einheit, bis zur Erschöpfung. Das wird vermutlich nichts bewirken, aber Trainingsmethoden ändern sich ja sowieso alle fünf Jahre grundlegend. Egal in welcher Sportart.

Zu Hause rufe ich bei Kabel Deutschland an… ein Vodafon Unternehmen. Zum Service muss ich da wohl nichts mehr schreiben. Oder nur kurz: Als SKY Kunde bezahlt man schlicht viel mehr im Monat, für weniger Programme. Es ist eine Farce. Seit über zwei Wochen hat der Kabel Deutschland Heini nun meinen TV-Anschluss frei geschaltet und das Modem angeschlossen. Wenigstens war er so nett mir zu erklären, dass ich solange nichts zahle, bis mein alter DSL-Vertrag bei O2 Ende August ausläuft. Es sei denn, ich nutze das Telefon oder das Internet bereits jetzt. Dann zahle ich doppelt. Kurz darauf kam Post von KD, ich solle doch mal das Telefon an das neue Modem anschließen, schließlich müsse man testen, ob die Übernahme der alten Nummer funktioniert hat…
Aber was soll das Gemecker? Die Dame am Telefon versichert mir die Freischaltung der HD Programme, schon in den nächsten 45 Minuten! Endlich wieder HD Fernsehen, wie sehr ich mich daran gewöhnt habe!

Wenn es läuft, dann läuft es! Als ich einen Rucksack, der noch vom Umzug in der Ecke des Schlafzimmers verweilte, auf den Schrank werfen wollte, bemerkte ich, dass ich ihn gar nicht ausgepackt hatte. Ein dutzend frischer Boxershorts waren darin! Fernsehen, Boxershorts und Nutella Brötchen... DAS! liebe Kinder, ist das wahre Leben als Erwachsener. Und nicht anders.

Ich räume etwas die Wohnung auf. Es dauert bestimmt Wochen, bis alles einen angestammten Platz hat. Danach fülle ich die Anschreiben von Enercity aus, Gas und Strom, viel kann ich da nicht falsch machen. Den Abwasch schaffe ich nicht. Das wird hoffentlich kein Running-Gag. Abends lese ich "Der dunkle Turm". Ich bin erst bei Band zwei, mit dem Titel „Drei“…Es geht gut voran. Allein der Gedanke, dass die Saga bereits abgeschlossen ist und alle Bänder bei mir im Regal stehen, beruhigt. Gut ist es übrigens auch.

Montag, 17. August 2015

Thomas - Montag, den 27. Juli 2015

Seit dem 1. Juli wohne ich in der List und genau seitdem gehe ich heute das erste Mal direkt von der Arbeit nach Hause. Zehn Minuten zu Fuß, ein Stück Lebensqualität. Bisher war immer etwas zu erledigen, was mich zu einem Umweg gezwungen hatte. Pakete abholen, im Bauhaus rumstehen, Besorgungen umtauschen, ins Fitnessstudio, Einkäufe erledigen oder oder oder. Die Wohnung ist fast fertig, es fehlen nur Kleinigkeiten, die ich an die Wand dübeln muss oder eben die Spülmaschine. Unter der Spüle ist nicht genügend Platz für ein Standardgerät. Im Grunde ist überhaupt kein Platz. Angeblich soll die Spülmaschine „Lady 45“ von Siemens eine schlanke, platzsparende Alternative sein, wie für mich gemacht, quasi. Wenn ich jemanden erzähle, dass die Lady 45 bei mir den Abwasch macht, muss ich das bestimmt erklären. Klingt als hätte ich eine Putzhilfe im Internet kennengelernt. Was soll`s? Bis Lady 45 bei mir einzieht, muss ich halt weiterhin mit der Hand abwaschen. Single 32. 

Nur heute nicht. Die Hausarbeit kann warten. Ich bin fertig, schlapp, vielleicht ja krank? Der Biermarathon vom Samstag steckt mir noch in den Eingeweiden. Martin und ich haben als mysteriöse Bierbarone den dritten Platz erreicht. Persönliche Bestleistung, viel Luft nach oben ist da leider nicht mehr. Dass wir vorher gejoggt sind, um den obligatorischen "Bierdurst nach dem Sport" herauf zu beschwören, spüre ich ebenfalls nach. Im negativen Sinne. Ich musste Freitag schon das Fußballtraining abbrechen, weil da irgendetwas im rechten Fuß nicht stimmt. Eigendiagnose Sprunggelenk, bin gespannt, was es wirklich ist. 

Wie lange kann ich den Abwasch wohl herauszögern? Ein paar Teller stehen noch im Hängeschrank und Ofengerichte machen eh kaum Dreck. Da braucht man nur das Backpapier auswechseln. Maximal. Es gibt Pommes mit Cordon Bleu.

Während ich esse, schaue ich auf SKY den Film Krieg der Götter. Ein unheimlich schlechter Versuch den Look von Zack Snyders 300 zu kopieren. Die Story ist ebenfalls eine absolute Frechheit. Ein typischer Film, um nebenher ein paar Fakten zu googlen. Irgendwann schlafe ich auf dem Sofa ein. Der Tag war komplett überflüssig. Gar nicht mal so schlecht für einen Montag. Anstatt den dunklen Turm weiterzulesen, hole ich die aktuelle Folge "Erwachsene Männer hören Jan Tenner" nach. Folge 20: Das Totenschiff. Die besaß ich als Kind auch, heute liegt sie bestimmt bei meinem Cousin im Keller. Für zwei Mark das Hörpsiel hat er damals seine Jan Tenner und Masters of the Universe Sammlungen über mich komplettiert.

Dinge, die in der Wohnung erledigt werden müssten:
  • Einen großen Übertopf kaufen
  • Gewürzregal anbringen
  • Einen Rahmen für Schallplatten an die Wand bringen
  • Zwei Garderoben an die Wand bringen
  • Spülmaschine kaufen
  • Einige Dinge wegschmeißen…