Montag, 23. Juni 2008

Golden Girls & Boys

„Living my life like it´s golden“ Jill Scott

Vielleicht kommt das hier 40 Jahre zu früh oder wie im Falle der Rolling Stones auch 40 Jahre zu spät. Womit soll man sich beschäftigen, wenn man sich als Rentner mal langweiligen sollte. Im Garten stehen und Bäume fällen? Dann müsste ich jetzt schon mal anfangen welche zu pflanzen. Nur wo? Keine gute Idee, Garten an sich ist keine gute Idee. Rente wird es nicht geben, also bleibt eine kriminelle Laufbahn nicht aus. Von der Rentnergang habe ich ja bereits berichtet. Es darf sich übrigens beworben werden. Nörgelnde Opis, die mit Kissen auf der Fensterbank kopfüber aus dem Fenster lehnen und Autounfälle kommentieren, die sie kurz vorher selbst verursacht haben, nerven nur und rauchen anscheinend noch nicht genug, sonst wären sie keine Rentner geworden. Es Arthur Spooner gleich zutun ist eine tolle Alternative dazu. Andere gründen eine Zweitfamilie, aber das wird aufgrund des zu hohen Grundwasserspiegels in Niedersachsen nicht so einfach funktionieren.

Ich habe mir überlegt, im hohen Alter nur noch gut, also richtig gut, zu essen. Dann hat man auch die Zeit sich da rein zu lesen, bedacht einzukaufen, zu kochen und zu kauen. Essen wird zum Mittelpunkt werden und das Diebesgut, welches die Rentnergang abwirft, wird für ausschweifende Restaurante Besuche auf den Kopf gehauen. Das halte ich für einen gelungenen Lebensabend. Außerdem lässt es sich gut mit dem Hobby Weinanbau verbinden. Zumindest kann man zum Selbsterklärten Weinkenner werden. Dann könnte man sich, gesellschaftlich abgesichert, zu jeder Mahlzeit ordentlich einen reinverhelfen.

Solche Gedanken machen es jedenfalls leichter…

PS: wußtest ihr, dass man Rentner vorwärts wie rückwärts schreiben kann?

Samstag, 21. Juni 2008

A - Team

Dienstag, 20. juni 2008, 23.00 Uhr, A-Team - Kult

Das „A – Team“ kommt, genau wie „Eine himmlische Familie“, zu unchristlichen Zeiten. Beides konnte ich aktuell nicht sehen. Ich schreibe einfach ein paar Zeilen aus dem Gedächtnis. Entschieden habe ich mich übrigens, wie man der Überschrift entnehmen kann, für die Serie A – Team. Die Serie habe ich damals auf unserem ersten Fernsehgerät geschaut. RTL hatten wir nur krisselig rein bekommen, weil wir weder eine Schüssel, noch Kabel hatten. Egal, für Knight Rider, Ein Colt für alle Fälle und das A – Team hat es gereicht.

Das absolut coolste an jeder Folge war, wenn dem A – Team, aus unerfindlichen Gründen, genug Zeit gegeben wurde etwas aus Schrott zu basteln. Eine Waffe oder ein improvisierter Panzer. Was man halt so in Vietnam lernt. Sowieso war die Truppe super besetzt, da war für jeden etwas dabei. Col. John Smith a.k.a. Hannibal, der Anführer. Er liebt es wenn ein Plan funktioniert. Heute dürfte bestimmt kein Held mehr im Fernsehen kubanische Zigarren rauchen und dabei Erpresser aus ihren Cadillacs schießen.

Lt. Templeton Peck a.k.a. Faceman, a.k.a. Starbucks, ein Schönling der einem früh beibrachte: wenn du gut aussiehst, dann nimm es dir einfach. Mir ist erst ganz spät aufgefallen, dass Dirk Benedict blöd guckt, als im Vorspann ein Zylone an ihm vorbei geht!
Capt. H.M. Murdock hat den verrückten Piloten gegeben. Er und B.A. hatten die Gags in der Serie. Meiner Meinung nach war der gar nicht verrückt, er hat sich nur gerne den Arsch nachtragen lassen.
Der letzte ist der Muskel- und Quotenneger B.A. Baracus a.k.a der nie alternde Mr. T. Er war der McGyver der Superlative. Keiner schweißt ein schweres Geschütz so schnell zusammen wie er. Mr. T hat mehr Ketten als ein Fahrradhändler. Ich habe nie verstanden warum er nicht seine Goldketten versetzte und in Rente ging. Irgendwohin, wo ihn Colonel Roderick Decker und Murdock nicht finden würden.

Jede Serie begann gleich. Hannibal hat sich kompliziert verkleidet und einen fadenscheinigen Auftrag irgendeiner Zivilperson angenommen. Meist hatte der Klient eine hübsche Tochter oder war selber die hübsche Tochter, naja, jedenfalls musste Faceman seiner Rolle gerecht werden und rumbuhlen. Aber vorher hieß es für ihn erstmal Murdock aus der Klapse zu holen. Der hatte wie üblich einen neuen Tick für sich entdeckt. Er redete mit einer Socke oder war als Superheld verkleidet. B.A. regte sich tierisch darüber auf, dazu hatte der schwarze Mann Angst vorm fliegen und der Verrückte war auch noch der Pilot. Hannibal machte B.A. bewusstlos und ab ging es in die Ferne. Wenn nicht geflogen wurde, heizte das Team in einem coolen schwarzen Bus durch die Gegend. Das Teil hatte eine Abhörstation, Monitore, Sitzplätze für 6 Leute und eine Waffenkammer untergebracht. Die Reifen quietschten selbst auf Sandboden und die Karosserie war scheinbar auch Kugelsicher. Ständig wurde geballert und nie wurde dabei ernsthaft ein Mensch verletzt. Respekt, das war wohl der Preis dafür, dass geraucht werden durfte. Es gibt Internetseiten, die sich nur mit den physikalischen Wundern in der Serie beschäftigen. Gerade das und die coolen Sprüche haben das A – Team für mich ausgemacht. Ein echter Gangster muss Anzug tragen und in Erpressung machen!
Meine Lieblingsfolge war die, als B.A. gegen Rocky Balboa kämpfte… oder nicht?

Sonntag, 15. Juni 2008

Kleiner Chauvi

"das ahn ich gar nicht, doch weil ich an große Gefühle glaube, hole ich Dir gerne so viele Sterne von jeder rostigen Kühlerhaube." Dendemann

Wenn ich überhaupt mal etwas zu der Verbesserung unserer Welt beigetragen habe, dann ist es jedenfalls schon länger her. Ich wurde mal von einer Bekannten gefragt: Welche ist denn nun die hübscheste Frau der Welt? Zu schwer. Ein Wunder, dass ich relativ schnell mit Rosario Dawson antwortete. Ich habe sie mal bei einem Promi Poker Turnier gesehen und war hin und weg. Der Humor, das Lachen ist ja so wichtig... im Grunde stimmte alles. Die hatte ich sofort in dem Moment im Kopf. So einen Namen vergisst man ja auch nicht.

Leider habe ich einen anderen unvergesslichen Namen vergessen. Ich hatte mich eigentlich schon auf eine andere Frau geeinigt, die mir aber so schnell nicht einfiel, trotzdem immer Gültigkeit haben wird wenn es um die Frage der tollsten Frau auf diesem Erdenrund geht.

Und jetzt zu meinem Beitrag zur Verbesserung der Welt… Liebe Frauen, seit doch bitte alle ein bisschen mehr wie Mavie Hörbiger und alles wird besser und vor allem gut.

Was soll ich zu dieser Frau noch sagen…? schaut es euch an. Youtube ist voll mit Ausschnitten von Mavie und scheinbar bin ich nicht alleine mit meiner Meinung. Diesen Clip hier aus der Willkommen Österreich Sendung finde ich aber persönlich am besten. Weil sie da lacht.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Steißlage

„Ey mein Body du und ich, ich weiß, du lässt mich nicht in Stich. Andere hätten bei so einem Leben längst den Löffel abgegeben“ Udo Lindenberg

„Ich habe kein Bock auf Politik und Gewalt, ich werde langsam alt und konservier mich halt“ Lotto King Karl

Man ist mir schlecht. Früher konnte ich die durchzechten Nächte besser wegstecken. Heute dagegen leide ich ein bis sogar zwei Tage nach. Anfangs macht der Restalkohol ja noch Spaß, aber ungefähr nach den Bundesligaspielen fordert der Körper den Tribut dafür ein, dass er gestern so toll mitgemacht hat.
Das heißt Dehydration, der Elektrolyte Haushalt ist hinüber, der Rücken schmerzt, als ob ich auf einem Hinkelstein gepennt hätte und mein Kopf pocht im Takt dazu. Die Zunge fault im Mundraum rum und verwechselt ständig leckere Sachen mit nicht so leckeren Sachen. Im Grunde schmeckt alles nach Cola und Diabetigerschokolade. Durch die Nase atmen macht mir überhaupt keine Freude mehr. Ich ekele mich vor mir selbst. Der Placeboeffekt, den meine übertriebene Körperhygiene mit sich bringt, schlägt nicht mehr an. Einfach weiter saufen, wie es Lotto King Karl gerne in seinen Liedern anpreist, bringt nichts. Es geht auch nichts oben rein. Mal abgesehen von den Physischen Defiziten, leide ich auch Psychisch. Ein schlechtes Gewissen und die Frage: hat sich das denn wirklich gelohnt, plagen mich durch den scheinbar ewig langen Tag. Ich bilde mir, zumindest hoffe ich das, Herzrhythmusstörungen ein oder anderes Organversagen. Da kommt der Hypochonder in mir durch.
Dennoch bin ich gegen Arzneimittel. Für mich bitte keine Tabletten und auch keinen In-Stand Better Life Aspirin Scheiß. Da muss ich alleine durch. Das Beste ist deftig essen. Knüppel mit Gerümpel, Schranke. Hunger habe ich immer, dazu trinke ich literweise Wasser. Das Zeug kann gar nicht verdünnt genug sein. Die Fenster werden aufgerissen, die frische Luft soll vom eigenen Gestank ablenken. Auf dem Plattenteller rotiert Udo Lindenberg, schön zu wissen, dass es da jemanden gibt, der noch kaputter ist. Wäre ich nicht alleine, dann würde ich jetzt jammern wie schlecht es mir geht.
Morgen wird wieder gesoffen, puh.

Homebase

Mittwoch, 7. Mai 2008

Sonnenbrand

„sun is shining, the weather is sweet,
make you want to move your dancing feet” Bob Marley

“the sunshowers that fall on my troubles
are you over my baby
and some showers I'll be aiming at you
'cos i'm watching you my baby” M.I.A.

Die Sonne scheint und ich schlendere so durch die Innenstadt. Ich nutze die Gelegenheit und trage meine schneeweißen Sneaker. Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses muss ich außerdem noch eine Hose und ein weißes Longsleeve tragen. Alles von Ecko. Das kommt richtig gut. Meine Gedanken kreisen um Astrologie, Esoterik, Innere Schönheit und Tierpsychologie und darum, dass man sich über solche Dinge eigentlich nur lustig machen kann. Das geht solange gut, bis ich ein Rudel Hunde sehe und gleich danach ein Rudel Punks. Die armen Punks, denke ich. Die müssen, aufgrund ihrer Angst sich einzugestehen 20 Jahre lang mit der falschen Attitüde rum gelaufen zu sein, Schwarz tragen und schwitzen. Dazu noch das viele Metal im Gesicht, erhitzt sich das nicht? Und der ganze giftige Scheiß läuft in bunten Tropfen aus den gefärbten und gegelten Haaren direkt in die Augen. Die meisten haben außerdem noch Stiefel und Westen an, übersäht mit Aufnähern aus dem EMP Katalog. „Gegen Rechts“ steht da. Richtig so. Scheiß Nazis, die haben uns die Antifa eingebrockt.
Ich habe gelesen, dass die Anzahl der Raucher und Kiffer zurückgegangen ist! Dafür ist die Zahl der Säufer gestiegen. Ich glaube ja, dass die Kiffer alle in der Umfrage gelogen haben um den „Gras Preis“ zu drücken.
Apropos drückend, bei der Hitze tragen die Punks zu allem Überfluss schwarze Röhrenjeans, wie man sie sonst nur von Heroin Junkies kennt. Heißer Scheiß. Der bloße Anblick lässt mich automatisch Richtung Softeis Laden schlendern. Softeis findet man ja gar nicht in Mülltonnen, das schmilzt viel zu schnell. Deshalb lungern Punks auch nicht vor Softeis Läden rum! Softeis funktioniert ausschließlich nur mit Vanille. Aber dafür ist es dann auch genial.
Die Sonne ballert wohl noch ein paar Stunden. Genug Zeit um seine Gedanken um Softeis, Körperschmuck, Feng Shui und Indigo Kinder kreisen zulassen.

Dienstag, 29. April 2008

EUReKA

Montag, 28. April 2008, 21.15 Uhr, EUReKA - Urinstinkte

Heureka, ist das abgefahren. Die Serie könnte eher etwas für kleine Jungs sein, wenn nicht mindestens eine Leiche drin vorkommen würde. Ein Cop arbeitet als Gesetzeshüter in einer futuristischen Stadt voller Genies. Selbst die Haustiere sind schlauer als der durchschnittliche Großstädter. Es dreht sich um eine Firma, die alles mögliche, oder eben unmögliche, erfindet. Warum ausgerechnet dieser Dummbatz den Polizisten spielen darf, weiß ich nicht. Seine durchschnittliche Intelligenz ist ein Running Gag, der schnell nervt. Durch seine Nachfragerei wird dem Zuschauer die haarsträubende Story und die ganzen Begriffe erklärt und soll gleichzeitig noch zum Schmunzeln anregen. Einer der Wissenschaftler, der stark an Dr. Brown aus Zurück in die Zukunft erinnert, hat Nanoiden erfunden, die auch gleich ausbüchsen und Kohlenstoffquellen suchen. Sie töten zuerst einen Mitarbeiter vom Wartungspersonal, der kurz vorher noch eine Sprechrolle hatte. Danach werden die Opfer nachgeahmt. Das Ziel: die Weltherrschaft. Zum Glück können die Nanoidenklone in vorletzter Sekunde gestoppt werden. Mittendrin ist noch genügend Zeit um Beziehungen zu vertiefen oder zu beenden. Serien, in denen die Hauptrolle die Specialeffects spielen, sind meist vom Inhalt her sehr mau. So ist es auch hier. Selbst ich habe den Fall schnell durchschaut und nur noch selten hingesehen. 

Unterm Strich ist EUReKA eine ausgefallene Krimiserie, die ich mir nie wieder anzuschauen brauche. Wem das Thema trotzdem noch interessiert, soll sich Zurück in die Zukunft 2 und gleich danach Blade Runner ansehen. Das reicht für alle Staffeln von EUReKA.

Mittwoch, 23. April 2008

Law & Order

Dienstag, 22. April 2008, 23,15 Uhr, Law & Order – Wanderwege einer Schuld

Das amerikanische Rechtssystem ist mir ein Rätsel. Vieles dreht sich ums Geld, das habe ich verstanden. Außer bei Michael Jackson natürlich. Die Geschworenen haben das Schicksal der Angeklagten in ihrer Hand. Da kann vorher bewiesen werden was will.
In der heutigen Folge von Law & Order liegt eine Frau seit elf Jahren im Wachkoma. Ihr Mann wird in seinem Auto vor dem Krankenhaus in die Luft gejagt. Der Ehemann hat sich aufgrund der Behandlungsfehler an seiner Frau 3,2 Millionen Dollar (ca. 20.000 €) erstritten, die mit seinem Tod an die Eltern der Komapatientin (seinen Schwiegereltern) gehen. Ein zu offensichtliches Motiv! Von Barbara Salesch weiß ich, dass der erste Verdacht nie der richtige ist.

In den ersten fünf Minuten hat der Zuschauer schon so viele Informationen mitbekommen, dass es schwer fällt zufolgen. Dazu kommen noch Zeitsprünge, die mit einem kurzen, aber coolen Jingle angekündigt werden. Ich dachte, die Serie würde nur in einem Gericht spielen, knallharte Verhöre bis einer zusammenbricht. Es wird bisher nur langweilige Polizeiarbeit gezeigt. Auf einem Plakat bei einer Demo steht irgendetwas mit Hitler, was genau da steht konnte ich nicht erkennen. Vor einer Woche habe ich bereits in die Serie reingeschaut, da wurde am Ende ein zum Islam konvertierter Junge verurteilt, weil er eine Frau killte. Nebenbei wurde erwähnt, dass alle Islamiten Angst vor Frauen haben! Die Serie versucht auch in der heutigen Folge Kritik an alles und jedem zu nehmen und zu provozieren. Selten blicke ich da durch, ich kenne die kleinen Organisationen in Amerika nicht. Es geht um Sticheleien gegenüber Sterbehilfe und Gott, Nordstaaten gegen Südstaaten, das Rechtssystem und Abtreibung. Nach 20 Minuten sieht man zum ersten Mal ein Gerichtssaal. Der Richter haut mit seinem Hämmerchen öfters auf den Tisch als der Schreiner vor ihm. Boom, ich zeige sie an, Boom und sie auch, Boom und alle hier im Gericht! Alle schuldig wie die Hölle, Boom, Boom, Boom. 

Dank den Zeitsprüngen geht alles sehr schnell voran. Die Kläger, Angeklagten und Zeugen sind schnell gefunden und nach der zweiten Werbepause beginnt der eigentliche Prozess. „Es war kein Mord, es war der Wille Gottes und ich war nur sein Soldat“. So sollte mal einer in Deutschland argumentieren. In Amerika ist dieser Fall wohl wirklich diskutabel.
Verdammt, es war tatsächlich die Familie der Patientin mit Beihilfe eines Reverends. Der Reverend wurde allerdings freigesprochen. Das Schlusswort des Anwalts der Klägerseite ist irgendein Geschwafel über die Macht des Reverends mit diesem Urteil über Leben oder Tod entscheiden zu können. Verstehe ich nicht. Und dann war plötzlich Schluss. Das Ende kam so unfreiwillig komisch rüber, dass es mich an Leslie Nielsons Serie "die nackte Pistole" erinnerte.

Mittwoch, 16. April 2008

Gilmore Girls

Dienstag, 15. April 2008, 11.00 Uhr, Gilmore Girls – Das perfekte Paar

Gilmore Girls kommt ja jeden Tag um hausfrauenfreundliche 11.00 Uhr. Mutter und Tochter bewältigen das Leben, das ziemlich gut zu ihnen ist. Die Mutter leitet ein Hotel und die Tochter studiert Journalismus. Aber es ist nur Yale…

Da es sich wieder um eine Frauenserie handelt, dreht sich fast alles um Beziehungskisten. Ein weiterer Hinweis dafür ist, wie viel in der Serie telefoniert wird.
Die Mutter Lorelai sieht gar nicht aus wie eine Mutter, eher wie eine Schwester und wie die drauf ist! So was Cooles gibt es nicht. Cool ist ihr zweiter Vorname. Cool ist sogar in ihre Handtücher gestickt. Dieser Satz kommt von ihrer Tochter Rory. Die steht der Mutter in nichts nach. Wo gibt es denn so hübsche, intelligente, schlagfertige, charmante, elegante, schlagfertige, adrette, humorvolle, witzige und schlagfertige Frauen? Das ist ja ein Traum. Die Dialoge werden bestimmt von Männern geschrieben, obwohl die Serie von einer Frau stammt. Klar, dass in Serien immer das richtige im richtigen Moment gesagt wird, schließlich haben die nur eine dreiviertel Stunde Zeit, aber den beiden kaufe ich das ab.

Jeder Dialog beinhaltet eine Pointe und ist wahnsinnig originell. Ein Beispiel: Zwei Männer gehen auf der Straße mit einer weiblichen Schaufensterpuppe unterm Arm an Lorelai vorbei und sie sagt verblüfft: „oh, sind die Männer in unserer Stadt so einsam?“ Jede Sprechrolle bekommt hier mindestens einen Gag zugeschrieben. Ich kann schon verstehen warum man sich das gerne anschauen will. Die Gilmore Girls kennen das „hätte ich mal besser etwas anderes gesagt“ oder das „warum ist mir das nicht eben schon eingefallen“ oder das „warum ist keiner da, wenn ich etwas Kluges sage?“ Gefühl bestimmt gar nicht.

Rory`s reicher Yale Freund wird von ihren reichen Großeltern zum Essen eingeladen. Es gibt anscheinend Spannungen zwischen Lorelai und ihrer Mutter. Es wird gestritten und ignoriert, aber auf höchstem Niveau. Rory macht ein Praktikum in der Redaktion ihres Schwiegervaters in spe. Sie benimmt sich dabei so unfassbar ehrlich ungeschickt und… ja süß, dass man ihr am liebsten sagen will: alles wird gut. Das macht dann aber im nächsten Moment schon ihr Freund, natürlich übers Handy. Ich frage mich, auf wie viele Schicksalsschläge eine Staffel kommt. Jawohl nicht mehr als ein oder zwei Stück, was das ganze sympathisch macht. Es wird nicht geweint. 

Übrigens, achtet mal auf das Tafelbild wenn im Fernsehen Klassenzimmer gezeigt werden. Gemalt, künstlerisch. Jeder der mal in einem Vorlesungssaal gesessen hat, weiß wie die Realität aussieht. Da wird einfach mit farbiger Kreide über das bereits bestehende Tafelbild drüber geschrieben. Eventuell schalte ich am Freitag die aktuelle Staffel ein und schaue mir an was aus den beiden geworden ist.
Es darf wieder abgestimmt werden: Dieses Mal stehen nur Krimiserien zur Auswahl.

Donnerstag, 10. April 2008

Grey´s Anatomie

Mittwoch, 9. April 2008, 21.15 Uhr, Grey´s Anatomie – Ewige Jugend
Grey´s Anatomie gehört zu den Serien, dessen Inhalt und Staffelende ich mir einmal kurz von einem Fan erklären lasse, mehr muss ich nicht wissen. Wenn man weiß wie es ausgeht langt das völlig. Wie bei den Pet Shop Boys, da reicht auch ein Best of Album.
Es geht los. Die Erzählstimme gehört bestimmt Grey. Schon wieder hübsche Ärztinnen, das kenne ich so gar nicht aus den deutschen Krankenhäusern. Da sieht man den Ukrainerinnen an woher sie kommen. Noch passiert nichts, die Asiatin sieht aus wie ein Alien aus Akte-X, ist da ein Zusammenhang? Denke nicht!
Ah, endlich! Action, Schulbusunfall.
Ein Bleistift steckt im Auge eines beeindruckend cool bleibenden Schülers. Ekelhaft.
Sex spielt auch eine Rolle, schließlich ist Grey´s Anatomie im Schatten von Sex and the City entstanden. Aber heute wird nur drüber geredet. Ich hab mal gehört es soll wirklich in amerikanischen Krankenhäusern so abgehen wie in Emergency Room. Hektik pur. Der Stift-Junge fällt ins Koma… für immer. Natürlich scheiße für die Fans von dem Footballstar der High School. Einwenig wird hier versucht das Campusleben zu verarschen. Sowieso versuchen alle sich möglichst normal zu verhalten. Nicht so aufgesetzt wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre.
Emotionen kommen auch drin vor, die Hintergrundmusik steigt langsam an, bis einer weint oder geknutscht wird. Jeder ist mit jedem zusammen oder war es oder würde gerne. Wen das interessiert, sollte die Serie öfters schauen. Mich interessiert es nicht so sehr.
Nach 40 Minuten stellt sich mir die Frage, ob keiner normal krank sein kann. Eben wurde noch geflirtet und im nächsten Moment: Kammerflimmern oder so.
Grey´s Alkoholikervater ist auch ein Patient und stolz wie Oscar, aber in erster Linie ein Alkoholiker. Leicht hat es da anscheinend Niemand.
Nebenbei, warum heißt der Chefarzt, Dr. Shepard, genau so wie der Arzt in LOST? Nämlich auch Dr. Shepard, Kalkül?
Kurz vor Schluss kommt eine Durchhalteparole an alle Teenies dieser Welt. Irgendwann wird alles besser. Schön, vorausgesetzt man wird Arzt. Am Schluss sitzen alle Ärzte in ein und derselben Bar. Ich meine auch J.D. aus Scrubs dort gesehen zu haben. Lustig war die Serie nicht, will sie womöglich auch gar nicht sein. Wenigstens sind die Ärzte nicht so unbeholfen wie die Schalke Spieler parallel auf Sat 1. Trotzdem mag ich Krankenhäuser immer noch nicht, was wohl verständlich ist.
Links oben darf abgestimmt werden, welche Serie ich mir als nächstes anschauen darf. Alternative Vorschläge sind ebenfalls willkommen.

Mittwoch, 2. April 2008

Dr. House

Dienstag, 1. April 2008, 21.15 Uhr. Dr. House – dem Alter entsprechend?

Mein erster Eindruck war gleich ein positiver: Dr. House ist eine Serie, die man mit Ton schauen muss. Das ist nicht bei jeder Serie so, Stichwort Badeanzüge.
Ein Kind erleidet einen Schlaganfall und House rettet ihr Leben. Nebenher verlaufen kleine Beziehungskisten, nicht so spannend. Es dreht sich im Grunde um den Zynismus des Herrn Doktors. Dass er alles weiß und spätestens am Ende jeder Folge Recht behält, ist mal klar. Die Diagnosefindung erinnert mich stark an die Detektivarbeit von Batman und Robin aus der gleichnamigen 70er Jahre Serie. 

Zynisch und sarkastisch war ich bereits in der 10. Klasse, nur mit dem Unterschied, dass bei mir weniger dreckig gelacht wurde. Statler und Waldorf waren da wohl meine Vorbilder. Ich kann ja jetzt aufgrund des Erfolges von Dr. House ein Comeback starten und bei jedem „oh man, das ging jetzt aber zu weit“ schnell auf Dr. House hinweisen. Besser nicht, es gibt ja einen Grund weshalb ich damit aufgehört habe. Es langweilt schnell. Und das ist auch in dieser Serie so. Die exotischen Fälle mögen gut recherchiert sein, das ist aber egal, weil man kein Wort versteht. Die Ärztin ist ein Wunderkind und super sexy, wie in jeder amerikanischen Sendung. Ich meine, Jodie Banks aus „ein Colt für alle Fälle“ war auch heiß, aber die konnte wenigstens nichts. Ich habe keine Angst vor starken Frauen, ich finde die Vorstellung nur unrealistisch… ein echter House.
Nächste Woche schaue ich mir zur Wiedergutmachung Grey´s Anatomie an.

Dienstag, 18. März 2008

Scar Tissue

"Scar tissue that I wish you saw
Sarcastic mister know it all" Red Hot Chili Peppers

"Move on to my own
Here comes Battle Scars
It`s the final charge
Here comes Battle Scars" Chemical Brothers

Narben machen sexy. Im laufe der Zeit haben sich an meinem Körper zahlreiche Narben angesammelt. Wenn man Fußball spielt bleibt das nicht aus. Ich wünschte nur, die Narben kämen alle ausschließlich vom Sport. Dieser hat höchstens am Rande was mit meiner widerstandsfähigeren Haut zutun. Das ist es nämlich was Narben sind, einfach nur widerstandfähigere Haut. Passt leider nicht zum Weicheirest.

Von den Füßen angefangen, findet man die erste Narbe an meiner rechten Wade. Bei meinem früheren Fußballverein musste man noch die Müllsäcke selber an die Straße stellen. Nur doof, dass ich einen erwischt habe aus dem eine groteskgroße Scherbe ragte, die mir auf den letzten Metern das Wadenbein aufschlitzte. Ich hatte keine Zeit das nähen zulassen, ich musste noch Fußballspielen.

An meinen Knien sind gleich zwei Narben. Als kleiner Junge habe ich zusammen mit Freunden gerne Fußball in meinem Zimmer gespielt. Für das eine Tor musste der Heizungskörper herhalten. Nach einer rettenden Grätsche auf der gedachten Torlinie haben die Lüftungsschlitze der Heizung mein Knie aufgeschlitzt. Auch hier wurde nicht genäht. Meine Eltern dachten, dass hätte irgendeine pädagogische Wirkung auf mich. Die Zweite Narbe kommt vom Bäumefällen. Wie jedes Jahr Pfingsten werden im Wald Birken gefällt und wie jedes Jahr wird dabei ordentlich was weggeschluckt. Aber nur dieses eine Jahr habe ich mir die stumpfe Axt ganz unglücklich ins Knie gerammt. Gemerkt haben es andere für mich. Dieses Mal wurde genäht. Nach einem lauten „Moin Moin“ meinerseits, meinte der Arzt, eine Betäubung sei wohl nicht mehr vonnöten. Recht hatte er.

Knapp über der Hüfte habe ich auf der linken wie auf der rechten Seite jeweils kleine, dezente Narben. Die sind mit abstand am dämlichsten zustande gekommen. Jägerzaun ist das Stichwort. Das erste Mal drübergeklettert und einen stechenden Schmerz unterhalb der Rippen verspürt und auf dem Rückweg war der Schmerz dann auch auf der anderen Seite. Es war dunkel und ich habe nicht gesehen, dass sich mein weißes Shirt an den Seiten algengrün und blutrot gefärbt hatte. Das passierte bei einem Ausflug mit der Mannschaft, klar. Trotzdem stellt sich die AOK quer...

Irgendwo knapp oberhalb des Steißbeines habe ich eine kleine Narbe von einer Glasscherbe. Aquariumsglasscherbe um genau zu sein. Ich bin betrunken in das Aquarium eines Freundes gefallen. Dieser Freund ist Jahre später durch einen Glastisch gedonnert. Der hat jetzt eine Narbe knapp unterhalb des Steißbeines. Kann passieren.

Noch weniger Schuld trifft mich bei meiner Blinddarmnarbe. Das Ding musste sein. Zumindest nach dem medizinischen Standpunkt von vor vier Jahren. Die Narbe ist überdurchschnittlich lang geworden. Passt ja. Der Arzt sagte bei der Chefvisite, dass ich mir doch einfach eine Tätowierung drüber machen lassen könnte, das sei total im Trend. Arschloch, was sollte ich mir denn da draufmachen lassen? Ein Bierglas? Oder das chinesische Zeichen für Ärztepfusch? Kurz darauf hat sich die Narbe noch mal entzündet. In Zukunft mache ich das lieber wieder selber...
Hmm? war das wirklich mit „Narben machen Sexy“ gemeint?