Dienstag, 18. Januar 2011

Radiohead - Scotch Mix

Schaut euch den Film an oder lasst ihn im Hintergrund laufen. Ist nämlich auch mehr ein Musikvideo. Radiohead mit einer Studioversion ihres Albums In Rainbows.



Donnerstag, 13. Januar 2011

We will Rocko

"Jung und nutzlos, das ergibt einen gewissen Sinn." Rocko Schamoni

Wecker, Wecker, Wecker, Aufstehen, Arbeiten. Das Beste am Tag sollte erst noch kommen. Auf der Arbeit dreht es sich fast ausschließlich um Ausstiegschancen, Zukunftsplanung und Lebensmodelle. Wie so oft in den letzten Wochen. Meine Arbeitskollegin erzählt mir, dass die Fachhochschule Bremen den NC für das Master Studium im Bereich Bauingenieurswesen aufgehoben hat. Es herrsche nicht genügend Nachfrage. Eine weitere Option für meine Liste. Total überflüssig und so gar nichts für mich, leider aber auch eine sehr offensichtliche und geographisch viel zu naheliegende Zukunftsalternative. Wo ich gehe, ist der Weg des geringsten Widerstandes. Damit soll Schluss sein.

Nach der Maloche treibe ich mich die restlichen zwei Stunden bis zur Lesung des Hamburger Jung Rocko Schamoni in der Stadt herum. Mir kommt spontan die Idee Bier und Zigaretten zu kaufen. Mich eingrooven, wie niemand mehr sagen würde. Weil ich mit der freien Sitzplatzwahl schon einmal böse auf die Fresse gefallen bin, ich wollte nicht wieder derjenige sein, der den Fluchtweg versperrt, betrete ich den Schlachthof eine Halbestunde vor offiziellem Lesungsbeginn. Bereits jetzt sind kaum noch Sitzgelegenheiten vorhanden. Ich setze mich an den Rand der vierten Reihe, fast in den Gang. Neben mir sind zwar noch locker vier Plätze frei, aber am anderen Ende sitzt ein attraktives Mädchen oder Frau, wo da die genaue Grenze liegt, weiß ich nie richtig einzuschätzen, und der möchte ich mich halt nicht aufdrängen. Sie ist offensichtlich alleine hier. Mit meinem Rucksack markiere ich meinen Platz und gehe Bier holen. Als ich mich wieder setzen möchte, diskutiert gerade eine Gruppe Frauen, und dieses Mal handelt es sich sicher um Frauen, ob sie die scheinbar freien Plätze einnehmen dürften. Ich nehme meinen Rucksack und setze mich doch neben die Schönheit mit dem Pagenschnitt. Jetzt hatte ich ja einen Vorwand, falls mir ein böser Blick zugeworfen wird.
„Geht’s? ja? gut.“

Schamoni liest aus seinem Roman „Tag der geschlossenen Tür“. Noch nie habe ich erlebt, dass sich ein Autor so sehr über seinen eigenen Scheiß freuen kann. Dabei war sein ansteckendes Lachen gar nicht nötig. Das Buch ist ein reines Gagfeuerwerk. Bei Schamonis, wie bei Strunks Büchern denke ich jedes Mal, damn it, das Buch wollte ich eigentlich schreiben. Aber so rum ist es auch okey.

Das Mädchen neben mir hat ein tolles Lachen. So was wertet für mich die Person und damit den Abend direkt auf. Das Lachen ist das wichtigste an einer Frau. Das ganze andere Gedöns, um das immer so ein Riesenbuhei gemacht wird, ist dagegen Nebensächlich. Unterm Strich muss es halt stimmen. Kontrollfrage: möchte ich mit ihr im Fahrstuhl stecken bleiben? Ja. Es kommt sogar noch besser, sie lacht an den richtigen Stellen. Den geringen Slapstick Inhalt, eine Oma haut mit ihrer Handtasche einem Kind auf den Kopf, registriert sie höchstens mit einem kleinen „hmpf“.

Pause

Ich gehe raus, rauchen. Sinnigerweise bin ich heute Morgen auf meine totgetragene Nike Jacke umgestiegen. Zwar nicht so wärmend oder ansehnlich wie der Wintermantel, dafür kann sie besser mit dem Regen umgehen. Jetzt eine laue Sommernacht, aber nein, es muss ja Winter sein. Das Publikum besteht aus Menschen Ende Zwanzig bis Anfang Vierzig. Alternatives Volk. Wenn Brille getragen wird, dann grundsätzlich Hornbrillen. Egal ob Frau oder Mann. Ich bin viel zu bescheiden, um von mir zu behaupten, ich sei der Erste gewesen, der diesen Look etabliert hätte, dafür kann ich sagen, ich bin am längsten dabei. Das ist also die Bremer Elite.

Kurz überlege ich, ob ich in mein Raucher-Manifest aufnehme, keine Zigaretten mehr am Automaten zukaufen. Ich habe mich vertan. Anstatt der normalen Marlboro Gold, habe ich die Langen erwischt. Marlboro Gold im Softpack, meine Marke, wenn man so will, gibt es eh nicht im Automaten. Wenn man die langen Zigaretten alleine raucht, geht es. In Gesellschaft, also in der rauchenden Restgesellschaft, wird niemand draußen stehend auf mich warten. Da mache ich mir nichts vor. Ich rauche eh schon so verdammt langsam. Verstoßen von den Verstoßenden.

Rechfertigung: Ich rauche einerseits Marlboro Gold im Softpack, wegen des weißen Filters, andererseits, weil Marlboro ein sehr schmales Emblem ans Ende seiner Zigaretten druckt. Ich habe mal gehört, dass man das Emblem nicht mitrauchen dürfe, da stecke mehr Krebs drin als im gesamten Rest der Zigarette. So hat alles seinen Grund.

Weiter Gehts. Schamoni raucht und trinkt übrigens auf der Bühne und macht sich daraus einen riesigen Spaß. Er kann gut unterhalten. Festival-Idioten würden jetzt sagen, er ist live besser als auf Buch. Neben mir steigt die Stimmung. Das Mädchen trinkt ebenfalls. Sehr sympathisch. Ich teste in Gedanken den Satz: Und wir haben uns auf einer Lesung von Rocko Schamoni kennengelernt. Funktioniert prima. Wir hätten gleich was zu erzählen und die Freunde würden mir bestätigen, dass es nicht immer ein still ausgehandelter Vorvertrag oder irgendetwas aus dem Nachbardorf sein muss. Nach der Zugabe bewirbt Rocko den Merchandising-Stand, an dem er später persönlich das ein oder andere Exemplar mit einer Widmung versehen wird. Ich würde mir hier und jetzt sofort das Buch kaufen, am besten mit einer Widmung des Meisters, nur habe ich leider leider mein gesamtes Bargeld am Tresen gelassen. Dennoch, meine wärmsten Empfehlungen gehen an Rocko.

Das Mädchen war dann schnell verschwunden. Sie hat ihre Chance nicht nutzen wollen. Oder es war ihre Mütze, auf die ich versehentlich getreten bin.

Lichtgestalt Rocko Schamoni

Montag, 10. Januar 2011

Bernie Blindmann

"Mit gelacktem Kompakt-Grinsen unter gleich Beknackten nach Kontakt linsen" Jan Eißfeldt

Freitag ist es soweit, endlich kam ich dazu mir einen Termin für die Kontaktlinsenanprobe geben zu lassen. Das ganze Manöver ist ziemlich zeitaufwändig. Meine vielen Fragen zum Thema, die Voruntersuchung, dann, grob kalkuliert, eine Stunde Gefummel bis ich mich überwunden habe die Linse einzusetzen, pro Auge versteht sich, zwei Stunden Stadtrundgang und schlussendlich die Nachuntersuchung. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, die ich mir bisher nicht einräumen konnte.

Nötig ist es. Meine aktuelle Brille löst sich auf. Schweiß und Steinschlag haben sie runtergerockt. Eine junge Dame, die in einem örtlichen Brillengeschäft arbeitet und mir nach einem ungebremsten Sturz die teure Brille richten sollte, drohte mir bereits damit, dass das Gestell es nicht mehr lange machen würde. Heute oder Morgen könnte es auseinanderfallen. Klar, sie musste mir etwas verkaufen. Zudem konnte sie sich ja denken, dass ich bei dem Zustand meiner Brille schon länger kein Kunde mehr war und nur den kostenlosen Service abgreifen wollte. Ich sagte, darauf ließe ich es ankommen und rannte aus dem Geschäft.

Ich gehe zu Fielmann. Alle anderen Brillengeschäfte, und es gibt viele davon in Bremen, selbst ein Kontaktlinsen-Spezialist ist hier vertreten, werben mir zu aggressiv. Nachdem ein Augenarzt mich dazu überreden wollte meine Augen Lasern zu lassen, bin ich vorsichtiger geworden. Meine Frage, weshalb er und seine Arzthelferinnen trotz der hundertprozentig nachhaltigen Technik alle Brille trögen, beantwortete er mit einem Fluchtversuch. Jedenfalls ist Lasern nie eine Option für mich gewesen und den Ausverkauf von Kontaktlinsen sehe ich zumindest kritisch. Auch mit Brille.

Nach dem Termin am Freitag werde ich kurz überschlagen in welchem Kosten/Nutzungsverhältnis die ganze Kontaktlinsen Geschichte zu der Brille steht und mich daraufhin entscheiden. Der sportliche Aspekt ist dabei der Größte. Günstiger werden Linsen wohl auch sein, nur ist ein damit verbundener Mehraufwand unumstritten. Früher aufstehen, wegen des morgendlichen Wettstreits Zeigefinger gegen Blinzelreflex. Daran soll man sich aber mit der Zeit gewöhnen. Also abstumpfen. Dann das Konservieren der Linsen in der passenden Plörre. Falls man irgendwo in der Fremde übernachtet, muss man das ja alles bei sich führen und selten weiß man vor dem Verlassen des Hauses, ob man wiederkommt. Vorausgesetzt man denkt überhaupt daran sie nachts rauszunehmen.

Meine Fragen:

- Harte oder weiche Linsen?
Harte Linsen sollen kleiner sein und damit komfortabler. Spiegelt sich womöglich im Preis wider.
- Wie lange kann man Jahreslinsen wirklich tragen?
- Kann man damit ausgelassen duschen?
- Schafft das Monokel noch mal ein Comeback?
- Funktioniert ruppiger 1.Kreisklasse Fußball damit?
- Wirke ich ohne Brille dümmer?
- Wie wirkt sich ein Mittagsschlaf auf das Verhältnis Linse zu Auge aus?
- Können Kontaktlinsen hinters Auge wandern?
- Bekannte Nebenwirkungen?
- Wie groß ist die Gefahr nachdem ich meine Fragen gestellt und meine Brille abgenommen habe, direkt vom Augenarzt eine Faust ins Gesicht zubekommen?

Sonntag, 9. Januar 2011

Anders als Glücklich

"Ich kann nicht ewig warten und werf den ersten Stein, ich kanns nicht anders sagen, ich habe Angst davor wie es weitergeht und vorm alleine sein" Jochen Distelmeyer

Das Thema ist eigentlich einen eigenen Text wert. Welches Thema sonst? aber vorerst sagen diese beiden Videos schon alles. Ab Minute 1:55 entwickelt sich das Gespräch zwischen Rocko Schamoni und Christine Westermann. Der Text von Blumfeld haut in dieselbe Kerbe. Super Thema für einen Sonntag,


Viel Freude!


Freitag, 7. Januar 2011

Bitte lesen: Ein Dankeschön von Dein Lieblingsmensch-Gründer Tommes Schranke

"Für die journalistische Überschrift (Artikeltitel) hat Wolf Schneider den Satz geprägt, sie sei „die Nachricht über der Nachricht“. Wikipedia

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Mein Tapedeck hat jetzt endgültig den Geist aufgegeben. Bisher war es wenigstens hin und wieder möglich ein Tape leierfrei abzuspulen, mittlerweile ist jede Wiedergabe, sowie Aufnahme verzerrt oder das Tape stoppt selbständig ab. Das Ding funktioniert völlig digital, es gibt keinen Knopf den man notfalls nach unten zwingen könnte. Das Tapedeck hat mich früher stolze 300 DM gekostet. Irgendein Junge hatte einen Mofaunfall und wollte das Geld lieber in seine mobile Toilette investieren als in Musik. So kam ich über einen Zwischenhändler an das Gerät. Sechs Kopf Tapedeck, Rauschunterdrückung, CD Direkteingang und sonstige Funktionen, die ich nie nutzte.
Machen wir uns doch nichts vor, ohne Tapedeck, keine Mixtapes, keine Frauen. Zumindest keine tollen Frauen. Dann muss ich wohl meinen Plan B aus einer der oberen Schubladen holen. Ich stelle mich vor das Ende eines Laufsteges und halte wartend solange die Arme auf, bis eine der geistig beanspruchten Mädchen vergisst rechtzeitig anzuhalten. Der Plan wäre perfekt, wäre er im wahrsten Sinne des Wortes etwas bodenständiger.

Wo ich eh gerade bei dem Thema bin... ich frage mich, was sich hinter diesen Elite Partnervermittlungen verbirgt. Die werben überall, wo sie Elite vermuten. Da sei die Frage erlaubt, wie legen die Elite eigentlich aus? In der Werbung sind die Menschen alle unheimlich gutaussehend. Bestimmt dasselbe Problem, das Models ständig angeben, wenn sie nach dem Grund ihres Single-Daseins befragt werden. Die Männer trauen sich nicht sie anzusprechen. Soso. Klingt für mich, als ob Ansprechen vollkommen genügen würde. Ansonsten ist mit Elite sicherlich ein gewisser akademischer Grad gemeint. Also eine Maurerin, die unzählige Schwarzbauten hochzieht und in Geld schwimmt, trifft man dort womöglich nicht an. Vermute ich. Hat jemand Erfahrung mit solchen Kontaktbörsen? das interessiert mich wirklich. Mit der Einstellung: Ich bin toll, mal sehen was die anderen so können, gehen diese Elite Leute bestimmt nicht an die Sache heran. Die nutzen doch dieselben Tricks wie zum Beispiel Tatjana Gsell auch. Hinter einer geringen Bildauflösung lässt sich mehr verstecken als zwischen den Zeilen. Deshalb ist eine Erfahrung aus erster Hand nichts für mich. Ich falle ja schon auf das Miniaturbild bei Facebook herein. Klicke ich auf das viel versprechende, kleine Bildchen, kommt häufig irgendetwas Unerwartetes zum Vorschein. Der Restkörper entpuppt sich als kugelrund, sie ist schlicht unansehnlich, zu alt, ein Mann, hat mehrere Haarfarben, ein Duckface oder Beine wie Schornsteine.

Im Internet habe ich heute ein verlockendes Angebot entdeckt. 78 Euro, mit allem Pipapo. Zwar gebraucht, aber das muss man eigentlich investieren, bzw. riskieren. Ich bin übrigens gedanklich wieder beim Tapedeck angelangt. Zudem bin ich in der Bringschuld. Oft breche ich Gespräche über Musik mit einem enttäuschten „Ach, ich mache dir einfach ein Tape“ ab. Ein Mann, ein Wort. Scheiß Prioritäten. Vorerst könnte ich das alte Gerät aufschrauben, reingucken, reinpusten und wieder zuschrauben, jedoch steht mein hoher CD Player-Verschleiß für eine geringe Erfolgsquote. Angeblich spucken Asiaten in jedes Elektrogerät rein, egal ob es läuft oder nicht. Das haben die wohl aus der Nintendo Ära übernommen. Nachvollziehbar, in SNES Spiele reinzuspucken reinzupusten bringt immer etwas. Selbst heute noch ist diese Rettungstat die günstigste Gelegenheit, sich Schulterklopfer zu erschleichen. „Lass mich mal“ Pust, Rotz…
Einen Reperaturversuch ist es mir auf jeden Fall wert, ansonsten muss wirklich ein neues Deck her. Ich verstehe nicht, wie es Menschen schaffen ohne auszukommen.

Falls es niemanden aufgefallen sein sollte, die Überschrift hat nichts mit dem Text zu tun. Trotzdem Danke für das Kommentieren im letzten Jahr.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Jahresrückblick in Stichworten

Weil aus Gründen der detailverliebte und emotional völlig überladene Jahresrückblick unveröffentlicht bleibt und Google nicht möchte, dass ich meinen visuellen Rückblick mit GEMA belasteter Musik untermale, mache ich es wie die Mutter von Peter Maffay: kurz.

2010 in Stichworten (alphabetische Reihenfolge)

Arbeit
Vorhanden

Buch
Rafael Horzon – Das weiße Buch
Benjamin von Stuckrad Barre – Auch Deutsche unter den Opfern
J.D. Salinger – Der Fänger im Roggen
Linus Volkmann – Endlich normal
Art Spiegelmann – die vollständige Maus - Die Geschichte eines Überlebenden
Benedict Wells – Becks letzter Sommer
Westermann/Thadeusz – Aufforderung zum Tanz
Marc Fischer - Jäger
Manuel Andrack - Wandern
Manuel Andrack - Du musst wandern
Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
(mir geht es wie euch gerade - ich lese nur Quatsch)

Empfehlungen
Der fantastische Mr. Fox
Stuckrad Late Night
Verenas Minuswelt
Uwe Wöllner wills wissen
Dr. Doofenschmirtz

Frohe Kunde
Harald Schmidt kehrt zu Sat 1 zurück
Spielerpass ist beantragt
Robben kann wieder

Gescheitert
SVSB
Wandern
Brügge
Lekker Strom
CL Finale
WM Halbfinale
Staffelfinale von LOST

Kino
Exit Through the Gift Shop
Scott Pilgrim
Inception
Kick Ass
(Ich habe unzählige Filme weggegafft, aber das waren die unterhaltsamsten)

Kniffel-Rekord
342 Punkte (Kniffel zählt einmalig)

Konzerte
Dendemann
Element of Crime
One Love Festival
Casper
Herbie Hancock
Funny van Dannen
Jochen Distelmeyer

Lesungen
Benjamin von Stuckrad Barre – Auch Deutsche unter den Opfern
Wiglaf Droste – Am Nebentisch belauscht

Liebe
Groß

Musik
Nur versäumtes nachgeholt, ansonsten:
Kanye West – My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Aloe Blacc – Good Things
Dendemann – Vom Vintage verweht
Aprohe – Kleiner Mann

Party
Anne & Sönkes Hochzeit
Strandparty mit Judith und Fabian
Arndts 40. Geburtstag
Wietzen Scheunenfete

Städte
Amsterdam
Barcelona
Hamburg
Palma

Theater
Herr Lehmann

Tore
Eins, in einem Freundschaftsspiel. Dafür Robben like.

Urlaub
Eine Woche Mallorca
Drei Tage Amsterdam

Verluste
Air – Pocket Symphony
Christoph Schlingensief
Sechs Kilo
LOST

Wohnung
Neu

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Silvester

Wenn ihr privat feiert und nicht wisst was ihr auflegen sollt und sowieso schon immer genau dasselbe am Silvester hören wolltet wie ich, dann lasst ab 18 Uhr DeinLieblingsmensch laufen. Von 18 Uhr bis 9 Uhr läuft auf Shuffle ein angenehmer Musikmatsch aus vielen guten Stücken.

Freitag, 24. Dezember 2010

Vierundzwanzigstes Türchen

Ich kann ja mal erzählen, wie Weihnachten bei uns früher ablief. Vergangenheitsform deshalb, weil vieles mit dem Alter an Magie eingebüßt hat. Vorweg, wir sind eine Kartoffelsalat mit Knackwurst Familie. Das Gericht ist ja so was von unspektakulär, ganz besonders, weil ich es essen musste. Den Satz: Komm, nimm noch eine Wurst, empfand ich damals als eine reine Provokation. Hätte ich den Spruch zu jener Zeit bereits auf der Pfanne gehabt, ich hätte Vaddern zu gerne mal gefragt, was die Knackwurst genießbar macht (A: das n).
Der Kartoffelsalat und die Wasserwurst sind bis heute, wie in so vielen Familien, fester Bestandteil am Heiligabend. Meine Einstellung dazu hat sich jedoch geändert. Heute müssen alle auf mich warten, bis ich restlos aufgegessen habe.

Besinnlichkeit können wir bei uns nicht. Natürlich wird versucht mit Kerzenlicht, Fensterbildern, Kunstschnee und schrecklicher Panflötenmusik eine versöhnliche Atmosphäre zu simulieren, auf Dritte muss das auch so wirken, aber wenn man hautnah den vorangegangenen Aufwand und den dazugehörigen Stress mitbekommen hat, gibt einem das nichts mehr. Die Weihnachtsvorbereitungen waren damals der Horror. Bei einer Saukälte durfte ich Vaddern dabei helfen die Lichterkette an die Giebelseite des Hauses anzunageln. Oft hatte ich dabei nur eine Jogginghose und ein T-Shirt an, weil ich seine beiläufig gestellte Frage, ob ich mal eben mit anfassen könnte, auch genau so interpretiert hatte. Für "mal eben mit anfassen", würde ich mich nicht umzuziehen brauchen, dachte ich jedes Jahr wieder. Es dauerte natürlich ewig bis die Lichterkette an der Wand angebracht war. Aus der Entfernung sollte es wie ein großer Weihnachtsbaum aussehen, also ein nach oben hin spitzes Dreieck bilden. Das hat Vaddern irgendwann mal woanders gesehen und für gut befunden. Recht erbärmlich sah das in meinen Augen aus. Nicht selten wurde der „Baum“ auf dem Schulhof zum Zentrum des Spotts.
Ich stand also in der Kälte, hielt die Leiter fest, fror, reichte Lichterkette nach, peinlichst bemüht, dass die Lampen dabei nicht an die Hauswand schlugen und nachdem dann endlich mal alles fertig war, durfte ich die eine kaputte Lampe suchen, die den gesamten Stromkreis unterbrach. Eine Situation, die soviel Slapstick Potential bot, eigentlich schade dass ich nie etwas daraus gemacht habe.

Schlimmer war nur noch das gemeinsame Keksebacken mit Muddern. Die Maschine, die den Teig in eine lange Sternchenwulst presste, war in einem geschmacklosen 70er Jahre Orange gehalten und lauter als der zweite Weltkrieg. Kennt ihr die Knetpresse von Play Doh? so müsst ihr euch das vorstellen. Nur mit hydraulischer Unterstützung. Trotzdem war es ein Knochenjob den Teig durch die viel zu kleine Öffnung zu drücken. Das Stromkabel teilte, in einem Meter Höhe schwebend, die Küche in zwei Bereiche auf. In dem einen Bereich wurde was getan, in dem anderen rumgeschrien. Meine Mudder war in dem Bereich, in dem rumgeschrien wurde. Eines ihrer Mantren lautete: Finger aus der Teigschüssel. Uns wurde mit Übelkeit und Bauchschmerzen gedroht, bekommen haben wir aber immer nur Schellen. Dass hinterher jedes Mal zuviel Teig übrig war, zumindest an der Schokoladenglasur gemessen, hier herrschte ebenfalls strengstes Naschverbot, durfte auf gar keinen Fall hinterfragt werden. Widerworte kurz vor Weihnachten, das traute selbst ich mir nicht zu.
Die fertigen Teigwürste wurden zu Os und S`s geformt, wobei ich für die Os zuständig war, weil mir kein S zugetraut wurde. Mein Vorschlag etwas Abwechslung ins O-Business zubringen, indem man ein paar Is in die Produktion aufnehmen könnte, wurde mit einem: Mach das Vernünftig, einstimmig abgelehnt. Wenigstens wurde anerkannt, dass das Basteln von Fensterbildern zu weibisch für uns ist.

Die scheiß Sitte vor dem Einlass ins präparierte Wohnzimmer Blockflöte zu spielen, setzte sich aufgrund mangelnden Talentes zum Glück nicht durch. Kein Wunder dass wir den Weihnachtsmann nie zu Gesicht bekamen, bei solch einer grausigen Performance wäre ich auch durch den Schornstein getürmt. Im Wohnzimmer lief wieder Panflötenmusik. Das gute, alte Geschenk aufreißen, ignorieren, nächstes Geschenk aufreißen, in der Hoffnung das Gewünschte sei dabei, wurde irgendwann durch ein langatmiges Würfelspiel ersetzt. Wer eine Sechs würfelte, durfte ein Geschenk auspacken. Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein zäher Mist war. Gefreut hat sich eh keiner auf den Kram und wir sind grauenhafte Schauspieler. Ich bekomme seit Jahren regelmäßig Duschgel von Axe. Fehlt nur noch ein Kärtchen mit dem freundlichen Hinweis: Dusch! das Jahr ist um.
Zudem gibt es irgendetwas, dass ich mir nie im Leben gewünscht habe, aber laut Krisenmanagement unbedingt für ein gesellschaftlich anerkanntes Leben benötigt wird. Falls der Nachbar mal durch das Fenster schaut. Eine Sofadecke, Handtücher, eine Armbanduhr, Socken, Unterwäsche, ein Buch mit dem Titel: Richtig Sprech machen, hässliche Pullover von S.Oliver, einen akkubetriebenen Rasierer, halt alles so Dinge, die ich bei Ausbruch eines Krieges gut gebrauchen kann. Meine Geschwister hingegen haben da mehr Glück. Obwohl sie weder Hobbys, noch irgendwelches Talent besitzen, das solche Ausgaben rechtfertigt, sind bei ihnen wenigstens richtige Sachgegenstände dabei. Mir kann man schon mit irgendetwas, das eine Steckdose benötigt, eine Freude machen. Unfair läuft es aber nie ab. Ich bekomme den Gegenwert der Geschenke in selbstgemachten Keksen aufgewogen.

Früher war das anders. Da gab es Transformers, Actionfiguren von den Masters oder Mask, eine ganze Mülltonne voller Legosteine, einen Amiga 500+, einen CD Player, Michael Jacksons History, Super Mario Brothers 3, Das Playmobil Fort, Cowboy Pistolen mit Halfter, eben Dinge von Wert. Früher brachte ja auch noch der Weihnachtsmann die Geschenke.



Allen Lesern einen besinnlichen und lohnenden Heiligabend, wünscht Dein Lieblingsmensch.

Ich denke, ihr habt es euch verdient. Die meisten sehe ich dann später in der Gartenlaube.
Ihr könnt dann ja raten, welches Axe zurzeit aktuell ist!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Montag, 20. Dezember 2010

Zwanzigstes Türchen

Früher habe ich auch immer so einen Schwachsinn wie Uhren oder anderen Gedöns bekommen, von dem meine Eltern dachten, das sei lebensnotwendig da draußen in der brutalen Welt. Arthur spricht mir aus dem Herzen. Heute bekomme ich nur noch so Kram, der höcchstens ein Jahr hält.



und weil es so schön ist Alvin and the Chipmunks

Sonntag, 19. Dezember 2010

Neunzehntes Türchen

Mich nervt es, dass ich die Aufzählung der Türchen nicht nummerisch vollzogen habe.
Türchen #1, oder so in der Art. Die Ordnungszahlen sehen im Nachhinein Scheiße aus. Ich möchte halt sowenig Zahlen wie möglich in meinen Texten unterbringen. Ich selbst lese nämlich nie Ziffern, sondern Blicke drauf. Das hilft mir bei mathematischen Anwendungen, aber wenn ich zum Beispiel ein Datum in einem Text lese, passiert es schnell, dass ich es überspringe oder nicht dem Inhalt des Textes zuordne. Also lieber neunzehnhundertfünfundneunzig als 1995. Gefundenes Fressen für diejenigen, die meine Verhaltungsweisen gerne demontieren. Ich höre es schon die Spacken von den Dächern pfeifen: Dyskalkulie! Im Gegenteil, mit Zahlen kann ich gut. Im Gegensatz zu den Buchstaben gibt es ja nur zehn Stück davon.

Was ich eigentlich erzählen wollte: Wo andere ein inneres Auge haben, habe ich eine innere große Fresse. Da stehe ich heute vor dem China Restaurante und schaue mir die Tafel an. Beim lesen der einfallslosen Gerichte ersetze ich die Rs durch Ls und schmunzele in der Kälte vor mich hin. Dabei habe ich mal gehört, dass Chinesen in Wirklichkeit das L wie ein R aussprechen, also genau umgekehrt. Sie lieben angeblich den Buchstaben R und übertreiben deshalb absichtlich mit dem Gebrauch. Kurz gesagt: Chinesen klingen mittlerweile wie Russen. Jedenfalls entscheide ich mich für die Sechzehn, Hühnchenfleisch mit Leis.
Ich betrete den Laden oder das Restaurante, wenn man so möchte und bestelle. Leider vergesse ich vom Vollidioten-Modus zurück in den Idioten-Modus zu schalten und plappere dieses Lucky Luck Klischee Chinesisch runter. Einmal Nummel Sechzehn mit Leis und Süß Sauel, bitte.
Zum Glück sind die Chinesen so saugastfreundlich, dass sie sich nichts anmerken ließen.
Erstmal gibt es kein Chinesisch mehr.

Schnell noch einen Weihnachtsbezug herstellen. Wusstet ihr, dass die Schreibweise X-mas nicht nur ein typisch amerikanisches Abkürzung-Coolness-Ding ist. Das X, oder wie es im griechischen heißt Chi, steht für Christos. So sieht das nämlich aus. Gestern kam die Frage bei unserem X-mas Quiz. Vierzehn von Sechzehn Fragen hatte ich richtig. Unter anderem die mit dem Chi. Ich wusste nicht, dass Maria bei der Empfängnis erst dreizehn bis vierzehn Jahre alt war und dass der erste Adventskalender im neunzehnten Jahrhundert entstand. Obwohl ich es hätte ahnen müssen, aufgrund der Industrialisierung kann der Brauch kaum vorher entstanden sein. Deshalb auch nur Platz zwei für mich. In einem X-men Quiz hätte ich mit Sicherheit gewonnen. Schönen vierten Advent!