Samstag, 18. Oktober 2008

Meine Mutter ist Medium...

mein Vater extra Large.

"And when I get that feeling
I want Sexual Healing
Sexual Healing is good for me
Makes me feel so fine, it's such a rush
Helps to relieve the mind, and it's good for us" Marvin gaye

"Indigo here we go-ho" Moloko

Angefangen hat es womöglich mit einer verhüllten Frau in einem kleinen Wohnwägelchen und einer Glaskugel auf dem Rummelplatz. Diese Frau hat einem die Zukunft voraus gesagt oder war ein Medium, das mit den Toten sprach. Noch ganz amüsant. Heute ist das ganze so dermaßen inflationiert, dass das Spiel mit dem Aberglauben schon lange die Zigeunerszene verlassen hat. Auf Fernsehsendern werden Karten gelegt und das Universum befragt. Wer da anruft ist verzweifelt, richtig verzweifelt und glaubt alles was ihm erzählt wird. Wie die allgemeingültigen Antworten viel Spielraum für Interpretationen und Fantasie lassen, fällt den aussichtslosen Menschen nicht mehr auf. Andere Trommeln sich den Stress von der Seele oder Spenden viel Geld an Gurus, die daraufhin für die geplagten Seelen trommeln. Wie mit den Schicksalen der Menschen gespielt wird, ist schon sehr beschämend. Subtiler sieht der Beschiss bei dubiosen Lebenseinstellungen wie dem Feng Shui aus. In Asien haben die wenigsten jemals etwas von Feng Shui gehört! Der totale Humbug. Wem jetzt einfällt: „Aber dem Exmann von meiner Patentante, dessen ehemaliger Zimmerkollege, konnte plötzlich wieder schlafen nachdem er sein Bett vom Flur zurück in das Schlafzimmer geräumt hat“, dann glaube ich ihm das. Aber das ist kein Grund hunderte von Euros in Lektüre, Heilwässer und Duftstäbe zu investieren.

Endgültig hört der Spaß auf, wenn die Kinder fehlgeleiteter Eltern darunter leiden müssen. So werden aus Autistischveranlagten Kindern schnell Indigo Kinder gemacht, die mit einer besonderen Aura gesegnet sind und mit Delphinen und Engeln sprechen können. "Die brauchen keine therapeutische Hilfe, die sind ihrer Zeit einfach nur voraus.", wird von den einsichtslosen Eltern behauptet. Dass Geld eine wesentliche Rolle spielt, in Form von Seminaren und Sonstigem, brauch ich nicht zu erwähnen.

Menschen die für solche esoterischen Dinge anfällig und noch keiner Sekte beigetreten sind, glauben an die Kraft des Mondes. Auch schlimm, aber zum Glück harmlos, mal von dem eher geringen Kostenaufwand abgesehen. Ich habe mal eine Frau kennen gelernt, eine Sekretärin bei einem meiner Praktika, die legte bei Vollmond spezielle Steine in den Garten, die sie nach dem „aufladen“ in ihr Blumenbeet verbuddelte. Damit die Blüten besser aufgehen. Nach meinem Vorschlag, so einen Stein in mein Portemonnaie zu packen, damit dort die Blüten aufgehen, wurde ich tatsächlich für ernst genommen. Im Laufe der Zeit wurde mir von ihr ebenfalls ein Indigo Dasein attestiert. Das war dann wohl die späte Rache. Frauendomäne Esoterik.

Aufgrund meines schlimmen Rückens, kriege ich häufig Vorschläge zu hören, die von Akupunktur über Handauflegen bis Reiki allesamt schon Wunder bewirkt haben sollen. Aber nie bei ihnen selbst, sondern nur bei irgendwelchen Bekannten. Der Körper ist ein Tempel und sicherlich mit der richtigen Vorstellungskraft auch in der Lage dem Heilungsprozess entgegen zukommen. Placeboeffekt ist ja unumstritten. Es fühlen sich auch Leute betrunken, die unwissentlich den ganzen Abend nur Alkoholfreies Bier vorgesetzt bekommen. Ich glaube davon gar nichts. Das mag daran liegen, dass ich Ingenieur bin und Zahlen, Fakten und Mechanismen meine Welt sind. Da kommt ein: es funktioniert, aber fragen sie mich nicht warum, nicht so gut. Aber auch ich habe eine persönliche X-Akte in meiner Schublade liegen.

Moonwalkende Außerirdische! Tja, so bin ich.


Dienstag, 7. Oktober 2008

Comics


„Wir sind keine Bücherei, kauf es oder verschwinde!“ Apu Nahasapeemapetilon
"Comic ist der gängige Begriff für eine Form der sequenziellen Kunst, die in einer Folge von Bildern einen Vorgang beschreibt oder eine Geschichte erzählt" Wikipedia

In meinem Besitz befinden sich noch fast sämtliche Comics aus meiner ereignisreichen Kindheit. Darunter die geniale X-Men Serie „Die Zeit der Apokalypse“ und das Comicverleger Duell „Marvel vs DC“, sowie die nachfolgende Serie „Die Macht des Access“. Laut eBay viel Geld wert! Leider etwas sorglos von mir aufbewahrt. Ich hatte auch die ersten Simpsons Comics. Die waren aber eher schlecht. Comichefte gehörten für mich zum Alltag. Genau wie Buden bauen, Fußball spielen, Karussell Kassetten, Zeichentrickserien und Actionfiguren. Als Kind hatte ich soviel Fantasie, dafür wäre jeder Jugendliche direkt in die Anstalt gekommen. Als ich mir vor kurzem fest vorgenommen hatte für die Zugfahrt wieder mal ein Comicheft zukaufen, bin ich über den Preis gestolpert. Ein Comic kostet mittlerweile 5 €. Die Qualität kam mir nicht unbedingt gut vor. Auch wurde das ganze merkwürdig übersetzt. Blöder Zeitgeist. Es gab Comics von Futurama, Bart hatte seine eigene Serie und die Ludolfs auch! Was ist da denn passiert? Die coolsten Exemplare waren noch die Star Wars Comics. Spiderman und Konsorten wirkten nicht mehr so wie früher. Klar liegt das an mir, aber sicherlich auch an den Kinoerfolgen der Comicverfilmungen. Der typische Comiclook fehlte. Es wird sehr auf Mainstream getrimmt. Dann lieber Manga Hefte.
Dazu muss ich sagen, die Verfilmungen sind fast alle richtig gut geglückt. Bevor der Trend aufkam, gab es bereits Spawn als Film und dann kam Men in Black. Daraufhin war Hollywood in Goldgräber Stimmung. Die Spiderman Trilogie war gut, obwohl ich von Venom, dem Bösewicht aus dem dritten Teil, enttäuscht war. Den habe ich immer favorisiert. Einzig Hulk vom Regisseur Ang Lee war Müll. Kann auch sein, dass ich eine versteckte japanische Mythologie nicht verstanden habe. Den zweiten schaue ich mir erst gar nicht an. Fantastic Four lebte von der kurzen Nacktszene von Jessica Alba und der Schluss vom Silver Surfer war nur noch lächerlich. Die X-Men Teile waren wiederum genial. Wenn man sich die neuen Batman Filme anschaut, fühlt man sich vom neuen Superman etwas betrogen. Hell Boy, Sin City und 300 waren allesamt super Filme. Ghostrider habe ich wegen Nicolas Cage nie gesehen. Punisher kann ich auch empfehlen und Iron Man wird meine nächste Leih-DVD.
Anstatt einen Comic zu kaufen, habe ich einen Gutschein eingelöst. Auf meinem letzten Sechserträger war ein Gutschein für eine Sportbild aufgedruckt. Die rechnen nie damit, dass das wirklich jemand macht.

PS: Ich glaube, sogar der Wu-Tang Clan hat seinen eigenen Comic!

Freitag, 3. Oktober 2008

Cold turkey - ein andermal

„Er würde es allein schaffen oder allein untergehen. Dieser Gedanke erschreckte und begeisterte ihn zugleich, während er über ein Leben in Amsterdam nachdachte.“ Die letzten Sätze aus Trainspotting



„Contrôle“ Franck Ribéry



Die Reaktionen auf meinen Rücktritt als Bierbaron und stadtbekannten Trunkenbold waren allesamt sehr verhalten bis hin zum Spott. Unverständnis macht sich breit von Herford bis nach Nörten – Hardenberg. Und selbst so eine Lichtgestalt des geflissentlichen Handelns wie ich es sein möchte, ist etwas durcheinander. Das liegt einzig daran, dass einem der Grund des Verzichtes erst immer dann wieder aufkeimt, wenn es zu spät ist. Es ist wie mit Videotheken. Geht man da durch den Ausgang, fällt einem plötzlich ein was man sich eigentlich ausleihen wollte. Mich belasten erste Zweifel. Nein, noch krabbeln keine Babys kopfüber an meiner Zimmerdecke herum. Das was ich meine, sind die kultivierten Partys, Geburtstage, Hochzeiten oder Vernissagen zu denen man eingeladen wird. Besonders die Vernissagen sollten an dieser Stelle noch einmal besonders erwähnt werden.

Ist es nicht etwas blasiert, eine Einladung dankend anzunehmen und dann nichts zu trinken? Ein Schlag ins Gesicht für den Gastgeber? Früher haben sie in die Ecke gekotzt um den Gastgeber nicht zu beleidigen! Keine Panik, sei an dieser Stelle gesagt.

Ich habe für mich den Entschluss gefasst: wenn ich eingeladen bin, dann trinke ich auch.

Hier geht es ausschließlich um meine herausragenden Qualitäten als Gast, die ich pflegen möchte. Niemand soll unter meinen gedankenlosen Krisen leiden müssen. Oder anders formuliert: solange es nichts kostet, bin ich dabei. Das könnte man auch weiter ausbauen, bis hin zu einer Avantgarde des fast Verzichtes. Klappt mit dem anderen Kram ja auch. Scènes de la vie de Bohème.



Weshalb ich darum so einen Wind mache? Ich versuche dem Scheiß einen Sinn zugeben. Für mich. Sehr oft beobachte ich, wie Wochenendveranstaltungen nur vom Alkohol gestützt werden. Das Alternativprogramm für Fahrer und anders nüchterne (Gespräche, Fernsehen, Rumsitzen, Starren) animiert einem ja gerade zu zum saufen. Ich versuche den überflüssigen Partys (Gelage) aus dem Weg zugehen und dafür muss man scheinbar erstmal radikal werden. Dann aber wiederum beschleicht mich dieses geil selbst zerstörerische, arrogante „Was kostet die Welt“ Gehabe, das einem die Gallagher Brüder oder diverse popkulturelle Jungschriftsteller vorleben. Alles ausleben was den Rock´n`Roll ausmacht. Bis auf die Musik vielleicht. Das ist das schwerste an der „Endlich Nichttrinker“ Sache, es cool aussehen zulassen.

Auch am Strand zu sitzen und unterhaltsamen Quatsch zu reden, bis man sich, besoffen wie der Jever Mann, in die Dünen fallen lässt. Oder mal schauen was der Super Nintendo Kanal einem zu bieten hat. Das muss doch okey sein. Ich meine, es wird nur jedes Mal schwerer das als einen Event zu verkaufen. Schließlich ist es auch immer derselbe Quatsch, der da geredet wird. Das sollte man schon ausbalancieren… können. Don`t let the sun go down on me. Ich will nicht enden wie Udo Lindenberg.



Was ich schon immer mal sagen wollte: einmal Raucher, immer Raucher!

Donnerstag, 28. August 2008

Bruksen


„1 2 3 oh du wunderdschöne Loreley, endlich geht`s nach vorne“ Alexander Marcus

„Aber nichts desto trotz bring ich Hits en Masse und Scheiss dabei auf Himmelsrichtungen, wie'n Yps-Kompass“ Dendemann

Wieder ein Jahr vorüber und wieder war ich auf dem Brokser Markt. Es ist wenig verwunderlich, dass sich gewisse Automatismen in die lange Tradition des Marktes geschlichen haben. Zum Beispiel gehen wir jedes Jahr mit dem Bollerwagen zu Oma G und fahren von da aus mit der Bimmelbahn weiter Richtung Kirmes. Drei von fünf Tagen habe ich es dieses Mal über den Markt geschafft. Dabei war der Sonntag der beste Tag, nicht nur Wetter bedingt, sondern auch weil ich, frisch genesen, mich spontan bei Maria und Co ins Auto gezwängt habe. Sonntag war auch der Tag der Spielbuden. Ob nun Geschicklichkeitskran, aus dem ich übrigens auch mein Diplom habe, Pferderennen, Basketball oder Schießbude. Es macht ja schon einen riesigen Spaß. Beim Pferderennen haben wir zwei Elmo Masken gewonnen, welcher auch gleich zu meinem Alterego wurde, der Schlawiner.

Wenn man an den Neubauten der Schausteller vorbei geht, drängt sich der Gedanke an einen eigenen Stand nur so auf. Mein Beitrag als Marktbeschicker ist eine Kombination aus einem Liebestester und diesem Punchingballkraftmesserding. Man benötigt kein Personal dafür und nur wenig Stellfläche. Ich nenne den Apparat den „Ike Turner Liebestester“. Das Gerät dudelt die ganze Zeit "A Punchup at a Wedding" und "Getting Nasty" und zeigt Paaren an, wie lieb man sich hat und wie viel Starpotenzial in der Beziehung steckt. Einfach cool, wer da nicht draufhauen will ist dumm.

Der Dienstag begann um 5 Uhr 30. Englisches Frühstück bei Danny. Ab 7 Uhr stehen auf dem Brokser Pferdemarkt drei Pferde und wir. Sonst nichts. Etwas zu früh angefangen mit dem saufen. Es war spannend zu beobachten was erst alles passieren muss, damit der eine oder andere in den Tag findet. Zu privat um es hier aufzulisten. Wäre aber eventuell interessant für die Sendung mit der Maus. Warum ist das so?
Der Dienstagabend verlief dann eher uncool ab, kein Wunder nach über 16 Stunden Kirmes am Stück. Geld war leer und vielleicht messe ich einfach unwichtigen Dingen nicht genügend Bedeutung zu oder umgekehrt.
Nächstes Jahr wieder, hoffentlich wird dann mehr Alexander Marcus gespielt, wenn nicht sogar live. Apropos Live… habe ich das geträumt oder habe ich tatsächlich mit DJ Ötzi geredet??? Und noch was, seit wann heißt das Beck´s Zelt nicht mehr Beck´s Zelt??? Ich muss viel öfters mal noch oben schauen und unten mehr zuhören.
Bollerwagen Tour zu Oma G
mehr nach oben schauen

Ich & meine Maske, kurz vor Elmo
Junger Mann zum mitreisen gesucht

Mittwoch, 27. August 2008

Vasektomie

Ich habe mich über den Nachmittag ins Bett gelegt, um etwas Schlaf nachzuholen. Nebenbei habe ich den Fernseher laufen lassen, ein probates Schlafmittel. RTL glaube ich. Im Halbschlaf bekam ich eine Sendung über eine der weit verbreiteten Unterschichtenbanden, Teenie Familien, mit. Ein Baby heulte lautstark die gesamte Sendung durch und was machen die 16 jährigen Eltern in so einem Fall? Wäre das eine Kriminalserie gewesen, wäre es schnell wieder ruhig geworden, aber es schien sich um eine Dokumentation zuhandeln. Die Eltern schreien sich gegenseitig an. Ich war so dermaßen genervt, es fehlte nur noch das Geschnorre der Katze aus der Whiskas Werbung und ich hätte den Fernseher aus dem Fenster geworfen. Ein Tag später lag ich im Bett und schlafe so vor mich hin, das Fenster war geöffnet, da schreit eins der kleinen Nachbarskinder rum…

HAAALLOOO ICH HABE MICH AUSGESPERRT JAAAAN MACH MA DIE TÜR AUF EEEEYY EEEEYY JAAAAN JAAAAN JAAAAAN EEEEYYY EEEEYYYY MACH MA DAS FENSTER AUF (nervt schon etwas) JAAAN JAAAN EEYYY ICH VERSTEH DICH NICHT SAG MAL LAUTER WAAAAS WAAAAAS WAAAAS JAAAN MACH DOCH MAL DAS FENSTER AUF ICH SPIEL AUCH MIT DIR EEEYYY JAAAAN ICH HABE MICH AUSGESPERRT WAAAAS JETZT MACH DOCH MAL DAS FENSTER AUF (was würde Klaus Kinski jetzt tun? er würde wahrscheinlich mit dem Kind das Fenster einschmeißen). Irgendwann habe ich mein Fenster vom Bett aus zubekommen und morgen mache ich deren Trampolin kaputt und übermorgen ist das Planschbecken dran.

Mittwoch, 13. August 2008

Sie nannten ihn Mücke

„gerade eben zum Beispiel saust eine Mücke
ständig um mein Ohr. Ich grüße nett und fragte, mein
Freund, was hast du vor?“ Dendemann
Neben den Delphinen und manchen Menschen sind Mücken die intelligentesten Lebewesen.
Sie halten mich jetzt schon den gesamten Sommer wach. Durch eins der beiden Fenster oder durch die Zimmertür dringen sie unbemerkt im Gleitflug in mein Territorium ein. Der Grund könnten die hier vorherrschenden tropischen Temperaturen sein. Auf jeden Fall ist es nicht das Licht. Das ist ein Ammenmärchen um kleinen Kinder Angst zumachen, damit sie schön nachts das Licht auslassen. Sobald aber das Licht aus ist und die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, hört man automatisch genauer hin. Man hört immer nur eine Mücke, obwohl dutzende an den Wänden lauern. Sie fliegt provokant über das freie Ohr hinweg, wohl wissend, dass wenn man zuschlägt erstmal taub ist und mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hat. Ich warte also bis das Summen verstummt und schätze Richtung und Entfernung ab. Der Lichtschalter befindet sich natürlich in Reichweite neben dem Bett. Die Leuchten sind so ausgerichtet, dass Mücken an den weißen, schrägen Wänden lange Schatten werfen. Streiflicht. Die Mücke sitzt genau hinter dem Kopfkissen am Bettende. Ihre Kollegen haben sich alle auf die einzige schwarze Wand gesetzt oder auf das schwarze Ché Poster (keines mit einer Aufnahme von Alberto Diaz Corda), das da schon viel zu lange hängt. Stehe ich, mit einer BILD Zeitung bewaffnet, vom Bett auf, knarrt dieses mehr als eine Kellertreppe in einem Horrorfilm. Die sensible Mücke hört das Knarren und fliegt weiter. Nicht weg. Ja, Mücken können hören. Sie sehen auch wenn ein Schatten auf sie fällt und machen sich aus dem reichlich vorhandenen Staub. Ich habe es auch schon mit diesen blauen -Mückenbruzzler- Licht versucht. Es bringt nichts, es macht nur blaues Licht, wie Rambo sagen würde. Außerdem kann ich die Brutzellaternen bei mir nirgends aufhängen, also stehen sie auf einem Möbel in einer eher geringen Höhe. Dieses geile, befriedigende Geräusch, wenn eine Mücke verbrutzelt, habe ich noch nie live gehört. Genauso wenig hätte ich gedacht, dass ich dreimal in einer Woche im Blog das Wort Mückenbruzzler unterbringen kann. Wie gesagt, die Mücken scheißen auf das Licht. Sie agieren nur im Schutze der Dunkelheit.
Was machen die Mücken eigentlich in meinem Zimmer? Blutsaugen, das ist ihre einzige Passion! Im Gegensatz zu mir, wissen sie wie sie sich die Zeit vertreiben sollen bis die BILD Zeitung kommt und sie an die Wand klatscht. KRIEG steht auf der ersten Seite, habe ich mir extra gekauft.

Donnerstag, 7. August 2008

Fishing for... Nothing

„Na na na na na ANGELN!“ Homer Simpsons

„Meinetwegen können wir die Angel auch vom Balkon runter halten, Hauptsache es wird gesoffen.“ Herbert Knebel

Gib einem Mann einen Fisch und er hat für einen Tag etwas zu essen. Bring ihm das Angeln bei und du ernährst ihn ein ganzes Leben lang. Von wegen! Ich hätte lieber den Fisch gehabt! Mittwoch waren Fabian und der Mann mit dem Cowboy Kumpel Namen Danny am See angeln. Auf Friedfisch und Raubfisch. Ich habe nicht die große Ahnung von angeln, fasse auch nicht gerne Regenwürmer, Maden oder Fische an, aber ich bin sehr gerne dabei, wenn andere angeln und den Profischnack an den Tag legen und Rumphilosophieren. Alleine das Zeugs zum anfüttern der Fische ist so raffiniert, da kannste eine eigene Sendung auf DMax draus machen. Ich sage nur Vanille Zucker und Frolic. Mittels Schlauchboot und Echolot wurde erst die Tiefe des Sees und das Vorhandensein der Fische ermittelt. Dann nach Gefühl Fischpampe aus Sägemehl oder so ins Wasser geschleudert. Nichts passiert. Fünf Angeln werden ans Wasser gestellt. Auf Aal und Hecht und wie sie alle heißen und beißen. Diese Hightech Angeln haben akustische Signale (von Glöckchen bis Laser) an der Schnur befestigt, sodass man nicht mehr zu gucken braucht. Nur hinhören. Es wird gegrillt und Feuer gemacht.
Fische sind verflucht gerissene Viecher. Die hören alles, sehen alles und wissen angeblich im Voraus was wir planen! Aber warum sollte auch bei einem so großen See der Fisch ausgerechnet an den einen Wurm rangehen? Angeln ist ein Geduldssport, kommentiert Danny meinen, wie ich finde, berechtigten Einwand. Bis 7 Uhr morgens beißt nichts an, es schwimmt noch nicht einmal ein orientierungsloser Fisch gegen die Schnur, damit mal ein bisschen Action aufkommt. Es muss am Gewässer liegen! Zwischendurch schlafe ich am Feuer ein. Als ich wieder aufwache ist es hell. Kein einziger Fisch hat angebissen! Ist ja auch egal, wir haben einen ganzen Kasten und anderen Krams geleert und somit zumindestens eine Erwartung erfüllt.

Nächstes Mal wird mit einem Mückenbruzzler angefüttert, das zeigen die dann bestimmt auf DMax.

Warum bin ich so Frolic? Seehundköder

Feuerstuhl

Rock the Boat

Köder und Angel

hat alles nichts gebracht

Donnerstag, 17. Juli 2008

1000 Fragen

"No Questions, Please - Bitte nicht quetschen" Otto Waalkes

„1000 Fragen über Fragen, Fragen, doch die Lösung ist das nicht“ J-Luv

Wenn fragen etwas kosten würde, dann wäre ich reich.
Am Tag werden mir hunderte von Fragen gestellt. Es sind nie gute Fragen dabei, also Fragen über die man nachdenken müsste, Fragen, bei denen man sich fragt: „wieso habe ich mir das selber noch nie gefragt?“ Viele Fragen sind rhetorischer Natur, also überflüssig. Selbst wenn man diese Fragen provokativ so dermaßen falsch beantwortet, merken die Fragensteller gar nicht wie dämlich dieses Stilmittel von ihnen ist. „Wie geht es Dir?“ Ist mindestens so ernst gemeint wie eine Flasche Strothmann Weizen Korn als Geburtstagsgeschenk. Wenn man aber auf diese Frage nach dem Wohlbefinden mit „Total beschissen, vor mir tut sich die Hölle auf“ antwortet, kann man richtig die ansteigende Panik in den Augen seines Gegenübers erkennen - Der will mir doch jetzt nicht wirklich ein Gespräch aufdrängen und dann noch ein so ernstes…? steht da in den Augen. Es gibt Eisbrecher Fragen, die sich vom Inhalt her selbst beantworten, trotzdem fällt meine Antwort so dermaßen überschwänglich, übertrieben interessiert aus, als arbeitete ich bei der Kundenbetreuung eines Koks Barons.
Der fragt nie wieder nach der Uhrzeit.

Die fünf W-Fragen höre ich jeden Tag mehrmals. Nicht W für Weltfragen, sondern Wo, Wann, Wieso, Weshalb, Warum wer nicht fragt bleibt zwar dumm, ist mir aber tendenziell sympathischer. Wo willst du hin? Und warum? Und wann kommst du wieder? Und was willst du denn hier? Es kann unmöglich daran liegen, dass ich zuwenig von mir erzähle.

Ich werde ständig irgendeinen Quatsch gefragt und oft sind das Fragen nach meiner Meinung. Dabei habe ich immer die juristische Belehrung im Hinterkopf: Alles was sie sagen kann und WIRD gegen sie verwendet werden. Wie bei einem Verhör. Bei so einem Kreuzverhör, welches mein Alltag ist, kommt man schnell auf die Idee sich was zu recht zu lügen. Beängstigend wie diese Übertreibungen ihre Kreise ziehen. In die kleinste Ecke gelangt das. Nervösere Menschen könnten da schnell paranoid werden. Wie Wiglaf Droste schon auf Götz Alsmanns Ausspruch „Das ist ja eine unglaubliche Geschichte“, mit „Viel unglaublicher ist, dass es Menschen gibt, die das glauben“ entgegnete.

Natürlich gibt es auch alltagstaugliche Fragen und es kommt sogar mal vor, dass ich sie beantworten darf. Gute Konversation ist das stellen der richtigen Fragen. Wer sagte das noch mal? Fragen, die das Interesse an seinem Gegenüber durchschimmern lassen. Simpel aber effektiv sind: „Was hast Du heute vor?“; „Woran denkst du gerade?“; „Hast Du auch so einen Durst?“ Diese Fragen wären dann auch kostenlos, alles andere kostet ab jetzt einen Euro. Ob nun 1.000.000 nervige Fragen oder 15 richtige Antworten sind angesichts der Million dann auch egal.

Die häufigste Frage lautet übrigens: Hä?

Mittwoch, 16. Juli 2008

Schnapsöl

„Ich war immer nur der stärkste in der Schule“ Klaus Vogel

„Now throw your hands in the air
And wave 'em like you just don't care” Outkast

“Der schlechteste Abi-Schnitt bringt die Party mit und führt alle auf das Glatteis wie Kati Witt” Dendemann

Mit der Schule hatte ich nie sonderlich Probleme. Okey, zugegeben, ich habe mich den ganz großen Herausforderungen auch nicht immer gestellt. Ich saß rum, habe auf Stichwörter für meine halbwegs qualifizierten Zwischenrufer geachtet und habe geschmollt, wenn jemand schneller war als ich. Was dank jahrelanger Übung sehr selten vorkam. Schriftlich hatte ich halt so meine Stärken und Schwächen. Wie wohl jeder. Der Schlüssel zu guten Noten war damals „die mündliche Beteiligung“. Es gab Lehrer, die haben die aktive Unterrichtsbeteiligung tatsächlich zu 50 oder mehr Prozent in ihre Bewertung mit einfließen lassen. Wie Naiv. Konzentriert an die Tafel starren kann schließlich jeder und wie man so viele „Melder“ wie möglich auf seine Habenseite verbuchte, hatte man auch schnell raus.

Für alle jüngeren, die das hier lesen und die Schulbank drücken dürfen: Der Melde Guide!
Grundsätzlich sollte man sich auch immer melden wenn man schon etwas weiß. Soviel zum Handwerk, die Kunst ist es sich zu melden, wenn man nichts weiß.

  • Wenn eine Frage gestellt wird, die mehrere Antwortmöglichkeit bietet, nervige Aufzählungen oder so, dann sollte man zusehen, dass man als erstes drankommt. Die häufig lasche Einstellung der meisten Mitschüler hilft dabei. War man einmal dran, wird sich zwecks Nennung einer weiteren alternativ Antwort gemeldet. Diesmal nur etwas aufdringlicher, aufgestützt oder schnippend. Das wird nicht gerne gesehen und disqualifiziert Dich für eine weitere Antwort. Wichtig ist, dass sich mindestens ein weiterer, noch nicht drangenommener Mitschüler, ebenfalls meldet. Die angelernte Gleichberechtigung der Lehrer verbietet es ihnen Dich wieder zu nehmen, bevor nicht andere ihre Chance erhielten. Im Hinterkopf bleiben aber deine „Bemühungen“.
  • Bei Fifty / Fifty Antworten, Ja / Nein Fragen immer melden, auch bei völliger Ahnungslosigkeit. Sollte man drankommen, ist es wichtig total seriös, ruhig und selbstsicher zu antworten. Es darf sich nicht wie eine Entscheidung anhören. Ist die Antwort richtig, heimlich feiern. Ist die Antwort falsch: skeptisch gucken. Fifty / Fifty Fragen sind Geschenke. Man muss nur mitzählen, wie oft man bei welchem Lehrer bereits falsch lag.
  • Bei leichten Fragen, bei denen sich eh mehrere melden, schon alleine um sich nicht zu blamieren, sich ruhig schön nervig anbiedern. „Nehmen sie mich! Ich weiß alles, ich bin sooo klug!“ Für diese Nummer wird man nie aufgerufen, aber es wertet die Leistung der anderen ab. Der Lehrer kann ja selber einschätzen wie schwierig die Frage war.
  • Das Gegenteil sind die Monsterfragen, bei denen, wenn überhaupt, die Finger sehr langsam hochgehen. Sollte man die Antwort wissen, nicht melden, sondern ganz lässig ausplaudern. Reaktion vom Lehrer: richtig, wäre aber schön gewesen, wenn Du Dich auch gemeldet hättest. Wenn man so etwas schon weiß, dann sollte man sich auch zu cool zum melden fühlen. Lenkt außerdem vom Streberimage ab. Die Pluspunkte bekommt man eh, dafür ist der Lehrer zu sehr Profi.
  • Akustisches Melden    kam irgendwann so in der 10. Klasse bei mir auf. Man macht das Geräusch eines Buzzers nach oder das eines Tieres. So wie man das von Otto Waalkes kennt, wenn er eine Rufumleitung oder ähnliches simuliert. Es hat sich leider nicht durchgesetzt. Ebenfalls nicht durchgesetzt hat es sich, den Tischnachbarn zu kneifen, dieser ruft „Aua“, der Lehrer schaut, sagt deinen Namen und du beantwortest schnell die Frage. Genial sollte man meinen, wurde aber irgendwie oft fehlinterpretiert.
  • Im Studium wird Lehrern erzählt, die Schüler sollten die Antworten selber erarbeiten, also raten bis es stimmt. Egal ob man sich sicher ist oder nicht, hier ist wichtig irgendetwas rein zu rufen, damit der eh schon langweilige Unterricht nicht, wie NEO im minder langweiligen Film Matrix 3, in einem Zeittunnel stecken bleibt. Schnellraterunde heißt das auf   9Live. Der Scheiß nimmt kein Ende, bevor nicht die richtige Antwort genannt wurde.
  • Manchmal wollen Lehrer einem Schüler mit besonders niedrigen oder hohen Zahle Schocken. Sie stellen eine rhetorische Frage, was man denn annehme wie viel oder wie wenig etwas sei. Man kann ja ungefähr einschätzen in welcher Dimension sich die Antwort abspielt und übertreibt völlig, indem man diese mal 1000 nimmt.
Frage: „Was meint ihr denn, wie viel CO2 der Deutsche im Jahr produziert?“ (ca. 10 Tonnen)
Antwort [exorbitant enthusiastisch]: „Zehntausend Tonnen!“
Nach der Korrektur durch den Lehrer ein enttäuschtes „tzz“ von sich geben.
Die überdimensional falsche Zahl hat den Reiz schon vorweggenommen, der geplante „Uih-Effekt“ bleibt aus. Was das bringen soll weiß ich nicht, mich hat es aber immer beruhigt, wenn der Lehrer wusste, dass ich ihn nicht ernst nehme.
Epilog

Diese Tipps verbessern die mündliche Beteiligung locker um eine Note und wenn nicht, dann bleiben ja noch das Hausaufgabenheft und die Mappenführung. Anstatt farblich abgestimmter Mappen aus umweltfreundlicher Pappe, hatte ich immer nur einen einzigen voll geschriebenen College Block. Einen Block für alle Fächer sozusagen und Lee Majors sang die Titelmelodie. Nicht. Die Seiten blieben schön im Ringordner. Waren die ersten 80 Blatt voll gemaltschrieben, wurden sich neue Blätter, unter Androhung dies sei jetzt aber wirklich das aller letzte Blatt das man sich leihen könnte, geschnorrt. Hier konnte ich endlich mit den Tiergeräuschen trumpfen. Hieß es dann bei der Mappenabgabe: „Gebt bitte die Mappen ab.“, habe ich mit Edding (war damals zurecht im Unterricht wegen Schnüffellei verboten) auf den überquellenden Block fett DIE MAPPEN geschrieben. Das wurde sogar stellenweise akzeptiert! Schließlich war ich so gut im Mündlichen, dass die Mappen eh nicht mehr ins Gewicht fielen. Dort wo das nicht der Fall war, hat das einzig attraktive Mädchen in der Klasse, die dazu noch gleichzeitig meine Tischnachbarin war, die Zettel nach Unterrichtsfächern sortiert und in meine leeren, echten Mappen weggeheftet! No Cadillac, no perms, you can't see, that I'm a motherfucking P-I-M-P.

Dienstag, 8. Juli 2008

Kraft mal Weg

"Ich guck noch mal in die Flasche wie spät das ist" Brösel

"Wenn Arbeit hier nicht Kraft mal Weg ist, widerleg es!
Denn als nächstes bewege ich Träges als wäre es Tetris" Aphroe

Im Oktober und November 2007 habe ich die Gelegenheit bekommen ein wenig Geld zu verdienen. Endlich wieder. Ausgemalt habe ich es mir schon... ich betrete die Bank und knall ein Bündel Scheine auf den Tresen. Daraus wurde zwar eher eine heimliche Überweisung vom Automaten aus, dennoch wurde ein Kasten Bier gekauft und angestoßen. Die Zahlungsmoral war gut und überschau - Bar. Schuldenfrei und Spaß dabei, trotzdem hatte ich daraufhin kein Geld zur Verfügung. Auch die Hoffnung, das Verschwinden des Solls schlägt sich positiv auf meine Gefühlslage nieder trat nicht ein. Ich habe wahrscheinlich nicht fest genug daran geglaubt.
Ich war Handlanger / Gerüstkellner und (Achtung Wortspiel) Bewehrungshelfer auf einem Bau. Einfamilienhaus. Wer jetzt schlimme Wortspiele erwartet (s.o) ist hier an der falschen Adresse. Wortspiele wie Mörtel Kombat oder Kalk Fiction sind gemeint. Ich arbeitete mit den Maurern zusammen. Nee, ich arbeitete für die Maurer. Maurer sind die Diven des Baus. Alles muss denen in die Hand gelegt werden. Nur das Bier holen sie sich hin und wieder selber. Ich brauchte nie auf die Uhr zu schauen, ich machte anhand der verbleibenden Bierflaschen im Kasten klar, wie lange noch gearbeitet wurde. Schön Kasten Herforder Handgranaten 27 Flaschen. Früher 30 Flaschen. Früher hätte ich länger arbeiten müssen. Ich selber trank nichts. Bei dem Tempo in den frühen Morgenstunden hätten die mich am Feierabend jedes Mal aus der Regenwassertonne fischen können. Der 11 Uhr Zug war mir ja bekannt, aber die eindutzend Sonderfahrten waren mir neu. Jedes Mal, wenn der Bauherr vorbeischaute, wurde der Ton etwas schärfer und man sollte plötzlich drei Dinge auf einmal erledigen, unter anderem die leeren Bierflachen einsammeln und verstecken. Dabei kam mir der Herr Bauherr überhaupt nicht streng oder wie ein Lehrer vor, eher sehr unentschlossen und unstetig. Ständig mussten Änderungen vorgenommen werden.
Alles hier, außer mir, hatte einen Kosenamen bekommen. Die große Steinsäge hieß zum Beispiel: „das Moped" und der Bolzenschneider hieß: „Mattenschere". Ich habe mir nicht alles merken können, aber Mörtel hieß jedenfalls: „Mucks".

- „Ma`ma Mucks!" hörte ich oft.

Egal voran ich drehte oder rüttelte, irgendwer drehte und rüttelte ein zweites Mal daran und sagte: „SO!" Das machte wenig Spaß. In den Pausen wurden Geschichten vom Bau erzählt. Von spektakulären Unfällen und unangekündigten Kontrollen vom zuständigen Amt war da die Rede. Es erinnerte stark an den Film „Was nicht passt, wird passend gemacht".
Ansonsten lallten (die Maurer), nuschelten (ich) wir herum und der Mischer knatterte so laut, dass ich mich nicht mehr denken hören konnte. Trotzdem verstanden sich alle offensichtlich prima.

- „Kannst... rüttel, schramm ...von draußen... Schepper, Schepper ...schnell holen?"
- „Yo!"

Ich hatte Blasen an den Füßen. Ich sollte öfters privat meine Arbeitsschuhe tragen und Frühaufstehen üben. Aber das Wetter war toll. Goldener Oktober

kaputt malocht

Die fünf wichtigsten Benimmregeln auf dem Bau:

- Nirgends anlehnen
- Mit einem gepressten „YO" antworten. Das klingt immer schwer beschäftigt.
- Hölzer, besser noch Metall, immer knallen oder scheppern lassen. Das klingt noch mehr nach Beschäftigung.
- Mittrinken
- Imperativ

Montag, 23. Juni 2008

Golden Girls & Boys

„Living my life like it´s golden“ Jill Scott

Vielleicht kommt das hier 40 Jahre zu früh oder wie im Falle der Rolling Stones auch 40 Jahre zu spät. Womit soll man sich beschäftigen, wenn man sich als Rentner mal langweiligen sollte. Im Garten stehen und Bäume fällen? Dann müsste ich jetzt schon mal anfangen welche zu pflanzen. Nur wo? Keine gute Idee, Garten an sich ist keine gute Idee. Rente wird es nicht geben, also bleibt eine kriminelle Laufbahn nicht aus. Von der Rentnergang habe ich ja bereits berichtet. Es darf sich übrigens beworben werden. Nörgelnde Opis, die mit Kissen auf der Fensterbank kopfüber aus dem Fenster lehnen und Autounfälle kommentieren, die sie kurz vorher selbst verursacht haben, nerven nur und rauchen anscheinend noch nicht genug, sonst wären sie keine Rentner geworden. Es Arthur Spooner gleich zutun ist eine tolle Alternative dazu. Andere gründen eine Zweitfamilie, aber das wird aufgrund des zu hohen Grundwasserspiegels in Niedersachsen nicht so einfach funktionieren.

Ich habe mir überlegt, im hohen Alter nur noch gut, also richtig gut, zu essen. Dann hat man auch die Zeit sich da rein zu lesen, bedacht einzukaufen, zu kochen und zu kauen. Essen wird zum Mittelpunkt werden und das Diebesgut, welches die Rentnergang abwirft, wird für ausschweifende Restaurante Besuche auf den Kopf gehauen. Das halte ich für einen gelungenen Lebensabend. Außerdem lässt es sich gut mit dem Hobby Weinanbau verbinden. Zumindest kann man zum Selbsterklärten Weinkenner werden. Dann könnte man sich, gesellschaftlich abgesichert, zu jeder Mahlzeit ordentlich einen reinverhelfen.

Solche Gedanken machen es jedenfalls leichter…

PS: wußtest ihr, dass man Rentner vorwärts wie rückwärts schreiben kann?