Mittwoch, 3. November 2010

Weltmännertag

“It´s a man´s world“ James Brown

Gestern war Weltmännertag. Mir ist gleich aufgefallen, etwas ist anders. Nein, im ernst, wie es bereits im Welt-Artikel von Hajo Schumacher hinterfragt wurde: wie schlimm steht es um den Mann, wenn dieser seinen eigenen Gedenktag braucht? Antwort: Sehr schlimm. Der Mann folgt dem allgemeinen Trend und schafft sich ab. Solange der FC Schalke 04 noch Fans hat, mache ich mir nicht die größten Sorgen, dennoch ist es auffällig mit was für weichgespülten Persönlichkeiten wir es in unserer Gesellschaft zutun haben. Zudem besteht für mich natürlich ein ganz besonderes Interesse an dem Thema. Wer will mich abschaffen?

Mann muss nicht unbedingt sofort so angestrengt heterosexuell rüberkommen wie Mitglieder der Hells Angels oder schottische Hooligans, denen fehlt ja vollkommen die Eleganz und ihnen geht oft das gewisse Flair abhanden, wie ihn die damaligen Leinwandidole hatten. Aber John Wayne, James Dean, James T. Kirk, Humphrey Bogart, Sean Connery oder mein persönliches Vorbild in Sachen Männlichkeit: Michael Caine, das waren noch Typen mit Charakter, die einfach nur da standen und ihr Ding machten. Was dabei rumkam, waren immer die hübschesten Frauen. Nach solchen Leuten konnte man sich richten.

Ich denke, es sind gar nicht mal die fehlenden männlichen Vorbilder. Die Männer haben sich nur zu sehr den Vorstellungen der Frau angepasst, anstatt ihr eigenes Ding zu machen. Selber Schuld, quasi. Als Beispiel: Seitdem sich Wayne Rooney die Brust rasiert, trifft er nicht mehr. Früher konntest du als Mann immer noch etwas darstellen, obwohl du scheiße aussahst. Heute solltest du besser Tanzen lernen oder zumindest nachdenklich gucken können. Oder du driftest gleich in die Hooligan Ecke ab.

Wenn man Single Frauen zuhört, am Nachbartisch sitzend oder beim Telefonieren, heißt es grundsätzlich: gepflegt muss er sein. Das Bild eines ungepflegten Mannes entspricht für mich die Sorte Ehemann, die auf RTL oder sonst wo am Nachmittag seine Meinung zur Rolle der Frau kundtun darf.
Aber jeder, der sich regelmäßig rasiert und täglich duscht mit allem Pipapo, ist doch schon im wahrsten Sinne des Wortes in trockenen Tüchern. Was ist denn sonst mit gepflegt gemeint? Gezupfte Augenbrauen? Geschminktes Gesicht? Lackierte Fingernägel? Gegeltes Haar? Hintrapierte Bärte? Kann es womöglich sein, dass mit "gepflegt" einfach ein Waschbrettbauch gemeint ist? Der Anspruch auf einen Waschbrettbauch die Frau nur viel unglaubwürdiger da stehen lässt, als der Anspruch auf ein gepflegtes Äußeres?
In meiner Vorstellung gibt der ungepflegte Mann sowieso einen Dreck auf die Möchtegern Starlet Tussis, denen das schwuchtelige Äußere so wichtig ist und zudem ist er eh meist mit einer ständig lamentierenden Frau, mehr oder weniger, glücklich verheiratet . Soweit meine Vorstellung.

Etwas, das mich ebenfalls an dem Trend der Metrosexualität beängstigt, ist, dass es vorwiegend humorlos zu geht. Wenigstens wirkt das nicht so scheinheilig. Welcher gutaussehende Typ hat schon Humor und wofür braucht er den, wenn er gut aussieht? Richtig...

Achtet mal drauf, die Besten haben immer körperliche Defizite. Dazu noch ein T-Shirt, Jeans, Sneaker, ein kräftiger Händedruck und fertig ist der Mann. Zeitlos gut, wie sein einziger Anzug im Schrank.

Kommentare:

  1. Gepflegt bedeutet: geduscht, saubere Fingernaegel und keine Mono-Augenbraue. Dann kann er sich auch gerne im Holzfaellerhemd und Drei-Tage-Bart im kanadischen Wald waelzen, das ist ok.

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  2. Gut, dann bin ich offiziell gepflegt! und mehr! mit meiner Sitzpinkelei... Ich gehe mich jetzt wälzen!

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  3. Michale Caine sieht aus wie Woody Allen und kann somit niemals nicht Vorbild für irgendwas optisches sein.

    Ja gepflegt soll er sein. Der Mann. Frauen achten zuerst auf die Hände. Sie sagen, schöne Hände müsse er haben. Sie meinen, schön sind die Hände vor allem dann, wenn kein Ring dran ist. Dann schauen sie ihm auf den Arsch. Einen schönen Arsch soll er haben, der Mann. sagen die Frauen. Aber ungleichmäßig muss er sein, der Arsch. Die rechte Seite muss dicker sein. Da wo das Geld sitzt. Und schöne Zähne soll er haben. Der Mann. Sie schauen ihm in den Mund als würden sie einen Ochsen kaufen wollen. Männer sind Tiere, aber nur weil Frauen sie wie welche behandeln.

    ;)

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  4. Vom Schwein zum Ochsen. Man kann machen was man will, es wird nicht besser. Weiber, Biester sind das ;)

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