Mittwoch, 5. August 2009

Lagerfeuermusik

"Ihr lieben Achtundsechziger
Danke für Alles - Ihr dürft gehn" Peter Licht

"So viele Jahre mit der Gitarre
So viel Melodie im Hirn
So viel Schweiß auf der Stirn
Ich lass es rocken" Der Junge mit der Gitarre

Wenn das Wetter es zulässt und man das Wochenende im Freien verbringen kann, gehört das Lagerfeuer dazu wie der Alkohol. Ausgeladen sei derjenige, der in diesem Zusammenhang einen Widerspruch erkennt. Holz und Fläche gibt es genug auf dem Dorf. In vielen Dörfern steht sogar irgendetwas mit Holz auf den Ortsschildern. Wir Kinder vom Dorf haben zum Glück eine gewisse Routine mit der Lagerfeueratmosphäre, sodass niemand anfängt pathetisch oder larmoyant zu werden. Sitzen, Trinken und Unterhalten mehr braucht es nicht. Als Bräuteabschleppkabinett sollte man ein Lagerfeuer nicht missbrauchen. Musik ist natürlich auch da, Musik sollte immer da sein. Die Musik darf oder soll sogar ruhig, pathetisch oder larmoyant sein, das funktioniert. Jack Johnson hat das Prinzip verstanden.
Mittlerweile ist es ja kein Problem einen iPod mit klangvollen Boxen dabei zu haben oder ein Baustellenradio oder einer parkt sein Auto in der Nähe. Fahren darf man ja eh nicht mehr.

Schlimm wird es, wenn jemand, meist männliche Vertreter, seine Gitarre oder sonstiges mitbringt. Diese Leute verlangen ein unglaubliches Maß an Aufmerksamkeit. Es ist ja wirklich schön, dass es Menschen gibt, die dieses traditionsreiche Instrument beherrschen, aber im Hintergrund agieren können sie nicht. Man denke an eine kleine Runde, da sollte Musik aus dem Off kommen und es ist eher unwahrscheinlich, dass der Herr Musiker seinen Stuhl (obwohl solche Leute konsequenterweise eine Decke dabei haben) nimmt und sich fünf bis zehn Meter weiter weg setzt. Zudem ist das Repertoire auf dem iPod, den Mixtapes oder dem viel erträglicheren Abendprogrammen der Radiosender um einiges größer und mannigfaltiger als das Notenblatt, das der Gitarre zu Weihnachten beilag.

Man hört „Under the Bridge“, „Creep“, „Wonderwall“, „Let it be“, wieder „Under the Bridge“, „Wish you were here“ und wenn man sich mal von Radiohead „Everyone can play guitar“ wünscht, ist gleich jemand beleidigt.
Oft wird man genötigt den Refrain mitzusingen. So was lockt doch nur Pfadfinder an und über die Textsicherheit und Qualität brauchen wir erst gar nicht zu reden. Unterhaltungen werden da unmöglich.

„Wer singt dieses Lied?“
„Oasis“
„Ja, genau und ich finde es sollte auch so bleiben!“

Live Musik am Lagerfeuer bringt Niemanden etwas, bis auf dem Interpreten selbst. Dabei verdienen sie in etwa genau soviel Prestige wie halbstarke Kids im Zugabteil, die lautstarke Musik aus dem Handy hören. Selbst zu Sheryl Crow oder KT würde ich sagen, Mädel, nice but unnötig.
Ich möchte Niemanden seine Illusionen eines romantischen Abends am Lagerfeuer nehmen und ich bin mir sicher, dass ein Thom Yorke den perfekt umsetzen würde, aber leider steckt immer etwas anderes dahinter wenn ein Instrument den Weg ins ans Lagerfeuer findet.

Bei uns kommt so ein Anfängerfehler nicht vor. Wenn es passiert, sind es fremde Leute, die eh einen schweren Stand haben und sich mit ihrem Hippieesken Verhalten völlig ins Abseits profilieren. Dann bringt doch stattdessen lieber einen Hund mit, danke.

Mittwoch, 29. Juli 2009

How to be an engineer…

„Ich habe da ein Problem, Thomas, du bist doch Ingenieur…“ sagt man so

Ein Ingenieur zu werden ist mehr oder weniger schwer. Wie jedes Studium ist es eine Fleißfrage, man geht oft schematisch vor und operiert nach Fahrplan. Am wichtigsten ist im Grunde der Sachverstand. Jedenfalls bekommt man keine guten Noten geschenkt, wie in einem Biologie, Mathe oder Architektur Studium. Ob das immer alles gerecht ist, sei mal dahingestellt und interessiert auch nicht. Es ist nämlich etwas ganz anderes, wenn man erstmal Ingenieur ist.

In meinem Studium wurden die Professoren nicht müde von ihren grandiosen Erfolgen in der freien Welt zu berichten, wiesen weniger unterschwellig auf ihre Kompetenzen hin und streuten nebenbei ein, dass die Errungenschaften auf jenem Sektor ihnen zu verdanken seien. Wenn man das so hört, während man sich den Hintern auf den harten Klappsitzen des Hörsaales breit sitzt, zudem chronisch pleite ist, denkt man schnell, da will ich auch hin. Das Bild des unheimlich innovativen Bastlers mit unermüdlichen Forschungsdrang und einen Haufen Ideen in der Schublade brannte sich in meinen Hinterkopf ein. Ein Ingenieur schafft Lösungen, rettet die Umwelt, revolutioniert Denkweisen, trifft schwerwiegende Entscheidungen und lässt sich dafür den Arsch vergolden. Ein Gedanke, der mir häufig die Motivation verlieh, der Hausarbeit doch mehr als nur einen oberflächlichen Blick zu gönnen.

Ich erinnere gerne an den Werbespot, in dem ein Ingenieur aus seinem Strandhaus auf das Wasser schaut und über Bewegung nachdenkt. Kurz darauf watschelt ein klappriges, vom Wind getriebenes „Fortbewegungsmittel“ über den Strand. Schon wieder etwas erfunden. Ich glaube, es ging in der Werbung um ein Auto. Oder Scotti, aus der alten Star Trek Reihe. Der Mann benötigte für die Reparatur eines Warpantriebes nur einen Tag und rettete am Schluss die gesamte Besatzung.

Die, zugegeben schöne, Vorstellung des Ingenieurberufes ist ziemlich unrealistisch. Das kann man sich immer wieder sagen, dennoch, der Druck nun endlich sein persönliches Rad zu erfinden, bleibt. Es ist kein „9 to 5“ Job, sondern ein „Entweder Du bist es oder Du warst es nie“ Job. Ideen möchten realisiert werden, auch nach Feierabend.

Zurzeit denke ich viel darüber nach, wie man dieses Bild nach unten korrigieren kann, ohne eine Inflation des Berufstandes zu provozieren. Die Ärzte haben das doch auch geschafft. Nicht jeder entdeckt ein Mittel gegen oder für etwas. Im Gegenteil, viele sind einfach Durchschnitt, beraten auch mal falsch und wirken dabei glücklich mit ihren Schluckimpfungen an Grundschulen. Kann sein, dass bei denen ein „warum bin ich nicht wie Dr. House“ in den Hinterköpfen rum schwiert, aber anmerken tut man es ihnen nicht.

Mir geht es nicht darum in Zukunft mit gerissenen Sätzen Kunden, Arbeit- oder Auftragsgeber zu beschwichtigen oder Kompetenz zu suggerieren, Hauptsache eine gewisse Seriosität zu vermitteln oder ganz einfach weniger zu tun. Ich möchte die Sichtweise auf das was ich tue ändern. Angefangen habe ich damit, meinen Beruf als Job zu bezeichnen. Das nimmt erstmal wenigstens verbal eine gewisse Last, die ich während meiner Berufsfindung und Abwägung meiner Zukunftsperspektiven nicht gebrauchen kann. Geholfen hat mir dabei ein Gespräch mit meinem Teamleiter von der Arbeit. Dem ging es vor kurzem noch ähnlich, nur dass er Frau und Kinder hat und ihm die Entscheidung den Job zum Beruf zu machen somit abgenommen wurde.

Seit diesem Jahr werden keine Diplom Ingenieure mehr ausgebildet. Stattdessen heißen die Abschlüsse nun Master of Science. Wie sich das auswirken wird weiß ich nicht, ich weiß nur, dass ich sehr froh bin noch ein diplomierter Ingenieur geworden zu sein.

Sonntag, 26. Juli 2009

Der Tag, an dem Michael Jackson starb

"Do you remember the time?" Michael Jackson

Freitag, 26. Juni 2009

Wie jeden Werktag springt mein CD/Radiowecker auch heute um 6 Uhr an. Wirklich wecken muss er mich nicht mehr, sonst wäre es auch quatsch die Weckzeit auf eine volle Stunde zu stellen, wie zum Beispiel 6 Uhr. Eine Zeit in der garantiert immer Nachrichten laufen, die einen meist nicht zu wecken vermögen. Im Gegenteil. Ich nutze das Radio nur noch um Abends beim Lesen ein wenig Hintergrundgeplänkel zu haben.

„Bremen 4, die Nachrichten. Michael Jackson ist tot. Oldenburg gewinnt die Basketballmeisterschaften. 80 Prozent Regenwahrscheinlichkeit.“

Da war es! Normalerweise drücke ich mindestens 6-mal auf die „Schlummertaste“, bevor ich wirklich aufstehe. Dieses Mal machte ich das Radio direkt aus. Nach der Hiobsbotschaft hockte ich auf der Bettkante und zwang mich dazu irgendetwas zu empfinden, von dem ich irgendwann mal stolz berichten könnte. Nichts, alles leer. Ich war weder betroffen, noch überrascht oder erleichtert. Mein Gefühl passte zum sachlichen Ton des Nachrichtensprechers.

Mit dem Musiker Jackson habe ich schon länger abgeschlossen. Für mich war Michael ab dem Tag in Rente gegangen, an dem er die Song-Angebote der Neptunes abgelehnt hatte. Justin Timberlake war die hörbar bessere Alternative gewesen. Zum Glück war das so. Seit diesem Moment habe ich gehofft, dass der Mensch Michael Jackson eine Ahnung davon bekommen hat, wie man in Würde altert und er von der großen Bühne abtreten möchte. Alle Comeback Gerüchte waren halt nur Gerüchte und die 50 Shows in London hätte er eh nie gespielt, so meine Meinung. Das lässt sich jetzt leicht sagen.

Ich setzte mich vor den Fernseher und schaute das Sat 1 Frühstücksfernsehen. Es waren die ersten bewegten Bilder, die ich sah und so blieb ich bei dem Sender. Woran er gestorben ist, konnte ich mir denken. Bei dem Leben. Eine Kerze, die von beiden Seiten brennt. Ein schwules Moderator-Maskottchen, das zu einer Frühstücksendung gehört, wie der gute Laune Köter, tut so, als wäre er seit Lebzeiten mit dem King of Pop per Du gewesen. Er fuchtelte aufgeregt mit seinen Knickhänden vor der Kamera rum und plauderte aus dem Nähkästchen. Er degradierte den wohl einflussreichsten Menschen in meinem Leben zu Klatsch und Tratsch. Die Bilder von Michael waren aber klasse. Außerdem hat das Programm eine kleine Uhr am Bildschirmrand, also blieb ich dran.

Auf einen renommierten Nachrichtensender zu schalten kam mir nicht in den Sinn. Ich frühstückte und alles fühlte sich erschreckend normal an. Auf dem Weg zur Arbeit bildete ich mir ein, die Straßenbahn sei leerer als sonst und die Straßen sowieso. Anstatt produktiv zu arbeiten, schrieb ich einen Nachruf in den Blog und las im Internet Zeitung. Am Kiosk war das einzige Blatt mit einer Titelstory über MJs Tod die Bildzeitung. Darauf konnte ich verzichten.

Um 11 Uhr hatte ich einen Termin bei einem Designer im Steintor Viertel. Thema sollte dessen Wohnung sein, vorüber wir eigentlich reden würden, war mir vorher klar. In der Bahn unterhielten sich ein paar Franzosen. Ich verstand nur zwei Wörter: Billie und Jean. Der Designer war barfuss als er mir die Tür öffnete. Zum Glück erlaubte er mir ausnahmsweise meine Schuhe anzubehalten. Wir gingen in seine „kleine Oase“ wie er es nannte und setzten uns auf teuer aussehende Stühle. Ich redete den üblichen Smalltalk runter, während er sich eine Zigarette drehte und mich anschielte.

Er: „Ich will Dich nicht ablenken, aber glaubst Du, Michael Jackson ist wirklich gestorben? Ich glaube das nicht. Es ist wie bei Falko, da haben die das auch alle vermutet.“

Ich: „Möglich wäre es natürlich. Ein schöner Gedanke, Michael irgendwo auf einer Südsee Insel, das erste Mal seit 40 Jahren wirklich wieder in Frieden und glücklich.“

Er: „Und mit dem Ausverkauf der jetzt folgen wird auch finanzierbar. So eine Leiche ist doch schnell manipuliert oder einfach verschwunden. Wie damals bei Falko.“

Was hatte der denn immer mit Falko? Ich finde es viel schlimmer, dass so Unsinnspersonen wie Britney Spears, Pete Doherty und Amy Winehouse immer noch weiter machen dürfen. Dabei war Michael noch nicht einmal ein richtiger Junkie.
Das ist dann jetzt wohl die Trotzphase, dachte ich. Im Büro hörte ich meinen eigenen Radiosender. So konnte ich den stündlich neuen Gerüchten aus dem Weg gehen und wurde nicht ausschließlich mit Jackson Songs beschallt.
Die Kollegen im Büro schienen den Verlust mit wenig gelungenen Stand up Einlagen kompensieren zu wollen.

„Ob der beerdigt wird oder kommt der in den Sondermüll?“
„Habt ihr schon gehört, Michael Jacksons Nase ist bei eBay drin.“

Wenn man mal darüber nachdenkt, dann könnte meine Generation die interessantesten Zeitzeugen der Geschichte hervorbringen. Mauerfall, Weltmeister, Millennium, 11. September, Weltwirtschaftskrise, Barack Obama, Michael Jacksons Tod, Lost Serienfinale, wieder Weltmeister und das Ende des Maya Kalenders im Jahre 2012 kann ebenfalls spektakulär werden… Sie könnte aber auch als die dusseligste Generation in die Geschichtsbücher eingehen.

Am Abend schaute ich nach, wie die anderen im Internet so reagierten. Ich schrieb jedem einen bedeutungsschwangeren Songtitel auf die virtuelle Pinnwand. Paul kam vorbei und wir schauten ablenkungsreiche DVDs. Auf 3 Sat kamen bis in die tiefe Nacht alle Michael Jackson Videos. Die Beste Reaktion eines Fernsehsenders überhaupt. Mal nicht quatschen, sondern abliefern.

Die stündlich aktualisierten Amazon Charts zeigten das dumme Verhalten derer, die scheinbar etwas ganz großes erst dann erkennen, wenn es vorbei ist. Platz 1 bis 14 gingen an den toten King of Pop. Auf Platz 26 tauchte er noch mal mit Dangerous auf und die Vinyl Version von Bad kam auf Platz 40. Da war er, der angekündigte Hype und er sollte noch lange bleiben.

Samstag, 25. Juli 2009

Cigarettes & Alcohol

„Is it my imagination
Or have I finally found something worth living for?
I was looking for some action
But all I found was cigarettes and alcohol” Oasis

„Wir brauchen mehr Rauch!“ Schwiens

Es fing damit an, dass Martin und ich beschlossen haben, zu einem Oasis Song rauchen zu müssen. Warum brauche ich jawohl nicht zu erklären. Die Coolness eines Liam Galagher stand uns ins Gesicht geschrieben und schwebte seitdem dazu noch ungefähr einen Meter über unseren Köpfen. Getanzt wurde nie, nur gesoffen und dabei geraucht. Ein anderer Grund mit dem Rauchen anzufangen war für mich der Gedanke, dass man unbedingt rauchen können sollte. Also kein Husten oder Röcheln oder schnell das Fenster öffnen falls man mal genötigt wird sich eine anzustecken. Dieses peinliche Verhalten kann man nicht gebrauchen, wenn einem von jemand wichtigem eine Zigarette oder ähnliches angeboten wird. Man muss sich auf ein gewisses Level hoch rauchen und es dann seinlassen. Ich rauche nur an Wochenende in der Kombination mit Alkohol und wenn ich dazu Lust habe. Also fast jedes Wochenende, aber immer noch so selten, dass das Nikotin anfangs nervt. Alles andere ergibt für mich überhaupt keinen Sinn.
Es gibt grenzwertige Situationen, in denen man gezwungen wird zu warten. In diesen Momenten könnte man rauchen und das „Warten“ zu „cool herumstehen“ aufwerten. Ich tue es aber nicht, der Grad ist mir zu schmal.

Meine Devise lautet, sobald ich kein Geld für Zigaretten ausgebe, ist alles im grünen Bereich.
Raucher ist derjenige, der auch dann raucht, wenn es Niemand sieht. Und es gilt nach wie vor, einmal Raucher immer Raucher. Egal ob Du Held es mal einen Tag geschafft hast Dir keine stinkende Asche in die Schnauze zu drücken, Du bist und bleibst ein Raucher auf Entzug.
Parallelen zum Alkohol liegen in dieser Hinsicht nahe. Zur Verdeutlichung: Ein Alkoholiker braucht den Stoff, ein unumstritten abhängiges Verhältnis. Ein trockener Alkoholiker darf den Stoff nicht mehr anfassen, ebenfalls ein abhängiges Verhältnis. Die Kontrolle über das Wesentliche haben beide verloren. Jörg Fauser hat einmal in einem Interview auf die Frage, wie das denn mit den Drogen ausging, geantwortet:
„Ich habe aufgehört.“
„Einfach so?“
„Ja natürlich einfach so, wie denn sonst?“

Schon wieder genial.

Viele meiner Bekannten sind auf den blauen Dunst hängengeblieben. Für die ist es mehr als nur eine Geste geworden. So auch Martin. Aber irgendwo müssen die Zigaretten für das Wochenende ja herkommen!

Es gibt nur ganz wenige Männer, bei denen Rauchen gut aussieht. Johnny Depp zum Beispiel und ich natürlich, sonst würde ich es ja nicht machen. Bei anderen Menschen wiederum gehört der Rauch einfach dazu. Malocher, die ihre Zigaretten selbst drehen, dabei den Tabak und das Blättchen in ihren riesigen Wühlhänden verschwinden lassen und wenn sich ihre Faust wieder öffnet, sich in ihnen eine stramm gedrehte Zigarette präsentiert.
Männer mit dünnen Fingern sollten nicht rauchen.

Insgesamt ist mir die Raucherei auf Partys zuviel geworden und ich will es wie Jörg Fauser halten: einfach so aufhören. Zugegeben, Nikotin ist kein Heroin, aber ich habe ja auch nicht vor das als Erfolg zu verbuchen.

„Don´t ask me why I smoke, but I drink to get drunk“ Sia

Mittwoch, 15. Juli 2009

Das Handwerk des Alleinseins

„Allein Allein“ Polarkreis 18

Wissenschaftler haben herausgefunden… Halt! Wissenschaftler irgendeiner renommierten Universität haben herausgefunden, dass der durchschnittliche Jugendliche 50 Freunde hat und davon sind 24 rein virtuell. Es besteht also kein Kontakt außerhalb des Internets mit Ihnen. So gesehen ist Sociophobie für mich ein Fremdwort. Daran gemessen, habe ich einen überdurchschnittlich großen Freundeskreis und zusätzlich so etwas, was man einen erweiterten Bekanntenkreis nennt. Sie kennen mich, aber ich kenne sie nicht.

Bei meinem Umzug vom platten Land in die kleine Großstadt Bremen, bringen mir die vielen Bekannten und Freunde erstmal nichts. Unterm Strich ist man allein. Neue Beziehungsfelder (habe ich das Wort endlich mal untergebracht!) schafft man sich schnell, indem man hier studiert oder in einer WG lebt und die Bekannten seiner Mitbewohner vereinnahmt. Wenn man aber arbeitet und alleine wohnt, hat man nur die Kollegen und möchte man die in seiner Freizeit sehen? Klares Nein. Ohne dass ich es darauf anlege, ergibt es sich, dass ich die 45 Minuten Zugfahrt in die alte Heimat fast jedes Wochenende auf mich nehme. Das hinterlässt natürlich einen komplett falschen Eindruck. Die Anlässe sind immer gegeben. Diplomparty, Scheibenschießen, 40. Geburtstag, wieder eine Diplomparty und dutzende Einladungen zu irgendetwas. Wie gesagt, so gesehen habe ich einen überdurchschnittlich großen Freundeskreis.


Jetzt fühlt man sich dazu genötigt in der neuen Stadt ebenfalls Fuß zu fassen. Das Gefühl habe ich nicht, aber der Gedanke ist da. Es wäre doch normal sich anzubiedern. Ich denke, es ist nicht normal sich anzubiedern. Ich denke, es ist normal alleine mit sich gut zurecht zukommen. Ohne ekelerregend bemitleidenswert klingen zu wollen, ist es auch gar nicht möglich Kontakte oder Freunde aus dem Stehgreif zu finden. Man ist noch nicht einmal irgendwo „der Neue“. Es wird als soziale Inkompetenz angesehen, wenn man sich auf Partys nicht an andere ranmacht und sich und die damit verbundene Geselligkeit anpreist. Solche Menschen sind doch furchtbar.

Vor ein paar Wochen lag ich auf einer Liege und wartete auf den Physiotherapeuten. Die Behandlungszimmer waren nur durch einen Vorhang getrennt und ich konnte das Gespräch von nebenan mithören. Eine ältere Dame erzählte davon, dass man in Bremen (oder war es Deutschland allgemein?) Niemanden kennenlernen würde. Alle wären so reserviert. Der Therapeut bestätigte dies und gab ein Beispiel aus dem Kroatienurlaub zum Besten, das das genaue Gegenteil aufzeigte.

Ich dachte, yo, stimmt. Aber jammern und hinterherlaufen kann unmöglich die Alternative sein. Man suggeriert mit dem Alleinsein auch immer Einsamkeit und wenn man das tut, ist sie auch da. Man braucht nicht zu lernen damit umzugehen, man muss sich nur bewusst werden, dass man nicht einsam ist. Man kommt alleine und man geht auch wieder alleine, dazwischen ist man alleine. Was nach Monty Python klingt, ist nur zu wahr.


Die Kunst des alleine Zurechtkommens


"So sitzt er Nacht für Nacht mit Zettel und Stift allein in seinem Keller und bastelt Bomben nur für sich" Doppelkopf

In den vielen Büchern der verschrienen Popliteratur ist der Protagonist immer auf sich gestellt und meistert dies souverän mit allen Tiefen und Höhen. Es wechseln zwar die Freundinnen und der Kumpel, aber alleine ist er ständig. Und er macht weiter und sammelt Eindrücke. Es geht ja auch. Diese Freundeskreise mit ihren Rumkumpeleien wirken doch oft, aus der dritten Perspektive gesehen, ziemlich verblödet und wie Stillstand. So wie es auf mich wirkt, empfinde ich das auch, als angenehme Pause. Etwas Stillstand bevor es wieder weiter geht mit dem Alltag.

Alleine funktioniere ich viel besser. Im Dialog gebe ich mir überhaupt keine Mühe mehr, reinste Gaghascherei, rumspinnen, unterhaltsame Lügen erzählen, besser wissen, die pure Verdummung, total angenehm eben.
Man kann sich ja denken woher dieser Drang nach Gemeinsamkeit kommt. Fernsehen um die Mittagszeit, Werbung, Zeitschriften… usw. *

Viele haben bereits die Notwendigkeit, alleine mit sich klar zu kommen, verlernt. Schon diese Grußmitteilungen. Sie werden meist gar nicht mehr ausformuliert, stattdessen wird nur noch ein triviales hdgdl ins Tastenfeld gehauen, auf allen Plattformen der digitalen Kommunikation.

Ich denke oft an andere, besonders an die, die mir wichtig sind und ich könnte sie das auch wissen lassen und Grüße an Pinnwände oder Telefonnummern schicken, aber ich lasse es, weil ich nicht weiß, wie es dann weiterginge oder wie man darauf reagieren sollte. Ich schätze mal gar nicht. Vielleicht sind die Leute mir auch wichtig, weil sie wissen, dass es auch ohne diese ganzen Bekennungen funktioniert.

Alleine ins Kino gehen, muss man üben. Der Film bleibt derselbe, man nimmt ihn nur anders oder überhaupt wahr. Für viele wirkt das armselig, aber der Satz: „Ich wollte heute eigentlich ins Kino (Freibad, Café, Stadion, Restaurant, Ikea, Konzert), leider wurde daraus nichts, weil Niemand mit wollte.“ zeugt auch nicht gerade von Eleganz, Flexibilität und Unabhängigkeit.
Alleine in den Urlaub ist die Königsdisziplin und wird deshalb auch Reisen genannt. Da muss man hin, da sind die Erfahrungen, da ist das Bewusstsein. Mit den Freunden, ist es nur noch Urlaub.

Vollidioten, die eine Lücke im Lebenslauf mit „Selbstfindungsphase“ erklären, sollten darüber mal nachdenken, dafür bräuchten sie noch nicht einmal verreisen.

Dieser romantische Gedanke des Einzelgängers, der alleine in seiner Mansarde Wohnung vor dem PC hockt und einer Arbeit nachgeht, die erstmal Niemanden etwas angeht und später jeden erreicht, ist etwas, das einem immer weitermachen lässt. Nicht im Sinne von durchhalten, sondern im Sinne von: es geht weiter.

So, das war der Text. Ich treffe jetzt noch Freunde zum Grillen am Werdersee.


* Zum Verständnis, es geht hier nicht um die Freundin oder den Freund die/den man meiden soll, sondern um die Gesellschaftssucht im Allgemeinen. Paare, die länger zusammen sind, kennen das sicherlich auch. Irgendwann kommt das Thema selbst in einer tollen Beziehung wieder auf. Schneller als man denkt sogar. Letztens habe ich den Begriff Alibifreundin gehört, ich dachte an Schwule, gemeint war aber: lieber mit irgendjemanden zusammen, als alleine.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Sommerferien

"In the summertime when the weather is fine you got women on your mind" Mungo Jerry

Ohne mich wiederholen zu wollen, wirklichen Urlaub hatte ich nie. Wie auch, wirklich Arbeiten tue ich erst seit Dezember. Vorher konnte ich einfach wegfahren, da nannte das Niemand Urlaub, sondern „Thomas ist gerade woanders oder im Garten oder im Bett“.
Das Büro hier, ist nur noch sporadisch besetzt. Viele nutzen die Sommerferien um wegzufliegen oder wegzufahren, Hauptsache weg, allein schon wegen der Kinder.
Der Gedanke von der Arbeit mindestens einmal für zwei bis drei Wochen im Jahr wegkommen zu müssen, zu entfliehen, macht mich betroffen. Das spiegelt für mich nur wieder, wie organisatorisch man durch das Leben geht. Da behalte ich doch lieber den Gedanken aufrecht hin und wieder woanders zu sein. Nicht so zwanghaft.

Gerade lese ich bei Facebook eine Nachricht, aus dem Urlaub eines Dritten kommend:
„Ich bin gerade im Urlaub, grüße aus [hier beliebtes Urlaubsziel eintragen].“

Was muss das für ein toller Urlaub sein, wenn man Internet hat und anstatt mühseligen, aber oft ehrlich gemeinten Postkarten einfach Wasserstandmeldungen via Web 2.0 abgeben kann. Ein recht beschissener, stelle ich mir vor. Internet im Urlaub, ist wie mit der eigenen Freundin auf Malle. Da bremst doch was.
Wenigstens dieses durchtriebene Gefühl etwas im Grunde schönes vorzeitig beenden zu müssen, um endlich den anderen davon erzählen zu können, wer kennt es nicht? hat sich ja mit einer Live Reportage dann erledigt. Und bloß nicht zu sehr ins schwärmen geraten, hier und da auch mal ein klein bisschen Kritik üben, damit die eh schon genervten, freundlich bemühten Zuhörer nicht sofort abspenstig reagieren.

Ich höre gerne Urlaubsgeschichten von Menschen, die wirklich in jede Touristenfalle tappen. Betrug beim Wechselgeld, 5 Kilometer vom Strand entfernt, anstatt den angepriesenen 50 Metern, selbst Google Earth wurde von der Hotelleitung bestochen! ein Stern sind nicht vier Sterne, das Hotelzimmer wurde leer geräumt, die gesamte Familie entführt und man selbst bekommt Tripper. Im Nachhinein ruft die Urlaubsliebe an, man benötige dringend Geld für eine lebensrettende Operation des Vaters, Haialarm und Montezumas Rache. Das sind Themen, von denen ich gerne lese. Nicht wegen der viel gelobten Schadensfreude, sondern, weil das so schön in meine Vorstellungen passt. Man kann das ganze ja auch mit Humor nehmen.
Meinen Idealen nach, bist du zumindest für die Zeit im Ausland ein Globetrotter und benimmst dich auch so, sprich, du erlebst was und redest nicht darüber. Oder du bist eben zwei bis drei Wochen weg von deinem Arbeitsplatz und spielst woanders den Touristen. Sollte das so sein, dann sind das doch die Geschichten mit dem größten Unterhaltungsfaktor, wenn schon berichtet werden muss. Gönnen tue ich diesen Leuten 49 – 50 Wochen Spaß auf der Arbeit, vorausgesetzt, sie lassen mich damit in ruhe.

Urban Hymns

Die folgende Geschichte ist wahr und meinen Bekannten wirklich passiert.
Ein mir bekanntes Ehepaar, wenn eine Geschichte so beginnt, gibt es allen Grund zur Skepsis, verbrachten vor Jahren ihren Urlaub in einer der vielen Touristenanlagen Europas. Sonne, Strand, All Inklusive, das volle Programm. Als sie gut gelaunt vom Strand in ihre angemietete Hütte zurückkamen, war diese auf links gezogen. Koffer wurden durchwühlt, Schubladen aufgerissen, das klassische Bild eines Einbruchs eben. Der Verdacht liegt nahe, dass ein oder mehrere Buhmänner im Haus waren. Natürlich rufen sie erstmal die verantwortliche Hotelleitung oder den Hüttenwart an oder wer auch immer dort die Verantwortung hat. Eine schnelle Inventur zeigt, dass es nichts zum notieren für die Versicherung gibt. Es ist tatsächlich noch alles da. Man geht davon aus, dass die Einbrecher überrascht wurden und schnell das Weite suchten. Glück im Unglück. Der Urlaub konnte mit einem kleinen Schrecken entspannt fortgeführt werden. Eine Woche später laden meine Bekannten die Nachbarn und Freunde zu einem Diaabend ein. Früher war noch nicht alles digital und solche Abende durchaus üblich. Dias Dias oh buenos días. Als dann die ersten Bilder des Fluges und der Anreise durch waren, zeigten die nächsten Bilder, die nach deren Entwicklung direkt unbegutachtet in den Diaprojektor gelegt wurden, ein paar zwielichtige Gestalten, die sich offensichtlich gegenseitig fotografierten. Nur wobei sie sich fotografierten, ist selbst in Abgeschiedenheit von Gästen noch rasend peinlich. Die Einheimischen suchten kein Geld oder sonstige Wertsachen in der Urlaubshütte meiner Bekannten, sondern nur deren Fotoapparat. Fündig geworden, gingen sie ins Bad und steckten sich die Zahnbürsten der Betroffenen in ihre Hintern! und machten Bilder davon. Danach packten sie den Fotoapparat und die Zahnbürsten wieder dorthin wo sie am wenigsten auffallen, dorthin, wo sie die Sachen gefunden haben. Dass man sich auch im Urlaub mindestens zweimal am Tag die Zähne putzt, sollte jedem klar sein. Scheiß Gefühl.

Meinen Bekannten ist das, wie man sich denken kann, nie passiert. So was passiert immer nur Bekannten von Bekannten und anderen Unbekannten.

Wenn ihr das hier lesen könnt, viel Spaß im Urlaub.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Das Leben der Anderen

„Gut zitiert ist halb erfunden“ Dendemann

„Es gibt nur cool oder uncool und so wie man sich fühlt“ Carsten Wilhelm

Nicht erst seitdem das Studienverzeichnis, kurz Studivz, kommerziell geworden ist, lungern dort abnormal viele Nicht-Stundenten rum. Ich schätze den Anteil der Nicht-Studierenden mittlerweile auf lockere 40 Prozent. Ist ja auch egal, umso besser sogar. Mir geht es eh nur ums spionieren, um dann resignierend mit dem Kopf zu schütteln. Stasivz, sagte mal Jemand scherzhaft. Ich frage mich wen manche Leute mit ihrem Geschmack, Urlaubsbildern (die Betroffenen werden es immer Bildungsreise nennen) und Pseudofreunden beeindrucken wollen? Mich nicht. Wenn das Netzwerk dafür da ist den Kontakt beizubehalten, wieso darf dann jeder in Deutschland zwischen 17 und 30 daran teilhaben? Mich erinnert das an die gute alte Geltungssucht aus der Schulzeit.

- Was für Musik hörst du?
- Kennste eh nicht!

Natürlich kann man auch sein Profil für andere, unbeteiligte User sperren. Aber dann verstehe ich es nicht, warum die Fotoalben noch freigeschaltet sind. Wenn ein Bild mehr als 1000 Worte sagt, dann macht das bei 22 Fotoalben und 200 verlinkten Bildern mal eben… eine ganze Menge Wörter. Niemand braucht da noch das Profil zu sehen. Piercing in der Schnauze bedeutet bei Lieblingsmusik steht Evanescens, Poison the Well, Avenged sevenfolds. Das zieht sich durch alle Genres. Umso einfacher, anonymer es ist jemanden zu erreichen, desto banaler, sinnloser werden die Informationen, die übermittelt werden. Die Pinnwände sind voll mit Schämenswerten Gehirnfürzen.
Ich habe noch nie Jemanden vollkommen Fremdes aufgrund ein oder zwei Übereinstimmungen angeschrieben. „Hey Puppe, lass uns mal zusammen Vegetariern das Essen wegessen.“ Ich kenne auch keinen der so etwas macht. Flirtversuche sehen im Studivz so aus: Man klickt auf das hübsche Foto einer Studentin, es ist selbstverständlich das gelungenste Foto von ihr, schaut sich die Fotoalben an und schreibt unter dem Foto, auf dem die meiste Haut zu sehen ist, etwas wie: grrrr, hechel, wow, perfekt, hübsch hübsch… und so weiter. Vielleicht funktioniert es ja wirklich, aber dann macht wenigstens über Mails weiter.
Warum bist du dann noch angemeldet?
erstens Werbung hierfür und zweitens gibt es Leute, die es nicht schaffen ihre sozialen Kontakte über das Studivz hinaus zu gestalten. Jedenfalls nicht mit mir… und drittens gibt es Gruppen, in denen sich Leute den Arsch für dich abrecherchieren.
Top Five der gestellten Fotos im Studivz:

- Mit Skateboard und Sonnenbrille, vielleicht noch Milchshake in der Hand, cool rumstehen.
- Mit Sonnenbrille am Wasser liegen und direkt in die Sonne gaffen.
- Auf einer Party zwei hübsche Frauen umarmen und die dann auch noch verlinken können (wichtig).
- In einem Porsche sitzend, so aufgenommen, dass man den fluchenden Autohausbesitzer nicht sieht.
- Wie bei allen coolen Fotos nie direkt in die Kamera schauen und nackt sein.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Terminator - die Erlösung

"Mensch Machine
Ein Wesen und ein Ding" Kraftwerk

"Wir laden unsere Batterie
Jetzt sind wir voller Energie
Wir sind die Roboter" ebenfalls Kraftwerk

Wir schreiben das Jahr 2018. Die Maschinen haben die Vorherrschaft auf dem Planten übernommen. Das letzte Hochhaus steht in San Francisco und der Mieter heißt Skynet.
Ich habe gestern den 4. Teil der Terminator Saga gesehen. Terminator war für mich immer die Ausnahme von der Regel, dass jeder zweite Teil deutlich schlechter ist als der erste. Trilogien ausgeschlossen. Jonathan Mostow musste ja unbedingt eine Trilogie aus James Camerons Erbe machen. Die Hoffnung war groß bei mir, dass Joseph McGinty die ganze Sache zu einem versöhnlichen Abschluss bringt. Christian Bale für die Rolle des John Connor zu besetzen, war schon mal eine gute Idee.

Der Film beginnt im Jahre 2003 mit der Hinrichtung eines gewissen Marcus Wright. Eine, selbst im Angesicht des bevorstehenden Todes, unfassbar coole Sau. In seiner Todeszelle vermacht er noch schnell seinen Körper der Cyperdyne Skynet Organisation. Ein Kuhhandel, wie sich später noch herausstellen wird.

Das Jahr 2018. Alles liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit besteht nur noch aus Militär und ein paar wenigen dilettantischen Rebellen, die auf verlorenen Posten kämpfen. Der Widerstand dringt in eine Zentrale von Skynet ein und stiehlt dort Informationen über den Supercomputer. Unter ihnen befindet sich auch der Soldat John Connor, der für sich persönlich die Information einholt, dass Skynet Menschen entführt und Experimente mit ihnen plant. Alles fliegt in die Luft. John überlebt als einziger. Ziel der erfolgreichen Mission war es, ein Kurzwellensignal zu finden, das die Maschinen außer Kraft setzt.

Parallel dazu erwacht Marcus Wright wieder zum Leben und stiefelt los in Richtung Zivilisation oder zumindest vermutet er das. Kurz darauf trifft er auf den Teenager Kyle Reese und seiner weitaus jüngeren Kumpanin Star. Kyle ist John Connors Vater aus dem jetzt bereits schmerzlich vermissten Terminator 1. Das gelockte Kind mit dem einfallslosen Namen Star erinnert mich gewaltig an eine Mischung aus dem affenähnlichen Jungen aus Mad Max 2 und einem Kind aus dem Film Hook. Wobei die Rolle des Marcus Wright auch Mel Gibson hätte spielen können. Ein riesiger Transformer äh Terminator jagt die drei solange durch die Gegend, bis die Kinder in einen Menschentransporter auf den Weg nach San Francisco landen und Marcus auf seiner Flucht die nicht unattraktive Pilotin Blair Williams rettet. Scheinbar wurden zuerst die hässlichen Frauen von Skynet umgebracht. Logisch.

Blair und Marcus machen sich auf den Weg zum Stützpunkt der Menschen. Dort stellt sich heraus, dass Marcus Wright ein ganz spezielles Modell der Terminator Produktion ist. Ein Bio Druide oder so. Um seine Menschlichkeit unter Beweis zustellen, bietet er an, Connor in die Skynet Festung zu bringen, um Kyle Reese und damit die Zukunft zu retten. Connors Taten und seine tägliche Radiosendung machen ihn Einflussreicher als die Köpfe in der Kommandozentrale, die versteckt in einem U-Boot die Vernichtung Skynets planen.Connor schafft es den Vergeltungsschlag auf Skynet herauszuzögern, um seinen Teenie Vater aus der Festung zu befreien.
Über Umwege funktioniert das auch. Natürlich. Dann der Showdown. Arni is back. Der erste T-800 jagt Connor. Dank Marcus Wright, der Kyle Reese und John Connor, unbewusst seiner Programmierung folgend, erfolgreich zum T-800 gelockt hat. Marcus sieht was er angerichtet hat und entscheidet sich für seine menschliche Seite und greift ein. John, Kyle und Marcus entkommen, Skynet fliegt in die Luft und der T-800 wird Gouverneur von Kalifornien.
Der Krieg geht weiter und somit bleibt das Ende offen. Der Kreis der Saga ist fast geschlossen und gibt so hoffentlich nicht mehr genug Stoff für einen fünften Teil her. Wir dürfen uns also auf Mash up Versionen des Terminators freuen. Predator vs T-800 vs Alien.

Kritik

Die Stimmung erinnert stark an Mad Max, die Charaktere sind sehr eindimensional und es kommt, aufgrund der Vorhersehbarkeit der Ereignisse, nie wirklich Spannung auf. In den ersten beiden Teilen war die Jagt auf den Menschen um einiges besser inszeniert. Wenn der Film mal das Tempo herausnimmt, wird es auch schnell peinlich. Wer hat diese Dialoge geschrieben? Vermutlich Niemand. Bei einem Motorrad Stunt soll sich Christian Bale den Finger verletzt haben. Ich frage mich, welche Szene das gewesen sein soll? Man sieht ihn drei Sekunden auf einem Bike. Egal.

Was mich viel mehr stört ist, dass die Maschinen die Seriosität vermissen lassen, die sie als Killermaschinen auszeichnet. Arnold war resoluter beim killen. Er ging absolut logisch vor. Wenn Sarah Connor im Gefängnis sitzt, dann fährt er mit seinem Auto durch die Wand und ballert drauf los. Die Terminators im Jahr 2013 wollen John Connor töten, nehmen ihm dafür die Waffe ab und schmeißen sie weg! und Connor gegen eine Wand. Wieso nutzen sie nicht die Waffe und knallen ihn ab. Fertig. Dasselbe mit Reese, anstatt ihn einfach umzulegen, füllt sich seine Zelle langsam mit Gas. Eine Maschine mit Hang zur Dramaturgie.
Die absolut beschissensten Roboter gehen aber immer noch auf das Konto von George Lucas. Seine Druiden haben sogar Angst, Zweifeln oder führen alberne Dialoge. Roger Roger.

In typischer Hollywoodmanier hält man es für spannend, wenn mal wieder nicht auf den Hauptcharakter, dem Insider, der einzige, der einen Plan vom Ganzen hat, gehört wird, sondern stattdessen die Befehlshabenden Idioten auf den obligatorischen roten Knopf drücken wollen. Dazu passt, dass wirklich alle Protagonisten mit etwas mehr Text den Vergeltungsschlag überleben. Meine Hoffnung war ja, der Film würde in der Zeit spielen, in der Kyle Reese älter ist und von John durch die Zeit geschickt wird, dem T-800 hinterher.
Anspielungen auf die Vorgänger gibt es auch. Connor sagt „I´ll be back“ und die Vernichtung des T-800 ist eine Mischung aus den beiden ersten Teilen. Erst heißes Eisen über die Rübe, dann flüssiger Stickstoff und zum Schluss wird ihm die Rübe ganz abgetrennt. Licht aus.

Fazit

Der vierte Teil ist nur die Weiterführung der Terminator Geschichte, aber kein wirklicher Terminator Film mehr. Wer Mad Max, Matrix und Feuer mag, wird Terminator – die Erlösung auch mögen und braucht nicht mehr in Transformers zu gehen. Die Soundkulisse ist dieselbe. Insgesamt ein durchschnittlicher Kinofilm, an Bale lag es dabei nicht.

Im Treffpunkt Schönheit gibt es die meist miesen 4. Teile zu geliebten Trilogien

Sonntag, 7. Juni 2009

Musik in Werbung

Die Werbung hat oft ein gutes Händchen was Musik angeht. Schade dabei ist nur, dass fantastische Lieder nur noch mit dieser einen Werbung in Zusammenhang gebracht werden. Ein gutes Beispiel ist Fats Domino mit seinem Song „I´m Walking“. Wer denkt da nicht an einen blauen Kanister?
Sony Bravia benutzte die unplugged Version von Heartbeats, ursprünglich von The Knife, gesungen von Jose Gonzales. Vodafon liegt ebenfalls oft richtig. Ich habe vor der Werbung noch nie etwas von The Dandy Warhols gehört. Danach kam der Spot mit der Libelle, in dem das Instrumental von K-OS „Love Song“ genommen wurde. Lupe Fiasco mit „Daydreaming“ wurde auch in irgendeinem Spot verwendet. Welcher es war fällt mir gerade nicht ein. Christina Aguilera – „Hello“ für ePlus als weiteres Beispiel. Sergio Mendes in allen Nike Werbungen, wenn es um Fussball und Brasilien ging. Ein Negativbeispiel ist die neue Magnum Werbung. Kommt es mir nur so vor oder klingt der Song "Sweet Lady" genau wie "my Doorbell" von den White Stripes?

Jedes Mal denke ich, man, das wäre ein Job für mich. Eine nette Melodie, die noch nicht einmal unbedingt zum Thema passt, heraussuchen und schon ist die Kohle auf dem Konto.
Man scheißt ins gemachte Bett.

Aktuell ist der Toyota Spot mein Favorit. Er nutzt den Song „Love you“ von der Acapella Gruppe Free Design.

Die fünf besten Werbespots findet ihr im Treffpunkt Schönheit.

Samstag, 6. Juni 2009

Weshalb ich nicht nur wegen einem Cent in die Stadt ging

"Your body needs water - so DRINK THAT SHIT" D´Mite

"Read a book! Read a book! Read a muh'fuckin book!" D´Mite

2,38 Euro befinden sich in meinem Portemonnaie, dazu kommen noch 25 Cent Pfand. Das reicht gerade so nicht für 6 Flaschen Wasser beim Penny. Die würden laut meinem ehemaligen Mathelehrer, Herrn Riese, 2,64 Euro kosten. Ein scheiß Cent fehlt mir. Ich schaute in den Sofaritzen, den getragenen Jeans und Jacken und an den anderen üblichen Verstecken von Kleingeld nach selbigen. Fehlanzeige. Ich brauche Wasser. Das letzte Mal habe ich mich schon geärgert, als beim Penny nur noch das naturelle Wasser übrig war. Da kann man gleich aus der Leitung saufen und das ist womöglich auch noch gesünder. Ich könnte natürlich auch mit Karte zahlen, müsste dann aber noch unnützen Kram dazu kaufen, um auf den 5 Euro Mindestsatz für Kartenbezahler zu kommen. Keine Ahnung ob es den wirklich gibt, aber ab 5 Euro erntet man wenigstens keine bösen Blicke mehr.
Da das Wetter so mies ist, suche ich im Internet nach Büchern, anstatt das von mir bevorzugte „Stöbern“ im Buchladen. Falls jemand ein weniger schwules Wort für „Stöbern“ kennt, bitte melden. Mich wurmt es, geliehene Bücher gelesen zu haben, ohne sie früher oder später auch zu besitzen. Bei Amazon gibt es die fast alle gebraucht. Das reicht mir. Leider schnalle ich nicht, wie man das da bestellt und ob da noch Kostenfallen versteckt sind. Vom Porto abgesehen.
Frustriert vom Aufwand und der bevorstehenden Lieferzeit, entschließe ich mich doch noch in die Stadt zu gehen. Das Wetter scheint stabil. Ich hole 30 Euro von meiner Bank, die nur Automaten in Stadtmitte zur Verfügung stellt, und betrete Thalia.
Erst wollte ich mir „Zurück im Paradies“ von Fanny van Dannen holen, dann sah ich „Ein Bonbon aus Wurst“ von Helge Schneider. Daneben Serdar Somuncu und ein neues Buch von Harald Schmidt. Ich trete einen Schritt zurück und sehe, dass ich in der Komikerabteilung gelandet bin. So was will ich ja nun überhaupt nicht lesen, so eine fiktive Schreibe. Außerdem konnte ich mich nicht entscheiden. Am Schalter frage ich das Personal nach Büchern, auf die ich mehr Lust habe. Jedes Buch das ich ihr nannte, kommt nächsten oder übernächsten Monat in Taschenbuchform heraus. Da warte ich doch lieber. Schade nur, dass ich es bis zum Release wieder vergessen haben werde. Da mache ich mir nichts vor.
In der Ecke für Jugendbücher fand ich dann Jörg Fauser´s „Rohstoff“, mit Nachwort von BvSB. Gebunden. Das ist es doch. Auch dieses Buch kommt nächsten Monat als Taschenbuch heraus. Das ist mir egal, ich will es jetzt. Nicht egal ist der Preis. 20 Euro. Ich rede mir ein, dass es eine ganz spezielle Sonderedition ist und reihe mich vor der Kasse ein. Vor mir kauft eine Frau ein Buch über das Kartenlegen oder über die praktische Anwendung von Magie oder so. Esoterischer Mist jedenfalls. Es ist als Entgegenkommen zu verstehen, dass die Verkäuferin sie fragt, ob das Buch eingepackt werden soll. Auch wenn es nur Alibi ist, würde ich das Angebot doch annehmen. Sie tut es nicht und entlarvt sich als Spinnerin.
Die Verkäuferin weiß es, ich weiß es und ihr wisst es jetzt auch.
Beim Penny kaufe ich Wasser, Cola im Angebot und Lipton Ice, ebenfalls im Angebot. Dazu Cordon Bleu für Sonntag für insgesamt 6 Euro irgendwas. Da hätte ich auch mit Karte zahlen können.

Freitag, 5. Juni 2009

Letzte Woche in Bildern

12 Stunden "One Love"

Crowd bei Tag

Crowd bei Nacht

Stieber Twins von hinten

Janga, Deiner, Kollegah



Kool Savas and Friends



Stieber Twins 50:50

24 Stunden "Angeln"


Danny und Lunchmann ködern den Fisch

brennt da ein Stiefel?

Lunchmann ist guter Dinge

einer von zweien

Gringo glitscht ab

48 Stunden "Abliefern"

vor dem Tunnel steht ein Schild: Tunnel!
Falls der Road Runner ihn wieder aufgemalt hat

Martin

Frühstück

Sonne geht unter, oder auf...

das Wohnzimmer



On the Road