Sonntag, 26. April 2009

Was für Draußen

„Mal sehen ob das Ding Power hat. Du bist dran, roter oder blauer Draht?“ Dendemann

Nichts für Draußen Teil 2


Es ist 9 Uhr als ich wieder zu Hause ankomme. Gelohnt hat sich das jetzt nicht. Erstmal Schlaf nachholen und danach überlegen, wer denn Zeit und Lust hat mit mir mein Auto vom 35 Kilometer entfernten Disco Parkplatz zuholen. 13 Uhr. Begeistern konnte ich Niemanden mit der Idee, dennoch erbarmt sich irgendwann Fab Four Five (Name originell geändert) meiner.

Weil es Samstag ist und Niemand die Wege zu Großraumdiskos besser kennt als seine kleine Schwester, kommt J Dilla (Name ebenfalls originell geändert) gleich mit. Als ich erkläre, weshalb ausgerechnet ich, gerade derjenige, der von sich behauptet aufgrund einer Temposünde den Verlust seines Führerscheins in Raten an Wochenenden absitzen zu müssen, mit dem Auto in eine Großraumdisko fährt, fällt mir auf wie lächerlich das ganze gestern war.
Ich muss an die Worte von Peter denken, der Vater eines Freundes, der einst eine Autoladung voll halbstarker Jugendlicher zur nächst gelegenen Veranstaltung kutschierte. Er meinte damals, wir seien alle zu dämlich uns an Wochenenden mit dem Fahren abzuwechseln. Es ist wirklich selten, dass jemand so dermaßen recht hat.

Mein Vectra steht noch auf dem Parkplatz und wie es aussieht, war ich gestern nicht der einzige, der das Auto hat stehen lassen. Kurze Abschiedsfloskel und Fab Four Five und J Dilla sind vom Hof. Passend zum Verlauf des Wochenendes, ach, des ganzen Lebens überhaupt, springt der Karren nicht an! Das kennt man ja von Oldtimern, stehen lassen ist nicht gut. Wenigstens funktionierte das im Auto befindliche Handy noch. Fab Four Five dreht um und ich suche schon mal die Zange aus dem Handschuhfach, mit der man an dem Stift ziehen muss, dessen Mechanismus die Motorhaube öffnet. Was jetzt kommt ist für viele Männer bestimmt peinlich, aber am meisten Ahnung vom Automotor (aber nicht Sport!) hatte J Dilla. Eine Situation, wie Brilletragende Frauen, mich stört das absolut nicht.

Diagnose: Batterie leer. Geil! Endlich erfüllt das in meinen Augen dümmste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten, ein Überbrückungskabel von meinem Onkel zu meinem 18., einen Zweck. Eine Frau der Praxis ist JD nicht. Schlimme Stromschläge (wie in den Police Academy Filmen) konnte sie nicht ausschließen. Gefährliches Halbwissen.*

Ich übernehme den Job, kann ja nicht so schwer sein. Plus zu Plus, Minus zu Minus und auf gar keinen Fall die Kabel kreuzen, sonst Protonenexplosion. Ich würde lügen, würde ich behaupten es mache mir im Moment keinen Spaß. Nur einmal den Zündschlüssel gedreht und das Auto läuft tatsächlich wieder. Wenn der Schluren mal nicht anspringt, dann doch bitte mit den Beiden. Was für Draußen. Während die einen eine Siegerzigarette rauchen, krame ich unter den Sitzen nach den Fruchtsektflaschen. Die bleiben schön hier. Als Mahnmal.

Ich bedanke mich und fahre zu meinem Cousin, Scarface schauen und erklären warum ich meinen Handyspeicher unbedingt um eine Nummer erleichtern muss.


*An dieser Stelle sei angemerkt, dass es mich aufregt, dass das neue Bühnenprogramm des Mr. 100.000 Valium Oliver Pocher genauso heißt wie das Debütalbum der Lieblingsgruppe Eins Zwo.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen