Samstag, 4. Januar 2014

Knight Rider

Montag, 30.12.2013, 17:40, RTL Nitro – Ein mysteriöser Saboteur

„Das hier ist besser als French Connection.“ Kameramann

Die Intros 80er Jahre Serien sind der Wahnsinn. Ein Mann und sein Autowagen kämpfen gegen das Unrecht. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, wenn es sich bei dem Mann nicht um David Hasselhoff, der nicht ganz unschuldig am Mauerfall ist und bei dem Autowagen um K.I.T.T. einem schwarzen Trans Am mit rotem LED Licht an der Motorhaube handeln würde. Ausgerechnet diese Folge ist der zweite Teil eines Zweiteilers. Michael Knight nimmt mit K.I.T.T. an einem Rennen teil, in dem alternative Antriebsstoffe im Vordergrund stehen. Solar, Alkohol, Strombenzin. K.I.T.T. tritt mit flüssigem Stickstoff im Tank an.
Es besteht der Verdacht, dass das Rennen Sabotiert werden soll. Sagt bereits der Titel, dazu gibt es eine kleine Einleitung, was bisher geschah.
Bevor das Dreitagesrennen beginnt, lernen wir die Fahrer und die Beteiligten drum herum kennen. Ein Spartenkanal überträgt die Veranstaltung und immerhin gibt es eine einzige Reporterin, die sich für das Rennen interessiert.

Die Serie ist bekannt für ihre Logiklücken, gerade was die Physik angeht. Neben den Dialogen, das unterhaltene Element. Michael fährt mit K.I.T.T. in die mobile Einsatzzentrale der Foundation für Recht und Verfassung. Ein zwei Meter breiter LKW mit Auflieger. In einer Einstellung passt das Auto von der Breite her gerade so in den Anhänger, unmöglich für den Fahrer auszusteigen. In der nächsten Einstellung ist reichlich Platz, es stehen sogar zusätzlich völlig überdimensionierte Rechner rum. Aber wenn Michael Knight es akzeptiert, tue ich es auch. Gerne.
Dass Reifen auf Sandigem Boden quietschen, für die einfachste Funktion, wie das Öffnen des Schiebedaches, drei knöpfe gedrückt werden müssen und Scanner die unmöglichsten Dinge erfassen, ist nicht zu hinterfragen. Auch ist es auffällig, dass der nächste Einsatzort immer in der entgegengesetzten Richtung zur fahrenden Kommandozentrale liegt, was einen coolen U-Turn unabdingbar macht.

Weiter in der verzwickten Story. Wer hätte Interesse das Rennen zu Sabotieren? Im Grunde ist jeder Verdächtig. Die beiden saufenden Texaner, deren Rolle eindeutig an die Duke Brüder, aus der Serie ein Duke kommt selten allein, angelehnt ist, sie fahren sogar einen orangefarbenen Dogde Charger, sie saufen und langen Mädels an den Hintern, sehr verdächtig! der arabische Fahrer, dessen Heimatland als größter Ölexponat weltweit gegen alternative Energien vorgeht! der Deutsche Helmut Glas, weil er Deutscher ist!
Es könnte sich auch um einen Verrückten handeln, wie Michael Knights Chef Devon Miles feststellt, was mit einem „völlig richtig“ seitens Michaels bestätigt wird. Es bleibt spannend.

Die Rennstrecke besteht aus einer uneinsichtigen Felslandschaft, Regeln gibt es scheinbar keine. Nachdem das erste Auto von einem Hügel aus beschossen wird und direkt explodiert, finden die Organisatoren ein Schießgewehr unter dem Bett des Arabers. Ich habe es gleich gewusst! K.I.T.T. meint, die Kugel und das Gewehr passen zusammen, wie Michael und schwarze Lederjacken. Anschließender Dialog:

DM: „Es war der Araber.“
MK: „Es hätte auch der Chinese sein können.“
DM: „Einfach jedoch sehr komplex.“

Der Fall scheint gelöst. Doof nur, dass am nächsten Renntag der Dogde der Duke Brüder explodiert. Zum Glück konnte die Reporterin, die hautnah beim Rennen dabei sein wollte und bei den Saufbolden mitfuhr, von Michael gerettet werden.
Ein weiterer Runnning Gag der Serie: ein Passant trifft auf K.I.T.T. und will ihn aufbrechen oder gegen pinkeln oder den Innenraum fotografieren oder abschleppen… und bleibt verblüfft zurück, weil K.I.T.T. für jede erdenkliche Situation eine coole Funktion eingebaut hat. Das durfte die Reporterin auch schon feststellen. Natürlich greift Michael Knight die Dame ab, unnötig zu erwähnen. So ist es heute und so war es damals, wer nichts im Laden hat, sollte sich ein teures Auto ins Schaufenster stellen.

In der zweiten Nacht im Fahrerhotel belauscht die Reporterin wie der Chef des Spartensenders mit seinem Saboteur schimpft. Das Morden ginge zu weit, obwohl die Quoten schon geil sind. Die Reporterin wird von ihnen ertappt, gefesselt und am dritten Renntag zwischen zwei Pappmascheefelsen gelegt, wo sie darauf wartet, dass eine meterlange Zündschnur runter brennt und sie mitsamt der Kulisse weggesprengt wird. Es hat was von Coyote und Roadrunner. Der Plan: Die Sabotage soll der Reporterin in die Schuhe geschoben werden. Das Motiv: Sie würde von der Berichtserstattung profitieren. Dummerweise jagte sie sich bei ihrem letzten Akt selbst mit in die Luft. Hähähäh [manische Lache].
Jedoch haben die Bösewichte, wie so oft, die Rechnung nicht mit dem Superauto K.I.T.T. gemacht. Wer rechnet schon mit einem sprechenden Auto?
In wirklich allerletzter Sekunde kann das Dynamit entschärft und das Leben der Reporterin gerettet werden. Sie petzt alles und im nächsten Moment sind der Saboteur und der Senderchef in Handschellen.

Natürlich kamen in der Folge der Turbo Boost, die zeitlos schöne Bonnie und David Hasselhoffs dreckige Lache zum Einsatz. Michael Knight gewann das Rennen übrigens, welches leider aufgrund der unberechtigten Verhaftung des arabischen Fahrers keine Gültigkeit hat. So komplex ist die Story, da hängt alles zusammen. Dazu hat man was über Vorurteile gelernt und es wurde die Quotengier der TV Sender kritisch hinterfragt. Letzter Abschluss Gag und man kann zufrieden den Fernseher ausschalten, was soll danach schon kommen? Vielleicht ja Baywatch!

Montag, 30. Dezember 2013

Arm aber vegan

„Und was ist mit Kohlrouladen, so als Kompromiss?“ Rüdiger Hoffmann

Da alles weitermacht, stehen für 2014 einige Dinge auf meiner Agenda. Mitte Januar, wenn die Reste von Weihnachten weggemampft sind, will ich einen Monat vegan leben. Mir geht es dabei nicht um den ökologischen Gedanken, wobei ich gar nicht weiß, wie der genau ausschaut. Repräsentativ dahinter zu stehen, bedeutet häufig Nichtveganern seinen Protestgedanken vorzuhalten, ohne erhobenen Zeigefinger geht es scheinbar nicht.
In erster Linie geht es mir dabei um mich. Wenn jemand auf der Straße einem Reh ausweicht und gegen einen Baum fährt, dann mache ich mir weiterhin mehr Sorgen um den Fahrer als um das Reh, den Baum oder das Auto. Sorry.

Wie die Welt funktioniert, ist kein Geheimnis, nur unheimlich kompliziert.
Um durch das Labyrinth der Lebensmittelindustrie, bestehend aus nationalen, wie internationalen Gesetzen und Abkommen und dessen Missachtung, Umwelteinflüssen, gesteuerten Konsumverhalten, Verschwörungstheorien und hetzerischen Dokumentationen, durchzusteigen, hilft der gesunde Menschenverstand nicht viel. Tierische Produkte landen bekanntlich nicht nur im Essen. Selbst ein unbedenkliches Produkt wird von Leuten hergestellt, die Fleisch essen. Besser mal nicht drüber nachdenken. Die Grenze muss man für sich selbst auspegeln und eine weitere Perspektive ist der Verzicht auf tierische Produkte in Lebensmitteln. Das soll für einen Monat die Intention sein. Also die Seife bleibt weiterhin die gleiche und meine Sammlung von seltenen Kleidungsstücken, bestehend aus vom Aussterben bedrohter Tierarten, behalte ich ebenfalls bei.

Viel halte ich nicht vom Veganertum. Dass die Essgewohnheiten der westlichen Welt nichts mehr mit einem natürlichen Kreislauf zu tun haben, ist klar. Aber sich vollkommen aus dem System auszuklinken, halte ich ebenfalls für Quatsch und mit jener Konsequenz für unmöglich. Dazu kommt dieser militante Unterton der Veganer. In ihren Geschichten geht es ständig darum sich für das hilflose Tier aufzuopfern, selten geht es in der Sache um die eigene Gesundheit und auf gar keinen Fall um das eigene Ego. Dabei wissen wir doch alle, geht es dem Veganer nur um das eigene Ego. Ob der Verzicht den Veganer zu einem besseren, im Sinne von überlegenden, Menschen macht, lasse ich mal dahin gestellt. Auf jeden Fall sollte der Verzicht auf tierische Produkte dich nicht aggressiv und intolerant werden lassen. Falls mich mein Eindruck dermaßen täuschen sollte, entschuldige ich mich und empfehle dem Veganer ein Schweigegelübde gleich noch obendrauf zu setzen.

Damit ich mich nicht wie ein schlechter Ladendieb minutenlang vor den Regalen aufhalte oder grundsätzlich alles ablehne, will ich mich informieren.
Ich habe keine Ahnung von den neuen Möglichkeiten. Das Gewissen warnt einen ja leider nicht vor dem Verzerr: „Kekse, igitt! Wie kann man nur Kekse essen? da ist Ei drin! Ei! Wie das schon aussieht und dieser Gestank.“
So läuft das nun mal nicht. Deshalb halte ich mich schon an die Regeln.
Das wird schwierig. Noch nicht einmal Hack ist erlaubt! Und teuer wird es werden. Die Preise rechtfertigt die naiv romantische Vorstellung von weiten Feldern, in denen mittendrin der Bilderbuchbiobauernhof (geschenkt, Inka Bause) uns an seinem autarken Leben teilhaben lässt, auch nicht.

Sonntag, 15. Dezember 2013

In Serie

"Du musst das im Original sehen" Allgemeine Meinung

Ich hatte 2008 eine Kategorie im Blog, in der ich Serien schaute und mir ein sehr differenziertes Bild davon machte. Eine Folge reicht dafür vollkommen aus. Und weil es allen soviel Spaß bereitete und es in letzter Zeit soviel Serien gibt, die mir unbedingt empfohlen werden oder früher mal ein Hit waren, schaue ich sie mir halt an. Auf Arte, RTL Nitro, Sixx, ZDF Kultur und Neo laufen ununterbrochen Serien. Der Programmdirektor von Pro7(Maxx) setzt ebenfalls voll auf Serien. Das Material ist also vorhanden. Nächste Woche geht es los.
Ich werde in einer Umfrage ein kleines Angebot von Serien zum Abstimmen vorlegen, nachdem feststeht, welche Serie ich mir anschauen werde, liefere ich den Text entsprechend einen Tag später oder so ab. Das klingt doch super, wer sich darauf nicht freut, kann sein Internet auch gleich auslassen. Ehrlich.

Rechts in der Sidebar findet ihr die erste Umfrage.
Zum nachlesen der Serien, die ich 2008 geschaut habe, folgt dem Link.


Freitag, 13. Dezember 2013

Schachnovelle




"Am Schachbrett kommt es anders als ihr dachtet 
Bauern werden einfach mitten auf dem Feld geschlachtet
Schwarz gegen weiß, weiß gegen schwarz, bis einer einen matt setzt
Am Schachbrett" Blumentopf

Zum ersten Mal hörte ich von der Schachnovelle in der 5. Klasse. Unbewusst. Daaamals gab es noch eine zweijährige Orientierungsstufe. Weil Fußball bei den AGs völlig überlaufen war, wählte ich als sportive Pflicht-AG Schach aus. Schach ging tatsächlich als Sport durch, womöglich weil es kaum Alternativen gab. Mein Klassenlehrer leitete praktischerweise die Schach AG und er war es auch, der uns die tragische Geschichte von Werner von Basil erzählte. Seine Version fiel allerdings persönlicher aus und in meiner Erinnerung stufte ich sie als wahr ein.  Erst sehr viel später entdeckte ich ein Buch von Stefan Zweig mit dem Titel Schachnovelle. Der Inhalt der Geschichte ähnelte sehr der immanenten Ausführung meines früheren Klassenlehrers.

Falls über Weihnachten etwas Zeit anfällt und ihr nur ein Buch im Jahr lest, dann die Schachnovelle. Es ist unheimlich gut erzählt. Das allein reicht normalerweise schon aus um die Geschichte interessant zu machen. Selbst wenn es um Schach geht! 1960 wurde das Buch verfilmt und ist heute im Internet zu sehen. Exklusiv. Oben. Man kann ruhig erst den Film schauen und dann das Buch lesen. Wie gesagt, die Erzählweise ist es wert.
Worum geht es? Der junge Mario Adorf, der schon immer aussah wie Mario Adorf, spielt den Schachweltmeister Mirko Czentovic, der auf einem Passagierschiff auf den Österreicher Werner von Basil trifft. Jener wurde von den Nazis gefangen gehalten, um Informationen aus ihm rauszuholen, indem sie ihm jeglichen intellektuellen Zugang verwehrten. Kein einziges, geschriebenes Wort, keine Gespräche oder Sonstiges was den Verstand beansprucht. Heutzutage würden sie ihn einfach vor den Fernseher setzen... Im Nachhinein erkannte ich bei den Dialogen zwischen dem Nazi Berger und dem Rechtsanwalt von Basil Parallelen zu Inglorious Bastards. Dieser aufgesetzte Respekt und die gespielte Etikette.

Hauptsächlich geht es in dem Film darüber, wie Werner von Basil zu diesem Schachgenie werden konnte, das den amtierenden Weltmeister unruhig werden lässt. Die Rolle des Schachweltmeisters Czentovic geht dabei etwas unter. Ganz kurz: Er war ein durchschnittlicher Rotzlöffel, dessen Inselbegabung erst sehr spät entdeckt wurde. Er drehte die Schachszene auf links und hatte kein Problem damit gegen Gage Amateure abzuziehen. Womit er allerdings ein richtiges Problem hatte, war Blindschach. Trotzdem wollte er nicht mit seinen Gegnern aus dem Pöbel an einem Tisch sitzen. Skurril.

Falls auf eurem Monitor oder Fernseher der Film in Schwarz / Weiß laufen sollte, dann ist das Gerät offensichtlich kaputt!
Fakt: zu Zeiten des S/W-Films gab es nur zwei Themen: Schach und Dalmatiner. Und die Arschkarte heißt deshalb Arschkarte, weil der Schiedsrichter damals die rote Karte aus der Gesäßtasche holte, die gelbe Karte steckte in der Brusttasche, damit das Publikum vor dem S/W-Fernseher unterscheiden konnte, um welche Karte es sich handelte. Spätestens wenn der Spieler vom Platz ging oder der Moderator was dazu sagte, wäre es klar gewesen, aber Emotionen können nunmal nicht warten! Ist heute noch so.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Lieblingssong Dezember 2013

Wer hin und wieder mal aus dem Fenster schaut oder gar das Haus verlässt, wird es bemerkt haben: Regen. Es ist so auffällig, dass man meinen könnte, es stecke mehr dahinter. Raining Revolution nämlich. Dass man sich auch über den Regen freuen kann, haben Arrested Development glaubwürdig vertont. Jetzt nur noch Bezug auf Nelson Mandela nehmen und fertig ist der Kontext.
Apropos, Arrested Development ist die sozialste Hip Hop Gruppierung, die ich kenne es gibt. Bestellt euch unbedingt alle ein Best of und lasst euch von den positiven Songs abholen, vorausgesetzt die Post-Drohne baut keinen Mist. Die sollen bei Regen ja ihre Probleme haben.
Es gibt übrigens unheimlich viele Lieder, die mit Regengeplätscher oder Donner beginnen! Zu viele um sie aufzuzählen.


Sonntag, 1. Dezember 2013

Ich rege mich auf - Fyve


„Schluss mit dem Tarif-Wahnisnn!“ Werbeslogan von Fyve

Gerade schwofte ich noch mit den Füßen im Sand, im nächsten Moment lag ich samt Palmenmuster Hemd und Bermudashorts in einem übergroßen Planschbecken. Da hatte sich jemand einen Spaß erlaubt.
„Dass das dein Handy mitmacht!“
Dass das mein Handy mitmacht?
Mein iPhone war noch in der Shorts, wo sollte es auch sonst sein? Das Display flackerte anfangs etwas nervös vor sich hin, das kann aber auch an den Caipirinhas gelegen haben. Die Uhr zeigte eine Ziffer lange nach Mitternacht an, es schien alles normal zu sein, zumindest störte es mich nicht weiter.

Nächsten Tag stellte sich heraus, dass das iPhone die SIM Karte nicht mehr erkannte. Da ich gerade von vertraglichen Bedingungen befreit war, konnte ich mich auf eines der viel gepriesenen Schnäppchenangebote von diversen Prepaid Anbietern einlassen. Da ich weder Ahnung, noch Vertrauen habe, dauerte die Entscheidung für einen Anbieter ungefähr zwei Wochen. Stand bis hierhin: zwei Wochen kein Handy.
Ich entschied mich für Fyve. Günstig, Flexibel und eine eigene Universität für ihre ausschließlich weiblichen Modelangestellten. Auf wen wirkt das denn nicht souverän?

Nachdem ich meine Bestellung einer Micro SIM für mein iPhone 4 extra noch mal via eMail bestätigen ließ, kam eine Woche später eine Nano SIM mit der Post. Die dritte Woche ohne Handy. Die Leute von der Fyve Servicezentrale meinten, die Nano SIM funktioniere ebenfalls beim iPhone 4, man benötige nur einen Adapter. Ich nahm die Verwechslung hin und besorgte mir bei Amazon eine Palette SIM Adapter für alle Eventualitäten.
Die Nano SIM funktionierte nicht! Ich schickte die Karte zurück. Mir wurde in einer Mail zugesichert, dass die Rücküberweisung meiner zehn Euro bereits eingeleitet wurde. Einfach die richtige SIM im Austausch, gab es nicht. Ich musste also eine neue SIM bestellen. Wieder Micro. Irgendwann in der vierten Woche kam die Karte an, sogar die richtige.
Leider stellte sich heraus, dass es mein Handy war, das grundsätzlich keine SIM Karten mehr erkennt. Konnte ich vorher nicht wissen, dennoch hat Fyve bis heute die zehn Euro für die Nano Karte nicht zurück überwiesen! Liest sich kompliziert, ist es aber gar nicht.

Nachdem ich dankenswerterweise in der fünften Woche von einem Kumpel ein Ersatzhandy geliehen bekam, war ich zumindest wieder erreichbar. Das versprochene Startguthaben von elf Euro bezog sich offensichtlich nur auf die erste Karte, also die Nano Karte, also auf die Falschlieferung. Das Startguthaben auf der Micro SIM betrug einen ganzen Euro! 9 Cent die SMS und 9 Cent die Minute Telefonie.

Es war der 3. oder 4. Oktober als ich mir zwei Pakete bei Fyve abbonierte. 100 SMS und 100 Freiminuten in alle Netze im Monat für insgesamt zehn Euro. Internet kennt das Ersatzhandy nicht. Nachdem ich meine Kontodaten übermittelt hatte, kam direkt eine Bestätigung von Fyve. Lästigerweise schalten Fyve ihre Pakete immer erst am 2. eines Monats frei. Das bedeutet ich habe im Monat Oktober insgesamt einen Euro zur Verfügung. Mehr wollte ich auch nicht ausgeben. Nach zehn SMS und einen kurzen Anruf betrug das Guthaben folgerichtig nur noch einen Cent. Oder besser es BETRÄGT nur noch einen Cent, denn jedes Mal wenn ich jetzt telefonieren möchte, erklärt mir eine Computerstimme meinen derzeitigen Kontostand, obwohl ich seit dem 2. November 100 Minuten frei habe. Die Ansage von Fyve dauert ungefähr 30 Sekunden, daraufhin werde ich verbunden. Der Tarifwahnsinn hat ein Ende, dafür läuft alles andere schief. Give me ten, Fyve! 
Wie sehr das nervt, kann man sich denken und wo sind meine zehn Euro und wo soll diese Universität eigentlich sein und wieso gehört Fyve zur ProSiebenSat1 Media AG?
Nachdem man das verinnerlicht hat, klingt How I met your Mother wie eine Drohung. Meinerseits!

Freitag, 22. November 2013

Der Bierbaron von Münchhausen




"Auf den Alkohol, dem Ursprung und der Lösung sämtlicher Lebensprobleme" Homer Simpsons


Die Zeit der Enthaltsamkeit ist vorüber. Fast zwei Monate habe ich auf Alkohol verzichtet. Was das sollte? Hier! Das klingt wie eine enorme Anstrengung, aber im Grunde sagt man einfach nur „nein Danke“, erklärt sich darauf hin mehrmals und verabschiedet sich wenige Minuten später. Ich habe nüchtern zwei Partys mitgemacht. Wenn neben dem Suff auch noch die Musik wegfällt, weil der DJ meint an alle denken zu müssen, also gar nicht denken zu müssen, dann wird es sehr hart bis unerträglich. Die Besoffenen sprachen mich aufgrund meiner leeren Hände an, entweder voller Verständnis oder voller Verachtung, jedenfalls immer viel zu nahe an meinem Ohr. Ich mache deshalb niemand einen Vorwurf, außer dem DJ vielleicht. Im laufe so eines abends, manövrierte ich mich eigenständig ins Abseits. Am Rande des Tresens, der Tanzfläche, der Gesellschaft.
Trank ich alkoholfreies Weizen, kam grundsätzlich jemand an und rief: AHA! Nach einer kurzen Erklärung wollte der Ungläubige natürlich probieren, nippte und sagte daraufhin: na gut! Alkholfreies Weizen mittels „mal dran nippen“ von Weizenbier zu unterscheiden, so was kann nur ein waschechter Fachmann. Lange hielt ich es auf beiden Veranstaltungen nicht aus und mich erinnern, wann ich das letzte Mal so viel eher als alle anderen gefahren bin, konnte ich mich ebenfalls nicht. Nüchtern bekommt man viel zu sehr mit, dass niemand aus der Menge wirklich heraus sticht. Partymatsch. Irgendwie traurig.

Mehrmals wurde ich auf mein körperliches Befinden angesprochen, mindestens doppelt so oft auf mein geistiges. Besonders kluge Leute fragten mich, was das denn bringen solle. Gar nichts bringt das nämlich, lieferten sie die Antwort gleich mit. Halt besonders kluge Leute. Der kleinste Aufstand gegenüber des dörflichen Bierkults wird direkt im Keim erstickt. Dabei wollte ich die Trinkgewohnheiten nie in Frage stellen, das hätte mir sowieso keiner geglaubt. Dennoch waren viele misstrauisch. Da ich keine Wette verloren hatte, verdichtete sich der Grund für meine Saufpause auf eine Manie oder reinen Spott.
Meine Argumente taugten leider überhaupt nicht als Gegenargumente. Gesundheit, Disziplin, mehr Zeit und Geld hatten allesamt keine Chance gegen: aber der Spaß! Der Spaß!!

Abgenommen habe ich leider nur wenig, etwas mehr als drei Kilo. Hauptgrund ist, dass der Körper im Schlaf anstatt Alkohol abzubauen, sich um das Fett kümmern kann. Das Ergebnis wäre besser ausgefallen, wenn ich nicht mit Alternativgetränken experimentiert hätte. Vitamalz (+), isotonisches Apfelbier (-), literweise Cola und fast wäre ich auf Ananassaft hängen geblieben.
Außerdem war das Timing etwas unglücklich. Verletzungsbedingt konnte ich während der Saufpause kein Fußball spielen. Die Samstage hätte ich ohne ein schlechtes Gewissen am nächsten Tag besser nutzen können und zuschauen ohne Pils in der Hand zeugt nicht gerade von fußballerischer Kompetenz. Prost.

Montag, 4. November 2013

Ich rege mich auf - Online Gamer

"Ich suche den Power-Knopf bei solchen Vollspacken,
ein schlauer Kopf tankt Sauerstoff oder geht Holz hacken." Dendemann


Ich rege mich auf, ich rege mich auf. In Wirklichkeit habe ich mich schon lange nicht mehr so richtig echauffiert. Das habe ich abgelegt. Dabei kann die wilde Raserei, die so genannte Schnitzelwut, sehr amüsant sein und genug Angriffsfläche ist dafür zweifellos vorhanden. Schließlich macht die namenlose Mehrheit vorsätzlich fast alles falsch. Man könnte damit ganze Blogs füllen, dachte ich mir.
Und genau da kommt die neue Kategorie und das neue Label ins Spiel - Ich rege mich auf. Einfach mal meckern. Wie viel Spaß das Aufregen machen kann, ist in den Büchern von Dietmar Wischmeyer nachzulesen oder man verfolgt es in den Fernsehauftritten von Olli Schulz. Wie stumpf es dagegen hier im Blog zugehen wird, kommt auf das Thema an. Ziemlich stumpf, schätze ich. So geniale Einfälle wie Homer Simpson (warum ist der Toast eckig und die Salami rund?) habe ich nicht. Zumindest geht es heute nicht besonders alltagstauglich los.

Liebe Online Gamer, ich rege mich auf.
Es gibt Menschen die machen so offensichtliche Dinge falsch, dass man meint, die wollen gar nicht ernst genommen werden, obwohl ihr Mundwerk was anderes behauptet. Ich denke da an Typen, die ihre Haare an den Seiten raspelkurz tragen und oben auf dem Kopf wie eine Trophäe ihr Resthaar aufbewahren, als sei es ihr geliebter, leider verstorbener Hamster aus Kindestagen. Oder Menschen, die Shisha Rauchen für eine gelungene Samstagabendbeschäftigung halten. In beiden Fällen ist deren Verhalten hochgradig asozial. Mal drauf achten!
In dieselbe Kerbe haut auch ein grossteil der Online-Gamer. Die Idee Spielerlebnisse auf der PS3, xBox 360 oder dem PC zu teilen, ist grundsätzlich super. Hey, eine riesige LAN Party! Schach zum Beispiel ergibt für mich erst wirklich einen Sinn, wenn man gegen jemand anderen antreten kann.

Nun muss man sich aber vorstellen, dass der Gegner beim Schach sich nicht an die Regeln hält und meint, er könne pro Runde zwei Züge machen oder er verschwindet vor jedem Zug für zehn Minuten auf der Toilette oder er labert einfach die ganze Zeit über Scheiße. Bei Online Spielen ist dieses Verhalten leider die Regel, scheinbar die einzige, weshalb ich schon länger den Spaß daran verloren habe. Wieso beeinflusst jemand ein Spiel durch diverse Cheat Möglichkeiten, Ablenkungen oder durch die Zahlung eines gewissen Geldbetrages so sehr, dass er sich sicher gehen kann das Spiel auf jeden Fall für sich zu entscheiden? Wo ist da der Reiz dran? Andere sind ehrlicher und verbringen einfach die notwendigen 40-50 Stunden in der Woche vor dem Bildschirm, um ihre sog. Skillz zu verbessern, um sich dann völlig überlegen den Sieg zu sichern. Das ist vom Grundgedanken her fair, aber für mich ebenfalls absolut unverständlich. Vor allem, weil die Wichtigkeit des Spielausganges deren Laune, ach was, deren gesamten Lebensinhalt ausmacht. Die Reaktionen auf eine Niederlage sind entsprechend heftig.

Ich spiele nur noch Poker oder rundenbasierte Strategie Spiele online. Da ist es egal, ob jemand zehn Stunden am Tag Poker spielt, der mit dem besseren Blatt gewinnt letztendlich und auch bei den Strategiespielen sind die Möglichkeiten zu bescheißen eher gering. Auch wenn der Mitspieler schnell offline ist, sobald seine Strategie nicht aufgeht.
Im Grunde sind es solche Symptome, die mich aufregen. Bei dem beliebten Fußballspiel Fifa 14 drückt der besagte Onlinespieler bei einem Rückstand gerne die Start Taste, um für zwei Minuten zu pausieren. Dies ist ihm sechsmal während einer Partie erlaubt. Ziel ist es, den Gegner so sehr zu entnerven, dass er von sich aus das Spiel abbricht und somit der Sieg für den durchtriebenen Online Pro-Gamer gewertet wird. Auf gar keinen Fall verlieren! Was sollen sonst die anderen Rotzlöffelkids auf dem Schulhof denken, wenn sie seine Spielstatistik sehen?

Praktischerweise ist es möglich via Headset das Gelaber der anderen Seite während eines Spieles Mitzuhören oder sich gar daran zu beteiligen. Braucht man aber nicht, da sowieso nur Beleidigungen und stumpfsinnige Aussprüche ausgetauscht werden.
Schade, im Grunde könnte das Online Gaming richtig Spaß machen, bei all dem Potenzial, das es für die Spielentwickler hergibt. Rollenspiele, wo sich die einzelnen Spieler eher selten in die Quere kommen, weil sie hauptsächlich dafür da sind, die Spielwelt mit Leben zu füllen, gehen mir zu sehr in die Tiefe, als dass ich mich darauf einlassen möchte. Lange kann ich mich eh nicht am Kontroller festhalten, weshalb die Kürze meiner Online Auftritte das Gefühl, es ausschließlich mit Assis zutun zu haben, noch steigert.
Online spielen funktioniert für mich nur noch mit Bekannten, ansonsten geht nichts über die gesellige Doppelkopfrunde Vorort. Das ist noch was Reelles.  

Freitag, 1. November 2013

Lieblingssong November 2013

Aufgrund meiner Verweigerung gegenüber dem Radio und Musikfernsehen hätte ich fast die Sängerin Lorde verpasst, obwohl sie in Amerika und England auf Platz eins der Charts war. Die Engländer nehmen ihre Charts noch ernst und sind es wert verfolgt zu werden. Das habe ich in letzter Zeit vernachlässigt. Das passende Lied zur Platzierung heißt Royals und ist ein zweistimmiger Gesang mit Bass und etwas Melodie. Hört sich sehr harmonisch an und textlich kann ich ihr ebenfalls nur zustimmen. Wie viel Neuseeland in Lorde steckt, kann ich nicht beurteilen. Typisch ist Royals aber sicherlich nicht für die Insel.


Mittwoch, 23. Oktober 2013

In geheimer Mission

"Wenn der Terminator ein Russe wäre, hätte er keine Chance gegen Ninja in geheimer Mission" Lukas

Der Lukas ist Hobby-Filmer oder besser Amateur-Filmer, genauso wie ich Amateur-Fussballer bin. Beruflich schneidet er Trailer für Trash Bindestrich Filme zusammen. Aus einer Trotzreaktion heraus produzierte er für den Film Ninja in Geheimer Mission einen Trailer, der dem Film im ursprünglichen Sinne gerecht wird. Trash eben. Auf seiner Internetseite erklärt er sehr lesenswert sein Vorgehen. Hier zum Verständnis. Den Film Ninja in geheimer Mission gibt es übrigens wirklich.
Als Fan von gut gemachten Trailern muss ich die hier verbreiten und wie üblich bin ich, was die Aktualität angeht, spät dran. Da ist jemand mit dem Herzen bei der Sache!

Wie so oft ist der Trailer auch in diesem Fall besser als der Film. Man kennt das ja, ich denke da zum Beispiel an Transformers oder Man of Steel, wenn der Trailer zuviel verspricht oder gewaltig ablenkt vom Endprodukt. In der Kantine von Paramount Studios sprechen die Mitarbeiter dann von einem Trailerfake. Dreamsworks widerrum bringt gerne die besten Gags bereits im Trailer unter, sodass man den Film gar nicht mehr zu schauen braucht. Schauen braucht man Ninja in geheimer Mission ebenfalls nicht, auch wenn die Trailer etwas anderes behaupten. Es geht um Trailer!


Ninja in geheimer Mission 2 - Russian Terminator




Dienstag, 15. Oktober 2013

Lieblingssong Oktober 2013

Die Hamburger Band Blumfeld gibt es jetzt schon mehrere Jahre nicht mehr. Jochen Distelmeyer hat mit Heavy 2009 sein Soloalbum herausgebracht und seitdem ist es still geworden. Zur letzten Tournee von Blumfeld kam ein Best of Sampler heraus, der schlappe vier CDs beinhaltet und genau so heißt wie die Tournee: ein Lied mehr. Da kann man auch schnell „kein Lied mehr“ draus machen. Auf dem Best of ist ein Cover Song drauf, von dem ich einfach mal behaupte, dass er exklusiv für den Sampler aufgenommen wurde. Wer da gecovert wird, habe ich trotz Internetrecherche nicht herausgefunden. Rod Stewart vielleicht? Wer es weiß, kann es mir ja in den Kommentaren vorhalten. Lieblingssong des Monats ist also The Law von der Gruppe Blumfeld. Eine ruhige Nummer mit englischen Gesang, das strengt nicht so an beim zuhören und passt wunderbar in den Herbst. Unter dem Song ist zusätzlich die kurze Dokumentation zur letzten Tournee von 2007 verlinkt. Abflug.