Ich verlasse die Stadt. Ich habe mich einmal zu oft mit den Sheriff angelegt. Goodbye!
Samstag, 23. Februar 2013
Dienstag, 19. Februar 2013
Belly Off #3 - Zunehmen, für das was da noch alles kommt
„Schnell, schnell, nur keine Zeit verlieren.“ Dr. Hasenbein
Beitrag sechste Woche - 19. Februar 2013
Keine Zeit, Keine Zeit. Die Waage zeigt 100,5 kg an. Was zum
ersten Mal eine Steigerung des Gewichtes bedeutet und den wöchentlichen Fortschritt von 670 g
untergräbt. Fremde Küche und eine Kohltour und viele Partys haben mich mit schlimmeren
rechnen lassen. So geht es ja noch. Ich habe zurzeit leider keinen Alltag, um
meinen strengen Abnehmplan sauber durchzuführen. Aber bald, ey!
Dienstag, 12. Februar 2013
Belly Off #3 - Stagnation
"Wir sind dick, dick und durstig, dick und durstig" Böse Onkelz
Beitrag fünfte Woche - 12. Februar 2013
Und es ist soweit, die hundert Kilo bewegen sich nicht mehr von der Waage. 100 kg, für diejenigen, die nicht gerne ausgeschriebene Zahlen lesen. Bedeutet: Stillstand zur Vorwoche. Ans Laufen war in der letzten Woche nicht zu denken, zeitweise hagelte es sogar, weshalb ich mir mit Liegestützen aufzeigte, wie sehr ich mich an die Schwerkraft gewöhnt hatte. Es ist überraschend, wie viel größer der Effekt ist, wenn man bei Liegestützen die Beine, anstatt auf den Boden, zum Beispiel auf den Sessel parkt. Mit Effekt ist Muskelkater gemeint. Es kann nur besser werden.
Beitrag fünfte Woche - 12. Februar 2013
Und es ist soweit, die hundert Kilo bewegen sich nicht mehr von der Waage. 100 kg, für diejenigen, die nicht gerne ausgeschriebene Zahlen lesen. Bedeutet: Stillstand zur Vorwoche. Ans Laufen war in der letzten Woche nicht zu denken, zeitweise hagelte es sogar, weshalb ich mir mit Liegestützen aufzeigte, wie sehr ich mich an die Schwerkraft gewöhnt hatte. Es ist überraschend, wie viel größer der Effekt ist, wenn man bei Liegestützen die Beine, anstatt auf den Boden, zum Beispiel auf den Sessel parkt. Mit Effekt ist Muskelkater gemeint. Es kann nur besser werden.
Ansonsten kann ich sagen, dieser dumme Satz „alleine
essen macht dich“, den man immer kurz vor einen feindlichen Übergriff auf seine
Pommes zu hören bekommt, stimmt nicht. Gesellschaft macht dick und gegebenenfalls
dumm. Ob es dafür eine Faustregel gibt, wie viel mehr Kalorien man pro anwesende
Person zu sich nimmt? Zu zweit geht es vielleicht noch gerade so, auf
Hochzeiten ist es entsprechend fatal, usw.
Ohne Sport wird sich auf der Waage erstmal nichts regen, zudem muss ich
die Wochenenden etwas kürzer treten. Wenigstens das Kalorienzählen funktioniert, sonst wäre ich wohl längst wieder aus dem Leim gegangen. Noch bin ich im Soll. Die 670 Gramm pro Woche stehen. So, jetzt gehe ich Brötchen holen. 272 kcal pro 100 g hat ein Brötchen, Spiegelei auf jede Hälfte drauf und du nimmst insgesamt 712 kcal zu dir. Dazu ein Glas Kakao und du hast circa 1000 kcal verdrückt. Ein perverses Spiel.
Dienstag, 5. Februar 2013
Belly Off #3 - Gesundi strikes again
Beitrag vierte Woche – 05. Februar 2013
„Ein Scherz im Labyrinth der Unvernunft macht uns gesund.“
Tocotronic
Stand heute 100 kg. Die Einhundert ist erreicht.
Punktlandung. Das macht einen Verlust von ganzen 1600 Gramm zur Vorwoche. Wie
ich das gemacht habe, weiß ich nicht. Das Wochenende war wieder sehr intensiv,
auf jeden Fall war es trotz viel Bewegung ein Kalorienschock. Dazu kommt, dass
der Körper zwei Nächte in der Schlafphase kein Fett verbrennen konnte, da er
genug mit der Abbauung von Alkohol zu tun hatte. Sagen wir drei Nächte. Umso bedenklicher
beachtenswerter ist das Resultat.
Das Experiment, die beiden neuen Burger bei McDonalds zu
testen, insgesamt 650 kcal, habe ich mir ebenfalls gegönnt. Western Chicken und
Western Beef, jeweils für einen Euro. Der Western Beef ist eine Frechheit. Man
bekommt zwei Brothälften zwischen denen irgendwo ein kleines Stück Fleisch mit
Röstzwiebeln in Barbecue Sauce gepresst wurde. Beim Western Chicken lugt
wenigstens noch die Panade hervor. Das war mir die zwei Euro nicht wert. Im
Nachhinein. Aber ich wollte mir ja sowieso nichts beweisen. Falls irgendwer der
Belly Off Teilnehmer McDonalds oder Burger King vermissen sollte, so geil wie
die immer tun, sind die gar nicht. BILD deckt auf.
Der Schnee ist weg, die Wege um den Werdersee sind leer,
ideale Bedingungen diese Woche mit dem Sportprogramm anzufangen. Aus Erfahrung
weiß ich, allein mit Kalorienzählen wird es nicht mehr lange bergab gehen.
Dienstag, 29. Januar 2013
Belly Off #3 - Die Hundert vor Augen
Beitrag dritte Woche - 29. Januar 2013
„Als wir noch dünner waren, standen wir uns näher.“ Georg Kreisler
„Als wir noch dünner waren, standen wir uns näher.“ Georg Kreisler
Wie ihr sicherlich bereits bemerkt habt, schaue ich bei der
Nummerierung der Beiträge nicht auf die vergangene Woche zurück, sondern
optimistisch nach vorne.
Stand heute: 101,6 kg. Das macht zur vorigen Woche 400 Gramm weniger.
Da habt ihr euren Rückblick. Success. Ein Erfolgsgarant war das
Fußball-Hallenturnier am Samstag. In der Halle ist Schnellkraft gefragt.
Explosionsartige Bewegungen und Kurzsprints, die Luft steht, der Boden federt
nichts ab, Stillstand bedeutet Niederlage, anstrengender geht es kaum. Der
Flüssigkeitsverlust wurde mit reichlich Bier gedeckt. Nicht dass später einer
am Tresen wegklappt. Natrium-, Kalium-, Kalzium-, Magnesiummangel, diese
Diskussion. Ein anderer Grund für den Gewichtsverlust war das Abrasieren meines
Chuck Norris Bartes. Ein Opfer der 670 Gramm/Woche Quote.
Meine Vorgehensweise ist in diesem Stadium recht simpel. Bisher
esse ich einfach weniger. FDV, wenn ihr so wollt. Friss 3/4. Da lohnen sich
keine Bilder meines Mittagstisches, die findet ihr in jedem Kochbuch. Ich
verzichte nämlich auf nichts, sondern achte ausschließlich auf die Menge. Der
sportliche Part beginnt diese Woche mit dem regelmäßigen Fußballtraining. Im
März kommt das Fitnessstudio dazu. Spannend, weil quälend, wird es sowieso erst
bei einem Gewicht von unter hundert Kilo. Erfahrungsgemäß wird eine Stagnation
einsetzen. Der Moment, in dem der Körper wirklich auf etwas verzichten muss und
ein neuer Standard für die Ernährung und Bewegung definiert wird. Kurz: ich
setze meinem Körper Wettkampfbedingungen aus. Die Batterien in meiner Waage
sind leer. Ausgerechnet jetzt.
Macht eigentlich auch eine Fashion Bloggerin beim Belly Off
mit? Würde mich doch sehr wundern.
Jeden Dienstag teilen diese Damen und Herren ihr Schicksal. Teilnehmerliste.
Jeden Dienstag teilen diese Damen und Herren ihr Schicksal. Teilnehmerliste.
Dienstag, 22. Januar 2013
Belly Off #3 - A App a Day
Beitrag zweite Woche – 22. Januar 2013
„Nothing tastes as good as skinny feels.” Kate Moss
Die Belly Off Aktion geht insgesamt zwölf Wochen, ich möchte
acht Kilo verlieren, das macht 670 Gramm pro Woche. 670 Gramm! Pro Woche! Die kann
man doch locker abbummeln. In den ersten zwei, drei Wochen werden rasch Erfolge
zu verzeichnen sein, der Grund, bisher aß ich schlicht zu viel. Nur ist die
Grenze des auf Verzicht beruhenden Gewichtsverlustes schnell erreicht. Danach
hilft nur noch Sport. Na, darauf freue ich mich schon. Stand heute: 102 kg.
Bedeutet eine Verbummelung von einem Kilo. Das sind mehr als 670 Gramm. Das ist
was ich meine, Abnehmen ist eine Exponentialfunktion. Da darf man sich nicht
blenden lassen.
Ich habe mir eine kostenlose App heruntergeladen. Bei der
App kann ich aus verschiedenen Gerichten wählen, oder sie kombinieren, und mir
wird der Kaloriengehalt pro Portion (255g) oder pro verspeiste Menge angegeben.
Die Ergebnisse wirken auf mich sehr fadenscheinig. Hat eine Portion Spaghetti
Bolognese wirklich nur 322 kcal? Nach zwei Portionen sah ich aus wie ein
Schwein und war so satt, dass ich noch nicht einmal mehr papp sagen konnte und
das sollen nur 25 Prozent meines Tagesbedarfs gewesen sein? Das ganze spielte
sich am Montag, so um 16 Uhr, ab und war meine einzige, vollwertige Mahlzeit an diesem Tag. Frühstück
ist was für Weicheier. Ansonsten aß ich eine Karotte und trank ein Glas Milch,
sowie zwei Tassen schwarzen Tee. Wasser zähle ich nicht mit. So geht das jetzt weiter, bis mir die Gelegenheit gegeben ist Sport zu treiben. Die äußeren Bedingungen geben nichts her. Drinnen ist das bessere Draußen und so weiter. Beweisfoto findet ihr im ersten Beitrag.
Dienstag, 15. Januar 2013
Belly Off #3 - Der Start
„Es ist mir egal wofür ihr mich haltet, egal, aber hoffentlich
für dünn, dünn, dünn.“ Kristof Schreuf
Blogger sind von Natur aus zu fett. Sie hängen den ganzen
Tag vor dem PC, schauen in Blogs was gerade so abgeht und posten es dann wiederum als
erster im eigenen Blog. Daraufhin belohnen sie sich mit einer
Essensbestellung, natürlich via Internet. So muss man sich das vorstellen und
deshalb startet ab heute der Belly Off #3, ausbaldowert von Whudat.de. Gebunden
an einige Vorraussetzungen, geht es im Grunde darum abzunehmen. Jeden Dienstag
erscheint hier nun ein Beitrag, der meinen Fortschritt schonungslos dokumentieren
soll. Das Ganze geht bis zum 09. April 2013. Etwas zu gewinnen gibt es auch.
Beitrag erste Woche - 15. Januar 2013
Kein Guter Zeitpunkt um mit dem Abnehmen zu beginnen. Ich habe erst vor
kurzem mit dem Rauchen aufgehört, das soll ja voll auf die Hüften gehen,
vermutlich, weil ausschließlich Kartoffelchips einen brauchbaren oralen Ersatz bieten.
Zudem bin ich krank und schaffte es gerade mal mich zu überwinden meine nackten
Füße auf die kalte, seelenlose Glaswaage zu stellen. 103kg stand da, das kann
jawohl nicht stimmen. Leider ist es die einzige Zahl, mit der ich arbeiten
kann.
103 / 1,95² => BMI 27,09. Mein Idealgewicht liegt somit
bei 95 Kilo. Da möchte ich hin. Der BMI besitzt zwar keine Allgemeingültigkeit,
dennoch sind acht Kilo weniger absolut realistisch. Alleine vom ästhetischen
Gesichtspunkt. Das ist übrigens der Hauptgrund, weshalb ich beim Belly Off mitmache: Mein Spiegelbild
stimmt dem zu.
Das Abnehmprogramm ist immer das Gleiche. Weniger essen und
mehr Sport. Auf Kalorien verzichten, klappte in der Vergangenheit sehr gut. Ansonsten habe ich vor zwei Wochen eine Dokumentation in der ARD gesehen, in der
erklärt wurde, dass, egal was man isst, es ausschließlich auf die Menge
ankommt. Also die Kalorienmenge. Selbst beim exzessiven Fast Food Genuss,
bleiben die restlichen, lebenswichtigen Werte im grünen Bereich, solange die Kalorienmenge im richtigen Verhältnis zum
Tagesbedarf steht. Uhrzeit egal! Bei mir wären das bescheidene 2249 kcal/Tag. Das
klingt doch mal herrlich nachvollziehbar. Ausschließlich das Vitamin C kommt
bei einer angeblich ungesunden Ernährung zu kurz. Das nur am Rande.
Also werden grob Kalorien gezählt, das kann ich im Markt gleich
beim Addieren der Preise mit einbeziehen. Wenn ich die Tage im Monat, in denen
ich mir vorbehalte Alkohol zu trinken, von acht auf vier reduziere, könnte das
ebenfalls was ausmachen.
Sport wird sich auf das im Februar beginnende Fußballtraining
beschränken, solange, bis ich mich im März in einer Muckibude angemeldet habe. Vor
Februar wird das mit dem Laufen nichts mehr. Der Schnee, die Kälte und die
Nässe machen es unangenehmer als es sowieso schon ist. Dazu kommt das
oft unterschätzte Verletzungsrisiko.
Das notwendige Foto wird editiert, wenn ich wieder gesund
bin. Der Gedanke, auch nur ein wärmendes Kleidungsstück abzulegen, lässt mich
niesen. Außerdem werden alle Teilnehmer verlinkt. Insgesamt viel Arbeit. Packen
wir es an, die notwendigen Fettreserven sind dafür ja vorhanden.
EDIT: Startbild
EDIT: Startbild
Belly Off #3 - Teilnehmerliste
- Stijepan
- Uli
- Vorstadtprinzessin
- Marco
- Mokkaauge
- Maik
- Ilovechaos
- Jan
- Dirk Olbertz
- Lomomo
- Mathis
- Petra
- Zeitzeugin
- Wasserstoff
- Fairy
- Volker
- Sebastian
- Matthias
- Stefan
- Derby
- Nille
- Can-RnB
- Matzel
- Wannabehealthy
- Mocca
- LennyUndKarl
- Chliitierchnübler
- Tyler
- Hermann
- Mina
- Antje
- Rebecca
- Phil
- Schmenger
- Kaal
- Oliver
- Michelle
- Dr. Sheldon-Harper
- Caro
- Frau K.
- Julia McRed
- Carsten & Thomas / hypesRus
- Matze
- Rachel
- Flyerzwomille
- Gelrueb
- Starkilla
- Hucki
- Steffi
- Buckelhard
- Mark Olan
- Klaeui
- San
- Dentaku
- Kai Nehm
- Mary Malloy
- Ulli
- Webdesign Kiel
- Stiller
- Nicole
- Corinna
- Dirk
- Frances Ligeia
- Marco
- Uli
- Vorstadtprinzessin
- Marco
- Mokkaauge
- Maik
- Ilovechaos
- Jan
- Dirk Olbertz
- Lomomo
- Mathis
- Petra
- Zeitzeugin
- Wasserstoff
- Fairy
- Volker
- Sebastian
- Matthias
- Stefan
- Derby
- Nille
- Can-RnB
- Matzel
- Wannabehealthy
- Mocca
- LennyUndKarl
- Chliitierchnübler
- Tyler
- Hermann
- Mina
- Antje
- Rebecca
- Phil
- Schmenger
- Kaal
- Oliver
- Michelle
- Dr. Sheldon-Harper
- Caro
- Frau K.
- Julia McRed
- Carsten & Thomas / hypesRus
- Matze
- Rachel
- Flyerzwomille
- Gelrueb
- Starkilla
- Hucki
- Steffi
- Buckelhard
- Mark Olan
- Klaeui
- San
- Dentaku
- Kai Nehm
- Mary Malloy
- Ulli
- Webdesign Kiel
- Stiller
- Nicole
- Corinna
- Dirk
- Frances Ligeia
- Marco
Samstag, 12. Januar 2013
Sonntag, 6. Januar 2013
Alles Chemie
"Du und ich, ich und du, viel mehr gehört vielleicht
nicht dazu" Dendemann
Psychologiestudenten geben nicht gerne zu, dass sie
Psychologie studieren, wahrscheinlich, weil es das Aushorchen erleichtert.
„Nein, nein, nein, das ist alles Chemie!“ Von einer
angehenden Psychologin habe ich mehr erwartet. Wir sitzen auf der Heizung eines
WG-Zimmers, um uns herrscht rege Betriebsamkeit. Die Studenten feiern das Ende
eines weiteren Semester und ich kenne da eine von. Das erklärt meine
Anwesenheit, sie gehört zum Semester. Das Gespräch hat sich auf dem Balkon
entwickelt und wurde nun drinnen fortgeführt. Im Schutze der Musik konnte man
offener reden oder falsch singen. Sie wollte wissen, ob viele Frauen auf meine freche
Art abfahren würden. Sie konnte es sich gut vorstellen. Na klar. Ich erzähle
ein bisschen vor mir her, bis sie das Gespräch auf die ganz großen Gefühle
bringt, wobei sie sehr pragmatisch vorgeht. Fünftes Semester: mind control. Sie
ist der Überzeugung, jedes Gefühl, und gerade die Liebe, basiert ausschließlich
auf chemische Reaktionen im Gehirn und sei nicht beeinflussbar und vor allem
irrational. Dopamin, Noradrenalin, alles schon mal gehört. Ihre Meinung
zusammengefasst: Wer sich der Chemie widersetzt, kann nicht glücklich werden.
Ich habe da meine Bedenken. Klar, technisch wird es so
funktionieren, aber muss man sich das wirklich bedingungslos gefallen lassen?
Meiner Meinung nach geht dem immer eine bewusste Entscheidung voran. Ja, Nein
und wenn man auf Zeit spielt: vielleicht. Reine Herzensangelegenheit.
Bevor sie mich als hoffnungslos romantisch abstempelt, führe
ich das kurz aus. Was auf sie wie eine willkürliche, chemische Reaktion wirkt,
dem geht immer eine rationale Entscheidung voraus. Entscheide ich mich für oder
gegen jemanden, danach geht es erst mit der Willkür los. Denn für jedes
Argument dafür, gibt es eins dagegen. Aus Intelligenz wird Angeberei, aus
Interesse wird Aufdringlichkeit oder anders herum, aus Dummheit wird Unbedarftheit,
aus Hochmut wird Spaßbereitschaft. Je nachdem wie man sich zu jemanden bekennt.
Ob nun für oder wider hängt andererseits von den drei großen Themen ab: Geld, Sex,
Macht.
Da gibt sie mir Recht. Ungern zwar, aber wahrscheinlich
klang es sachlich genug um ihrem Verständnis zu entsprechen. Daraufhin erzählte
sie von einer Freundin (jaja, eine Freundin - Psychorhetorik), die genau das
tut und zwar mit unheimlich viel Akribie und Kalkül. Die Freundin selektiert
und überlässt dabei wirklich gar nichts dem Zufall. Sie arrangiert sich nämlich
wie folgt:
Damit ihr die Hormone kein A – wie Arschloch für ein T –
wie Traummann vormachen, verteilt sie die wichtigsten Eigenschaften auf mehrere
Männer. Einen für das Bett. Einer mit Geld. Einer für die humoristische
Unterlegung. Einer, der sie in allem bestätigt. Einer, der sie hinterfragt. Einer,
der sich anhören muss, wieso der für das Bett so ein Arschloch ist usw. Und
dann noch einer für jede Stadt, die sie gerne besucht. Alles gute Freunde,
versteht sich. Damit das reibungslos funktioniert, dürfen sich die Typen
niemals begegnen oder gar miteinander reden. Leuchtet ein. So nimmt sie alles
mit, ohne dass die Chemie eine Chance hätte. Jeden bei Laune zu halten ist das
Handwerk, den richtigen Abstand zu bewahren, die Kunst. Da steckt viel Arbeit
hinter.
Das klingt alles so dermaßen unmoralisch, dass ich mir das
gut vorstellen kann. Und dann „erwischt“ es sie dennoch und sie ändert ihren
Lebensentwurf um 180 Grad, wie im Film, vermute ich. Die Geschichte geht jedoch
erstmal anders weiter.
Beziehungen sind natürlich in das Konzept mit einbezogen und
werden gerne mitgenommen. Das garantiert den nötigen Abstand zu dem Rest der
Bande. Ansonsten orientieren sich die Beziehungen an die richtige Zeit und den
richtigen Ort. Zweckgebunden halt. Was soll sie mit einem Typen in Hamburg,
wenn sie in München lebt? Was soll sie mit einem ordinären Angestellten, wenn
sie Psycho… äh… Sprachen studiert? Oder sie adaptiert Interessen, so muss sie
sich, was auch immer, nicht erst mühsam anlesen oder selbst beibringen. Zudem
rechtfertigen Beziehungen falsche Entscheidungen und lassen Niederlagen wie
einen Wink des Schicksals aussehen. Zum Beispiel war ihre Freundin mal mit
einem namenlosen Studenten aus einem ihrer Kurse zusammen. Der Kurs und die
Idee dahinter waren der letzte Mist und absolute Zeitverschwendung, doch bevor
sie sich das eingestehen musste, war da bereits dieser scheinbar x-beliebige Kommilitone.
Nach dem Motto: hätte ich den Kurs nicht belegt, hätte ich ihn nie kennen
gelernt. Nach dem Kurs war Schluss. „Es sollte einfach nicht sein.“
Damit kommt man durch? Ich meine, vor dem Spiegelbild und
wer einem sonst so im Alltag begegnet? Wird man davon nicht paranoid?
Irgendwann fliegt doch der ganze Puff in die Luft. Ist sie denn nun glücklich
damit oder nicht, möchte ich wissen. Angeblich ist sie sogar sehr glücklich
damit. Es fühlt sich vielleicht falsch an, aber ihre Argumentation ist hieb-
und stichfest.
Wieso sollte ihre Freundin nicht überall jemanden haben, auf
den sie sich freut und der sich freut sie zu sehen? Ob sie nun in das
Fitnessstudio, zur Uni, zum Nebenjob oder in ihre Heimatstadt fährt oder nur
auf einem breiten Sofa liegen möchte. Sie bleibt sich ja treu. Wenn sie ein
Auto benötigt, ist sie nicht nett zu demjenigen, der das teuerste Auto hat,
sondern zu dem, der ihr am meisten entspricht und den sie auch mag. Und ein
Auto hat.
Wie viele von denen, die sich auf die Chemie im Kopf
eingelassen haben, sind denn wirklich glücklich damit? Und verfälscht Alkohol
nicht das Ergebnis?
Das alles erinnert mich an Sarah Connor, die sich ähnlich
verhielt um ihren Sohn John die bestmögliche Ausbildung als Anführer gegen die
drohende Roboter Apokalypse zu garantieren. Nur dass es in diesem Fall wohl
eher um den Vorteil von Sarah geht und die Roboter Apokalypse das scheiß, echte
Leben ist.
Mehr fiel mir dazu nicht ein. Weder die Chemie-Variante,
noch die verschrobene Charakterauslese überzeugt mich. Für mich bleibt es eine
Herzensangelegenheit. Womöglich bin ich doch hoffnungslos romantisch oder
einfach nur dämlich. Mit dieser Diagnose verabschiedet sie sich jedenfalls von
mir und wankt in den Flur. Sie kennt da einen.
Donnerstag, 3. Januar 2013
Royal Tristesse
„Pop basiert gleichzeitig auf das Prinzip des Ausschließens
und des Konsens. Pop entsteht aus der Verschachtelung, aus dem Segmentieren und
in einer Gegenbewegung, die dann wiederum vielen einleuchtet.“ Benjamin von
Stuckrad-Barre
Es ist jetzt zehn Jahre her, dass ich Tristesse Royal
gelesen haben. Damals haben sich fünf Autoren, die sich das popkulturelle
Quintett nannten, im Kaminzimmer des Adlon Hotels in Berlin zusammengesetzt und
die Lage der Nation aus ihrer Sicht von Kultur festgehalten. Bei Amazon findet man folgende
Kurzbeschreibung:
„Im Auftrag des Ullstein Verlags verbringen fünf Jungstars
der Popliteratur drei Tage im Kaminzimmer des Hotel Adlon - bei Champagner und
mit freiem Blick auf das Brandenburger Tor und Berlins neue Mitte. Ihre Mission
ist es, bei kultiviertem Gespräch ein Sittenbild ihrer Generation zu entwerfen.
Es geht um Markenartikel und Ästhetik. Und es geht um Selbstinszenierung und
Lifestyle. Das Buch wurde ein Bestsellererfolg und machte Furore in allen
maßgeblichen Feuilletons.“
Ich weiß, dass das Buch in England vollkommen verrissen
wurde. Der Vorwurf der Arroganz fiel auch. Kann man so wahrnehmen, sollte man
aber nicht. Nach zehn Jahren könnte ich es eigentlich mal wieder lesen und sei
es nur um zu sehen, ob sich meine persönlichen Ansichten eventuell geändert haben.
Auf Youtube stieß ich auf den Pilotfilm Royal Tristesse. Ein illustriertes, zusammenfassendes
Hörbuch. Die Sprecher kommen mir bekannt vor, jedenfalls machen sie einen sehr
guten Job. Da ist es egal, ob man die Originalstimmen des Quintetts kennt oder
nicht. Wer auf die Romane von Bret Easton Ellis steht, sollte sich das anhören.
Wieso man nicht mehr über Pulp Fiction reden kann, wird nebenbei auch
erklärt.
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