Montag, 17. August 2015

Thomas - Montag, den 27. Juli 2015

Seit dem 1. Juli wohne ich in der List und genau seitdem gehe ich heute das erste Mal direkt von der Arbeit nach Hause. Zehn Minuten zu Fuß, ein Stück Lebensqualität. Bisher war immer etwas zu erledigen, was mich zu einem Umweg gezwungen hatte. Pakete abholen, im Bauhaus rumstehen, Besorgungen umtauschen, ins Fitnessstudio, Einkäufe erledigen oder oder oder. Die Wohnung ist fast fertig, es fehlen nur Kleinigkeiten, die ich an die Wand dübeln muss oder eben die Spülmaschine. Unter der Spüle ist nicht genügend Platz für ein Standardgerät. Im Grunde ist überhaupt kein Platz. Angeblich soll die Spülmaschine „Lady 45“ von Siemens eine schlanke, platzsparende Alternative sein, wie für mich gemacht, quasi. Wenn ich jemanden erzähle, dass die Lady 45 bei mir den Abwasch macht, muss ich das bestimmt erklären. Klingt als hätte ich eine Putzhilfe im Internet kennengelernt. Was soll`s? Bis Lady 45 bei mir einzieht, muss ich halt weiterhin mit der Hand abwaschen. Single 32. 

Nur heute nicht. Die Hausarbeit kann warten. Ich bin fertig, schlapp, vielleicht ja krank? Der Biermarathon vom Samstag steckt mir noch in den Eingeweiden. Martin und ich haben als mysteriöse Bierbarone den dritten Platz erreicht. Persönliche Bestleistung, viel Luft nach oben ist da leider nicht mehr. Dass wir vorher gejoggt sind, um den obligatorischen "Bierdurst nach dem Sport" herauf zu beschwören, spüre ich ebenfalls nach. Im negativen Sinne. Ich musste Freitag schon das Fußballtraining abbrechen, weil da irgendetwas im rechten Fuß nicht stimmt. Eigendiagnose Sprunggelenk, bin gespannt, was es wirklich ist. 

Wie lange kann ich den Abwasch wohl herauszögern? Ein paar Teller stehen noch im Hängeschrank und Ofengerichte machen eh kaum Dreck. Da braucht man nur das Backpapier auswechseln. Maximal. Es gibt Pommes mit Cordon Bleu.

Während ich esse, schaue ich auf SKY den Film Krieg der Götter. Ein unheimlich schlechter Versuch den Look von Zack Snyders 300 zu kopieren. Die Story ist ebenfalls eine absolute Frechheit. Ein typischer Film, um nebenher ein paar Fakten zu googlen. Irgendwann schlafe ich auf dem Sofa ein. Der Tag war komplett überflüssig. Gar nicht mal so schlecht für einen Montag. Anstatt den dunklen Turm weiterzulesen, hole ich die aktuelle Folge "Erwachsene Männer hören Jan Tenner" nach. Folge 20: Das Totenschiff. Die besaß ich als Kind auch, heute liegt sie bestimmt bei meinem Cousin im Keller. Für zwei Mark das Hörpsiel hat er damals seine Jan Tenner und Masters of the Universe Sammlungen über mich komplettiert.

Dinge, die in der Wohnung erledigt werden müssten:
  • Einen großen Übertopf kaufen
  • Gewürzregal anbringen
  • Einen Rahmen für Schallplatten an die Wand bringen
  • Zwei Garderoben an die Wand bringen
  • Spülmaschine kaufen
  • Einige Dinge wegschmeißen…

Sandra - Montag, den 27. Juli 2015

Diese Woche ist Spätdienstwoche, da fange ich um 15:30 Uhr an zu arbeiten.
Der Vorteil ist: Ich kann ausschlafen. Mein Verlobter geht um halb sieben aus dem Haus und lässt mich schlafen, weil er weiß, dass ich morgens ungenießbar bin. Ich stehe erst um zehn auf und erledige Haushaltskram, der liegen geblieben ist. 2 Maschinen Wäsche, dann ab in den Trockner, dann noch zum Einkaufen. Der Netto, 100 Meter weiter, baut um und hat geschlossen, also muss ich zum weiter entfernten Lidl. Der Aldi, der dort nebenan war, wird auch abgerissen. Dabei sah der beim letzten Mal doch noch ziemlich neu aus.
Weil es regnet, fahre ich um 15:10 Uhr mit dem Auto zur Arbeit und nicht wie sonst das Fahrrad. Ich bin wie immer spät dran und muss noch vom Auto zum Krankenhaus fünf Minuten laufen, weil ich in einer Seitenstraße geparkt habe. Auf der Neugeborenenintensivstation ist heute wenig los und ich kann mit den Schwestern quatschen. Auf dieser Station bin ich seit zwei Wochen, da muss ich erst mal alle noch kennen lernen. Um 22:30 Uhr kommt der Nachtdienst und löst mich ab. Ich bin um 23:10 zu Hause. Mein Verlobter liegt schon schlafend im Bett.
Das ist der große Nachteil am Spätdienst: Für soziale Kontakte absolut ungeeignet.

Martin - Montag, den 27. Juli 2015

Die Woche beginnt hart, aber es war auch schon oft viel schlimmer. Das Wochenende hat mal wieder ziemlich erbarmungslos zugeschlagen und wirkt noch nach. Immer das gleiche Spiel zum Wochenanfang. Hätte mir jemand vor 10 Jahren erzählt, dass es heute so ist wie es ist, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Jetzt würde ich sagen er hatte Weitsicht. Da ich es samstags sehr gerne krachen lasse, ist Montag oft sehr schlimm. Der komplette Schlafrhythmus ist noch hinüber und die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme braucht auch ein paar Tage um sich wieder zu normalisieren.

Zum Glück mag ich meinen Job nicht und darum ist es mir ziemlich egal, dass ich montags keine Leistung bringe. Wobei ich diesen Montag eine Entschuldigung habe, die jeder sicher gut nachvollziehen kann. Am Samstag fand der jährliche Biermarathon statt. Ich trat, wie die letzten Jahre auch, mit Thomas an. Nach dem Fiasko vom letzten Jahr standen wir unter Zugzwang. Wir müssten dringend was an der Vorbereitung ändern. Das vorher Currywurst Pommes Essen im letzten Jahr hat zu einem miesen siebten Platz und einer Kotzstrafe kurz vor dem Ziel geführt. Also entschlossen wir uns mittags nur einen Salat zu essen und danach Joggen zu gehen. Wir setzen auf den Effekt, den jeder von nach dem Training kennt, wo ein Bier nach dem anderen locker rein geht. Wobei ich mir nach dem Joggen mit Heise teilweise Sorgen machte, ob nicht vielleicht das Laufen und weniger das Bier unser größter Feind werden sollte. Das Wetter zum Biermarathon war schrecklich und darum bestand das Starterfeld dieses Jahr auch nur aus 8 Teams. Wir kamen halbwegs gut in den Trinkfluss und wurden am Ende Dritter. Für uns absolut in Ordnung. Selbst wenn wir einen perfekten Tag erwischt hätten, hätte es für ganz vorne niemals gereicht. Die Jungs trinken in einer anderen Liga. In der Bundesliga wären wir so Leverkusen. Man ist nicht schlecht, spielt oben mit, aber zum Titel reicht es niemals. Danach ging es noch zu einem Schützenfest.

Der Montag plätscherte auf der Arbeit so vor sich hin und danach sollte es direkt aufs Sofa gehen. Vorher musste ich noch was zu essen besorgen. Mein kochender Mitbewohner hat nicht gekocht und darum sollte es ein Döner aus Rethem werden. Am besten der, der montags Ruhetag hat….Um nicht umsonst nach Rethem gefahren zu sein, ging ich in den örtlichen Imbiss. Beim Warten auf das Essen wurde ich von einem Typen unterhalten, der mich an Dittsche erinnerte. Imbiss, Typ der mit einem Bier in der Hand über alles Mögliche philosophiert und eine Art weiblicher Ingo am Würstchen braten. Gags in dem Sinne kamen von dem Typen zwar nicht, aber es war auch nicht uninteressant, was er so von sich gab. An einem besseren Tag (also jedem anderen Tag in der Woche) hätte ich mich sicher mit ihm unterhalten. Heute nicht. Essen bezahlen und nach Hause.

Ich penne auf dem Sofa recht schnell ein und werde irgendwann nachts von Sheldons Stimme geweckt, die sich ganz komisch in meinen Traum eingebaut hat. Unheimlich. Die Nacht von Montag auf Dienstag träume ich eh meist wirres Zeug. Keine Ahnung was genau, aber ich werde es besser niemals einem Psychologen erzählen, um auch weiterhin noch frei herum laufen zu können.

Verena - Montag, den 27. Juli 2015

Ach, schon wieder Montag! Der Tag ist geprägt von einem Telefongespräch am Morgen, was mich den ganzen Tag irgendwie diffus grübeln lässt. Am Vortag hatte mein aktuelles Seminar zum Thema „Religion und Politik“ angefangen, weshalb ich gut damit beschäftigt bin, mich mit dem Assistenten über 1000 Dinge abzustimmen und da noch eine Liste zu machen und hier noch was auszudrucken. Irgendwas ist immer.

Auf meinen langen Autofahrten zur Arbeit und nach Hause hab ich mir seit kurzen angewöhnt Deutschlandfunk zu hören. J macht das auch und ich lachte sie damals noch aus als sie es erzählte. Jetzt verstehe ich sie. Das immer gleiche Gedudel im Radio nervt irgendwann und mit Deutschlandfunk ist man einfach immer informiert. Sie fassen sogar die Nachrichten am Ende der Nachrichten noch mal zusammen, damit man auch nichts vergisst. Statt Dudel-Musik höre ich Politiker in Interviews kritische Fragen beantworten, lerne über Minderheiten in Sri Lanka, von chinesischer Wirtschaft, über Fracking, über einen einflussreichen Musiklehrer in der ehemaligen DDR und sogar philosophische Gedanken zur Internetnutzung. Oftmals Themen, worüber ich mir nie Gedanken gemacht habe oder auch Dinge, wo ich immer mehr zu wissen wollte, mir aber nie die Mühe machte, mich näher zu informieren. Da ich nicht dazu komme, eine anständige Tageszeitung zu lesen, ist das ein prima Ersatz. Bei der nächsten Party bin ich auf jeden Fall vorbereitet mit vielfältigen Small Talk Themen! Und ansonsten kann ich auch immer noch was zu Musik sagen, manchmal gibt es nämlich auch langweilige Themen.

Donnerstag, 13. August 2015

Gemeinsame Gegenwart 2015 - Autoren

Imke Cordes











Imke (31 Jahre alt – nach Aussagen vieler Türsteher und beim Zigaretten kaufen, nicht älter als 18) lebt zurzeit in Australien im warmen QLD. Im Februar 2014 hat sie ihren Job in Eystrup (Industriekauffrau) aufgegeben und sich entschieden, dass es an der Zeit ist, etwas mehr von der Welt zu sehen. Da die Australier und Asiaten immense Probleme mit der Aussprache ihres Namens haben und aus Imke so was wie Imk, Ik, Inka wurde, hat sie sich entschlossen ihren Zweitnamen „Marlen“ zu verwenden.
Nach Ankunft, Autokauf  und einer fast komplett um Australien Reise, ist sie seit August 2014 in Tolga, QLD hängen geblieben und für die Buchhaltung einer Mine zuständig. Des Weiteren ist sie nun im Besitz eines 20t Roller/Kompaktor Führerscheins und arbeitet bei der Mine im Straßenbau.
In ihrer Freizeit heißt es raus mit dem Hund, Campen, Gold suchen (bislang ohne Erfolg), Schwimmen, Mountainbike fahren, Nationalparks erkunden oder ab in die Stadt ins Casino/Bar.  

Kirsten Müller

Kirsten (29) bezeichnet sich selbst als weiße Rassismuskritische Queerfeministin, stolze Tante, nachdenkliche Tochter, motivierte Studentin, zähe Überlebenskämpferin, neugierige Reisende, nicht praktizierende Physiotherapeutin, hochsensible CIS- Frau, wütende Aktivistin und bekennende Alptraumhaberin. Derzeit wohnt sie in Los Angeles für ihren zigsten Freiwilligendienst, eigentlich studiert und lebt sie im schnuckeligen Bremen. Ständig auf der Suche nach dem eigenen Ich und neuen Zielen, schlägt sie sich durch die Welt und lässt sich von Orten, Menschen und Schicksalen inspirieren.

 






Jochen Noltemeyer

Jochen (26) im beschaulichen Schweringen aufgewachsen, jedoch inzwischen wohnhaft in Bruchhausen-Vilsen, wo er sich ausgesprochen wohl fühlt.

Über ein paar mühsame, aber doch an Lebenserfahrung bereichernde Umwege, hat Jochen jetzt endlich das gefunden was ihn beruflich erfüllt. Am Anfang war da die Ausbildung zum Industriemechaniker, ein paar Jahre in dem Beruf, dann Weiterbildung zum Fachberater im Vertreib und seit gut einem Jahr selbständig mit seinem Bruder, mit einer Veranstaltungsfirma und Betreiber des „Break Out“ in Asendorf, sowie „Fräulein Wunderlich“ in Bremen. 

Zum beruflichen Ausgleich geht er gerne Jagen und noch viel lieber zieht er mit Freunden um die Häuser, kleine Ausflüge oder gemeinsam die Seele baumeln lassen, mit seiner Freundin, steht auch sehr hoch im Kurs.




Verena
 
Verena (34) lebt in Köln, organisiert internationale Seminare bei einer politischen Stiftung und reist dabei regelmäßig mit ausländischen Teilnehmergruppen quer durch Deutschland. Nebenbei beendet sie seit einer ganzen Weile ein Studium in Business Administration, führt den semi-erfolgreichen Blog verenas-welt.com und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Musik, Reisen, Fotografie, Kochen und Fitnessstudio. Seit 2014 ist sie außerdem noch mit einem langwierigen Hausbau beschäftigt. Und Baurecht.





Martin


Martin ist 33 Jahre alt und hat seit der letzten Gemeinsamen Gegenwart mal wieder den Job gewechselt. Da sich das als Fehler heraus gestellt hat, wird es das mit dem Jobhopping noch nicht gewesen sein.

Was bleibt, ist das Leben in einer WG in einem runtergerockten Haus in Hämelhausen, Rennrad fahren und ständig an einem alten Volvo herum schrauben. Und am Wochenende geht es nach wie vor gerne ab. Also doch alles sehr solide.
   


Silke Ahrens


Seit einem guten halben Jahr wohnt Silke (31) im beschaulichen Osnabrück und erfreut sich an dem fast ländlichen Miteinander. Der Bäcker kennt ihren Namen zwar noch nicht, dafür gibt es aber einen wöchentlichen Kaffeeklatsch mit fremden Menschen bei der Schneiderin um die Ecke. Beruflich ist sie in vertrieblichen Dingen in der IT-Branche in Dänemark unterwegs.
 










Thomas

Nach über einem Jahr in Hannover ist Thomas (32) aus dem Soft-Ghetto Nordstadt, in den minimal gentrifizierten Stadtteil List gezogen. Er arbeitet in einem kleinen Ingenieurbüro, was ganz gut zu seiner Berufswahl passt. Der unverschämt schicke, moderne Arbeitsplatz und das Fitnessstudio sind schuld daran, dass er kaum in seiner neuen Wohnung verweilt. Der Beginn der Fußballsaison, die Aufnahme in die Ingenieurkammer Niedersachsen und das Ende der Romanreihe "Der dunklen Turm" sind seine Ziele für 2015, es ist quasi immer was los. Er freut sich auf die Nebenkostenrückerstattung und darauf eine Woche lang nicht mehr allein verantwortlich für die großartigen Beiträge auf DeinLieblingsmensch.de zu sein. Jetzt auch in 3D.






 Sandra Nordhorn

Sandra (32) lebt und arbeitet seit 3 Jahren als Kinderärztin in Osnabrück.
Schichtdienst und Wochenendarbeit versucht sie um ihre Freizeitaktivitäten herumzuplanen.

Sie hat keinen Doktortitel, worüber vor allem ihre Familie sehr traurig ist, hat dies als Lebensziel aber noch auf dem Zettel.
Sie mag Musik, gemütlichen Kaffee, den Geruch von frisch gemähtem Gras und gute Gespräche mit klugen Menschen. Treffen findet sie besser als Telefonieren. Zu diesem Zweck scheut sie auch keine Entfernungen um Freunde zu besuchen.

Montag, 29. Juni 2015

Nach Diktat verreist - Teil 1


"Was wollt ihr hörn, ich schmiede wieder lustige Pläne
die dir den Atem rauben, wie n goldener Schuss in die Vene" Nico Suave


Still ist es auf diesem Blog geworden. Im gesamten Internet scheint niemand mehr so recht am Schreiben interessiert zu sein. Oder überhaupt. Folgende Ausrede hätte ich spontan parat: Zuerst war Bloggen hip, darauf folgte der Podcast, nun sind es die Youtuber, danach wird Twitch und Online Fernsehen kommen und daraufhin feiert der Blog sein Comeback. Kreislauf. Und das sitze ich halt aus!
Ich reagiere auch nicht mehr allzu sensibel, also mitteilungsbedürftig, auf gewisse Ereignisse. Letztens las ich mich durch das eigene Archiv, auf der Suche nach Beiträgen, die ich glaubwürdig mit einem aktuellen Datum versehen und erneut veröffentlichen kann. Dabei fiel mir auf, dass ich früher doch sehr viel mehr ins Detail ging und mir schlicht mehr hab einfallen lassen oder mir mehr eingefallen ist.

Keine Zeit, der Menschheit älteste Ausrede. So sieht es wohl aus. Viel Maloche steht an und etwas Sport. Danach höre ich Podcasts oder schaue auf Youtube Channels vorbei, aber vor allem penne ich schnell weg. Bei meinen früheren Jobs konnte ich regelmäßig nach der Arbeit, im Büro am PC sitzend, was schreiben, das geht leider nicht mehr. Anwesenheit bedeutet mittlerweile Aufmerksamkeit. Bei dem Umstand gehe ich lieber direkt nach Hause.

Zudem ziehe ich nächstes Wochenende um. Raus aus dem Softghetto Nordstadt, rein in die gentrifizierte List. Alle, denen ich erzählte, ich ziehe in die List, erwiderten daraufhin: Och, wie schön. Frei von Ironie, wie ich vermute. Es waren alles Frauen denen ich das erzählte. Könnte damit zusammenhängen. Zu Fuß zur Arbeit, das ist schon ein Stück Lebensqualität und meinetwegen auch schön.

Jetzt gerade unterbreche ich das Packen. Drinnen ist es einfach zu warm und draußen grillt irgendwer. Außerdem ist der Großteil meines Regalinhaltes bereits handlich komprimiert. Fünf leere Kartons stehen mir noch zu Verfügung, das könnte eine Punktlandung werden. Trotz großer Umzugserfahrung, habe ich erst jetzt damit begonnen meine Klamotten in diese stabilen, blauen Säcke zu stopfen. Das ist viel flexibler beim Transport und man kann auch mal einen Sack unbedarft in die vordere Region des Sprinters werfen. Bei einem Sack weiß man halt sofort, da kann nichts kaputt gehen. So eine Rolle blauer Säcke kostet nur 2€ irgendwas. Wieso kam ich nicht vorher darauf? Vielleicht, weil Kartons geordneter sind und das Tetris-Prinzip besser greift?

Ich besitze so viel coole Sachen, da mag ich nichts von wegwerfen. Das ist der Grund, weshalb ich in eine größere Wohnung ziehe. Nicht hauptsächlich, aber schon. Ein anderer Grund ist das Prinzip der Dreifelderwirtschaft. Vieles geschieht scheinbar aus Prinzip. Ach und Lage, Lage, Lage. Umzugsmusik: The Temptations.

Ein weiteres, bewegendes Ereignis ist die diesjährige „Gemeinsame Gegenwart“. Im August will ich das Tagebuch veröffentlichen. Der genaue Termin hängt mit meinem Internetanschluss in der neuen Butze zusammen. Am 10. Juli soll der Mann von der Telekom seinen gelben Zettel „Ich war da, konnte aber niemanden antreffen und klingeln war mir zu indiskret.“ bei mir in den Briefkasten werfen. Wann er dann einen zweiten Versuch startet, kann ich nur erahnen.
Ein Teaser auf Youtube, um das ganze anzukündigen, würde den Zeitgeist entsprechen. Irgendetwas mit harten Schnitten, vielen Grimassen, Longboards und Humor, den auch eure Kinder verstehen. Oder einfach einen kurzen Text mit Musik drunter, fand ich immer am unaufdringlichsten und es übersteigt nicht meine Kompetenzen.

Apropos Zeitgeist, wieso explodieren eigentlich regelmäßig meine Klickzahlen in der Blog-Statistik? An genau zwei Tagen im Monat schießt der Leserschnitt hoch. Plötzlich werden zehnmal so viele Leser Klicks wie im Rest des Monats registriert. Ohne dass ich irgendetwas veröffentliche oder kalten Kaffee aufwärme oder der Blog woanders, wo es schöner ist, verlinkt wird. Als hätte ich für die Klicks bezahlt. 
Sind das Schwingungen? böse Vorzeichen? Heimspiele? oder habe ich dafür bezahlt, ohne es zu wissen? Sehr suspekt.

Mehr verrate ich im zweiten Teil. Wäre ja Wahnsinn, alles auf einmal rauszuhauen.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Spielor - Statistik

"Das einzige Monster, das es hier gibt, ist das Spielmonster, von dem Deine Mutter besessen ist. Ich nenne es Spielor! Und es wird Zeit, Deine Mutter aus seinen Neonklauen zu befreien" Homer Simpson

Liebe Statistikfreunde, Glücksspiel lohnt sich nicht. Ja, wäre da nicht mein Fachwissen, um das mich alle beneiden. Fangen wir mal mit Zahlen an.

Ich habe insgesamt 141 Partien getippt. Entweder im dreier, vierer oder fünfer Block. Insgesamt waren davon 68 Partien mit dem richtigen Ausgang dabei. Das macht stolze 48%. Leider waren diese Partien selten auf einem Tippschein, sodass der Gewinn sich in Grenzen hielt. 77 Euro habe ich für das Wetten auf den Tresen der Spielunke Spelunke gekloppt. 22,67 Euro konnte ich mir zurückholen. Immerhin ein Betrag, für den es sich scheinbar nicht lohnt jemanden hinterrücks zu erdolchen. 
Macht einen Reinverlust von 54,33 Euro. Dafür hat es Spaß gemacht und so Spiele wie Hertha gegen Hoffenheim plötzlich interessant. Das soll nicht abfällig klingen, aber mal ehrlich… da muss man schon Fan sein oder in der Nähe wohnen oder zumindest jemanden kennen, der Fan ist, tue ich aber alles nicht.


11-mal fehlte nur ein einziges, richtiges Ergebnis auf dem Tippschein, was gleichbedeutend ist mit einem einzigen Tor, und ich würde hier ganz andere Zahlen präsentieren. Was hilft´s? Ist halt fürn Arsch die Ehrenrettung die Statistik.

Vom Gefühl her, war ich mir sicher, die zweite Halbzeit ist mein Feind. Wie oft habe ich mir schon in der 70. Minute den Abpfiff herbeigesehnt, gedacht, ich schaue nur noch bei dem Spiel zu, das mir den Tipp eh nicht mehr versauen kann. Alles was nach der 70. Minute passiert, kann nur gegen mich laufen. Und es passierte erschreckend oft etwas. Also habe ich geschaut, wie oft ich in der ersten Halbzeit richtig lag, schließlich kann man das Halbzeitergebnis separat oder in Kombination tippen. Solche Experimente bin ich leider viel zu wenig eingegangen. Bei den Halbzeitergebnissen lag ich mit 42% richtiger Tipps weit unter meiner Wahrnehmung.

Falls ich nächste Saison wieder tippen sollte, so teuer ist das Hobby nun auch nicht geworden, gehe ich das alles anders an. Mehr Kombinationen innerhalb einer Partie, dazu werde ich einen gewissen Frauenfaktor mit einfließen lassen. Ihr wisst schon, dieses laissez-faire Herangehen an Fußballspiele, welches Frauen oft die Tipprunden bei einer WM oder EM gewinnen lässt. Wer hat die Haare schön? welche Mannschaft hat die meisten Spieler mit tätowierten Unterarmen? Mainz, spielt da nicht dieser Ronaldo? usw. Das wird mich viel Überwindung kosten, aber wenn es sonst nichts kostet...

Augsburg ist übrigens die Mannschaft, die mir am häufigsten eine Gewinnausschüttung verweigerte. Ich hege aber kaum keine Rachegefühle, da stehe ich drüber. Hauptsache Bayern ist Meister geworden und Hannover erstklassig geblieben.

FUNFACT: Während der Rückrunde lautete die häufigste Google Anfrage, die auf meine Seite verwies: "Tippscheine, die nicht gewonnen haben." kein Scheiß.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Spielor - 34. Spieltag

Am 33. Spieltag löste mein Tipp einen kleinen Skandal aus. Bayern verlor in Freiburg und versaute mir so den Gewinn. Die Niederlage wurde in den Medien sehr streitbar diskutiert, Zweitplatzierte warfen dem FC Bayern Wettbewerbsverzerrung vor oder wunderten sich schlichtweg, weshalb man mir den Gewinn auf so offensichtliche Art und Weise verweigerte. Kann ich nachvollziehen, professionell fand ich das Verhalten auch nicht, aber ich verzeihe den Bayern. So schwierig ist es ja nicht die Zusammenhänge von drei Niederlagen in Folge und einer langen Saison mit vielen Verletzten zu verstehen. Ich tue das mal als "Schade" ab. Dafür war die Meisterfeier nett mit anzusehen. Es folgt morgen eine Statistik über meine Rückrundenwetten und ein Fazit, wobei die Statistik für sich sprechen wird. Daraufhin kommen noch ein abschließender, ausschweifender Rückblick über die Saison und ein, zwei visionäre Sätze zu der Saison 2015/16. Dann war es das erstmal mit Fußball. Zumindest was die ganz große Bühne angeht.

Ich habe das Gefühl, ich halte euch auf. Hier also mein Tipp vom 34. Spieltag. Wie ihr seht, war nur Hoffenheim nicht ausreichend informiert und schoss in der 70. noch den Siegtreffer gegen die dicke Hertha. Schade, wie so oft.





Samstag, 16. Mai 2015

Spielor - 33. Spieltag feat. FiFaFocke

Die letzten beiden Spieltage finden alle Spiele zur selben Zeit statt, wegen Wettbewerb usw. Die große Konferenz wird noch besser, wenn man auf die Spiele getippt hat, aber wem sage ich das? Dieses Mal hat sich Olli mit 5 Euro an einen Tipp beteiligt. Es ist auch sein Tipp, im Grunde habe ich mich beteiligt. Es lief ja jetzt nicht optimal mit dem Gewinnen. Ein bißchen Wunschdenken ist mit eingeflossen als Hannover Fan, dennoch nicht unrealistisch. Das DFB Pokalfinale wird heute vorweggenommen. Sowas kann ja taktisch viel Einfluss auf das richtige Finale nehmen.Schwierig zu tippen, also erstmal auf Unentschieden gesetzt.


Freitag, 8. Mai 2015

Spielor - 32. Spieltag

Aus einer Scheißegalhaltung heraus habe ich mehr auf die Quote geschaut als auf die Tatsachen. Also so getippt wie ich es gerne hätte und nicht so wie es kommen wird. Falls ich die 747,62 Euro abgreife, mache ich Ende Mai Urlaub in Barcelona. Das Bayern Spiel habe ich ausversehen doppelt getippt. Bin schon wieder in der Zeile verrutscht. Eigentlich sollte das Hannover Spiel Unentschieden ausgehen. Eventuell ist der Schein heute bereits wieder hinfällig, falls der HSV punktet... Pff. Und Bayern muss Unentschieden spielen, damit ich überhaupt was abgreife. Dieses Fußballwetten ist nur was für hartgesottene Typen. Ein einziger Struggle.


Samstag, 2. Mai 2015

Spielor - 31. Spieltag

Nachdem die Meisterschaft im Sack ist, bleibt nur noch zu hoffen, dass Hannover nicht absteigt. In einer Zweitliga Stadt zu leben kann und möchte ich mir nicht vorstellen. Da könnte ich ja gleich in den Osten gehen. Dennoch verliert Hannover heute wohl gegen Wolfsburg. Die Wolfsburger hatten es im DFB Pokal nicht besonders schwer, im Gegensatz zu Bayern, die gegen 12 Mann spielen mussten und sich erneut zwei Verletzte in die zittrigen Hände von Müller Wohlfahrt begeben. Ob die Versicherungen der Bayern Spieler schon die Beiträge erhöht haben?
Also Unentschieden für Bayern und Dortmund. Die Dortmunder können es noch locker in die Euro Liga schaffen, ich gönne es ihnen, in Osteuropa soll es ja ganz schöne Ecken geben.