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Freitag, 23. Mai 2014

Freitag, den 2. Mai 2014 - Dörte

Der Freitag begann etwas später für mich. Ich hatte ja Urlaub. Nach einem kleinen Frühstück begann ich das Abendessen vor zu bereiten. Patrick wünschte sich Hühnerfrikassee. Oder zerbombtes Huhn, wie wir es auch gerne nennen. Da ich dieses fertige Zeug nicht so lecker finde, koche ich es lieber selber. Außerdem bleiben da dann noch ein paar Portionen Hühnersuppe über.
Mittags bin ich dann zu meinem Pflegepferd gefahren. Das kam die ganze Woche über zu kurz. Gott sei Dank sind wir eine nette Stallgemeinschaft, so dass der Zossen trotzdem betüddelt wurde.
Nachmittags ging's dann wieder zu Oma und Opa. Schrank wieder aufbauen und den Rest der Möbel in die neue Wohnung schaffen. Als ich ankam war der Ofen schon ordentlich am Kochen. Die Familie war schon seid mittags dabei den Wohnzimmerschrank wieder zusammen zu schrauben. Mit sechs Leuten standen sie davor und fauchten sich an. Irgendwie hat es denn aber trotzdem geklappt. Das Ding steht und alle anderen Möbelstücke sind auch am richtigen Platz gelandet.
Nach der Aktion war der Tag auch gelaufen. Patrick war schlecht gelaunt und ich irgendwie auch ziemlich müde. Da konnte auch das Hühnerfrikassee nichts mehr dran ändern. Obwohl es echt gut gelungen war.

Freitag, den 2. Mai 2014 - Christoph


Lange geschlafen. 4 Stunden arbeiten gegangen. Ich will nicht mit den Stunden ins Minus rutschen. Mit Kolja war ich in die SUSI gegangen zum Essen. Gute Idee. Kolja erzählt mir, dass er sein Studium schmeißen will. Gute Idee? Fragezeichen. Ich sage nichts dazu. Habe da gerade kein Urteil dazu. Im Zweifelsfall ist es das Beste, wenn er macht, was er für richtig hält.
Ich komme nach der Arbeit nach Hause und es läuft schöne Musik in der Küche (ein downbeatiger Remix von Sokos 'I'll kill her'), aber keiner da. Ich mache lauter und freue mich. Ich wollte immer noch ein Schild an die Küchentür machen: „Mit Bass gekocht“
Wenig später treffe ich im WG-Flur Lara und Palle, die auf dem Weg nach Bötzingen sind. Also doch jemand daheim. Ah, Lärm aus Franzis Zimmer... Ich schaue hinein und da stehen die beiden schönen Mädchen, mich mit breitem Lächeln anschauend. Beide mir zugewand, Franzi vor Mareike. Etwas errötete Gesichter und leichte und bequeme Stoffbekleidung tragen sie. Ich erfahre, dass sie 'jogieren'. Ich freue mich über die freundliche Situation und schließe im Rückwärtsgang wieder die Türe.
Später am Tag fragt Franzi mich, ob ich Lust habe mit in Schmidts Katze zu kommen, da spielt Matou Noir und danach Rasga Rasga. Ich denke kurz an den letzten Abend und sage Ja. Gar nicht viel später treffen wir uns dann in der Küche, das gemeinsame Kochen fällt wegen Zeitmangel aus. Wir sitzen trotzdem zusammen, ich esse mein Brot, die Mädels essen ihre schnell gekaufte und zubereitete TK-Pizza. Mit Spinat drauf. Außerdem haben sie einen Wein aus Ihringen gekauft, Sonderangebot. So sitzen wir in der Küche und stoßen an. Mein Alkoholfasten ist also gebrochen. Wir machen uns keinen Stress, obwohl ja eigentlich Zeitnot ist. Wir rufen Franzis Freund an und geben durch, dass wir später kommen. Und trinken den Wein aus. Jut, jetzt geht’s aber los. Mit dem Radl über die Dreisam, geparkt, hingegangen, Wegbier ausgetrunken und mit Leuten vor dem Eingang getroffen und gequatscht. Als wir dann rein sind, mussten wir feststellen, dass Matou Noir schon gespielt hatten. Verpasst. Aber halb so wild, denn jetzt kam schon die nächste Band. Die Stimmung war gut und wir haben getanzt. Als ich mich umsah, fiel mir auf, dass ich niemanden kannte. Und das gefiel mir. Tanzen, ein bisschen Bier trinken. Warm. Jacke ausziehen und in die Fensterbank legen. Ich habe schon lange nicht mehr zu skaiger Musik getanzt. Irgendwann, nach der zweiten Zugabe ist auch dieser Act durch. Die Menschen gehen raus und schauen sich im Vorübergehen an. An der Bar gibt es noch Bier. Draußen mieselt es und die Leute tummeln sich unter den Zeltdächern auf den aufgestellten Sofas. Was danach passierte weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich tanze aus Platzmangel kurz auf einem Tisch, oben auf der kleinen Stage, zwischen den Mädels. Die Stimmung ist klasse, es macht Spaß hier zu sein. Irgendwann gehen Franzi, Lukas und Mareike nach Hause. Ich bleibe noch. Treffe Joachim aus dem DG. Wir reden wahrscheinlich über Frauen und wenig später tanze ich mit einer auf der leeren großen Tanzfläche. Das macht Spaß, aber ich bin total besoffen. Vielleicht deshalb. Wir wollen nach Hause, aber ich kann meine Jacke nicht finden. So betrunken wusste ich auch gar nicht mehr, wo ich sie abgelegt hatte. Obwohl, doch ich bin mir sicher, sie auf das Sofa oben gelegt zu haben. Sie ist nicht mehr da. Ich darf an der Bar noch einen Zettel ausfüllen, mit der Beschreibung der Jacke und meinen Kontaktdaten. Es ist gar nicht so einfach sich betrunken auf die wichtigen Details eines verschwundenen Kleidungsstückes zu konzentrieren. Ich hatte das Gefühl verhört zu werden, ich darf nichts falsches schreiben. Bescheuert. Egal. Ich komme eh nochmal wieder. Ich frage meine Tanzpartnerin, ob sie mit zu mir kommt. Sie kommt mit. Jacke weg aber eine liebe Frau dabei.

Freitag, den 2. Mai 2014 - Kyra

A. hat ein Tempurbett, darin kann man perfekt schlafen, vor allem wenn man vorher wieder über 24 Std. wach war und die letzte Nacht viel Wein getrunken wurde. Wenn ich bei Ihr zu Besuch bin ist es immer sehr entspannt. Sie macht mir leckeren Latte Macchiato à la Barrista perfetto. Dann bleiben wir lange im Bett, quatschen viel und machen uns dann auf in die Aachener City. Wer noch nicht auf dem Kölner Dom war, sollte lieber mal den Aachener Dom besuchen. Das habe ich mir auch gedacht.

Abends fahren wir dann aber nach Köln. Nicht zum Dom hoch, aber so ähnlich. Wir helfen unserm Freund G. heute beim Umzug. Sachen schleppen ist schon scheiße, wir ziehen uns schnell aus der Situation mit der Erklärung des erhöhten Risikos eines Gebärmuttersturzes. Dann dürfen wir coole Ikea-Möbel aufbauen. M. ist übrigens auch zum Helfen gekommen. Dieses ist einer der Momente, die man planen muss damit man sich wenigstens für einen Abend sieht.

Spät wird es aber nicht mehr, schließlich bin ich auch nicht mehr die Jüngste und die letzten Nächte waren schon wieder lang genug, A. und Ich fahren wieder mit dem Zug nach Aachen. Und M. sehe ich dann erst in einer Woche wieder.

Freitag, den 2. Mai 2014 - Thomas

Ich wache auf. Solange das klappt, machen sich nur die anderen Sorgen. Körperlich am Arsch bin ich trotzdem. Das liegt entweder an der ungewohnten Matratze oder an eine gestrige Aktion, die ich besser einem professionellen Stuntman überlassen hätte.

Ich liege im Bett mit Kater, wie Beyoncé Knowles. Super Punchline von Kollegah, gerappt sogar noch besser. Dazu muss man wissen, dass Beyoncé mit Jay-Z verheiratet ist und dessen bürgerlicher Name lautet Shawn "Carter". Und deshalb liegt die mit einem "Kater" im Bett, wie ich im Moment.
Mehr als mir selbst Punchlines zu erklären, ist gerade nicht drin. Über das iPhone höre ich das neue Kollegah Album King, komplett auf Youtube verfügbar. Dass der da nichts gegen hat...?

Auf dem Dorf muss man sich vorzeitig um die Abendgestaltung kümmern. Die Zeiten jemanden auf Verdacht zu besuchen, sind definitiv vorüber. Alle sind reserviert. Hier abends zu Hause zu hocken, weil nichts los ist, ist schlimmer als in der Stadt zu Hause zu hocken und sich zu sagen „Ich könnte, will aber nicht raus.“ Daran ist im Grunde gar nichts schlimm, das ist eher angenehm.
"Das ist das Problem mit dem Trinken. Wenn etwas Schlimmes passiert, trinkt man, um es zu vergessen. Wenn etwas Gutes passiert, trinkt man, um es zu feiern. Und wenn nichts los ist, trinkt man, damit was passiert." Charles Bukowski. Nun muss ich aber echt mal aufstehen, sonst komme ich aus der Mitleidsnummer nicht wieder raus. 

Easy und Charlie veranstalten einen Grillabend. Das ist doch schon mal eine Option. Ich hole mein Auto aus Drakenburg ab und fahre einkaufen. Von den Drakenburgern hat Niemand Zeit, ich kann mir denken woran das liegt.

Ganze sieben Leute erscheinen heute zum Fußballtraining. Zum Glück steht nichts Anstrengendes auf dem Programm.
Um 21:30 bin ich in Hassel. Der Grill ist zwar bereits aus, aber es gibt noch Reste. Der Vorteil wenn Frauen Grillen: Die Salate sind selbst gemacht. Der Nachteil wenn Frauen Grillen: Das Fleisch ist verbrannt. Für mich reicht das allemal. Wir schauen The Voice Kids. Überzüchtete Kinder, die sich irritierend souverän vor den Kameras artikulieren, singen um die Wette. Die Jury macht einen auf coole Onkels und verrückte Tante und am Ende kommen zwei Kinder ins Finale. Die Mini Playback Show war damals sehenswerter. Wir hocken auf dem Sofa und unterhalten uns, wenn nicht gerade auf die Handys gestarrt wird. Biertrinken funktioniert wieder, obwohl, es hat eher eine Konterwirkung.

Freitag, den 2. Mai 2014 - Verena


Im Büro fällt uns ein, dass es doch gut wäre, wenn wir den Südasien-Kollegen in der Geschäftsstelle darüber informieren, dass eine pakistanische Ministerin zum Seminar kommt. Gesagt, getan. Er freut sich. 10 min später kommt die Info, dass sie doch nicht kommen kann, weil man sich in ihrem Büro anscheinend nicht rechtzeitig um das Visum kümmerte. Facepalm. Während ich sämtliche Listen ändern muss und das Hotelzimmer abbestelle, frage ich mich, ob in ihrem Büro jetzt ein Job frei wird oder ob es ihre eigene Schuld war. Dinge, die ich nie erfahren werde. 


Für mittags wird ein weiteres Interview anberaumt. Kein Problem, steht ja alles. Als ich in den Raum komme, stelle ich fest, dass alles weggeräumt ist. Ich möchte alles hinschmeißen und habe keine Lust mehr, so schnell noch mal alles zusammen zu suchen und mühsam aufzubauen. [Hier das verärgerte FFFFUUUUUU-Rageface vorstellen]. Aber wie immer im Leben: Hilft ja nix! Also bau ich wieder alles auf während ich verärgert vor mich hingrummel. Ich suche meine Chefin und E, um ihnen zusagen, dass ich ne halbe Stunde länger brauche. Sie kommen mir in einem Gang entgegen. Glücklicherweise passt ihnen das sehr gut. Also kommen sie mit Mr B eine halbe Stunde später zum Interview. Mr B ist Schriftsteller und Editor bei einem großen Magazin in den USA und sieht älter aus als auf den Fotos im Internet. Dafür ist er sehr lustig. Das Interview wird gedreht, aber diesmal vergas E leider eine Frage und wir drehten sie nach und ich muss sie nachher irgendwie reinschneiden und am besten so, dass Ton- und Videospuren synchron sind. I have no idea what I’m doing here. Pokerface, kriegen wir schon irgendwie hin. Haha. 


Am Nachmittag bekomme ich auch endlich die Russisch-Übersetzung des Seminarprogramms und ändere noch ein paar Uhrzeiten darin. Ich bin erstaunt, wie viel ich lesen kann, wenn man weiß, was da stehen soll. Zu allerletzt schickt mir D auch die spanische Version. Endlich konnte ich alles drucken und die Mappen für die Teilnehmer packen, noch ein paar Listen drucken und alles an der Rezeption abgeben, damit sie bei Anreise an die Gäste gegeben werden können.

Endlich Wochenende. Ich fahre nach Hause.

Freitag, den 2. Mai 2014 - Ole



„Freitag ist Hightag, vielleicht ein paar Drinks!“ - SIDO

Schon wieder ausgeschlafen – JEAH! Fix gefrühstückt und dann in eines meiner Lieblingsoutfits: der Scheibenschießen-Dress. Es kam mir äußerst komisch vor, in diesem Outfit außerhalb der fünften Jahreszeit durch das Dorf zu laufen. Alle schauten mir nach, Autofahrer grüßten, … Und alles nur, weil Thorben seiner Ayleen ausgerechnet am Abend des Ausmarsches 2013 vor allen Drakenburgern ein Antrag auf dem Festzelt machen musste. Ich erinnere mich, was das für ein Geschwätz nach dieser Aktion gab. Ob alt oder jung – alle hatten nichts anderes erwartet. „Wie sich das gehört“ aber „das hat der doch morgen eh wieder vergessen…“ Nun ist tatsächlich der Tag gekommen. Ich freue mich für die beiden. Wünsche ihnen von Herzen das Beste für die gemeinsame Zukunft und drücke sie fest. Ich frage mich, ob sich bei den beiden durch die Hochzeit wohl irgendetwas ändert? Ich glaube einige von den Jungs haben nur Thorben zur Hochzeit gratuliert. „Ladies First“ ist den meisten hier auf jeden fall kein Begriff. Die eine Hälfte dieser Jungs geht nun in die Kartbahn und beginnt ab 14:00 Uhr damit towerweise Weinbrand-Cola zu konsumieren, die andere Hälfte und ich gehen nach Hause, bevor es später zum Polterabend geht.
Ich höre ein paar Platten, mache meinen Balkon fit für den Sommer und suche nach ein paar hochwertigen Gartenstühlen für den Balkon meiner Cousine. Als mein Sebastian B. dann auch endlich mal wieder in der guten alten Heimat ankam, machte ich mich auf den Weg, um ihn abzuholen.
Circa zur gleichen Zeit wie gestern, befinde ich mich wieder auf dem Hof des nunmehr Brautpaars. Eine der Porzellantassen, die ich zum Poltern mitgebracht habe, zersprang erst nach dem vierten Wurf auf den Boden. Hinterher habe ich mich geärgert, dass ich die Tasse nicht spätestens nach dem zweiten Versuch behalten habe. Die war echt gut! Das Haus ist voll. Ich stehe auf dem Balkon, rauche, trinke Bier und unter Aufforderung auch sämtliche Schnäpse, die tabletweise an mir vorbeikommen. Wir haben spaß. Dabei entwickle ich mit Küppi, Burkhard und Gerd ne reine Weltidee. Wir wären gemachte Männer – wenn es nicht wie immer bei der Schnapsidee bleiben würde… Ich habe mir die Idee dieses Mal immerhin notiert, falls aus mir in der Möbelbranche nichts werden sollte. Wir verlagern das Trinken nach drinnen und ich lerne einen Arbeitskollegen von Thorben kennen. Martin, ursprünglich aus Dessau. Wie immer frage ich mich als erstes, was jemanden wohl nach Nienburg verschlägt. Arbeit und Liebe. Lasse ich gelten. Wir unterhalten uns gut. Er kennt das von mir verehrte Bauhaus und denkt nicht ich spreche von einem Baumarkt… Endlich mal neuer Input. Jemand, der nicht hier geboren und geblieben ist.
Als einer der letzten Gäste verlasse ich die gute Stube. Auf dem Heimweg schreibt mir überraschend eine Freundin, wie großartig „The Black Keys Work“ von Erlend Øye ist. Wieder einmal werden viele schöne Erinnerungen wach.

Tune des Tages:              Erlend Øye – The Black Keys Work

„Kissing you is nice, but hard…“

Freitag, den 2. Mai 2014 - Ralf

Der Freitag beginnt früh. Gefühlt ist es Grade-Ebend-Nachdem-Ich-Eingeschlafen-Bin als der Wecker klingelt. Selbst als ich um 5 Uhr im LKW sitze habe ich noch das Gefühl Mitternacht sei noch nicht rum. Es geht nach Stollberg ins Rheinland, gute 120km hin und 120km wieder zurück. Normalerweise müsste ich gar nicht so früh im LKW sitzen, es würde durchaus reichen wenn ich 2 Stunden später los fahren würde. Aber ich bin halt nicht alleine auf der Straße. Fahre ich um 5 Uhr los, komme ich ohne Staus durch und bin nach knapp 1:45 Stunden in Stollberg. Eine Stunde später, also um 6 Uhr, komme ich zwar wunderbar an Köln vorbei, gerate aber spätestens im Kreuz Aachen in den Stau und brauche für die gleiche Strecke schon mal eine halbe Stunde länger. Um 7 Uhr loszufahren wäre nur noch in der Theorie möglich. Ich habe es mal ausprobiert und bin von einen Stau in den nächsten gekommen: 3 Stunden für 120km. Grade Freitags oder Montags ist es die Hölle. Ist wahrscheinlich nur etwas psychologisches und lässt sich nicht rational erklären, aber an diesen beiden Wochentagen fahren alle wie bekloppt.

Also quäle ich mich um 5 Uhr morgens in den LKW damit ich die Tour in einen Rutsch ohne Pause hin und zurück schaffe. Mit etwas Glück schaffe ich noch ein wenig Abladen und dann zwingt mich das digitale Kontrollgerät auch schon zu einer Pause die ich eigentlich nicht machen will.

LKW fahren hat schon lange nichts mehr mit Romantik zu tun. Die Lenkzeiten werden von einen gnadenlosen digitalen Kontrollgerät aufgezeichnet. Genauso die Geschwindigkeit.. Da das vielen Unternehmern nicht mehr ausreicht und sie live verfolgen wollen wo sich ihre Fahrzeuge gerade befinden, gibt es dann noch zusätzlich die Fernüberwachung.
Einfach mal da lang fahren wo es schön ist? Schon lange nicht mehr. Pause machen weil man gerade mal keine Kraft mehr hat? Bringt einen in Erklärungsnot. Wenn man denn mal einen Platz findet wo man Pause machen kann.

Viele Kraftfahrer kämpfen jeden Abend um ihren Schlafplatz. Parkplatznot nennt sich das Drama lapidar im Politikerdeutsch. Gegenmaßnahmen? Keine. Selbst tagsüber ist es schwer geworden einen Platz zu finden an dem man seine vorgeschriebenen Pausen machen kann. Es kommt vor, dass sich Anwohner über einen „wild parkenden LKW“ beschweren. Wenn dann die Ordnungsbehörden vor Ort sind, stellt sich heraus das der Fahrer dort abladen muss weil sich genau dort irgend eine kleine Firma befindet die halt mal mit einen großen LKW beliefert wird. Wenn sie denn schon mal da sind, dann wollen sie auch nicht umsonst gekommen sein. Ihr Einsatz muss irgendwie finanziert werden. Also stellen sie ein Bußgeldbescheid aus. Begründung? Egal, irgendwas findet sich immer. Oft hört man dann von den Polizisten, dass der Chef dann halt einen kleineren LKW schicken müsse. Erwidert man darauf das die Straßen dann noch voller seien weil sich dann ja große und kleine LKW diese teilen müssten, bekommt man zum Bußgeldbescheid ein Achselzucken gratis hinzu.

LKW fahren macht einfach keinen Spaß mehr. Es kommt eher selten vor, dass ich irgendwo in kleinen Straßen anliefern muss. Kann man positiv oder negativ sehen. Aber genauso selten kommt es vor, dass ich mal irgendwo in einer schönen Gegend unterwegs bin. Ich sehe zu 90% nur die Rückseite der Ballungszentren. Die kleinen Firmen die früher irgendwo auf dem Land ansässig waren, sind zum großen Teil verschwunden. Überleben können nur die großen Unternehmen. So juckelt man von einen Industriegebiet zum nächsten und sieht in erster Linie Autobahnen, Rasthöfe, Industriegebiete und deren schmutzige Betriebshöfe.
Ich könnte auch etwas anderes als Altmetall in Containern fahren. Das würde aber Termindruck, Stress und der ewige Kampf mit Lenk- und Ruhezeiten bedeuten. Und wenn nicht das, dann schlechte Bezahlung weil die Konkurrenz aus Osteuropa auf den Markt drängt.

Mein Beruf bietet keine Zukunft, keine Perspektive und nur wenig Hoffnung. Aber ich hab es ja nicht mehr lange bis zur Rente. 20 Jahre vielleicht noch, wenn ich durch halte. Wenn die Knochen mitspielen, wenn ich nicht vorher irgendwo am Baum lande oder an einen Stauende von einen „Kollegen“ zusammengeschoben werde der nicht bremst, weil er pennt, telefoniert oder einfach nur unfähig ist sein Gefährt zu lenken.

Ich schaffe es Freitag früh Feierabend zu machen. Früh bedeutet 14 Uhr, von 5 Uhr an gerechnet sind das schlappe 9 Stunden. Ich kann froh sein, denn so mancher Kollege hat den Feiertag irgendwo auf einen Rastplatz verbracht, arbeitet täglich 13-15 Stunden, kommt erst Samstags nach Hause und darf sich Sonntags gegen 22 Uhr schon wieder hinters Lenkrad klemmen.

Zu Hause schlafe ich irgendwann auf der Couch vor dem Fernseher ein. Ich weiß nicht wann ich eingeschlafen bin, weiß auch nicht wann ich aufgewacht bin. Ich gehe ins Bett und werde erneut wach als es schon lange Hell ist.

Freitag, den 2. Mai 2014 - Silke

Bücke
 
Ein Tag des Abschieds, ein schöner Tag, diesmal von einem Stück Kindheit. Das Haus meiner Großeltern, in dem wir früher viel Zeit verbrachten, wird verkauft und muss ausgeräumt werden. Es ist ein schönes, großes Haus mit vielen versteckten Kammern, Truhen und Schätzen, so ist es uns früher jedenfalls immer vorgekommen. Mein Bruder und ich gehen noch einmal von Raum zu Raum und erzählen H. von unseren Erinnerungen, durchleben noch einmal die Stunden, die wir im Büro mit der Katze zubrachten, die Sandkiste, das Tonnenpferd, die Verrücktheiten und Skurrilitäten unseres Opas, den Genie desselben.
 

Wir dürften mitnehmen, was wir möchten – unsere Oma wohnt schon seit einiger Zeit nicht mehr im Haus. Dazu gehören dann auch die Reste der Hausbar, mit denen wir diesen Tag beenden und die Erinnerungen noch einmal aufleben lassen.

Freitag, den 2. Mai 2014 - Martin



Ein sehr komischer Freitag. Fühlt sich an wie Montag, ist jedoch Freitag. Ich steige verwirrt aus dem Bett und denke es ist Mittwoch. Vermutlich bin ich darum bei der Arbeit nicht so recht motiviert und schaffe auch nicht ganz viel. Da passt es gut, dass eh nicht viel los ist und alles rund läuft. Bislang sind in der neuen Montage noch keine Fehler aufgetreten. Also ist am Ende noch kein Opel oder Dacia heraus gekommen.

Highlight des Tages ist das Beenden des Rasenmähens von Mittwoch. Denke das sagt schon einiges über diesen Freitag aus. Meine Unmotiviertheit von der Arbeit setzt sich nach Feierabend nahtlos fort. Ein paar Freunde wollen Grillen und Heise fragt an ob er im Anschluss hier pennen kann. Ich sage sicherheitshalber beides ab und lese noch Oldtimer-Zeitschriften.