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Sonntag, 25. Mai 2014
Samstag, 24. Mai 2014
Samstag, den 3. Mai 2014 - Silke
Der Tag beginnt früh, zu früh, entweder waren die Restbestände nicht mehr gut oder einfach zu viel.
Um 9 Uhr geht es babysitten, ich kümmere mich um meine einjährige Nichte, während mein Vater beim umräumen hilft. L. ist ein ganz großartiges, fantastisches Kind, in das ich sehr verliebt bin, egal wie vorwurfsvoll sie mich anguckt, wenn sie sich selbst beim Kopf stoßen oder auf den Boden fallen wehtut. So vorwurfsvoll, wie sie jetzt schon gucken kann (wirklich sehr vorwurfsvoll), wird man für spätere Verehrer Mitgefühl entwickeln – muss sich aber gleichzeitig keine Sorgen um sie machen.
Abgesehen davon ist sie ein fröhliches und aktives Kind und so bin ich wahrscheinlich wesentlich erschöpfter als sie, als wir gegen Mittag wieder fahren.
Im Zug nach Osnabrück kann ich mich bei einem Mittagschlaf erholen, jedenfalls genug, um beim abendlichen Kinoprogramm aufmerksam der Storyline folgen zu können. Der Film war in Ordnung (Transcendence) und wohl dass, was passiert, wenn Rosamunde Pilcher zusammen mit Spock eine Liebesgeschichte schreibt.
Freitag, 23. Mai 2014
Freitag, den 2. Mai 2014 - Silke
Bücke
Ein Tag des
Abschieds, ein schöner Tag, diesmal von einem Stück Kindheit. Das Haus meiner
Großeltern, in dem wir früher viel Zeit verbrachten, wird verkauft und muss
ausgeräumt werden. Es ist ein schönes, großes Haus mit vielen versteckten
Kammern, Truhen und Schätzen, so ist es uns früher jedenfalls immer
vorgekommen. Mein Bruder und ich gehen noch einmal von Raum zu Raum und
erzählen H. von unseren Erinnerungen, durchleben noch einmal die Stunden, die
wir im Büro mit der Katze zubrachten, die Sandkiste, das Tonnenpferd, die
Verrücktheiten und Skurrilitäten unseres Opas, den Genie desselben.
Wir dürften
mitnehmen, was wir möchten – unsere Oma wohnt schon seit einiger Zeit nicht
mehr im Haus. Dazu gehören dann auch die Reste der Hausbar, mit denen wir
diesen Tag beenden und die Erinnerungen noch einmal aufleben lassen.
Donnerstag, 22. Mai 2014
Donnerstag, den 1. Mai 2014 - Silke
Freudig
werde ich von den älteren Semestern meiner Familie mit Ausrufen von „Silke,
mehr sollst du jetzt aber nicht mehr abnehmen!“ und „Du, dünne Frauen finden
Männer aber auch nicht gut. Da musst du aufpassen, sonst bist du H. aber auch
schnell wieder los“ begrüßt, ein bisschen wie in einem B-Movie.
Tatsächlich
habe ich eher zu- als abgenommen, seit ich meine Omas das letzte Mal gesehen
habe. Ich frage mich, ob sie das als Kompliment meinen oder ihre Sehstärke neu
eingestellt werden muss. Schön klischeehaft werden mir dann auch Hänsel-und-Gretel-Hexe
mäßig die Finger in die Rippen gepickt, um auch wirklich sicherzugehen dass
noch genug Fett am Kindchen (also an mir) ist.
Sollte ich
mal Enkelkinder haben, werde ich ähnlich vorgehen, denke ich.
So also das
Kaffee trinken – danach geht es noch mit dem Auto los, um den Verwandten zu
zeigen, wie sich die Gegend verändert hat (der obligatorische Spaziergang fiel
ins Wasser, wörtlich). Das war eine schöne Aktion, auch ich habe die Dörfer,
Gebäude und Firmen gefühlt ewig nicht gesehen.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Mittwoch, den 30. April 2014 - Silke
Wir werden
alle nicht jünger, unbestreitbar. Seit den 9 Monaten in Kopenhagen lässt sich
ein Strang silberner Haare nicht mehr ignorieren (ich schreibe diese den Dänen
zu). Glücklicherweise lebe ich seit März wieder fast vollständig in
Deutschland, dass hat die weitere Verfärbung erst einmal aufgehalten.
Die Lachfalten sind in Ordnung, die gehen auch echt nicht auf’s dänische Konto, sondern sind das Resultat jahrelanger Anstrengungen in die richtige Richtung.
Trotzdem habe ich mir ein neues Hobby zugelegt, welches ich täglich mit viel Freude und Überzeugung ausübe: Anti-Aging Cremes. Anti-Aging Cremes sind ein bisschen wie das Glauben an den lieben Gott – an guten Tagen ist man der bombenfesten Überzeugung, dass man aufgefangen wird, an schlechten hat man wenigstens noch die Hoffnung, dass es sich noch lohnen könnte.
Die ganzen Studien zu dem Thema finde ich unglaubwürdig (da klar von Kosmetikkonzernen erkauft), ich halte mich da an die Besprechung von neuen Produkten im Heat Magazine (empfehlenswert).
Nach einem Tag im Büro in Kopenhagen fühle ich mich auf alle Fälle circa 3 Tage älter und freue mich, in einigen Stunden wieder in der Original-Heimat auf dem Lande einzutreffen, um am morgigen Tag den 93. Geburtstag meiner Oma zu feiern.
Die Lachfalten sind in Ordnung, die gehen auch echt nicht auf’s dänische Konto, sondern sind das Resultat jahrelanger Anstrengungen in die richtige Richtung.
Trotzdem habe ich mir ein neues Hobby zugelegt, welches ich täglich mit viel Freude und Überzeugung ausübe: Anti-Aging Cremes. Anti-Aging Cremes sind ein bisschen wie das Glauben an den lieben Gott – an guten Tagen ist man der bombenfesten Überzeugung, dass man aufgefangen wird, an schlechten hat man wenigstens noch die Hoffnung, dass es sich noch lohnen könnte.
Die ganzen Studien zu dem Thema finde ich unglaubwürdig (da klar von Kosmetikkonzernen erkauft), ich halte mich da an die Besprechung von neuen Produkten im Heat Magazine (empfehlenswert).
Nach einem Tag im Büro in Kopenhagen fühle ich mich auf alle Fälle circa 3 Tage älter und freue mich, in einigen Stunden wieder in der Original-Heimat auf dem Lande einzutreffen, um am morgigen Tag den 93. Geburtstag meiner Oma zu feiern.
Dienstag, 20. Mai 2014
Dienstag, den 29. April 2014 - Silke
Heute geht es zum Management-Meeting nach Kopenhagen – ein Tag voller Diskussionen und weniger Aktionen. Seit fast einem Jahr bin ich nun bei einer dänischen Firma in Anstellung. Die Firma gefällt mir gut, der Job macht Spaß und das Arbeitsverhalten der dänischen Kollegen macht die ganze Sache zu einer abenteuerlichen Herausforderung, die hautpsächlich darin besteht, nicht ausfallend zu werden.
Die Dänen
sind die glücklichsten Arbeitnehmer der Welt (lt. Statistik). In Dänemark gibt
es auch ein Wort dafür: Arbeitsglücklichkeit.
In der
Theorie ist das ein tolles Konzept, in der umgesetzten Version (für
nicht-Dänen) eher anstrengend: Angemessene Arbeitszeiten sorgen dafür, dass der
gemeine Däne sich gegen 9 Uhr an den Schreibtisch bewegt, zwischen 9.30 Uhr und
12:00 Uhr in durchschnittlich 3-4 Meetings viel diskutiert, aber zu keinen Entscheidungen
kommt, sich dann mit ein paar Gläsern frischer Milch zu Mittag (es gibt
irgendwas mit Schwein) stärkt, um sich dann mit neuer Motivation weiteren
Diskussionen bis ca. 16:00 Uhr zu widmen. Zwischendurch werden viele Emails
geschrieben – alles, was nicht in Meetings diskutiert wird, muss per Email
ausgetragen werden, das ist der Brauch. Kollegen, die nach 16:45 noch im Büro
sind, sprechen von Burn-Out Gefahr und davon, wie sehr sie sich den Arsch
aufreißen.
In Dänemark
sagt man den Schweden nach, ein stressiges Leben für den Job zu führen und im
allgemeinen die Karriere sehr zu pushen. Ich habe mal Interessehalber
gegoogelt, der Schwede arbeitet im Durchschnitt 39.2 Stunden in der Woche.
Ich habe
mich dafür entschieden, die positiven Aspekte in der Zusammenarbeit mit den
Dänen zu sehen: Um mich von Handgreiflichkeiten selber abhalten zu können, wenn
mir wieder ein Kollege sagt „Nein, dass gehört nicht zu meinem Job“ oder „Sehr
lustig, ein Meeting nach 16.30 Uhr“, habe ich mich eingehend mit den gängigen
Entspannungspraxen beschäftigt.
Manche
sagen, ich wäre gleichgültiger geworden – aber ich weiß, dass es die
Tiefenentspannung sein muss.
Montag, 19. Mai 2014
Montag, den 28. April 2014 - Silke
Hamburg
- Osnabrück
Der Tag
fängt gut an, es wird von zu Hause gearbeitet und ich kann mein aktuelles
Projekt ein Stück nach vorne bringen – damit an das letzte, durchgearbeitete
Wochenende anschließen. (Randnotiz: Es ist keine gute Idee, selber
unrealistische Deadlines für Projekte mit unbekanntem Arbeitsvolumen zu setzen,
damit den Chef so sehr zu erfreuen, dass er es dem Vorstand erzählt und man
damit nicht mehr aus der Sache rauskommt).
Später
fahre ich nach Osnabrück zu meinem Freund in der Hoffnung, ein Stück vom Wochenende
nachholen zu können. Pünktliche Ankunft zu einem Fußballspiel
(Bundesliga/zweite Liga/Champions League/man weiß es nicht), große Freude
meinerseits, der Laptop wird also wieder rausgeholt, der Chef freut sich noch
mehr als ich über dieses Spiel.
Grundsätzlich
habe ich mich (Dank jahrelanger Jungs-WG-Zugehörigkeit) an Fußball gewöhnt;
einige Aspekte schätze ich mittlerweile sogar sehr:
· Fußballspiele
bieten ein angenehmes Hintergrundgeräusch, man kann prima dabei
arbeiten/lesen/schlafen, ohne sich in der Sache beeinträchtigt zu fühlen
· Bunte,
Gala und Co können gar nicht gegen die romantischen und/oder sexuellen
Aktivitäten der Protagonisten abseits des Spielfelds an berichten; schöne
Beispiele sind hier der van-der-Vaart, Ashley Cole, David Beckham, Effenberg
als Klassiker und dass die Frau vom Schweini jetzt lieber beim Gomez die Teller
spült, kann ich ihr persönlich nicht verdenken (obwohl der Schweini sicher mehr
Integrität besitzt)
· Boateng.
Ich sage den Namen einfach gerne laut. Boateng.
· David
Beckham – gut auf dem Spielfeld, gut in Unterhosen. Nicht so gut in Interviews.
· Victoria
Beckham – großartige Geschäftsfrau, gut in Interviews, nicht so gut in
Unterhosen, aber dafür schickt sie ja auch David los.
· Trikottausch
am Ende des Spiels.
· Der
Unterhaltungsfaktor eines Spiels in Gesellschaft von Fans beider Mannschaften
Fußball
ist einfach so viel größer als der Ball.
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