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Sonntag, 25. Mai 2014

Sonntag, den 4. Mai 2014 - Ole

„Aua, aah!“ – Betrunkener auf der Love Parade

Kurz nach Mittag. Die Blase drückt. Ich werde wach und stelle fest, dass ich letzte Nacht ganz schön viel getrunken habe. Ich habe aber gar keinen Kater. Sehr schön. Oder? Warum sagt mir mein Körper nicht, dass das letzte Nacht viel zu viel war? Mein Verstand ist so ehrlich. Abwarten. Ich denke an die schöne Feier und checke mein Handy nach möglichen Beweisfotos. Nichts. Stimmt. Dafür gab es ja an jedem Tisch eine Digi-Cam. Ich lasse mich vorsichtshalber die nächsten paar Stunden auf dem Sofa liegend von Musik und Internet berieseln. Der Alkoholpegel müsste längst die Katergrenze unterschritten haben. Der Kater bleibt aber tatsächlich aus. Ich bin nur Müde. Das steckt mir morgen früh sicher wieder in den Knochen. Ich denke kurz an Montag und überlege, was nächste Woche sonst so ansteht. Ich freue mich schon seit Tagen auf nächsten Donnerstag: endlich wieder nach Kopenhagen. Am späten Abend skype ich mit einer Freundin. Es gibt viel zu erzählen. Plötzlich und ohne Vorwarnung zerlegt es mir dabei, auf einem Stuhl sitzend, den äußeren Meniskus. Gelenksperre im rechten Knie. SCHMERZEN. Rettungswagen, Notaufnahme, Wartezeit auf Doktor, Schmerzmittel und OP bis über Mitternacht hinaus…
Zum Glück verpasse ich diesen Sonntag nicht Dittsche! Ist ja Sommerpause. Für mich jetzt auch.
 
Tune des Tages:              Champion Jack Dupree – Junker‘s Blues

“Some people call me a junker,
Say I'm loaded out of my mind
But I just feel happy
I feel good all the time…”

Samstag, 24. Mai 2014

Samstag, den 3. mai 2014 - Ole

Ich trinke nur Klare - die sieht die Leber nicht!

Ein herrlicher Sonnentag. Den Damen läuft die Schminke vom Gesicht. Die Herren mit Sonnenbrille sehen aus, wie Reservoir Dogs. Kinder in erwachsenen Outfits laufen aufgeregt durch die Gruppenkreise vor der Uralten Kirche. Endlich geht es los. Alle verdrehen die Köpfe zum Eingang. Ladies First. Nein. Der Vater geht direkt vor der Braut Richtung Altar. Der Photograph weiß nicht wo hin. Der Vater lächelt in die Kamera. Das Paar küsst sich. Jetzt schon? Die Zeremonie beginnt. Teilweise witzig. Fettnäpfchen. Gesang. Witzig. Gesang. Peinlich. Langweilig. Spannend. Schön. Gesang. Schön. Zu Tränen gerührt. Gesang. Schön. Shit – hab ich Kleingeld dabei? Puh! Outro. Sunshine. Herzluftballons. Alle warten. Brautpaar First. Ah, nee doch nicht. Anschnallen. 6ter Gang. Parken. Warten. Pärchen/Gruppenfoto in leerem Bilderrahmen. Geschenkübergabe. Sektchen. Sektchen. Rauchen. Rauchen. Gruppenfoto. Endlich guter, trockener Weißwein. Hinsetzen. Zuhören. Klatschen. Singen. Erzählen. Essen holen. Essen. Rauchen. Trinken. Zugucken. Trinken. Singen. Schnacken. Saufen. Dans op de Deel. Dans op de Deel. Spielchen. Dans op de Deel. Draußen diskutieren. Ikea oder nicht. Theke. Schnacken. Abschlussschwof. Taxi. Sonnenaufgang. Bett. Schön.
Wie ich es mir vorgestellt hatte.
  
Tune des Tages:              Phil Collins – You’ll Be In My Heart / Dir gehört mein Herz

Freitag, 23. Mai 2014

Freitag, den 2. Mai 2014 - Ole



„Freitag ist Hightag, vielleicht ein paar Drinks!“ - SIDO

Schon wieder ausgeschlafen – JEAH! Fix gefrühstückt und dann in eines meiner Lieblingsoutfits: der Scheibenschießen-Dress. Es kam mir äußerst komisch vor, in diesem Outfit außerhalb der fünften Jahreszeit durch das Dorf zu laufen. Alle schauten mir nach, Autofahrer grüßten, … Und alles nur, weil Thorben seiner Ayleen ausgerechnet am Abend des Ausmarsches 2013 vor allen Drakenburgern ein Antrag auf dem Festzelt machen musste. Ich erinnere mich, was das für ein Geschwätz nach dieser Aktion gab. Ob alt oder jung – alle hatten nichts anderes erwartet. „Wie sich das gehört“ aber „das hat der doch morgen eh wieder vergessen…“ Nun ist tatsächlich der Tag gekommen. Ich freue mich für die beiden. Wünsche ihnen von Herzen das Beste für die gemeinsame Zukunft und drücke sie fest. Ich frage mich, ob sich bei den beiden durch die Hochzeit wohl irgendetwas ändert? Ich glaube einige von den Jungs haben nur Thorben zur Hochzeit gratuliert. „Ladies First“ ist den meisten hier auf jeden fall kein Begriff. Die eine Hälfte dieser Jungs geht nun in die Kartbahn und beginnt ab 14:00 Uhr damit towerweise Weinbrand-Cola zu konsumieren, die andere Hälfte und ich gehen nach Hause, bevor es später zum Polterabend geht.
Ich höre ein paar Platten, mache meinen Balkon fit für den Sommer und suche nach ein paar hochwertigen Gartenstühlen für den Balkon meiner Cousine. Als mein Sebastian B. dann auch endlich mal wieder in der guten alten Heimat ankam, machte ich mich auf den Weg, um ihn abzuholen.
Circa zur gleichen Zeit wie gestern, befinde ich mich wieder auf dem Hof des nunmehr Brautpaars. Eine der Porzellantassen, die ich zum Poltern mitgebracht habe, zersprang erst nach dem vierten Wurf auf den Boden. Hinterher habe ich mich geärgert, dass ich die Tasse nicht spätestens nach dem zweiten Versuch behalten habe. Die war echt gut! Das Haus ist voll. Ich stehe auf dem Balkon, rauche, trinke Bier und unter Aufforderung auch sämtliche Schnäpse, die tabletweise an mir vorbeikommen. Wir haben spaß. Dabei entwickle ich mit Küppi, Burkhard und Gerd ne reine Weltidee. Wir wären gemachte Männer – wenn es nicht wie immer bei der Schnapsidee bleiben würde… Ich habe mir die Idee dieses Mal immerhin notiert, falls aus mir in der Möbelbranche nichts werden sollte. Wir verlagern das Trinken nach drinnen und ich lerne einen Arbeitskollegen von Thorben kennen. Martin, ursprünglich aus Dessau. Wie immer frage ich mich als erstes, was jemanden wohl nach Nienburg verschlägt. Arbeit und Liebe. Lasse ich gelten. Wir unterhalten uns gut. Er kennt das von mir verehrte Bauhaus und denkt nicht ich spreche von einem Baumarkt… Endlich mal neuer Input. Jemand, der nicht hier geboren und geblieben ist.
Als einer der letzten Gäste verlasse ich die gute Stube. Auf dem Heimweg schreibt mir überraschend eine Freundin, wie großartig „The Black Keys Work“ von Erlend Øye ist. Wieder einmal werden viele schöne Erinnerungen wach.

Tune des Tages:              Erlend Øye – The Black Keys Work

„Kissing you is nice, but hard…“

Donnerstag, 22. Mai 2014

Donnerstag, den 1. Mai 2014 - Ole

Die gute alte Zeit

Seit langem mal wieder ausgeschlafen – JEAH! Keinerlei Verpflichtungen heute – entspannt! Ich rolle mich aus dem Bett, rüber zum Plattenschrank und grabe mich völlig unbenommen durchs Regal. Ich bleibe bei dem Album „Overgrown“ von James Blake hängen. Hmmm ich weiß noch ganz genau, als ich diese Platte in der Sound Station in Kopenhagen gekauft habe. Viele schöne Erinnerungen gehen mir durch den Kopf. Das mag ich. Genau das richtige, um gut gelaunt in den Tag zu starten, auch wenn die Melodien selbst von jeder Menge Melancholie geprägt sind. Selbst das Gatefold-Cover erscheint mir melancholisch. Ich trinke einen Becher Kaffee und versinke mit jedem Titel tiefer in Gedanken. In der letzten Endlosrille angekommen, kehre ich zurück in die Gegenwart. Mein Unterbewusstsein möchte jetzt „Just A Blip“ von Arthur Russel hören. Den Gefallen tue ich mir. Danach geht’s duschen. Jetzt bin ich wach. Ich schiebe mir eine selbstgetuned‘te Tiefkühlpizza in den Ofen und stelle mir einen Timer. Der Klassiker, wenn ich mal alleine in meinem Elternhause war. Ich schalte meinen alten Fernseher ein und der Receiver möchte - wie immer wenn ich das Ding mal einschalte - irgendwelche Satelliten updaten. Ich aber nicht. Ich zappe durch das erste Dutzend Sender von fast 300 Kanälen, die kein Mensch braucht. Auf K1 läuft „Vier Fäuste Gegen Rio“. Ich freue mich, entscheide mich aber trotzdem eine halbe Stunde vor dem Ende zum Kranzbinden für die Hochzeit von Ayleen & Thorben zu gehen.

Darum dreht sich schließlich das gesamte lange Wochenende. Morgen ist Brückentag und standesamtliche Trauung mit späterem Polterabend. Samstag dann der Große Tag für A & T. Ich bin gespannt. Ich war zwar schon öfters auf Hochzeitsfeiern, aber es ist für mich die erste Hochzeitsfeier eines Freundes meiner gefühlten Generation, an der ich vollständig teilnehmen kann. Ich fange deshalb an, mich ganzheitlich mit diesem Thema auseinander zu setzen und mache alles was dazugehört mit, um dieses Phänomen auch einmal ausgiebig aus einer involvierten Perspektive zu betrachten. Sogar der Junggesellenabschied auf der Reeperbahn, der mich persönlich sonst immer sehr stört, wenn ich auf dem Weg zum Feiern in die Talstraße oder zum Hamburger Berg über die Reeperbahn muss, habe ich mitgemacht...

Was heißt heiraten und warum heiratet man wohl ein anderes Individuum? Abgesehen von steuerlichen Vorteilen, hat sich mir das bis jetzt immer noch nicht erschlossen. Eine Heirat ist für mich so bedeutungslos, wie der Valentinstag, Halloween oder auch die Figur des Weihnachtsmanns. Diese Bräuche sind meiner Meinung nach Humbug. Eine Tradition, die vorgibt wichtig zu sein, tatsächlich aber ein Schwindel ist. Liebe ist für mich keine Erwartungshaltung. Das kostbarste, was man einem anderen Menschen geben kann, ist ganz einfach seine (Lebens-)Zeit und nicht irgendein Versprechen vor dem Standesamt oder einem Gott.
– Ich muss gerade an „Manfred Mustermann“ vom Blumentopf denken –

Trotzdem: jede/r gerne so, wie sie/er glücklich werden mag. Außerdem freue ich mich natürlich auch auf die daraus resultierenden Feierlichkeiten. Das Kranzbinden erfüllt, wie erwartet, das traditionelle Klischee. Die paar Männer schleppen die schweren Äste rein und raus und trinken das Bier, während die wohlgenährten Frauen mit den Kindern auf wundersame Weise die kleinen Zweige zu einem schönen, grünen Kranz zusammenbinden. Nachdem die Kränze für die Kirche und die Feierstätte wiederum von Männerhand erfolgreich an den Türen angebracht wurden, machten sich alle Binder mit einem Kranz in Herzform auf den Weg zum Brautpaar in Spe. Dafür gab es anschließend im Garten ein paar auf die Zunge. Als es so langsam kalt wurde, machte ich mich mit meinem alten Freund und Kupferstecher Küppi auf den Weg nach Hause. Bei Ihm gab es neben einem Absacker auch noch einige Runden Tekken 3 und Tony Hawks Pro Skater 2 auf einer „gechip’ten“ Playstation 1. Auch das weckte viele Erinnerungen und bereitete großen Spaß.

Tune des Tages:              James Blake – Life Round Here

„Part time love is the life round here
We're never done
Everything feels like touchdown on a rainy day…”

Mittwoch, 21. Mai 2014

Mittwoch, den 30. April 2014 - Ole



Münster – Teuto – Hildesheim – Nienburg – North Carolina – Drakenburg – Kopenhagen

Ein letztes ausgedehntes Frühstück bei meiner Tante. Ich liebe den Geruch und Geschmack von dem frisch gemahlenen Kaffee aus ihrem Vollautomaten. Danach geht es mit dem Auto zurück Richtung Nienburg. Die Rückfahrt bei strahlendem Sonnenschein durch den Teutoburger Wald ist wirklich schön. Ich würde gerne einen Spaziergang machen. Auf dem Hinweg habe ich diese Strecke komplett verschlafen und geregnet hat es glaube ich auch. Unterwegs ruft eine Freundin an und bittet mich um technische Hilfe. Computerprobleme via Ferndiagnose zu beheben ist mir bisher nur selten gelungen, aber ich gebe mir Mühe. Ich mag den Menschen am anderen Ende des Telefons. Nach guten 20 Minuten bin ich mit meinen Problemlösungsansätzen vorerst am Ende und Ihr Akku ist leer. Bis nach Hause kommen mir viele schöne Erinnerungen mit ihr in den Sinn.
Nach dem Mittagessen mache ich mich auf den Weg ins Büro. Ich habe noch einiges zu erledigen. Es ist auch der letzte Tag eines Kollegen. Als Freund wird er mir jedoch erhalten bleiben. Die Stimmung ist irgendwie verkatert. Die Firma hatte am Vortag bereits eine kleine Abschiedsfeier veranstaltet. Da wäre ich gerne dabei gewesen…
Nach Feierabend kletterten wir auf das sonnenbeschienene Flachdach des benachbarten Billigmodeladens, um gemeinsam noch ein Bierchen zu trinken. Sowas verbindet. Gefällt mir. Nach der zweiten Kanne schaffe ich den Absprung. Später versuche ich die üblichen Verdächtigen aus meiner Nachbarschaft für ein paar Getränke in der letzten Kneipe des Dorfes zu begeistern. Dafür gibt es extra eine kleine Whatsapp-Gruppe. Das ist wirklich praktisch - führt heute aber leider nicht zum gewünschten Erfolg. Ich bleibe daheim und skype mehrere Stunden mit einer Freundin in Kopenhagen. Die Zeit verfliegt.

Tune des Tages:              Thelonious Monk – Hackensack

Man, dieses Drum Solo von Art Blakey!*@#+$

Dienstag, 20. Mai 2014

Dienstag, den 29. April 2014 - Ole

Ich brauche keinen Bohrer, ich brauche ein Loch

Nach einem nährreichen Frühstück bei meiner Tante, ging es zurück auf den Balkon meiner Cousine. Zum Mittag gab es das übrig gebliebene Viertel der Spargeltarte – leider ohne Weißwein. Der Verschleiß der teilweise billigen Werkzeuge macht mir ab Mittag besonders zu schaffen. Nachdem ich alle (5) Akkuschrauber meiner Verwandten und deren Bekannten in Münster durchprobiert hatte und damit nicht zufrieden stellend vorankam, entschied ich mich dann doch mit viel Gefühl auch die Schrauben mit einer Bohrmaschine in die vorgebohrten Löcher des äußerst festen Tropenholzes einzudrehen. Fertig. Zufrieden. Nach meiner traumatischen Fließbandarbeitserfahrung in der Übergangsphase zwischen Schulabschluss und Studium kann ich mich stets sehr an Arbeit mit einem sichtbaren Ergebnis erfreuen. Auch wenn ich moralisch die Ansichten von Henry Ford teile, dass jeder Mensch (der es von sich aus will) arbeiten und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann und auch sollte, gibt es für mich nichts trostloseres als die Entfremdung des Arbeiters vom Werkstück. Wenn ich mich in meinem Dunstkreis in der Heimat so umsehe, stelle ich leider auch fest, dass es offenbar mehr Menschen gibt, die kapitulieren als scheitern. Schade. Zur Erinnerung mache ich noch schnell ein Foto auf meinem MR 10 Freischwinger, der seit dem Kauf aus Platzgründen bei meiner Cousine steht. Sie versucht mir seitdem beide Exemplare abzukaufen, aber das wird nichts…

Meine Cousine hat für uns (Tante, Yvonne, Sie & ich) abends einen Tisch im Restaurant „Scharfer Zahn“ direkt um die Ecke bestellt. Am Nebentisch saß vermutlich eine Familie + Freundin des ach so erwachsenen Sohnes, der schätzungsweise auch Anfang 20 war. Die Mutter war offenbar eine vermeintlich junggebliebene Mittelstufenlehrerin, die lustiger Weise ihren Schülern am Tag vor den Osterferien den Zappelphilipp vorgelesen hat, „um der Klasse einen Spiegel vorzuhalten“. Ach ja… diese Jugend heutzutage! Der Sohn faselte in verbal inkontinenter Weise ständig „Hans Guck-in-die-Luft“. Der Vater sagte den ganzen Abend kein Wort an dem Tisch.
Als die ach so tolle Lehrerin und ihre Familie endlich das Lokal verließen, konnte ich mich endlich wieder auf meinen Tisch konzentrieren. Wir waren allerdings alle recht müde vom (Vor-)Tag. Ich hatte einen wirklich hervorragenden Texas Burger mit scharf.
Anschließend ging es dann noch zum Fußi gucken in den Huberti Hof. Eine stillose, aber gut gefüllte Vereinskneipe. Der Wirt geht zum rauchen raus. Dann gibt es nichts zu trinken. Nach dem fetten Burger würde ich auch gerne eine rauchen. Yvonne trifft einen bekannten. Der scheint ganz nett zu sein. Ich frage ihn nach einer Zigarette. Wir beide gehen raus und unterhalten uns eine Zigarettenlänge. Er kennt Nienburg. Wow! Er habe mal vor einigen Jahren auf dem Weserradweg in Nienburg übernachtet. Achso, klar. Sonst führt einen dort wohl auch nichts hin. Wir sind uns einig.

Tune des Tages:              Blumentopf – Die Jungs aus dem Reihenhaus

„…mein Vater denkt dass ich mein Talent verschenk,
weil ich am Abend MC bin und nur am Vormittag Student.
Doch wer mich kennt von Live-Konzerten mit dem brauch ich nicht reden.
Was ich fühl wenn ich rap, ist in meinen Augen zu lesen.“

Montag, 19. Mai 2014

Montag, den 28. April 2014 - Ole



Work-Life-Balance

Mir steckt morgens mal wieder ein wenig das anstrengende Wochenende in den Knochen. Aber das war es wert! Ich bin trotzdem froh, dass ich heute und morgen vom „Home Office“ aus an meinem Projekt in den USA arbeiten kann. Aufgrund der Zeitverschiebung (MESZ -6) beginne ich aktuell eh häufig erst richtig zu arbeiten, wenn meine Kollegen bereits den Feierabend vor Augen haben… Apropos Feierabend: letzte Woche habe ich endlich mein (persönliches) iPhone mit dem Firmenkalender und -Email Account synchronisiert. Ich war wirklich begeistert wie einfach, problemlos und schnell das funktionierte. Praktisch. Die Benutzerfreundlichkeit, definiert als Produkt aus Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung, erscheint mir jedoch täglich fragwürdiger. Seit der Synchronisation erreichen mich 24/7 Nachrichten und Termine auch außerhalb der Arbeitszeiten und meines Zuständigkeitsbereiches. So auch heute ständig. Es stört mich – „…doch wenn es klingelt, bin ich rasend schnell am Telefon, es kann doch sein, dass mich irgendwer braucht.“
Privat helfe ich wiederum jederzeit gerne. Das ist etwas anderes. Deshalb bin ich heute ja auch bei meiner Cousine in Münster. Meine Cousine hat bald Geburtstag und möchte zuvor Ihren morschen Balkon erneuern. Sie müsste 38 werden. Hart nachgedacht…. Genau, Sie ist 15 Jahre älter als ich. Als ich dann den Balkon in Augenschein nahm, musste ich noch härter nachdenken, als bei ihrem Alter. Was für eine vermurkste Anbaubalkon-Konstruktion. Und dann auch noch im 3. Stockwerk. Ich erinnere mich an meinen Vater, der auf seinen betrieblichen Baustellen sowie im Familienleben immer so furchtbar motivierende Worte sagte wie: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“, „Von nichts kommt nichts!“, „Ey! Mach das vernünftig da!“ und „Einem Ingenieur ist nichts zu schwoer!“. Ich arbeite motiviert und eigenverantwortlich ganz entspannt von 10 – 18 Uhr.
Meine Cousine kommt heim und erfreut sich schon einmal an dem soweit sichtbaren Ergebnis. Wir fahren zum Abendessen in einen anderen Stadtteil zu Yvonne – selbstverständlich mit dem Fahrrad. Dort esse ich zum ersten Mal eine selbstgemachte Spargeltarte. Vorweg Grissini mit einem köstlichen Schinken umhüllt. Dazu jede Menge trockenen Weißwein. Das perfekte Dinner. Anschließend verlieren wir drei uns in weinsinnige Unterhaltungen über Identität, Individualität und Sozialverhalten, wobei drei doch recht unterschiedliche Ansichten aufeinander stießen. Bravo!

Tune des Tages:              Gisbert zu Knyphausen – Sommertag

„Manchmal glaube ich, dass ich zu langsam bin
für all' die Dinge, die um mich herum geschehen.
Doch all' die Menschen, die ich wirklich, wirklich gerne mag,
sie sind genauso außer Atem wie ich…“