Als ich heute morgen aufgewacht bin, machte sich ein dumpfes
Gefühl breit. Ich fühle mich zwar relativ gut, aber mit der Zunge ertaste ich
nichts gutes. Neben einem, bzw. im Pappmaul: Ein Backenzahn hat außen eine
Absplitterung, ein anderer einen Riss, der von oben bis unters Zahnfleisch
geht. Ich befürchte das Schlimmste und überdenke, ob ich mir Vorwürfe machen sollte.
Ich komme zu dem Schluss, dass ich einfach Pech hatte, aber das irgendwie schon
die Strafe für irgendwas sein könnte. Ändern kann ich es nicht. Ich gönne es
mir wieder lange im Bett zu bleiben. Als ich aufstehe ist Lisa da und will in
die Stadt gehen, ein Eis essen. Ich weiß, dass ich jetzt nicht alleine sein
sollte und freue mich mit ihr gehen zu können. Ich sehe lädiert aus, fast wie
geprügelt. Ich habe das Gefühl die Leute starren mich erschrocken an, als wir
auf dem Weg zur Eisdiele sind. Wir setzen uns in die Sonne auf dem Platz der
alten Synagoge. Ein Typ gegenüber vor dem Theater hat einen Verstärker, wo
Schlagzeugbeats rauskommen und er irgendwas zu den Leuten ruft. Er will wissen,
ob er weitermachen soll. „Gebt mir Hände für 'Weitermachen'. Gebt mir Hände für
'Aufhören'. Ah keiner, hmm, gebt mir Hände für 'Der Sitznachbar will, dass ich
aufhöre. Gebt mir Hände für... Hände!“ Es ist eine witzige Stimmung. Die Sonne
scheint mir ins Gesicht und eine junge, hübsche Frau kommt vorbei und fragt mich,
ob ich bei einer Studie mitmachen möchte. Ich frage mich, was sie sich fragt,
woher meine fiesen Wunden im Gesicht kommen. Ich frage mich, ob es ihr schwer
fällt das zu ignorieren und so zu tun, als wäre ich ein normal aussehender,
nicht verletzter oder behinderter Gesprächsgegenüber. Ich kann gar nicht
denken. Ob sie mit mir flirtet brauch ich mich nicht mehr zu fragen. Aber
beantworten muss ich ihre Frage. „Ja, okay, Freitag 18oo Uhr, geht klar.“.
Später am Tag fahre ich die Säule und den Punto holen. Ich weiß gar nicht, ob
ich schon Autofahren durfte. Vom Alkohol her schon, aber ich war noch so
verstrahlt und die Ersatzbrille hat auch nicht die aktuellste Stärke. Der
Auspuff röhrt wieder und ich überwinde mich gute Miene zu machen. Der Transport
klappt. Abends treffe ich mich noch mit V, wir gehen spazieren, reden über dies
und das, aber nicht über uns. Das ist für den Moment sehr gut so. Die Lage ist
entspannt. Morgen geht’s wieder zur Arbeit. Als erstes muss ich versuchen einen
Zahnarzttermin zu bekommen. Ich hoffe die nächsten Tage werden nicht zu hart.
Müde bin ich geh zur Ruh, schließe meine Äuglein zu. Gute Nacht liebes
Tagebuch, schlaf gut!
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Sonntag, 25. Mai 2014
Samstag, 24. Mai 2014
Samstag, den 3. Mai 2014 - Christoph
Heute habe ich lange geschlafen. Wieder. Zum Glück habe ich
eine Kanne Wasser auf meinen Nachttisch gestellt, als ich ins Bett gegangen
bin. V ist vorhin gegangen, Lisa war in der Küche und hat neugierige Augen
gemacht. Ich liege im Bett und überlege, wie der Tag weitergeht. Wir wollten
doch früh zur Bötzeparty. Das geht mit mir erstmal nicht. Ich muss schlafen.
Jonathan und Ina sind ja auch noch nicht da. Sie wollten mit dem Auto aus KA
herkommen. Solange die nicht da sind, kann ich mich ja entspannen. Zu etwas anderem
bin ich auch nicht in der Lage. Irgendwann ruft Ina von der Autobahn auf meinem
Handy an und sagt, dass sie noch etwas brauchen. Das ist mir natürlich recht.
Es klang so als würden sie Bescheid geben, dass sie sich verspäten. Dabei haben
wir gar nicht wirklich was abgemacht, aber so fällt nicht das Augenmerk auf
meine desolate Verfassung. Als sie da sind, ist die Küche auch schon voll mit
Leuten. Wir trinken Bier und hören Franzis Musik. Meine Laune wird besser. Mit
Jonathan mache ich mich an die Licht-Säule, die wir vor einigen Monaten
gebastelt haben. Wir fixieren die zwölf Schalter in einer Reihe, sodass man
nacheinander die Lichter von Grün auf Rot und umgekehrt schalten kann. Das
fertige Stück muss noch in den Punto verfrachtet werden, Ina fährt ihn,
Jonathan mit Mietwagen vorweg und ich mit Fahrrad nach einer Weile hinterher.
Erstaunlich, dass eine Zwei-Meter-Säule in den Wagen passt. Reines
italienisches Raumwunder. Der kaputte
Auspuff röhrt und ab geht's. Ich fahre wieder mit Klappjens die Dreisam runter
und komme entspannt auf dem Grillplatz an. Die Zelte stehen, die Bar ist
eröffnet, das Lagerfeuer lodert, der Kicker wird bekickt und das Buffet ist für
umme. Bierchen gibt’s aus dem Rucksack
und ich freue mich all die Freunde und Bekannten zu sehen. Ein erstklassiges
Hippi-Fest. ;) Ich sah sogar das
interessante Mädchen von der Demo wieder. Wir begrüßten uns und ich erfuhr
ihren Namen. Bestimmt ist sie mit ihrem 'Wohnprojekt von außerhalb' hier, die
kennen sich doch untereinander oft. Aber egal. Als es dunkel wird, baue ich mit
Jonathan und Frieder die Säule neben der Tanzfläche auf. Es klappt und die
ersten Leute lachen über die Ironie der „Säule des Tanz“. Um 22oo Uhr habe ich
eigentlich ne Schicht am Crêpes-Stand. Ich komme ein paar Minuten zu spät und
darf Kolle gleich mal ablösen. Das Bratgeschick hat mich nicht verlassen und
die schmackhaft verzierten Fladen gehen über die Theke, die Hände, den Mund in
den Bauch der spendenfreudigen Freunde. Doch die meiste Zeit in dieser Nacht
verbrachte ich unter dem Tanzzelt, nachdem ich meinen roten Glitzerzylinder und
-schal angezogen hatte. Auflegen tat zunächst Ole, der mir bekannt wurde
eigentlich über meine aktuelle Mitbewohnerin, aber so stellte es sich heraus,
auch vor einiger Zeit kurz zur Zwischenmiete in meiner Ex-WG gewohnt hatte,
deren Bewohner auch hier waren und wir uns alle freuten, dass Freiburg und die
Welt so klein ist, dass alle alle kennen. Friede, Freude Crêpes-Kuchen. Und
Fusion-Feeling bis um halb sieben. Zwischendurch war noch die Polizei da, ich
konnte es in angedudeltem Zustand nicht unterlassen dem Beamten meine Meinung
zu sagen und begann den Einwurf mit: „Hallo Herr Wachtmeister...“ Ich habe mir
vor der Party verboten Polizisten zu beschwichtigen. Deshalb hielt ich mich sehr
kurz. Der Beamte wiederholte dann kurz meine Meinung (Jaja, das ist ja einfach
ein ganz nettes, friedliches Fest!) und ich ging schnell weg, bevor ich
peinlich werden konnte. Im Morgengrauen entschloss ich mich, dass ich nun genug
hätte und tritt den Rückweg an. Wieder strampelte ich die Dreisam hoch und
freute mich unheimlich und zufrieden auf mein Bett. Ich kam gut voran, gab mit
unter Gas, weil ich auch sehr müde war. In Lehen muss man die Dreisamseite
wechseln und über die Brücke dort fahren. Vor ein paar Wochen habe ich hier
Maulwurfshaufenerde geholt, für mein Gemüsebeet auf der Fensterbank. Heute
flitze ich die abschüssige andere Brückenseite hinab, biege links auf den
geteerten Fahrradweg ab und merke, dass ich einem entgegenkommenden
Fahrradfahrer ausweichen muss, was bei der Geschwindig- und Abschüssigkeit mit
dem kleinen Klapprad nicht so einfach ist. Ich komme von der Straße ab, und
rutsche mit dem Vorderrad den 15cm-Absatz hinab. Nach rechts kann ich nicht, da
ist ein Zaun, also blieb mir wohl nichts
anderes übrig, als nach links gegen den Absatz zu lenken und zu stürzen. Zack.
Nach einem Moment wird mir bewusst, dass ich auf der Straße liege und nicht
mehr fahre und denke, dass ich mich wohl hingepackt habe. Ach Mist, denke ich,
aber scheiß drauf, aufstehen und weiter geht’s. Als ich stehe kommt der andere
Fahrradfahrer auf mich zugelaufen und hat schon im nächsten Moment sein Handy
an der Backe und ruft den Notarztwagen. Ich merke, dass mir Blut aus dem
Gesicht läuft und meine rechte Hand ein wenig saftet. Ich meine zwar, dass mir
nichts passiert ist, aber ich setze mich, um den Herren zu beruhigen, auf einen
Baumstamm und warte auf den Rettungswagen. Ich merke leichte Schmerzen am
Kiefer und schmecke Zahnbrocken in meinem Mund. Kacke, die wachsen doch nicht
nach. Die Sanitäter stellen mich auf die Beine, checken mich kurz durch und
kleben meine Wunden zu. Ich muss vor ihnen zugeben, dass ich 'zwei, drei Biere'
getrunken habe und das wird mir nicht übel genommen. Aber auch nicht so recht
geglaubt. Egal. Ich kann wieder gehen und fahre nach Hause, lege mich ins Bett,
versuche meinen Kiefer ruhig zu halten und schlafe sofort ein.
Freitag, 23. Mai 2014
Freitag, den 2. Mai 2014 - Christoph
Lange geschlafen. 4 Stunden arbeiten gegangen. Ich will nicht mit den Stunden ins Minus rutschen. Mit Kolja war ich in die SUSI gegangen zum Essen. Gute Idee. Kolja erzählt mir, dass er sein Studium schmeißen will. Gute Idee? Fragezeichen. Ich sage nichts dazu. Habe da gerade kein Urteil dazu. Im Zweifelsfall ist es das Beste, wenn er macht, was er für richtig hält.
Ich komme nach der Arbeit nach Hause und es läuft schöne
Musik in der Küche (ein downbeatiger Remix von Sokos 'I'll kill her'), aber
keiner da. Ich mache lauter und freue mich. Ich wollte immer noch ein Schild an
die Küchentür machen: „Mit Bass gekocht“
Wenig später treffe ich im WG-Flur Lara und Palle, die auf
dem Weg nach Bötzingen sind. Also doch jemand daheim. Ah, Lärm aus Franzis
Zimmer... Ich schaue hinein und da stehen die beiden schönen Mädchen, mich mit
breitem Lächeln anschauend. Beide mir zugewand, Franzi vor Mareike. Etwas
errötete Gesichter und leichte und bequeme Stoffbekleidung tragen sie. Ich
erfahre, dass sie 'jogieren'. Ich freue mich über die freundliche Situation und
schließe im Rückwärtsgang wieder die Türe.
Später am Tag fragt Franzi mich, ob ich Lust habe mit in
Schmidts Katze zu kommen, da spielt Matou Noir und danach Rasga Rasga. Ich
denke kurz an den letzten Abend und sage Ja. Gar nicht viel später treffen wir
uns dann in der Küche, das gemeinsame Kochen fällt wegen Zeitmangel aus. Wir
sitzen trotzdem zusammen, ich esse mein Brot, die Mädels essen ihre schnell
gekaufte und zubereitete TK-Pizza. Mit Spinat drauf. Außerdem haben sie einen Wein
aus Ihringen gekauft, Sonderangebot. So sitzen wir in der Küche und stoßen an.
Mein Alkoholfasten ist also gebrochen. Wir machen uns keinen Stress, obwohl ja
eigentlich Zeitnot ist. Wir rufen Franzis Freund an und geben durch, dass wir
später kommen. Und trinken den Wein aus. Jut, jetzt geht’s aber los. Mit dem
Radl über die Dreisam, geparkt, hingegangen, Wegbier ausgetrunken und mit
Leuten vor dem Eingang getroffen und gequatscht. Als wir dann rein sind,
mussten wir feststellen, dass Matou Noir schon gespielt hatten. Verpasst. Aber
halb so wild, denn jetzt kam schon die nächste Band. Die Stimmung war gut und
wir haben getanzt. Als ich mich umsah, fiel mir auf, dass ich niemanden kannte.
Und das gefiel mir. Tanzen, ein bisschen Bier trinken. Warm. Jacke ausziehen
und in die Fensterbank legen. Ich habe schon lange nicht mehr zu skaiger Musik
getanzt. Irgendwann, nach der zweiten Zugabe ist auch dieser Act durch. Die
Menschen gehen raus und schauen sich im Vorübergehen an. An der Bar gibt es
noch Bier. Draußen mieselt es und die Leute tummeln sich unter den Zeltdächern
auf den aufgestellten Sofas. Was danach passierte weiß ich gar nicht mehr so
genau. Ich tanze aus Platzmangel kurz auf einem Tisch, oben auf der kleinen
Stage, zwischen den Mädels. Die Stimmung ist klasse, es macht Spaß hier zu
sein. Irgendwann gehen Franzi, Lukas und Mareike nach Hause. Ich bleibe noch.
Treffe Joachim aus dem DG. Wir reden wahrscheinlich über Frauen und wenig
später tanze ich mit einer auf der leeren großen Tanzfläche. Das macht Spaß,
aber ich bin total besoffen. Vielleicht deshalb. Wir wollen nach Hause, aber
ich kann meine Jacke nicht finden. So betrunken wusste ich auch gar nicht mehr,
wo ich sie abgelegt hatte. Obwohl, doch ich bin mir sicher, sie auf das Sofa
oben gelegt zu haben. Sie ist nicht mehr da. Ich darf an der Bar noch einen
Zettel ausfüllen, mit der Beschreibung der Jacke und meinen Kontaktdaten. Es
ist gar nicht so einfach sich betrunken auf die wichtigen Details eines
verschwundenen Kleidungsstückes zu konzentrieren. Ich hatte das Gefühl verhört
zu werden, ich darf nichts falsches schreiben. Bescheuert. Egal. Ich komme eh
nochmal wieder. Ich frage meine Tanzpartnerin, ob sie mit zu mir kommt. Sie
kommt mit. Jacke weg aber eine liebe Frau dabei.
Donnerstag, 22. Mai 2014
Donnerstag, den 1. Mai 2014 - Christoph
Ich habe heute bis nach 12 Uhr geschlafen. Dann habe ich mit
Lisa, Lukas, Franzi und Lukas gefrühstückt. Plötzlich Lärm. Lore ruft, da
draußen geht’s voll ab. Wir hasten auf den Balkon. Die Demo kommt am Haus
vorbei, der kosmische Käfer läuft und macht elektronische Musik. Ich ziehe mir
schnell Schuhe und Jacke an, haste die Treppe runter und vor der Tür: der
Käfer. Sofort sehe ich Henner und Natalie, dann Rene, den sehe ich in letzter
Zeit ja überall (und zwar meistens barfuß). Ich reihe mich ein und freue mich
über die schöne Musik. Etwas später sehe ich ein Mädchen mit Kinderwargen, der
mit Plane überzogen vor sich her geschoben wird. Ganz in der Nähe ein
Einkaufswagen, der genauso gestylt ist. Hej, das Mädel kenn ich doch. Ich
spreche sie an und frage, ob sie mit X zusammen wohnen würde. Denn dort in der
WG habe ich sie gesehen. Sie erinnert sich auch und erzählt mir aber, dass sie
außerhalb in einem Wohnprojekt wohnt. „Und was ist da in dem Kinderwagen?“
Darin wird die Anlage transportiert, erfahre ich. Die Anlage, die gestern Nacht
den Stühli-Park beschallt hat. Ahja, interessante Info, interessantes Mädchen.
Im nächsten Moment dreht sie ab und tschüss. Als wir durch die halbe Stadt
gefahren sind, erblicke ich L (meine Ex). Das war nicht so geil. Habe mich dann
im Demozug nach hinten fallen lassen. Dann gab es ne Kundgebung vor dem
Bahnhof, dann weiter, Polizeisperre, dann die 'Auflösung'. Ungeachtet der
selbst angesagten Auflösung zieht ein Teil des Zugs weiter und macht nun vor
dem Stadttheater Mucke. Dort sehe ich Miri, lade sie morgen zu der Bötzeparty
ein und tausche mit ihr die Nummern. Ich verabschiede mich sogleich und drehe
mich um. Zwei Meter hinter mir sehe ich L (meine Ex) mit ihrer Freundin M.
Sieht so aus als hätten sie mich nicht gesehen. Ich drehe mich schnell um 90
Grad und gehe flotten Schrittes aus der Szene. Mit den anderen gehe ich zum
nahegelegenen Dönerladen, sie wollen Bier holen. Ich habe mich in Sicherheit
gefühlt doch M und L (Ex) wollten zur gleichen Zeit zu diesem Döner. Ich bleibe
recht ruhig, merke aber, dass mir das unangenehm ist. Sie spricht mit K und
Jasi. Ich höre, dass ihr neuer Freund in der gleichen Kneipe arbeitet wie Jasi.
Das nervt, ich will sowas nicht wissen! Weg da. Ich entscheide mich die
Innenstadt zu verlassen. Ich will jetzt Ruhe. Ich gehe nach Hause und
entschließe mich mit dem Fahrrad nach Bötzingen zu radeln. Immer die Dreisam
runter in das gelobte Land. Es fängt leicht an zu regnen, als ich schon fast da
bin. Die kleine Radtour hat mir sehr gut getan. Als ich auf dem Hof ankomme
erblicke ich viele fremde Menschen, aber sehen natürlich alle nett aus. Es
wurde ja angekündigt, dass auch einige Freunde aus Berlin und sonst woher
anreisen. Es wird an dem freistehenden Herd unter dem Schirmdach gekocht, oder
besser gesagt, gebacken, nämlich Pfannkuchen. Ich begrüße die Leute die vornean
stehen mit Handschlag, stelle mich vor und versuche mir die Namen zu merken.
Vielleicht gibt’s für mich ja später noch einen Pfannkuchen, die Leute hier
sind ja erfahrungsgemäß sehr gastfreundlich. Ich gehe erstmal weiter zu Frieder
um ihm Hallo zu sagen. Er ist gerade mit seinem Hofmitbewohner dabei Fackeln zu
machen. Dabei wird ein neuer Ansatz verfolgt: Klopapierrollen in einen Eimer
voll flüssiges Wachs tauchen. Es steht gleich auf dem Plan mit der VW-Pritsche
zu dem Biohof 'Diestel' zu fahren, dessen Besitzer mit Frieder und Wolle
befreundet ist. Sie bekommen auch öfters mal Gemüse von ihm, dass dann im
Solarofen (10m²-Kollektorpanel im Garten) getrocknet wird. Ich werde gefragt,
ob ich mit will. Dort ist Tag der offenen Tür. Kurzerhand sage ich 'klar'.
Wenig später sitze ich mit fünf anderen Kerlen und zwei Kindern im
VW-Transporter und kurve um den Kaiserstuhl. Ich bin müde und genieße es
einfach aus dem Fenster zu schauen und die Landschaft an mir vorbeiziehen zu
sehen. Die Kinder machen quatsch, ist aber gut. Wir fahren zuerst zum Hof und
gucken da mal rein. Felix macht Bilder, weil er das gut kann und die für
Werbezwecke (für den Hof) nutzen will. Die zwei Leute die dort Gemüse
sortieren, haben dunkle haut und sehen indisch aus. Ich mache mir kurz
vorurteilige Gedanken. Wir merken schnell, dass das eigentliche Geschehen am
Feld stattfindet und fahren dort hin. Da treffen wir dann auch Moki, den
Besitzer. Er ist größer als ich, kräftig und trägt Vollbart und Turban. Sein
indischer Akzent klingt nett und er ist es auch. Alle finden ihn toll. Da ich
immer noch müde bin, halte ich mich aus den Gesprächen raus. Moki nimmt kein
Blatt vor den Mund und macht fröhlich anrüchige Witze. Sehr sympatisch. Die
Kinder klettern auf die modrigen Strohballen, eine Frau fährt Trecker über das
Feld (was sehr interessant auf mich wirkt), Mokis Frau hat Avocado-Mus gemacht,
wir schauen in den Schuppen die neu reparierte Maschine an, Wasser läuft über.
Wir essen die Avocado-Creme mit leckerem Brot, reden über dies und das und
fahren nach gefühlten 1,5 Stunden wieder. Wir waren die einzigen echten Gäste.
Aber das macht nichts, die Leute sind froh und ich auch. Zurück am Hof in
Bötzingen gibt es bald Abendessen. Am großen Tisch unter dem Scheunendach
bekommt jeder davon ab. Eine tolle Gemeinschaft. Aber ich weiß, dass ich die
Gäste von Auswärts nie wirklich kennen
lernen werde. Die Motivation es zu
versuchen hält sich deshalb in Grenzen. Macht nichts, ich entspanne mich. Auf
diesem Hof ist so viel. So viel Zeug, das schön ist zu besitzen, und sicher
auch praktisch ist, aber ich frage mich, was man damit macht, wenn man es nicht
mehr braucht. Was wenn man umzieht und das alles nicht mitnehmen kann. Man muss
sich eigentlich immer Gedanken machen, wenn man sich Dinge anschafft, schon
beim Anschaffen, wie man sie wieder entsorgt. Das machen die Menschen viel zu
wenig. Deshalb vermüllt dieser Planet auch. Und die Menschen hier am Hof sind
in dieser Hinsicht sicher die besseren Menschen. Achja, egal. Es regnet noch
ein Weilchen, dann hört es aber auf und das ist ein prima Anlass für mich
wieder nach Freiburg zu fahren. Die Heimfahrt tut mir wieder gut, ich bin recht
schnell mit Klappjens unterwegs. Kurz vor der Stadt offenbart sich ein
wunderschöner Himmel mit Nebelschwaden über dem Roßkopf, ein Bild, dass man
sonst nur aus dem Auenland kennt. Unter der B31-Brücke ist immer noch dieser
kleine Rave in Gange, der schon lief, als ich raus gefahren bin. Sieht aber
nicht einladend aus und ich bin froh, dass ich nicht dort sein muss. In
Freiburg fahre ich in meine alte WG zu Jasi, weil wir einen Film schauen
wollten. Und zwar: Liebling ich habe die Kinder geschrumpft. Ein lustiger Film
aus den 80ern, den ich als kleiner Junge im Kino gesehen habe. Mir fällt auf,
wie amerikanisch er ist und wie mir das damals überhaupt nicht aufgefallen ist.
Der Sohn des verrückten Erfindervaters macht einen guten Spruch, als seine
Schwester ihm verkohlten Toast auf den Teller gibt: „Ich mache eine
Spezialdiät. Keinen giftigen Müll mehr.“ Haha,
gerade genau mein Geschmack. Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit
zappen wir und landen bei Vicky Christina Barcelona. Sehr interessant erzählte
Geschichte. Wir sehen die Szene, in der der Spanier die Frauen nach Oviedo
einlädt, mit ihm dorthin mit dem Flugzeug zu fliegen und gemeinsam Zeit zu
verbringen und miteinander zu schlafen. Es kann eine schöne Einstellung sein,
mit Liebe und Sexualität so offen umzugehen. Und es gibt auch viele gute
Argumente dafür. Ich gehe nun aber, will nicht weiter darüber nachdenken. Gute
Nacht Jasi, bis morgen. Als ich an der Eschholzstraße ankomme denke ich, dass
ich noch kurz in die Beatbar gehen könnte. Vielleicht ist Daniel da. Gesagt
getan und tatsächlich. Ich stelle mich zu ihm, er hat Zeit und es hängt gerade
niemand sonst bei ihm an der Anlage rum. Schön, dass ich mal diese Position
einnehmen kann. Ich würde gerne öfters mit ihm Zeit verbringen. Aber das klappt
nicht und erhält aber auch die Spannung in einer herzlichen Männerfreundschaft.
Nachdem wir uns von unseren neuesten Gedanken erzählt haben und nachdem ich
Bescheid gegeben habe, dass die Bötzeparty um einen Tag verschoben wird, gehe
ich nach Hause. In der Küche treffe ich Franzi mit Mareike. Zwei schöne Frauen,
die mich anlachen. Ich begrüße Mareike, die ich zwar schon kannte, aber nicht als
so interessant in Erinnerung hatte. Ich setze mich also noch in Jacke dazu und
quatsche mit den Mädels. Ich bin gespannt auf die nächsten Tage und darauf, mit
ihnen nach Bötzingen zu fahren. Müde gehe ich nun zu Bett. Gute Nacht!
Mittwoch, 21. Mai 2014
Mittwoch, den 30. April 2014 - Christoph
Liebes Tagebuch. Morgen ist frei und somit beginnt heute
schon quasi das Wochenende. Obwohl ich mir überlegt habe am Freitag noch zu
arbeiten. Es gefällt mir gut alleine im Büro zu sein und es ist so ein
entspanntes Arbeiten, wenn man weiß, dass man eigentlich auch frei machen
könnte, den Soll erfüllt hat. Aber heute noch 'normaler' Betrieb. Zum Schluss
war ich mit meinem Chef alleine da und habe ein Paket für den Versand fertig
gemacht. Dafür bin ich zwar nicht ausgebildet worden, aber wie gesagt, wir sind
nur noch zu zweit da und mein Chef wird mir das wohl kaum abnehmen. Ich habe mir
dabei mit der Schere in die Hand geschnitten. Ziemlich dumm. Aber nicht dolle,
das heilt wieder. Das Paket sah dann gut (unbeblutet) aus und ich habe es in
Feierabendlaune in die Tasche gesteckt, um es später zur Poststelle zu bringen.
Aber erst fahre ich jetzt ins Kiez und treffe meinen Kollegen, wie abgemacht.
Ich komme rein und muss mich umsehen. Da ist auf ein Mal der halbe Raum erhöht
auf Dielen gestellt. Nett. Neue Sitzordnung gibt's auch, ich setze mich mitten
in den Raum auf das Zweiersofa. Als mein Kollege kommt bestellen wir, wie
immer, einen Gin-Tonic und ein alkoholfreies Bier. Ich kriege letzteres. Wir
schnacken über dies und das und irgendwann zeigt M. mir ein Handygame namens
2048. Tja, der Rest des Kiezabends gehört diesem Spiel. Aber nur fast. Denn die
schöne Bedienung macht mich ein wenig nervös. Ich ärgere mich kurz über die
Unsicherheit, die ich verspüre, aber freue mich dann auch drüber. Irgendwann
merke ich, dass ich ja noch das Paket zur Post bringen wollte. Mist, schon nach
acht. Das ärgert mich. Ich will trotzdem nach Hause. Also zahlen und tschüss.
Ich versuchs noch bei der Poststelle, aber schon zu. Zu Hause setze ich mich
auf meinen bequemen Schwingsessel (von einem Ur-Ex-Mitbewohner geerbt und
passend zu dem Rest meiner zusammengeklaubten Einrichtung alt und ausgedient)
und spiele 2048. Irgendwann ruft K an
und fragt, nach meinen Abendplänen. Ich willige ein mit ihr und ein paar
anderen aus meiner Ex-WG später aufs Grether zu schauen. Auf dem Weg dorthin
laufen wir an zig gepanzerten Polizeibeamten vorüber. Ich habe sie vorhin schon
auf dem Nachhauseweg vom Kiez gesehen und es ist ja in aller Munde, dass das
Gretherfest dieses Jahr quasi per Allgemeinverfügung komplett verboten wurde.
Viele Mensch regen sich über die Strenge des Amts für Ordnungswahn auf. Ich
auch ein bisschen. Finde es völlig überzogen so martialisch aufzufahren. Da
werden die Bullen in Massen aus den entferntesten Dörfern des Landes
herangekarrt, nur um hier vor den friedlichen Feierstudenten einen auf dicke
Hose zu machen. Naja, aber scheint zu wirken. Beim Grether ist totenstille,
Menschen kommen in kleinen Gruppen gucken und schimpfen leise unter den Augen
den verteidigungsbereiten Polizisten (der eine sogar mit Flammenwerfer oder
Feuerlöscher auf dem Rücken) und verschwinden wieder in kleinen Gruppen. Wir
bleiben ein bisschen da und hören Caribus Odessa von einem Balkon schallen. Es
erreichen uns Nachrichten, dass vor dem Bettelstudenten Musik läuft, punkige
Musik. Nach einer Weile hin und her und einem kurzen Toilettenbesuch in K.
Kita, die dort in der Nähe ist (Roman wundert sich über die kleinen Armaturen
und niedrige Anbringung derselben, weil er versehentlich auf der Kindertoilette
gelandet ist), gehen wir auch zu der Musik-Ecke. Die Polizei kesselt schon hören
wir und sind schaulustig. Raketen sausen in die Luft, knallen, eine Durchsage
vom Polizeiwagen kommt: „Achtung, dies ist eine wichtige Durchsage. Sie
brauchen nicht auf kosmischen Käfer zu warten. Er ist schon wieder auf dem
Heimweg- er wird nicht kommen. Dies ist keine Versammlung mehr und unterliegt
somit nicht mehr dem Schutze der Versammlungsfreiheit. Ich bitte die
vernünftigen Leute den Platz zu verlassen. Dies war die zweit Durchsage, wenn
Sie nach der Dritten den Platz nicht verlassen haben, werden wir ihn räumen.
Dies ischt mein Ernschd!“ Böller fliegen in die Reihen der Polizisten. Find ich
ja nicht so geil. Naja, die Leute verlassen natürlich nicht den Platz, aber
ich, denn es wurde gerade berichtet, dass auf der blauen Brücke Musik ist. Ab dahin.
Zwei Minuten später kommt uns schon ein Zug Menschen, von der rollenden Musik
angeführt, entgegen. Ich erkenne Ronny, grinse ihn an und begrüße ihn per
Handschlag. Die Musik ist elektronisch und wie erwartet saugeil. Eine Kreuzung
neben der gekesselten stoppt die Menge und tanzt um die Musikanlage herum. Ich
sehe viele bekannte Gesichter und freue mich, dass wir doch noch tanzen können.
Wenig später kommt der blaue leichenwagenähnliche Mercedes, den ich öfters in
der Nähe meiner Arbeit sehe. Die Musik samt zwei, drei tanzenden Mädels werden
zur Unterhaltung der Massen auf dessen Dach gehoben. Um halb drei gehe ich mit
Jasi weg, die Polizeibeamten sind wieder in Stellung gegangen.. Kurz in die
Beatbar geschaut, Jasi nach Hause gebracht und auf mein Zimmer gegangen. Ich
höre Lärm draußen und schaue aus dem Fenster. Lukas bastelt mit Tine und zwei
anderen Freunden einen Maibaum vor Franzis Fenster. Ach was eine schöne
Liebesgeste. Ich geh runter und wir merken, dass da Musik aus dem Stühlipark
kommt. Eine Menschentraube tanzt dort um den Musikwagen. Jetzt sind sie also
hier. Ich höre, dass die Polizei die vorherige Versammlung abgedrängt hat, mit
dem Angebot, die Leute sollen doch in den Park gehen. Gute Idee. Hier treffe
ich K und Robert wieder und wir tanzen noch über eine Stunde. K ist leicht
betrunken und wir suchen unsere Nähe. Sie gibt mir einen Kuss auf den Hals, ich
lasse das geschehen und freue mich drüber. Wie gut, dass wir nie was hatten,
wir riskierten nicht unsere Freundschaft. So soll es auch bleiben. Ich bekomme
von Ronny noch einen Flyer in die Hand gedrück, morgen Demo. Die ist wichtig!
Gegen vier gehe ich müde und zufrieden schlafen.
Dienstag, 20. Mai 2014
Dienstag, den 29. April 2014 - Christoph
Liebes Tagebuch,
die letzte Nacht habe ich nicht so gut geschlafen. Ich bin
immer mal wieder aufgewacht. Medea hat in der oberen Etage meines Hochbettes
geschlafen, musste aber wegen einer noch nicht ausgeheilten Blasenentzündung
ein paar mal aufs Klo. Allerdings war das gar nicht das Problem. Es war mal
wieder laut auf der Straße. Egal. Ich bin heute morgen tatsächlich joggen
gegangen. War ganz angenehm, aber ich habe nicht die volle Runde gemacht, weil
mein Fuß mir wieder Beschwerden machte. Auch egal. Bei der Arbeit war's
anstrengend. Schön war, dass wir gemeinsam Spargel gegessen haben und zumindest
ab Mittag dann auch alle recht gut gestellt waren. Morgens musste ich mal kurz
vor einer Diskussion der Kollegen flüchten. Hab mich dann zum rauchenden M. auf
die Eingangstreppe gehockt und ein bisschen mit ihm gequatscht. Er hat
erstaunlich gute Laune dafür, dass er immer noch nicht ganz durch ist mit
seiner Magendarmverstimmung und dafür, dass er geschäftliche Turbulenzen
eigentlich nicht so gut ab kann. Nach der Arbeit bin ich sehr zufrieden nach Hause
gefahren. Ich weiß gar nicht woran das gelegen hat. Wahrscheinlich einfach weil
ich den Tagessoll erfüllt hatte und für den Feierabend nichts vor hatte. Der
füllte sich mit Abendbrotessen und Fußball gucken. Hat ja nicht lange gedauert,
bis das Spiel Bayern gegen Real entschieden war. Schade, ich hatte mich schon
auf zuverlässige Bayern gefreut. Egal. 2254, ich gehe schlafen.
Gute Nacht liebes Tagebuch!
Montag, 19. Mai 2014
Montag, den 28. April 2014 - Christoph
Liebes Tagebuch,
es ist gerade eine regnerische Zeit. Nachdem der letzte
Monat eigentlich viel zu trocken war, regnet es jetzt ordentlich nach. Die
Dreisam ist fast schon wieder zu einem reißenden Fluss geworden. Vor ein paar
Jahren ist mal ein Obdachloser drin ertrunken. Er wollte ein Fahrrad
rausziehen, glaube ich, und wurde dann selbst rausgezogen, raus aus der Stadt
und irgendwo flussabwärts am Ufer hängen geblieben. So stelle ich's mir gerade
vor. Wenn ich mit meinem Klapprad (Jens) jeden morgen über die Dreisam fahre,
dann schaue ich nach rechts, Richtung Frankreich, Richtung Rheinebene. Ich
liebe diesen Anblick. Dieses Gefühl der Freiheit. In der anderen Richtung liegt
der Schwarzwald. Berge sind zwar schön, aber geben mir niemals dieses Gefühl
der Freiheit. Vielleicht liegt es daran, dass ich in der norddeutschen
Tiefebene aufgewachsen bin. Wie auch immer...
Es war gar nicht so schwer heute aufzustehen. Ich war ohne
Quälerei um 8:10 Uhr bei der Arbeit und damit zufrieden. Das Wochenende ohne
Alkohol hat sich gelohnt. Meinem Kollegen ging es nicht so gut. Er hat
Bauchprobleme, nachdemse gestern Hackfleisch mit 'Stich' zwar gut
durchgebrachten, aber eben doch gegessen haben. Das habe ich auch schon Mal
gemacht, vermeintlich tiefgefrorenes Hackfleisch aus dem vergletscherten
Pseudo-Tiefkühlfach, zwar gut gebraten und doch fast vergiftet, zu mir
genommen. Kotzen, Kacken, Sterben. Nene, das mach ich nicht nochmal.
Als ich heute morgen mein Handy vom Flugzeugmodus zurück in
den AV-Wanzenmodus stellte bimmelte es, eine SMS von Medea. Ob sie morgen (also
heute, die SMS war von der letzten Nacht) bei uns in der WG übernachten könnte,
sie kommt durch Freiburg auf dem Weg von Göttingen nach Colmar. Schnell zurück
geschrieben, dass das klar geht und ab über die Dreisam zur Arbeit. Dort habe
ich gearbeitet. Am Computer. Teambesprechung um halb elf mit Kuchen von der
italienischen Großmutter der halbitalienischen Kinder meiner Kollegin. Wir
müssen uns mehr bemühen Projekte an Land zu ziehen. Denn die Koreaner kommen
überhaupt nicht aus dem Quark und wir können nicht mehr ewig auf die warten.
OK.
Ich habe endlich wieder super geiles Mittagessen in der SUSI
bekommen, die Osterferien sind vorbei. Nach dem Mittagessen wurde ich müde und
habe etwas über Schrittmotoren gelesen und über Schaltregister und
Leistungstreiber. Dann habe ich ein bisschen von einer Elektronikwerkstatt
geträumt. Abends gab's noch ein Gespräch mit meinen Chefs, was sehr angenehm
war, und dann habe ich ein bisschen aufgeräumt und bin nach Hause gefahren.
Dort erwartete mich schon ein Briefumschlag auf dem Schreibtisch, nebst 3,80
von Lisa für's ausleihen vom Punto (Ünschi). Der Briefumschlag lag zuletzt auf
dem Postamt und musste, da es sich um ein Einschreiben handelte, dass ich
letzten Freitag nicht entgegennehmen konnte, mit einer Vollmacht von Lisa
abgeholt werden. Die Erwartung erfüllte
sich beim Blick auf den Absender: Kulturkosmos. Fett, das Fusion-Ticket in der
Hand. Wo hänge ich es hin? Oder verstecke ich es lieber, nicht dass es jemand
klaut? Dann habe ich es einfach auf dem
Tisch liegen lassen. Als Medea dann kam, sind wir einkaufen gegangen. Sie hatte
eine super Idee: Zum Abendessen Spinat, Kartoffeln und Spiegelei zu essen. Ich
habe das dann noch um Fischstäbchen ergänzt. Der Mann vorm Treff3000 bekam von
mir zwei Euro und hat mir dafür Gutes gewünscht, das war nett. Auch dass wir
dann mit meinen Mitbewohnern zusammen in der Küche saßen und gemeinsam gegessen
haben, war sehr nett und witzig. Medea hat nen super Humor. Ich lache wenn sie
lacht und sie lacht wenn ich lache. Das sind sehr gute Voraussetzungen für eine
spaßige Zeit.
Jetzt sitzen wir nebeneinander, sie schreibt ihr Tagebuch
und ich schreibe mein Tagebuch. Das ist ein schönes Gefühl und sicher nett
anzusehen :) Vielleicht schauen wir noch eine folge Karambolage und dann will
ich schlafen, morgen früh will ich früh aufstehen und sollte eigentlich joggen
gehen.
Gute Nacht liebes Tagebuch!
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