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Samstag, 24. Mai 2014

Samstag, den 3. mai 2014 - Ole

Ich trinke nur Klare - die sieht die Leber nicht!

Ein herrlicher Sonnentag. Den Damen läuft die Schminke vom Gesicht. Die Herren mit Sonnenbrille sehen aus, wie Reservoir Dogs. Kinder in erwachsenen Outfits laufen aufgeregt durch die Gruppenkreise vor der Uralten Kirche. Endlich geht es los. Alle verdrehen die Köpfe zum Eingang. Ladies First. Nein. Der Vater geht direkt vor der Braut Richtung Altar. Der Photograph weiß nicht wo hin. Der Vater lächelt in die Kamera. Das Paar küsst sich. Jetzt schon? Die Zeremonie beginnt. Teilweise witzig. Fettnäpfchen. Gesang. Witzig. Gesang. Peinlich. Langweilig. Spannend. Schön. Gesang. Schön. Zu Tränen gerührt. Gesang. Schön. Shit – hab ich Kleingeld dabei? Puh! Outro. Sunshine. Herzluftballons. Alle warten. Brautpaar First. Ah, nee doch nicht. Anschnallen. 6ter Gang. Parken. Warten. Pärchen/Gruppenfoto in leerem Bilderrahmen. Geschenkübergabe. Sektchen. Sektchen. Rauchen. Rauchen. Gruppenfoto. Endlich guter, trockener Weißwein. Hinsetzen. Zuhören. Klatschen. Singen. Erzählen. Essen holen. Essen. Rauchen. Trinken. Zugucken. Trinken. Singen. Schnacken. Saufen. Dans op de Deel. Dans op de Deel. Spielchen. Dans op de Deel. Draußen diskutieren. Ikea oder nicht. Theke. Schnacken. Abschlussschwof. Taxi. Sonnenaufgang. Bett. Schön.
Wie ich es mir vorgestellt hatte.
  
Tune des Tages:              Phil Collins – You’ll Be In My Heart / Dir gehört mein Herz

Samstag, den 3. Mai 2014 - Ralf

Der Samstag beginnt etwas verkatert. Beim Einschlafen auf der Couch habe ich mir den Rücken verdreht. Es zieht im Kreuz, ich kenne das schon lange. Das kommt nicht nur vom Schlafen auf der Couch, der Job fordert seinen Tribut.

So erledige ich unter leichten Schmerzen die Hausarbeit, gehe einkaufen und wasche die Wäsche. Bewegung hilft gegen die chronischen Schmerzen die, sofern man sie einmal erfolgreich ausgeblendet hat, jederzeit durch eine unachtsame Bewegung wieder da sind.

Abends geht es in den Goldenen Stier, mein Bruder hat Geburtstag. Goldener Stier, wie kommt man auf so einen Namen? Gebratener Stier wäre sinnvoller gewesen. Aber es ist ein Chinaasiatischjapanischkoreanisch-Restaurant und sein Name muss deswegen aus einer Farbe und einen Tier bestehen. Ist das eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz das die Namen von Restaurants aus einer Farbe und einen Tier bestehen müssen? Goldener Stier, Schwarze Ente, Roter Hahn, Silberner Löffel … oh!

Das Restaurant bietet keinerlei Überraschungen, eine sichere Sache für alle beteiligten. Die Einrichtung erweckt den Eindruck als hätte man sie gerade aus der Blister-Verpackung geholt. Alles wirkt wie Plastik. Die Bedienung wirkt irgendwie asiatisch, hier arbeitet jeder der auch nur ansatzweise wie ein Asiat aussieht. Woher sie kommen, ob nun aus China, Vietnam, Korea, Duisburg oder Neu Kölln, wissen wahrscheinlich nur sie selber und die Götter. In manchen Fällen würde ich darauf tippen das nur die Götter es wissen.

Zu Essen gibt es alles was der Deutsche im weitesten Sinne mit Asia in Verbindung bringt. Als besonderer Clou wird der „Mongolen Grill“ angepriesen. Man kann sich nun unter einen Mongolen Grill etwas wildes, abenteuerliches mit unbekannten Speisen und Gewürzen vorstellen. Wird bei näherer Betrachtung jedoch arg enttäuscht. Es handelt sich dabei um eine Kühltheke mit verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten, diese schreitet man entlang und füllt sich in einer kleinen Schüssel alles was man gerne in seinem Essen drin hätte. Die Schüssel stellt man dann auf einen Tresen und befestigt mit einer Wäscheklammer einen Zettel auf dem man neben der Tischnummer die Nummer der Soße notiert die man gerne dazu hätte. Die Soßen reichen von „ein bisschen Scharf“ über „gar nicht scharf“ bis hin zu „ganz schön scharf“. Ein Asiatisch-Scharf wird erst gar nicht angeboten, vielleicht weil der gemeine deutsche Kunde das nicht mit Asia in Verbindung bringt oder weil es ihm einfach zu scharf ist. Wer weiß. Die Schüssel übernimmt dann ein Asiate der den Inhalt auf eine heiße Grillplatte schüttet, alles nach seinen Vorstellungen zubereitet und das ganze dann auf einen Teller packt. Die Grillplatte ist eine ganz gewöhnliche Grillplatte aus Edelstahl wie man sie in jeden Imbiss zum Zubereiten von Würstchen und Grillfleisch benutzt. Der Mann hinter der Grillplatte ist ein finster drein blickender Asiate in weißer Kochkleidung. Ich suche das Mongolische an diesen Grill und werde im ganzen Verlauf des Abends nicht fündig. Das Essen ist dennoch gut, es schmeckt.

Samstag, den 3. Mai 2014 - Kyra

Für heute habe ich mich mit N. zum brunchen verabredet. Er kommt auch aus Aachen und mit ihm habe ich meine Ausbildung gemacht. Also muss ich heute früh aufstehen. Es ist schön Ihn auch mal wieder zu sehen. Und dann geht’s wieder nach Frankfurt. Ich verabschiede mich von A. und wir wissen nicht wann wir uns das nächste mal sehen. Wie gut, dass es heutzutage so viele Möglichkeiten zum Austauschen gibt, aber dann passiert es doch zu wenig.

Ich fahre mit einer Flugbegleiter Freundin  zurück nach Wiesbaden und dann gehen wir noch mit S. ins Kino. Ein Treffen zu dritt ist auch immer schwierig, denn meistens muss immer einer fliegen, ja und ich wohn ja dann eigentlich auch in Bremen. Also gehe ich mit den beiden ins Kino obwohl ich viel lieber mal entspannen würde. Abends fahre ich in meine Stand-by Wohnung. Wie gut, dass ich mir am Donnerstag schon ein Zimmer reserviert habe, denn die restlichen sind nun alle belegt. Obwohl ich nur ca. 6 Nächte im Monat hier bin, mag ich diese Wohnung nicht. Aber für richtig frühe Flüge ist es schon praktischer.

Ich lese noch ein bisschen und schlaf dann endlich ein.

Samstag, den 3. Mai 2014 - Christoph



Heute habe ich lange geschlafen. Wieder. Zum Glück habe ich eine Kanne Wasser auf meinen Nachttisch gestellt, als ich ins Bett gegangen bin. V ist vorhin gegangen, Lisa war in der Küche und hat neugierige Augen gemacht. Ich liege im Bett und überlege, wie der Tag weitergeht. Wir wollten doch früh zur Bötzeparty. Das geht mit mir erstmal nicht. Ich muss schlafen. Jonathan und Ina sind ja auch noch nicht da. Sie wollten mit dem Auto aus KA herkommen. Solange die nicht da sind, kann ich mich ja entspannen. Zu etwas anderem bin ich auch nicht in der Lage. Irgendwann ruft Ina von der Autobahn auf meinem Handy an und sagt, dass sie noch etwas brauchen. Das ist mir natürlich recht. Es klang so als würden sie Bescheid geben, dass sie sich verspäten. Dabei haben wir gar nicht wirklich was abgemacht, aber so fällt nicht das Augenmerk auf meine desolate Verfassung. Als sie da sind, ist die Küche auch schon voll mit Leuten. Wir trinken Bier und hören Franzis Musik. Meine Laune wird besser. Mit Jonathan mache ich mich an die Licht-Säule, die wir vor einigen Monaten gebastelt haben. Wir fixieren die zwölf Schalter in einer Reihe, sodass man nacheinander die Lichter von Grün auf Rot und umgekehrt schalten kann. Das fertige Stück muss noch in den Punto verfrachtet werden, Ina fährt ihn, Jonathan mit Mietwagen vorweg und ich mit Fahrrad nach einer Weile hinterher. Erstaunlich, dass eine Zwei-Meter-Säule in den Wagen passt. Reines italienisches Raumwunder. Der  kaputte Auspuff röhrt und ab geht's. Ich fahre wieder mit Klappjens die Dreisam runter und komme entspannt auf dem Grillplatz an. Die Zelte stehen, die Bar ist eröffnet, das Lagerfeuer lodert, der Kicker wird bekickt und das Buffet ist für umme.  Bierchen gibt’s aus dem Rucksack und ich freue mich all die Freunde und Bekannten zu sehen. Ein erstklassiges Hippi-Fest. ;)  Ich sah sogar das interessante Mädchen von der Demo wieder. Wir begrüßten uns und ich erfuhr ihren Namen. Bestimmt ist sie mit ihrem 'Wohnprojekt von außerhalb' hier, die kennen sich doch untereinander oft. Aber egal. Als es dunkel wird, baue ich mit Jonathan und Frieder die Säule neben der Tanzfläche auf. Es klappt und die ersten Leute lachen über die Ironie der „Säule des Tanz“. Um 22oo Uhr habe ich eigentlich ne Schicht am Crêpes-Stand. Ich komme ein paar Minuten zu spät und darf Kolle gleich mal ablösen. Das Bratgeschick hat mich nicht verlassen und die schmackhaft verzierten Fladen gehen über die Theke, die Hände, den Mund in den Bauch der spendenfreudigen Freunde. Doch die meiste Zeit in dieser Nacht verbrachte ich unter dem Tanzzelt, nachdem ich meinen roten Glitzerzylinder und -schal angezogen hatte. Auflegen tat zunächst Ole, der mir bekannt wurde eigentlich über meine aktuelle Mitbewohnerin, aber so stellte es sich heraus, auch vor einiger Zeit kurz zur Zwischenmiete in meiner Ex-WG gewohnt hatte, deren Bewohner auch hier waren und wir uns alle freuten, dass Freiburg und die Welt so klein ist, dass alle alle kennen. Friede, Freude Crêpes-Kuchen. Und Fusion-Feeling bis um halb sieben. Zwischendurch war noch die Polizei da, ich konnte es in angedudeltem Zustand nicht unterlassen dem Beamten meine Meinung zu sagen und begann den Einwurf mit: „Hallo Herr Wachtmeister...“ Ich habe mir vor der Party verboten Polizisten zu beschwichtigen. Deshalb hielt ich mich sehr kurz. Der Beamte wiederholte dann kurz meine Meinung (Jaja, das ist ja einfach ein ganz nettes, friedliches Fest!) und ich ging schnell weg, bevor ich peinlich werden konnte. Im Morgengrauen entschloss ich mich, dass ich nun genug hätte und tritt den Rückweg an. Wieder strampelte ich die Dreisam hoch und freute mich unheimlich und zufrieden auf mein Bett. Ich kam gut voran, gab mit unter Gas, weil ich auch sehr müde war. In Lehen muss man die Dreisamseite wechseln und über die Brücke dort fahren. Vor ein paar Wochen habe ich hier Maulwurfshaufenerde geholt, für mein Gemüsebeet auf der Fensterbank. Heute flitze ich die abschüssige andere Brückenseite hinab, biege links auf den geteerten Fahrradweg ab und merke, dass ich einem entgegenkommenden Fahrradfahrer ausweichen muss, was bei der Geschwindig- und Abschüssigkeit mit dem kleinen Klapprad nicht so einfach ist. Ich komme von der Straße ab, und rutsche mit dem Vorderrad den 15cm-Absatz hinab. Nach rechts kann ich nicht, da ist ein Zaun,  also blieb mir wohl nichts anderes übrig, als nach links gegen den Absatz zu lenken und zu stürzen. Zack. Nach einem Moment wird mir bewusst, dass ich auf der Straße liege und nicht mehr fahre und denke, dass ich mich wohl hingepackt habe. Ach Mist, denke ich, aber scheiß drauf, aufstehen und weiter geht’s. Als ich stehe kommt der andere Fahrradfahrer auf mich zugelaufen und hat schon im nächsten Moment sein Handy an der Backe und ruft den Notarztwagen. Ich merke, dass mir Blut aus dem Gesicht läuft und meine rechte Hand ein wenig saftet. Ich meine zwar, dass mir nichts passiert ist, aber ich setze mich, um den Herren zu beruhigen, auf einen Baumstamm und warte auf den Rettungswagen. Ich merke leichte Schmerzen am Kiefer und schmecke Zahnbrocken in meinem Mund. Kacke, die wachsen doch nicht nach. Die Sanitäter stellen mich auf die Beine, checken mich kurz durch und kleben meine Wunden zu. Ich muss vor ihnen zugeben, dass ich 'zwei, drei Biere' getrunken habe und das wird mir nicht übel genommen. Aber auch nicht so recht geglaubt. Egal. Ich kann wieder gehen und fahre nach Hause, lege mich ins Bett, versuche meinen Kiefer ruhig zu halten und schlafe sofort ein.

Samstag, den 3. Mai 2014 - Silke

Bücken – Osnabrück

Der Tag beginnt früh, zu früh, entweder waren die Restbestände nicht mehr gut oder einfach zu viel.

Um 9 Uhr geht es babysitten, ich kümmere mich um meine einjährige Nichte, während mein Vater beim umräumen hilft. L. ist ein ganz großartiges, fantastisches Kind, in das ich sehr verliebt bin, egal wie vorwurfsvoll sie mich anguckt, wenn sie sich selbst beim Kopf stoßen oder auf den Boden fallen wehtut. So vorwurfsvoll, wie sie jetzt schon gucken kann (wirklich sehr vorwurfsvoll), wird man für spätere Verehrer Mitgefühl entwickeln – muss sich aber gleichzeitig keine Sorgen um sie machen.

Abgesehen davon ist sie ein fröhliches und aktives Kind und so bin ich wahrscheinlich wesentlich erschöpfter als sie, als wir gegen Mittag wieder fahren.

Im Zug nach Osnabrück kann ich mich bei einem Mittagschlaf erholen, jedenfalls genug, um beim abendlichen Kinoprogramm aufmerksam der Storyline folgen zu können. Der Film war in Ordnung (Transcendence) und wohl dass, was passiert, wenn Rosamunde Pilcher zusammen mit Spock eine Liebesgeschichte schreibt.

Samstag, den 3. Mai 2014 - Martin

Nach dem Aufstehen gegen 9Uhr und Frühstück, mache ich die Bude sauber. Geht recht schnell die größten Schandflecke zu vertuschen oder sogar zu beseitigen. Dabei kommt mir zugute, dass ich kein Perfektionist bin. In einer 4er WG und dann auch noch in unserer Besetzung das Haus komplett sauber und aufgeräumt zu halten, ist eh ein Kampf gegen Windmühlen. Daher haben wir in der Beziehung frühzeitig das Handtuch geschmissen. Unordnung stört mich nicht groß, ich muss nur alles immer schnell finden.

Nach der Pause gestern geht es heute wieder aufs Rad. Mein Mitbewohner Paco kommt mit. Er ist erst dieses Jahr mit dem Rennradfahren angefangen und schlägt sich dafür sehr gut. Langsam kann ich sowieso immer mehr Freunde davon überzeugen. Vielleicht suchen die auch nur eine Ausrede für Ihre Medikamentenabhängigkeit. Das Timing ist heute perfekt. Nachdem wir wieder da sind, bleibt noch locker genug Zeit zum Duschen, Bier kaufen usw. Und trotzdem nicht zu viel, dass es vor dem Anstoß noch mal langweilig wird.

Heise, Brosche, Andre, Markus und Tewes sind zum Fußball gucken hier. Seit langer Zeit gibt es mal wieder Weizen. Eine feine Sache, wenn man mit dem Anstoß im Nacken im Getränkemarkt nicht hektisch das Falsche erwischt (Kristallklar, oder Alkfrei). Im Laufe der Zeit hat sich bei Weizen und Fußball folgende Regel gezeigt: 4 Weizen = normales Spiel,  5 Weizen = sehr solides Spiel, 6 Weizen = sehr selten, da muss alles passen. Von der eigenen Tagesform bis zum Ergebnis. Dortmund gewinnt heute das letzte, unbedeutende Heimspiel der Saison und ich bin auch ganz gut dabei. Meine, es wurde ein 4,5 Weizen Spiel.

Auf jeden Fall was worauf man aufbauen kann, denken wir uns und fahren mit dem Zug um 19Uhr nach Bremen. Andre, Paco, Heise, Markus und ich sind am Start. Eine gute Truppe. Zuerst geht es ins Paddys und auch die Letzten verabschieden sich schnell von dem Gedanken evtl. den letzten Zug am Samstag zu nehmen. Wie es so kommen muss, artet der Abend ziemlich aus und meine Erinnerung ist sehr lückenhaft. Mehr eine Diashow als ein Film. Dias können zum Glück nicht reißen.
Es lief in etwa so ab:

Paddys (sehr gut, Kurze haben uns gekillt)
Taxi zur Lila Eule (nicht so gut, weil nicht reingekommen wegen offensichtlichem Suff)
In irgendeiner Bar gewesen (evtl. auch ganz gut)
Klopperei (gut, weil gewonnen)
Portemonnaie verloren (überhaupt nicht gut, weil alles weg)
Morgens mit Zug zurück (wieder gut, weil der Schaffner mich nicht wach bekommen hat)

Samstag, den 3. Mai 2014 - Dörte

Der Samstag war ein Tag nur fürs Pferd. Hab den ganzen Tag im Stall verbracht. ...Pferde betüddelt, geputzt, bewegt, Tee getrunken mit den Mädels und natürlich auch so unangenehme Sachen wie ausmisten...

Samstag, den 3. Mai 2014 - Thomas

Um 9 Uhr summt das Handy. Der Vibrationsalarm wird durch den Glastisch ordentlich verstärkt. Kurz darauf kommen Easy und Charlie mit Frühstück ins Wohnzimmer. 1A Service. Mir geht es wieder ganz gut, also normal. Ab 15 Uhr ist bei Martin Bundesliga Konferenz schauen, was mich nicht daran hindert bereits um 13 Uhr da zu sein. Martin und Paco wollen Rennrad fahren, ich verzichte gerne auf etwaige, sportliche Betätigung und spiele lieber Zelda auf dem Super Nintendo. Solange, bis die anderen kommen. Als Dark Souls Durchspieler hatte ich Zelda leichter in Erinnerung. Ich verliere schnell den Ehrgeiz. Zombies ate my Neighbors ist nicht minder schwierig. Sind Videospiel-Skills etwa nicht abwärtskompatibel oder was?

15 Uhr. Martin kommt mit einem Kasten Weizen vom Einkaufen zurück. Das Haus füllt sich mit fußballbegeisterten Nachbarskindern. Martin hat drei Mitbewohner, ergibt also eine Wohngemeinschaft von vier Personen. Teilt man aber die Anzahl der Leute, die hier ständig ein und ausgehen durch sieben Tage in der Woche, kommt man auf eine Sechser bis Siebener WG.
Am vorletzten Spieltag treffen alle Bundesligateams zeitgleich aufeinander. Der große FC Bayern trägt dazu bei, dass der HSV am letzten Spieltag direkt absteigen könnte. Sogar eine Standardsituation wird verwandelt. Der HSV hat soviel ungenutztes Potenzial, wenn die absteigen, hätte wenigstens das Kopfschütteln ein Ende.
Für mich ist es ein vier Weizen Spieltag. Schnell Duschen und dann ab nach Bremen, erfahre ich von den anderen. Meine Taschen und das Auto lasse ich in Hämelhausen stehen.

Wir treffen so gegen 20 Uhr in Bremen ein. Vor dem Bahnhof unterhält sich Martin mit einem Rentner, der nebenbei Pfand einsammelt. Aber nur die Dosen! Flaschen haben zu viel Gewicht für zuwenig Pfand und machen die Tüte, also den Müllbeutel kaputt. Er sieht aus wie ein später Bukowski. Solche Leute haben ja öfters einen klareren Kopf als man denkt oder selbst. Er spielte mal Verbandsliga bei Komet Arsten und hätte den Sprung nach ganz oben fast geschafft. Ich glaube ihm, obwohl er Walter Frosch nicht kennt.

In Paddy´s Pit treffe ich nach über einem Jahr Linus und Paul wieder. Linus war damals mein Nachbar in Bremen, Paul wohnt im Viertel und beides sind jahrelange Freunde. Das sagt schon viel über eine Freundschaft aus, wenn man nach so langer Zeit direkt da weitermachen kann, wo man aufgehört hat. Ein paar Stunden später sind wir ziemlich ruiniert vom Lachen, oder geht das nur mir so?

Wir verschwinden aus dem Pub. Es geht ins Studio. Oder nur davor?

Samstag, den 3. Mai 2014 - Verena

C muss vormittags arbeiten, so verbringe ich den Vormittag faul mit Fernsehen und lasse nebenbei noch eine Waschmaschine laufen, frühstücke, staubsauge ein bisschen. Mittags holt er mich ab und wir fahren nach Mühlheim zur Comic-Messe, wo ich unbedingt hin wollte. Die Halle ist voll mit Ständen, die voll gepackt sind mit Comics. Viel altes Zeug, was ich gar nicht kenne. Sigurd und so was. Natürlich Micky Maus, Donald, Fix & Foxi, Superman. Ich komme spät dahinter, dass Die Spinne Spiderman ist. Zum Glück hab ich das nicht laut gesagt. Es sind einige Zeichner vor Ort, aber ich kenne nur eine von ihnen und ich frage auch nach keinem Autogramm. Ich kaufe eine Spardose von Felix the Cat für 6 Euro und bin glücklich. Ich verliebe mich in einen kleinen Plastik-Woodstock, der auch 6 Euro kosten soll. Ich finde das zu viel und wir gehen weiter, aber der dumme Vogel geht nicht mehr aus meinem Kopf. Also für 3 Euro sofort. Ich geh noch mal hin. Handeln ist leider nicht mein Ding. Also steh ich da und überlege. Soll ich? Ach nee. Oder doch? C ist genervt. Am Ende geh ich noch mal hin und kaufe ihn. Und noch ein Superman-Heft für 2,50 Euro. Supermann vs. Mikrowellenman!
Genug gesehen. Wir laufen zum Wiener Platz und ich esse eine Currywurst mit Fritten. C behauptet immer, es wäre die Beste in ganz Köln oder sogar überhaupt. Ich bezweifle das ja, aber gut ist sie schon.

Wieder Zuhause hol ich beim Nachbarn ein Päckchen ab, was er freundlicherweise angenommen hat. Ich hatte auf einem Blog bei einem Gewinnspiel gewonnen: Ein Parfüm und eine Kette. Sachen gewinnen ist toll!

Später fahren wir noch nach Siegburg zu einem großen Fahrradladen, um für C einen neuen Reifen für sein Rennrad zu holen und mir ein Eis. In einem anderen Geschäft finde ich endlich die kleinen Weck-Gläschen, die ich schon lange haben wollte und in denen ich dieses tolle Schokokuchen-Rezept ausprobieren wollte, welches ich letztens auf dem Blog hatte.

Abends recherchiere ich heimlich, was meine Comic-Messe-Ausbeute wirklich wert ist oder ob ich womöglich doch arglistig übers Ohr gehauen wurde. C sagte, ich solle das nicht machen, sonst würde ich mich nur ärgern. Aber ich hab Glück und freue mich.

Wir gucken Schlag den Raab und trinken eine Flasche Weißwein, weil ich beschließe, dass die Kalorienbilanz nach Currywurst und Eis jetzt eh fürn Arsch ist. Wir sind zu müde, um noch zu sehen, wer am Ende gewinnt.