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Montag, 19. Mai 2014

Montag, den 28. April 2014 - Dörte

Montage sind ohnehin schon ein Grauen, aber morgens um Zwei aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden braucht kein Mensch. Etwas orientierungslos versuchte ich zu deuten, was für ein Geschrei das draußen war.... zwei Katzen, die sich bekämpften. Wenigstens nicht meine Stubentiger. Die lagen zusammengerollt auf dem Teppich und schliefen fest. Ich schloss das Fenster und legte mich wieder ins Bett.
Im Büro war es wie jeden Montag. Müde, nervig und viel zu viel zu tun. Nach der Mittagspause ging's dann aber, zumindest was meine Montagslaune anging. Der Schreibtisch allerdings war nicht mehr als solcher zu erkennen. Somit hing ich nach Feierabend noch ne gute Stunde dran und hatte dann auch gleich ne Ausrede um nicht mehr zum Sport zu müssen.
Der Abend endete auf dem Sofa vorm Fernseher.

Ein ganz normaler Montag also...

Montag, den 28. April 2014 - Christoph



Liebes Tagebuch,

es ist gerade eine regnerische Zeit. Nachdem der letzte Monat eigentlich viel zu trocken war, regnet es jetzt ordentlich nach. Die Dreisam ist fast schon wieder zu einem reißenden Fluss geworden. Vor ein paar Jahren ist mal ein Obdachloser drin ertrunken. Er wollte ein Fahrrad rausziehen, glaube ich, und wurde dann selbst rausgezogen, raus aus der Stadt und irgendwo flussabwärts am Ufer hängen geblieben. So stelle ich's mir gerade vor. Wenn ich mit meinem Klapprad (Jens) jeden morgen über die Dreisam fahre, dann schaue ich nach rechts, Richtung Frankreich, Richtung Rheinebene. Ich liebe diesen Anblick. Dieses Gefühl der Freiheit. In der anderen Richtung liegt der Schwarzwald. Berge sind zwar schön, aber geben mir niemals dieses Gefühl der Freiheit. Vielleicht liegt es daran, dass ich in der norddeutschen Tiefebene aufgewachsen bin. Wie auch immer...
Es war gar nicht so schwer heute aufzustehen. Ich war ohne Quälerei um 8:10 Uhr bei der Arbeit und damit zufrieden. Das Wochenende ohne Alkohol hat sich gelohnt. Meinem Kollegen ging es nicht so gut. Er hat Bauchprobleme, nachdemse gestern Hackfleisch mit 'Stich' zwar gut durchgebrachten, aber eben doch gegessen haben. Das habe ich auch schon Mal gemacht, vermeintlich tiefgefrorenes Hackfleisch aus dem vergletscherten Pseudo-Tiefkühlfach, zwar gut gebraten und doch fast vergiftet, zu mir genommen. Kotzen, Kacken, Sterben. Nene, das mach ich nicht nochmal.
Als ich heute morgen mein Handy vom Flugzeugmodus zurück in den AV-Wanzenmodus stellte bimmelte es, eine SMS von Medea. Ob sie morgen (also heute, die SMS war von der letzten Nacht) bei uns in der WG übernachten könnte, sie kommt durch Freiburg auf dem Weg von Göttingen nach Colmar. Schnell zurück geschrieben, dass das klar geht und ab über die Dreisam zur Arbeit. Dort habe ich gearbeitet. Am Computer. Teambesprechung um halb elf mit Kuchen von der italienischen Großmutter der halbitalienischen Kinder meiner Kollegin. Wir müssen uns mehr bemühen Projekte an Land zu ziehen. Denn die Koreaner kommen überhaupt nicht aus dem Quark und wir können nicht mehr ewig auf die warten. OK.
Ich habe endlich wieder super geiles Mittagessen in der SUSI bekommen, die Osterferien sind vorbei. Nach dem Mittagessen wurde ich müde und habe etwas über Schrittmotoren gelesen und über Schaltregister und Leistungstreiber. Dann habe ich ein bisschen von einer Elektronikwerkstatt geträumt. Abends gab's noch ein Gespräch mit meinen Chefs, was sehr angenehm war, und dann habe ich ein bisschen aufgeräumt und bin nach Hause gefahren. Dort erwartete mich schon ein Briefumschlag auf dem Schreibtisch, nebst 3,80 von Lisa für's ausleihen vom Punto (Ünschi). Der Briefumschlag lag zuletzt auf dem Postamt und musste, da es sich um ein Einschreiben handelte, dass ich letzten Freitag nicht entgegennehmen konnte, mit einer Vollmacht von Lisa abgeholt werden.  Die Erwartung erfüllte sich beim Blick auf den Absender: Kulturkosmos. Fett, das Fusion-Ticket in der Hand. Wo hänge ich es hin? Oder verstecke ich es lieber, nicht dass es jemand klaut?  Dann habe ich es einfach auf dem Tisch liegen lassen. Als Medea dann kam, sind wir einkaufen gegangen. Sie hatte eine super Idee: Zum Abendessen Spinat, Kartoffeln und Spiegelei zu essen. Ich habe das dann noch um Fischstäbchen ergänzt. Der Mann vorm Treff3000 bekam von mir zwei Euro und hat mir dafür Gutes gewünscht, das war nett. Auch dass wir dann mit meinen Mitbewohnern zusammen in der Küche saßen und gemeinsam gegessen haben, war sehr nett und witzig. Medea hat nen super Humor. Ich lache wenn sie lacht und sie lacht wenn ich lache. Das sind sehr gute Voraussetzungen für eine spaßige Zeit.
Jetzt sitzen wir nebeneinander, sie schreibt ihr Tagebuch und ich schreibe mein Tagebuch. Das ist ein schönes Gefühl und sicher nett anzusehen :) Vielleicht schauen wir noch eine folge Karambolage und dann will ich schlafen, morgen früh will ich früh aufstehen und sollte eigentlich joggen gehen.

Gute Nacht liebes Tagebuch!

Montag, den 28. April 2014 - Thomas

Ich komme eine Viertelstunde zu spät auf der Arbeit an, es fällt niemanden auf. Das Montagsmeeting scheint ebenfalls niemanden zu interessieren. Recht so. Ich fahre den PC hoch, lösche den Internetverlauf, schreibe meine Kündigung und fülle den Urlaubsantrag aus. Ein Kollege fragt mich, ob ich heute Abend zum Studentenwohnheim fahren könne, der Beton wird geliefert, und das sei ja in meiner Nachbarschaft. So war es zwar mal abgemacht, aber ich habe mich bereits geistig abgeseilt. Der Chef ahnt was los ist. Wenn hier jemand bei Betreten eines Büros die Tür hinter sich schließt, ist das nie ein gutes Zeichen. Sich gütlich trennen, geht in diesem Fall wohl kaum, zumindest kriegen wir es einigermaßen hin, uns gegenseitig kein allzu schlechtes Gewissen zu machen. Ich gebe den Generalschlüssel und das iPhone ab, kläre ein paar Kleinigkeiten, schreibe einen Zettel, der so was wie eine Übergabe der ausstehenden Arbeiten darstellen soll und verabschiede mich von den Kollegen. In der Buchhaltung hole ich mir noch das Spesengeld für die Bayerntour aus vergangener Woche ab. 60 Euro bar auf die Hand! danach heißt es: Ferien für immer.

Zu Hause bemerke ich das Ladekabel des Firmen iPhones auf dem Küchentisch. Das muss ich wohl nachschicken. Auf dem Sofa liegen und lesen, klappt grundsätzlich höchstens fünf Minuten, dann fällt mir das Buch ins Gesicht. Im Bett werde ich davon eher wach.

16 Uhr, zu spät für das Mittagessen und zu früh für Abendbrot. Dann gibt es halt Spaghetti Bolognese statt Kaffee und Kuchen zum Kaffee. Nebenbei erledige ich so allerhand Kram. Wäsche, Müll, Putzen. Dinge, die sonst einen erheblichen Zeitaufwand mit sich brachten, erledige ich jetzt „nebenbei“. Erstaunlich wie schnell man sich von der Arbeit und den ganzen Themen drumherum lösen kann. Im so genannten Feierabend funktionierte das nicht so gut. Nach dem Essen setze ich mich an den Schreibtisch, höre die aktuelle Folge von Sanft und Sorgfältig und sortiere Akten. Eigentlich sind es viele, einzelne Blätter. Aktenordner besitze ich nur einen.

Es ist eine schlechte Idee an Montagen die Pfandflaschen zum Supermarkt zu tragen. REWE ist der einzige Markt in der Nähe, der einen Pfandautomaten hat, der alle Flaschen bedingungslos annimmt. Außer Club Mate. Die Schlange reicht bis vor den Eingang. REWE scheint mit Ausschreitungen zu rechnen. Eine Einmeterfünfzig kleine Sabrina Setlur gibt breitbeinig und mit verschränkten Armen die Security. Vor mir sind zwei Junge Menschen. Er mit Hornbrille, Föhnfrisur, Vollbart, Jeanshemd, Skinny-Jenas und Slipper, sie im Grunde auch, nur ohne Vollbart und Hornbrille. Drei Big Bags voll haben die beiden in einem Einkaufswagen rangerollt. Kurz überlege ich, ob ich denen das mit der Club Mate erzähle, vielleicht verziehen sie sich dann wieder. Das Mädel steckt sehr gemächlich eine Flache nach der anderen in die dafür vorgesehene Öffnung. Womöglich hat sie Angst durch den Automaten eine Hand zu verlieren oder sie liest nebenbei die Bedienungsanleitung. Ihrem Freund und/oder Mitbewohner, ist ja oft dasselbe, kann es nicht schnell genug gehen und löst sie wortlos am Automaten ab. In Menschenschlangen herrscht dankenswerterweise Redeverbot! Es geht voran. Über zehn Euro haben die beiden zusammengesammelt. Da komme ich nicht mit.

Pfandgeld hole ich beim REWE, beim Netto am "E-Damm" kaufe ich ein.
Hier verlaufe ich mich nur selten und vergesse nicht mittendrin was ich einkaufen wollte. Es soll später Hawaii Toast geben, zusammen mit einer DVD. Der Netto, bei dem ich regelmäßig einkaufe, wird genauso regelmäßig abgezogen. Heute ist es eine blonde Frau in grünen Leggings, die nach dem Piepen der Sicherheitsschranke ihre dicken Beine in die kleinen, diebischen Hände nimmt. Die ist weggelaufen, ruft irgendwer. Nicht schon wieder, stöhnt der Kassierer. Ja, so ist das hier. 

Abends setze ich mich an den PC und rechne die Statik für Volkers Holzbalkendecke. Leider habe ich keinen Taschenrechner mehr, weshalb ich die Rechnungen alle in Excel-Spalten eingeben muss. Müßig, gerade wenn das Ergebnis nicht stimmen will, bzw. stimmt es und die Ausführung muss geändert werden. Um 22 Uhr schaffe ich es auch Volker davon in Kenntnis zu setzen.
Die DVD schalte ich nach dem Intro wieder ab. Die Hawaii Toasts esse ich trotzdem. Morgen früh habe ich ein Vorstellungsgespräch und bin bisher kein bisschen darauf eingestellt. Also Hose bügeln und so. Bei Jürgen Wiebicke höre ich, dass beim Menschen, laut einer aktuellen Studie natürlich, über den Tag verteilt 2/3 seiner Gedanken unbestimmt sind. Ein wirres Zufallsprodukt an Gedankengängen. Und zwar Geschlechter unabhängig. Das restliche Drittel sei Konzentration. Mir kommt es so vor, als seien es mehr, oder ich habe mir das Drittel für das Bett aufgehoben.

Montag, den 28. April 2014 - Silke

Hamburg - Osnabrück

Der Tag fängt gut an, es wird von zu Hause gearbeitet und ich kann mein aktuelles Projekt ein Stück nach vorne bringen – damit an das letzte, durchgearbeitete Wochenende anschließen. (Randnotiz: Es ist keine gute Idee, selber unrealistische Deadlines für Projekte mit unbekanntem Arbeitsvolumen zu setzen, damit den Chef so sehr zu erfreuen, dass er es dem Vorstand erzählt und man damit nicht mehr aus der Sache rauskommt).

Später fahre ich nach Osnabrück zu meinem Freund in der Hoffnung, ein Stück vom Wochenende nachholen zu können. Pünktliche Ankunft zu einem Fußballspiel (Bundesliga/zweite Liga/Champions League/man weiß es nicht), große Freude meinerseits, der Laptop wird also wieder rausgeholt, der Chef freut sich noch mehr als ich über dieses Spiel. 

Grundsätzlich habe ich mich (Dank jahrelanger Jungs-WG-Zugehörigkeit) an Fußball gewöhnt; einige Aspekte schätze ich mittlerweile sogar sehr:



·     Fußballspiele bieten ein angenehmes Hintergrundgeräusch, man kann prima dabei  arbeiten/lesen/schlafen, ohne sich in der Sache beeinträchtigt zu fühlen

·     Bunte, Gala und Co können gar nicht gegen die romantischen und/oder sexuellen Aktivitäten der Protagonisten abseits des Spielfelds an berichten; schöne Beispiele sind hier der van-der-Vaart, Ashley Cole, David Beckham, Effenberg als Klassiker und dass die Frau vom Schweini jetzt lieber beim Gomez die Teller spült, kann ich ihr persönlich nicht verdenken (obwohl der Schweini sicher mehr Integrität besitzt)

·     Boateng. Ich sage den Namen einfach gerne laut. Boateng.

·     David Beckham – gut auf dem Spielfeld, gut in Unterhosen. Nicht so gut in Interviews.

·     Victoria Beckham – großartige Geschäftsfrau, gut in Interviews, nicht so gut in Unterhosen, aber dafür schickt sie ja auch David los.

·     Trikottausch am Ende des Spiels.

·     Der Unterhaltungsfaktor eines Spiels in Gesellschaft von Fans beider Mannschaften



Fußball ist einfach so viel größer als der Ball.

Montag, den 28. April 2014 - Ole



Work-Life-Balance

Mir steckt morgens mal wieder ein wenig das anstrengende Wochenende in den Knochen. Aber das war es wert! Ich bin trotzdem froh, dass ich heute und morgen vom „Home Office“ aus an meinem Projekt in den USA arbeiten kann. Aufgrund der Zeitverschiebung (MESZ -6) beginne ich aktuell eh häufig erst richtig zu arbeiten, wenn meine Kollegen bereits den Feierabend vor Augen haben… Apropos Feierabend: letzte Woche habe ich endlich mein (persönliches) iPhone mit dem Firmenkalender und -Email Account synchronisiert. Ich war wirklich begeistert wie einfach, problemlos und schnell das funktionierte. Praktisch. Die Benutzerfreundlichkeit, definiert als Produkt aus Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung, erscheint mir jedoch täglich fragwürdiger. Seit der Synchronisation erreichen mich 24/7 Nachrichten und Termine auch außerhalb der Arbeitszeiten und meines Zuständigkeitsbereiches. So auch heute ständig. Es stört mich – „…doch wenn es klingelt, bin ich rasend schnell am Telefon, es kann doch sein, dass mich irgendwer braucht.“
Privat helfe ich wiederum jederzeit gerne. Das ist etwas anderes. Deshalb bin ich heute ja auch bei meiner Cousine in Münster. Meine Cousine hat bald Geburtstag und möchte zuvor Ihren morschen Balkon erneuern. Sie müsste 38 werden. Hart nachgedacht…. Genau, Sie ist 15 Jahre älter als ich. Als ich dann den Balkon in Augenschein nahm, musste ich noch härter nachdenken, als bei ihrem Alter. Was für eine vermurkste Anbaubalkon-Konstruktion. Und dann auch noch im 3. Stockwerk. Ich erinnere mich an meinen Vater, der auf seinen betrieblichen Baustellen sowie im Familienleben immer so furchtbar motivierende Worte sagte wie: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“, „Von nichts kommt nichts!“, „Ey! Mach das vernünftig da!“ und „Einem Ingenieur ist nichts zu schwoer!“. Ich arbeite motiviert und eigenverantwortlich ganz entspannt von 10 – 18 Uhr.
Meine Cousine kommt heim und erfreut sich schon einmal an dem soweit sichtbaren Ergebnis. Wir fahren zum Abendessen in einen anderen Stadtteil zu Yvonne – selbstverständlich mit dem Fahrrad. Dort esse ich zum ersten Mal eine selbstgemachte Spargeltarte. Vorweg Grissini mit einem köstlichen Schinken umhüllt. Dazu jede Menge trockenen Weißwein. Das perfekte Dinner. Anschließend verlieren wir drei uns in weinsinnige Unterhaltungen über Identität, Individualität und Sozialverhalten, wobei drei doch recht unterschiedliche Ansichten aufeinander stießen. Bravo!

Tune des Tages:              Gisbert zu Knyphausen – Sommertag

„Manchmal glaube ich, dass ich zu langsam bin
für all' die Dinge, die um mich herum geschehen.
Doch all' die Menschen, die ich wirklich, wirklich gerne mag,
sie sind genauso außer Atem wie ich…“

Montag, den 28. April 2014 - Kyra


Heute konnte ich mich wieder um 7:30 aus dem Bett raffen um mit M. zu frühstücken. M. ist mein Freund und wir wohnen zusammen links der Weser. Meine Oma hat sich langsam daran gewöhnt und kommt sogar über den großen Fluss gefahren um uns in der nicht ganz so schicken Neustadt zu besuchen. Ich habe ihr erklärt, dass die Zeiten sich ändern und man heute hier wohnt. Naja, M. hat ein sehr organisiertes Leben, mit einem ganz normalen Beruf. Ich als Flugbegleiterin da eher nicht, deshalb versuche ich mich, immer wenn ich zu Hause bin, in das nine to five Muster von ihm einzuordnen und stehe halt um 7:30 Uhr pünktlich zum Frühstücken auf. In aller erster Linie mache ich das nur um mehr Punkte von meiner To Do Liste abhaken zu können. Zum sozialisieren bin ich nämlich noch viel zu müde um diese Uhrzeit. 


Heute stand wieder ziemlich viel auf meinem Plan. Davon lasse ich mich aber nicht mehr beeindrucken - meine To Do Liste wird immer länger statt kürzer. Aber auch heute war meine Müdigkeit wieder größer als alles andere und ich habe mich nach meinem Frühstück wieder ins Bett gelegt! Großer Faux-pas! Nunja und bis jetzt habe ich heute meine Steuererklärung angefangen, gewaschen,  ein bisschen rumgeputzt und Koffer gepackt. Jetzt bin ich allerdings schon spät dran und voller Freude: Gleich sehe ich meine liebe Freundin M., die heute von ihrem Spanien Aufenthalt wiederkommt, der gefühlte 100 Jahre ging. Tja auch als Flugbegleiterin schafft man es nicht immer seine Freunde in der Welt zu besuchen...

Montag, den 28. April 2014 - Martin

Die Woche beginnt scheiß früh und recht ungewöhnlich. Da wir unbedingt um 6Uhr in der Firma sein sollen (was sich noch als völlig unnötig herausstellt) muss ich um 4.30Uhr aufstehen. Dem einstündigen Arbeitsweg sei Dank. Da das Wochenende mal nicht komplett aus dem Ruder gelaufen ist, bin ich erstaunlich fit. Ich kann Farben erkennen und komme ohne größere Probleme aus dem Bett.

Bei der Arbeit stehen Schulungen an. Ich muss den Mitarbeitern beibringen wie man Teile des Cockpits richtig verschraubt. Das Coupe der C-Klasse ist in eine andere Halle gezogen, deshalb ändert sich was im Ablauf und wir müssen das Cockpit montieren. Schulungen sind ok, nur muss man den ganzen Tag das Gleiche erzählen. Hab schon überlegt es zur Abwechslung immer anders zu erzählen. Was da wohl für Autos bei rauskommen würden?

Ich mache recht früh Feierabend und schwinge mich aufs Rennrad. Wir waren gestern beim Fußball in Duddenhausen und sind auf dem Rückweg eine radtaugliche Strecke gefahren. Die will ich heute testen. Sie stellt sich als ganz gut heraus. Gut ausgebaute Wege zwischen Feldern und keine Rentner die unvermittelt und nichts raffend aus Einfahrten gefahren kommen und versuchen junge Männer vom Rennrad zu rammen.

Hat wirklich was an einem Montag so fit zu sein. Ansonsten geht es montags nach der Arbeit meist ins Sauerstoffzelt oder so, aber bestimmt nicht aufs Rad.
Seit ein paar Tagen werden wir von einem Nazi-Vogel terrorisiert, der immer gegen die Autos und Scheiben springt. Und da Vögel recht schwer zu fangen sind, muss ich die Woche noch ein Luftgewehr auftreiben, um dem Spuk ein Ende zu setzen.

Montag, den 28. April 2014 - Verena



Der Wecker klingelt wie immer um 5:45 Uhr. Aus unerfindlichen Gründen meinte C plötzlich, ich müsse heute als erstes aufstehen. Ich grummel, stehe auf und gehe ins Bad. Kein Snooze für die Snooze-Königin! Ich muss als erstes aufstehen! Ich fühle mich ungerecht behandelt, bin motzig und frage mich, wie dieser Tag wohl noch weitergehen soll, wenn er schon so scheiße startet. Meinen Kaffee bekomme ich trotzdem. Ich bin ein bisschen besänftigt und am Ende auch erstaunt, wie früh ich aus dem Hause komme und im Büro bin. 

Dort war gestern ein sehr wichtiges Seminar gestartet mit sehr wichtigen Referenten. Alle waren ganz hibbelig bei der Planung und ich hatte Freitagnachmittag noch die glorreiche Idee, ein paar kurze Video-Interviews für unsere Website mit den Referenten aufzunehmen. Die Idee war gut, die Umsetzung wie immer eher stressig. Ich hatte einen Seminarraum für die ganze Woche angefragt, damit ich das Video-Equipment dort aufgebaut stehen lassen kann und nach Bedarf spontan die Interviews aufnehmen könnte. In der Mittagspause des Seminars sollte das erste Interview stattfinden; kurz vor Mittag bekam ich das OK für den Raum. Ich sammelte zwei Kameras, Mikro, Stative zusammen, drapierte zwei Sessel, versteckte hässliche gelbe Postkisten unter weißem Papier und versuchte Kameras und Ton irgendwie professionell-aussehend auszurichten. Soundcheck. Alles gut. 

Der erste Interviewpartner war Professor K von einer britischen Privat-Universität. Ein sehr großer, grauhaariger Mann. Er sah aus wie auf den Fotos. Und eben sehr groß. Und natürlich mit tollem britischen Englisch. E führte das Interview. Es ging u.a. um die Frage, ob Wissenschaft und Forschung gesponsert werden sollten. Das ganze Interview konnte in 5 Minuten und in einem Take aufgenommen werden. Das spart mir eine Menge Arbeit nachher. 

Mein eigentliches Aufgabengebiet besteht darin, Seminare zu organisieren, womit ich dann auch weitermachen konnte. Am Sonntag beginnt mein nächstes Seminar zum Thema „Local Politics and Citizen’s Participation“ und es gab noch einiges zu tun. Dieses Seminar in den Zeitraum vor Kommunal- und Europawahl zu legen, bringt den Nachteil mit sich, dass viele Leute einfach keine Zeit für Zusatztermine haben, weil sie zu sehr mit Wahlkampf beschäftigt sind.  

Ich bleibe länger im Büro und nehme mir dafür vor, am nächsten Tag zum Sport zu gehen. Zwischen 18 und 20 Uhr ist Rush-Hour im Studio und meistens alle Cross-Trainer besetzt, da braucht man gar nicht erst hingehen. Wie oft hab ich mich schon geärgert. Oder gar nicht erst einen Parkplatz bekommen. Und dann will ich auch nicht erst so spät zu Hause sein.
Dann kochen wir noch was, erzählen uns vom Tag, essen und schauen Simpsons.

Montag, den 28. April 2014 - Ralf

Montach ist Scheisstach. Immer.
Es ist 6 Uhr morgens, ich sitze im LKW und befinde mich immer noch im Wochenendmodus. Der Körper will nur eins: Zurück ins Bett. Aber hilft ja alles nichts, wat mut dat mut.

Schicksalsjahre eines Kirchturmkutschers. Seit Tagen fahren wir immer den gleichen Kunden in Gelsenkirchen an. Hinfahren, anmelden, warten, lange warten, abladen, zurück zum Hof. Der Montag bringt etwas Abwechselung, wenn auch nicht viel. Ein anderer Kunde, gleicher Stadtteil, eine Straße weiter. Zu sehen gibt es hier... nichts. Ein schlammiger Parkplatz mit Schlaglöchern so tief wie ein Kleinkind. Dazu buckelige Straßen und altersschwache Industriegebäude. Dreck, Maschinen und Schrott.

Ich liebe mein Ruhrgebiet. Auch wenn ich meistens nur die Rückseite zu sehen bekomme. Aber auch das kann seinen Charme haben. Ruhrgebiet, nicht Ruhrpott. Ruhrpott, dass ist Stahl, Kohle und Schwerindustrie. Von alledem ist nicht mehr viel übrig geblieben, ein paar Reste hier und da. Ansonsten sind die großen Namen und mit ihnen die großen Fabriken verschwunden. Ruhrpott, das war einmal. Jetzt sind wir Ruhrgebiet und auf dem besten Weg zur “Metropole Ruhr“. Selbst Krupp, die mehr als 100 Jahre mit ihren Fabriken und Stahlwerken das Bild von Essen bestimmt haben, haben ihre Wurzeln abgerissen, planiert und begrünt. Dazwischen, ein Prachtbau wie er protziger nicht sein kann. Woanders würde dieser Klotz gar nicht großartig auffallen. Hier aber steht er für arrogantes Protzgehabe weltfremder Manager. Erstmal alles abreißen was nicht gefällt, dann sich von einen Stararchitekten was schickes bauen lassen, pleite gehen und mal schauen wie es weiter geht. So geht Strukturwandel, zumindest hier bei uns.

In den letzten 20 Jahren haben sie es immer wieder versucht. Altes abreißen, neues drauf bauen und dann leer stehen lassen weil kein Bedarf dafür besteht. Ich bin aber in Gelsenkirchen. Hier gibt es weder Protz noch Prunk. Hier gibt es nur das, was andere sich unter Ruhrpott so vorstellen. Schmutzige Fassaden mit leeren Fensterhöhlen. Hier willste nich ne Nacht lang kaputt übern Zaun hängen.

Wenigstens die Menschen hier kann man strukturell nicht umwandeln. Sie sind wie sie sind. Freundlich aber zweckbestimmt. Wenn ich mich mit jemanden unterhalte der nicht von hier kommt, höre ich manchmal das wir unfreundlich wären. Nein, unfreundlich ist man hier nicht. Nur wortkarg. Kurze Sätze, nur das nötigste sagen. Muss reichen.
Wat willste auch groß labern, musse halt ma auffen Punkt kommen. An einen Montagmorgen um 7 Uhr irgendwo im Hinterhof von Gelsenkirchen ist das ganz angenehm. Ich bin immer noch müde, lustlos und verkatert, da will ich nicht viel reden. „Kommse auffe Waage, stellste dich da rechts hin. Bagger lädt.“. Jeder weiß was er zu tun und zu lassen hat, somit ist der erste Auftrag schnell erledigt.

Und wat anderet lieb ich am Revier wie et dat nur hier geben tut.
Kiosk, auch bekannt als Trinkhalle. Die moderne Version kommt als Verkaufswagen daher und bringt dir das Frühstück bis in den Hinterhof von Gelsenkirchen. Kommse nich zum Kiosk, kommt der Kiosk zu dich. Frühstück ist also gesichert, einer der wichtigsten Punkte im Tagesablauf somit als erledigt abgehakt.

Rückfahrt zum Hof, Auto leer machen, nächsten Kunden laden, Abfahrt. Diesmal im Hinterhof von Essen. Ein Anruf im Büro, allet klar, fang an. Enger Hof, viel Rangieren, ein wenig fluchen und irgendwann sind die drei Container auch getauscht. Der Tacho ermahnt mich das ich schon 4,5 Stunden Lenkzeit hätte und nun mindestens 30 Minuten Pause machen müsse. Ich beuge mich der elektronischen Anweisung, mache 30 Minuten Pause und fahre dann zum Hof zurück. Auto leer machen, für den nächsten Tag vorladen, Feierabend.

Der Montag wird im halbautomatischen Modus absolviert. Mehr ist nicht drin an einen Montag. Der Abend gestaltet sich dementsprechend einfach. Duschen, Essen und ein wenig Fernsehen, in den Werbepausen ab und zu mal bei Facebook vorbei schauen. Auf der Couch einschlafen und irgendwann mitten in der Nacht ins Bett wechseln, die Nacht ist um 4 wieder vorbei.