Sonntag, 25. Mai 2014

Sonntag, den 4. Mai 2014 - Christoph



Als ich heute morgen aufgewacht bin, machte sich ein dumpfes Gefühl breit. Ich fühle mich zwar relativ gut, aber mit der Zunge ertaste ich nichts gutes. Neben einem, bzw. im Pappmaul: Ein Backenzahn hat außen eine Absplitterung, ein anderer einen Riss, der von oben bis unters Zahnfleisch geht. Ich befürchte das Schlimmste und überdenke, ob ich mir Vorwürfe machen sollte. Ich komme zu dem Schluss, dass ich einfach Pech hatte, aber das irgendwie schon die Strafe für irgendwas sein könnte. Ändern kann ich es nicht. Ich gönne es mir wieder lange im Bett zu bleiben. Als ich aufstehe ist Lisa da und will in die Stadt gehen, ein Eis essen. Ich weiß, dass ich jetzt nicht alleine sein sollte und freue mich mit ihr gehen zu können. Ich sehe lädiert aus, fast wie geprügelt. Ich habe das Gefühl die Leute starren mich erschrocken an, als wir auf dem Weg zur Eisdiele sind. Wir setzen uns in die Sonne auf dem Platz der alten Synagoge. Ein Typ gegenüber vor dem Theater hat einen Verstärker, wo Schlagzeugbeats rauskommen und er irgendwas zu den Leuten ruft. Er will wissen, ob er weitermachen soll. „Gebt mir Hände für 'Weitermachen'. Gebt mir Hände für 'Aufhören'. Ah keiner, hmm, gebt mir Hände für 'Der Sitznachbar will, dass ich aufhöre. Gebt mir Hände für... Hände!“ Es ist eine witzige Stimmung. Die Sonne scheint mir ins Gesicht und eine junge, hübsche Frau kommt vorbei und fragt mich, ob ich bei einer Studie mitmachen möchte. Ich frage mich, was sie sich fragt, woher meine fiesen Wunden im Gesicht kommen. Ich frage mich, ob es ihr schwer fällt das zu ignorieren und so zu tun, als wäre ich ein normal aussehender, nicht verletzter oder behinderter Gesprächsgegenüber. Ich kann gar nicht denken. Ob sie mit mir flirtet brauch ich mich nicht mehr zu fragen. Aber beantworten muss ich ihre Frage. „Ja, okay, Freitag 18oo Uhr, geht klar.“. Später am Tag fahre ich die Säule und den Punto holen. Ich weiß gar nicht, ob ich schon Autofahren durfte. Vom Alkohol her schon, aber ich war noch so verstrahlt und die Ersatzbrille hat auch nicht die aktuellste Stärke. Der Auspuff röhrt wieder und ich überwinde mich gute Miene zu machen. Der Transport klappt. Abends treffe ich mich noch mit V, wir gehen spazieren, reden über dies und das, aber nicht über uns. Das ist für den Moment sehr gut so. Die Lage ist entspannt. Morgen geht’s wieder zur Arbeit. Als erstes muss ich versuchen einen Zahnarzttermin zu bekommen. Ich hoffe die nächsten Tage werden nicht zu hart. Müde bin ich geh zur Ruh, schließe meine Äuglein zu. Gute Nacht liebes Tagebuch, schlaf gut!

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